psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: glücklich, aber... (Angst etwas zu verpassen)

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    10.11.2011
    Beiträge
    2
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard glücklich, aber... (Angst etwas zu verpassen)

    Guten Abend zusammen

    Im Grunde weiß ich gar nicht, warum ich hier schreibe und was ich berichten kann. Denn eigentlich bin ich glücklich in meiner Beziehung...aber genau dieses eigentlich macht mir zu schaffen. Wir können über alles reden, sind uns in wichtigen Grundfragen einig, ich freue mich jedes mal, wenn ich ihn sehe und bin einfach glücklich, wenn ich in seinen Armen liegen kann. Klingt ja soweit perfekt, wären da nicht meine Gedanken...
    Zum besseren Verständnis erst einmal ein paar Eckdaten: Ich (20) bin mit meinem Freund (21) seit 3,5 Jahren zusammen. Seit kurzem wohnen wir beide in der gleichen Stadt, weg von unseren Elternhäusern, nicht in einer Wohnung, aber er ist die meiste Zeit bei mir. Vor ihm hatte ich nur eine Beziehung (1,5 Jahre) und sonst keine sexuellen Erfahrungen außerhalb.

    Warum ich das so explizit erwähne, führt gleich zu meinem ersten "Problem". Ich habe Angst, etwas zu verpassen. Es gibt einfach bei fast jedem eine Zeit, in der er/sie sich die Hörner abgestoßen hat, wie man so schön sagt. Das gab es bei mir nicht und wenn ich mit meinem Freund zusammen bleiben will, wird es das auch nie geben. Eigentlich weiß ich ja schon, dass ONS und dergleichen nichts für mich sind, aber die Neugier besteht trotzdem und diese "Gefangenheitsgefühl", weil ich es eben nicht "dürfte", wenn ich wollte.
    Verpassen aber auch in dem Sinne, jemanden völlig neu kennenzulernen. Dazu muss man sagen, ich kannte meinen beiden Freunde schon seit ich Kind war. Dieser ganze Datekram mit Kennenlernen und Familien vorstellen usw, das gab es einfach nicht.

    Meine zweite Befürchtung ist, dass ich zwar glücklich bin, das lässt sich nicht verleugnen, es aber nicht an meinem Freund als individuelle Persönlichkeit liegt, sondern an seiner "Funktion" als Freund. Woran ich das festmache, weiß ich selbst nicht, es gibt einfach ein paar Eigenscahften, von denen ich mir wünschen würde, mein Freund besäße sie. Andererseits kann ich mir ncit vorstellen, dass er auf einmal "weg" wäre, es würde mich unglaublch traurig machen und auch als ich im Urlaub war für 10 Tage, habe ich ihn sehr vermisst. Es ist auch keinen Fall so, dass ich nichts sagen könnte, was ich an ihm liebe, nur gibt es auch etwas, was mir fehlt.

    Ging es jemandem schon einmal ähnlich? Sind solche Gedanken in einer längeren Beziehung normal? Was meint ihr dazu?

    Vielen Dank, wenn ihr bis hierher gekommen seid und natürlich für alle Antworten

    P.S. Vielleicht kommen diese Überlegungen auch teilweise davon, dass ich mich im Moment generell etwas "überfordert" fühle, weil ich immer mehr merke, dass ich nicht so bleiben kann, wie ich bin. Allerdings hatte ich diese Gedanken jetzt schon öfter mal phasenweise

  2. #2
    Schreibkraft
    Registriert seit
    13.11.2010
    Beiträge
    182
    Danke
    175
    96 mal in 66 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo,

    Du bist noch ziemlich jung. Das was Du beschreibst muß nicht direkt etwas mit Deinem Freund zu tun haben, sondern mit Dir selbst.
    Im Laufe des Lebens verändert man sich und zu manchen Zeiten sehr stark. Man empfindet Sachen anders, ist teilweise über sich selbst erstaunt und kann beobachten wie neue Empfindungen und Ansichten in einem wachsen.
    Dabei stellt man automatisch einiges in Frage.
    Eben auch und meist besonders intensiv die Partnerschaft. Denn dieser sehr nahe Mensch durchläuft ja nun nicht auch zur gleichen Zeit so eine Phase, zumindest ist das sehr selten.
    Da man sich selbst verändert und der andere "gleich" bleibt, überprüft man ob es noch die gleichen Seiten an ihm sind, die man liebt oder ob es aus der neuen Sicht vielleicht auch neue Seiten an ihm zu entdecken gibt, die man ebenso lieben kann.
    Manches Paar trennt sich auch. Das Leben besteht aus Veränderung und nicht jede kann in einer alten Konstellation stattfinden.

    Ihr kennt Euch so lange, das ist zum Einen wunderschön und etwas Besonderes. Zum Anderen kennt Ihr Euch so lange und das kann auch sehr einschränken.

    Ich würde in mich hineinfühlen und mir Zeit geben, bis ich sicher bin was ich fühle und meine innere Mitte wieder gefunden habe. Die gerät in solchen Phasen durchaus mal in eine Achterbahn von Sehnsüchten, die man zwar hat, die aber nicht erfüllt werden müssen, sondern letztendlich als Antrieb dienen.

    LG
    So Ham
    '''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''

    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

    ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''

    Man sollte die persönliche Hölle des Anderen stets barfuß betreten.

    ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''

  3. #3
    Neuling
    Registriert seit
    10.11.2011
    Beiträge
    2
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Vielen Dank für deine Antwort!

    Du hast Recht, diese Gedanken haben angefangen, als es in meinem Leben eine für mich große Veränderung gegeben hat, nämlich als ich letztes Jahr ausgezogen bin zum Studieren in eine neue Stadt, mit neuen Leuten und zum ersten mal alleine. Diesen Schritt hat mein Freund erst jetzt nachgeholt, allerdings ist er nicht allein (ich bin ja schon da) und muss auch mit allen Aufgaben, die eine eigene Wohung so mit sich bringt nicht allein zurecht kommen. Auch war ich zu Beginn unserer Beziehung eher für einen gemütlichen Abend zu Hause evtl mit Freunden, aber Partys usw waren nicht so mein Ding. Das hat sich mittlerweile auch geändert, ich muss zwar nicht jede Woche bis zum Koma saufen, aber ab und zu mal raus, Spaß haben und Tanzen hat doch etwas Befreiendes für die Seele. Da zieht mein Freund aber leider bisher noch nicht so mit. Diese Inaktivität (er schlägt seltenst Unternehmungen vor) und einfach generell, dass ich etwas erleben möchte, neue Dinge sehen, viel reisen und er da doch etwas anders ist, macht mir Sorge.

Ähnliche Themen

  1. Angst, aber wovor??
    Von Lana2011 im Forum Ängste
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 13.07.2011, 09:46
  2. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 09.05.2011, 21:46
  3. alles läuft gut, bin aber nicht glücklich
    Von dunlop im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 31.10.2010, 21:22
  4. Freundin hat Sorge was zu verpassen
    Von squol im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 24.10.2010, 23:35
  5. Angst, etwas falsch zu machen ... und später zu bereuen
    Von danny im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 05.04.2010, 19:43

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!