Hallo liebes Forum,
ich hab mich ganz neu hier angemeldet, weil ich mir in lezter Zeit über etwas Gedanken mache, bei dem mir der eine oder andere hier bestimmt weiterhelfen kann.
Es geht darum, dass ich bis jetzt mein ganzes Leben lang eine Art Größenwahn hatte. Ich wollte in meinem Leben möglichst total bekannt werden bzw. irgendwas mega Außergewöhnliches machen, sodass ich das Gefühl habe, etwas richtig Besonderes zu sein. Zum Beispiel wollte ich früher immer unbedingt in die Forschung gehen und irgendwas total Neues herausfinden, das die Menschheit total voranbringt oder ein mega gutes und weltbekanntes Buch schreiben, ähnlich Harry Potter oder so. Das ist wirklich albern, ich weiß. Aber nur so konnte ich mir vorstellen, am Ende das Gefühl zu haben, mein Leben richtig genutzt zu haben und zufrieden damit zu sein. Furchtbarer Größenwahn eben.
Jetzt werde ich langsam erwachsen und mir im Zuge des Realistischwerdes (z.B. muss ich mir über einen Beruf Gedanken machen, bin 17 Jahre alt) immer mehr darüber bewusst, wie unrealistisch das doch ist. Hab ich früher immer verdrängt. Es war und ist immer noch sehr hart für mich, mir das einzugestehen. Seitdem weiß ich nicht mehr, was ich in meinem Leben machen will und ob ich überhaupt jemals glücklich werden kann, weil ich das Gefühl habe, für mein Glück mehr zu brauchen, als ich überhuapt schaffen kann und auch will - ich bin nämlich extrem faul und eine Stubenhockerin. Aber ich bin auch schon immer unzufrieden mit dieser Faulheit.
Es ist einfach so: Ich kann mich nicht so richtig damit abfinden, ein durchschnittliches Leben zu leben und dann unbekannt und unbedeutend zu sterben.
Soviel dazu. Gleichzeitig habe ich ein mega schlechtes Selbstbewusstsein, und zwar auch schon immer.
Nun frage ich mich: könnte das zusammenhängen? Habe ich vielleicht wegen meiner nicht vorhandenen Selbstakzeptanz und Selbstzufriedenheit dieses Verlangen? Das würde nämlich erklären, dass ich etwas so sehr will, das gleichzeitig nicht meiner "Bestimmung" bzw. meinen Fähigkeiten entspricht. Wenn ich meine Fähigkeiten akzeptieren könnte und mich so lieben und zufrieden sein könnte, wie ich bin, wäre das Verlangen vielleicht weg?
Aber irgendwie schaffe ich das einfach nicht. Ich bin immer auf alle eifersüchtig, die mehr können als ich oder intelligenter sind oder bekannter, mehr Freunde haben usw. Ich denke immer, wer mehr Fähigkeiten hat, hat ein "wertvolleres" Leben. Nicht unbedingt glücklicher - ich weiß, dass alle Vorteile auch ihre Nachteile mit sich bringen - aber seltsamerweise trotzdem irgendwie wertvoller.
Natürlich will ich diesen Gedanken unbedingt wegkriegen. Natürlich will ich, egal was ich später mache, das nicht nur deshalb machen, damit ich etwas Außergewöhnliches fabriziere, sondern einfach, weil ich es gern mache. Und das wichtigste ist: ich will nicht enttäuscht sein, wenn es nicht klappt, weltbekannt zu werdendenn dann ist mir ein unerfülltes Leben praktisch vorprogrammiert. Ich möchte einfach von dieser Erwartungshaltung wegkommen, von dieser Faszination von bekannten, außergewöhnlich talentierten Menschen. Mein Lebensglück soll nicht davon abhängig sein, wie talentiert ich bin und was ich alles schaffe. Klar kann es ein Ziel sein, aber ich will nicht so davon abhängig sein, ohne es unglücklich sein.
Deswegen möchte ich der Ursache für den Größenwahn auf den Grund gehen. Und da fiel mir das mangelnde Selbstbewusstsein ein.
Habt ihr vielleicht eine Idee, woher das noch kommen könnte, oder stimmt ihr mir zu, dass das mit Selbstakzeptanz zusammen hängt? Und was würdet ihr machen, um diese größenwahnsinnigen Erwartungen ein für alle mal weg zu bekommen als Voraussetzung für ein erfülltes Leben?
Danke im voraus allen, die sich hier mit meiner kranken Psyche beschäftigen und mir antworten, falls es welche geben sollte! :-)
LG,
gleami


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denn dann ist mir ein unerfülltes Leben praktisch vorprogrammiert. Ich möchte einfach von dieser Erwartungshaltung wegkommen, von dieser Faszination von bekannten, außergewöhnlich talentierten Menschen. Mein Lebensglück soll nicht davon abhängig sein, wie talentiert ich bin und was ich alles schaffe. Klar kann es ein Ziel sein, aber ich will nicht so davon abhängig sein, ohne es unglücklich sein.
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