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Thema: Gruppenangst

  1. #1
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    Standard Gruppenangst

    Möchte mal gerne erfahren, ob es auch andere hier im Forum gibt, die in einer Art und Weise wirklich Angst vor Gruppen haben?

    Ich habe immer Angst vor Gruppen und fühle mich dann wie ferngesteuert, wie eine andere Person wenn ich gezwungen werde ein Teil einer Gruppe zu sein.
    Ich habe damit wirklich Probleme und es fällt mir sichtlich schwer...
    Vielleicht gibt es hier andere, die das irgendwie überwinden konnten?
    Ich glaube mir liegt dieses "Fehlverhalten" weit in die Kindheit zurück, in der ich das vielleicht erlernt habe..
    Was anderen so einfach fällt ist für mich eine Herausforderung und bedeutet für mich sehr viel Stress... das habe ich früher in der schule, ausbildung, beruf und jetzt im Studium wieder deutlich gespürt... Es nagt richtig an mir, als würde diese Angst mich fressen wollen. Klingt komisch, ist aber so
    Ich kann wirklich feststellen, dass je länger ich aus einer Gruppe wieder herausbin desto normaler werde und kann mich wieder normal mit meinen Themen auseinandersetzen kann.... aber wenn ich in einer Gruppe bin, dann kommen so gedanken... komische, seltsame, aufregende... zu aufregende..
    Leider merke ich das ich mit so einer Einstellung keinen Abschluss bekommen werde, weil man eben Anwesenheitspflicht hat... obwohl ich in der Lage wäre das meiste mir selber beizubringen... hm ich fühle mich reizüberflutet... und komme dann nicht mehr zurecht und tendiere dann stark zum Außenseiter...
    allerdings ist das von mir nicht so gewollt, sondern sehe ich gar keine andere Möglichkeit um diesen "spargat" irgendwie zu halten...

    hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen und kann mir vielleicht einen tipp geben? ich habe schon verschiedene möglichkeiten ausprobiert allerdings gerate ich immer in dieselben MUster...

    hmm shit happens oder gibt es hoffnung für mich?

  2. #2
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    Zitat Zitat von honeymoon Beitrag anzeigen
    Ich habe immer Angst vor Gruppen und fühle mich dann wie ferngesteuert, wie eine andere Person wenn ich gezwungen werde ein Teil einer Gruppe zu sein.

    Ich glaube mir liegt dieses "Fehlverhalten" weit in die Kindheit zurück, in der ich das vielleicht erlernt habe..

    aber wenn ich in einer Gruppe bin, dann kommen so gedanken... komische, seltsame, aufregende... zu aufregende..
    Hallo Honeymoon!

    Ein paar Fragen hätte ich:
    Hast du nur Schwierigkeiten in Gruppen? Was ist wenn du nur mit einzelnen fremden Menschen umgehen musst?

    An was denkst du dabei in deiner Kindheit? Welche Situation könnte das denn ausgelöst haben?

    und was sind das für aufregende Gedanken???

    MfG Gargamel

  3. #3
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    Hallo,

    hab genau an dem Tag als du gepostet hast bei Google nach dem selben Thema gesucht. Bei mir zeigt sich jetzt im Studium auch wieder zunehmend Gruppenangst. Nicht so stark, wie ich das deinem Post entnehmen kann, aber es hindert mich doch stark daran, mein Leben zu leben.

    Manchmal stehe ich nicht auf und verkrieche mich im Bett, nichtmal mit meinen WG-Mitbewohnern will ich dann reden. In Gruppen, besonders bei meinen im Studium neu gefundenen Freunden, kriege ich kaum das Maul auf, denn ständig rotiert es in meinem Kopf, was denn nun der "richtige" Gesprächsbeitrag wäre. Ich habe Angst davor, etwas falsches zu sagen, gehe alle möglichen Szenarien durch (nur nicht die tatsächlich passierenden) bis zu dem Punkt, an dem ich stundenlang nichts sage und mein Körper wie gelähmt dasitzt, die anderen schon unangenehme Fragen dazu stellen und ich ungelenk auf diese ausweiche. Ich verkrieche mich vollkommen in eine andere, nicht der Realität entsprechende Welt. Dann kann ich mich genau wie du auch nicht auf die Themen konzentrieren, die mich interessieren. Es gibt dann nur diese ewige Selbstzweifel- und Ablehnungsangstschleife. Ich werde sogar regelrecht müde, wenn ich unter Leuten bin, eben wegen diesem ewigen Gedankenwirrwarr. Wenn ich mit einem Freund allein bin, ist das nicht oder nur selten der Fall. In Seminaren bin ich eher entspannt, denn da herrschen klare soziale Rollen und Anforderungen. Anscheinend macht mir das "alles ist möglich" in der Alltagskommunikation Angst, auch wenn ich ansonsten ein ziemlich lockerer und offener Typ bin, der die Dinge einfach auf sich zukommen lässt.

    Ich habe manchmal regelrecht Angst, angerufen zu werden oder andere anzurufen oder generell Kontakt aufzunehmen, so dass ich tagelang in meiner Bude hocke. Hört sich wahrscheinlich schlimmer an, als es ist, ich bin trotzdem mehrmals die Woche unter Leuten oder bei meiner Freundin. Trotzdem fühle ich mich oftmals wie ein sozialer Krüppel. Oft verstehen die Leute nichtmal was ich sage. Hat auch bei mir in der Kindheit angefangen, war eher ein Muttersöhnchen und lebte viel in meiner Fantasie. Meine Mutter hatte das gleiche Problem und ist es bis jetzt nicht losgeworden. Hat sie ziemlich zynisch und negativ gemacht. Oft war mir früher nichtmal bewusst, dass einige Leute mich komisch fanden, erst hinterher ist mir das aufgefallen. Es ist schon sehr viel besser geworden, practice makes perfect, aber momentan bin ich wohl wieder an der Grenze zur nächsten Ebene raus aus der Gruppen- oder Sozialangst und deswegen fällt mir alles wieder schwerer. Was mir aber immer geholfen hat, war Geduld. Davon hab ich mehr als genug. Nicht den Zustand sehen, in dem man sich gerade befindet, sondern die mögliche Entwicklung. Dann versinkt man nicht zu sehr im eigenen "Fehlschlagen", fühlt sich nicht minderwertig und kann nach vorne sehen, den Optimismus behalten.

    Nun konnt ich mich auch mal woanders als bei meiner Freundin auskotzen Jetzt fängt erstmal das neue Semester an und ich will die Kontakte, die ich über die Ferien habe schleifen lassen, wieder aufbauen. Das hier ist mein letztes Semester und mein Ziel ist sozusagen, bis zum Ende des Studiums dafür zu sorgen, dass der Kontakt auch darüber hinaus bestehen bleibt, sich also tiefere Freundschaften entwickeln. Hört sich blöd an, aber immerhin habe ich so etwas, was mich dazu bringt, über meinen eigenen Schatten zu springen.

    P.S.: Das Komische bei mir ist auch, dass es eher bei Leuten auftritt, die ich besser kenne oder mit denen ich schon länger befreundet bin. Nicht selten hat mir das schon Ärger eingebracht, wenn ich zum Beispiel nicht oder nur zurückhaltend auf andere reagiere. Bei Fremden habe ich das Problem fast gar nicht, vielleicht weil ich zu denen keine Bindungen habe, die kaputt gehen könnten. Es nervt wirklich. Das war nun auch die letzte Ergänzung.
    Geändert von Schlonz (14.04.2011 um 19:45 Uhr)

  4. #4
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    Hallöchen, da haben ja doch einige geantwortet

    Erstmal vorab zu schlonz
    das was du schildest kenne ich nur zu gut... ;-) für mich ist das auch immer ein "über meinen schatten zu springen.."

    Hiho Gargamel und

    Also ja, dieses Problem tritt eigentlich nur in Gruppen auf, nicht bei fremden auch nicht bei Menschen, die ich gut kenne, wenn ich mit ihnen alleine bin.
    Ich habe so den Eindruck, dass sich Menschen in einer Gruppe irgendwie nicht so natürlich verhalten... obwohl das ja eigentlich im Widerspruch stehen müsste, denn es haben ja so wenig Menschen Probleme damit...

    Genau kann ich auch gar nicht sagen, woher es kommt...
    es treten eben in einer Gruppe immer so Phänomene auf... so dass mir auf einmal schwindelig wird, ich weglaufen möchte, aber nicht kann, weil ich mich wie gefesselt fühle, heute in der Fahrschule habe ich das wieder gespürt.. haben uns einen film eben angeschaut (ganz normal halt, nichts aufregendes)
    und dann fühlte ich mich von dem film, als er begann zu laufen, total umgehaun, wie eine welle die über mich schwappte, ich wollte mich beinahe weiter wegsetzen, damit ich mehr den Überblick habe, aber das ging eben nicht, weil ich dann wieder dachte, was denken bloß die leute wenn du auf einmal wie wild dich weiter weg setzt? Der Film hatte so merkwürdige Geräusche gemacht (schwer zu beschreiben), es war eine total eklige tiefe frequenz, die ich nicht abkonnte..Es war auf jeden fall eine Angst, ob es nun von den Leuten war oder von dem Film, der so olle Geräusche gemacht hatte.. oder beides keine ahnung, ich hätte mich ja auch einfach weiter weg setzen können mh.. komisch. Ich weiß nicht, was mich in dieser Situation abhält mich einfach weiter wegzusetzen? Ich könnte ja auch denken: "mir doch egal was die leute davon halten - ich empfinde es eben so" - aber das denke ich eben nicht.

    Naja meine Gedanken sind dann eben merkwürdig... ich steiger mich zu weit dann hinein, zieh mir weiter diese frequenz rein und gucke blöd.
    Die Frage ist nur, wovor habe ich Angst? Wirklich vor den Menschen? Vielleicht dass sie mich ablehnen und denken: die ist ja verrückt? tja.. vielleicht bin ich das sogar..

    Woher ich denke, dass diese Angst kommt? als ich 12 jahre war, erlitt meine mutter eine schwere psychische erkrankung, sie war so seltsam womit ich nicht richtig klar gekommen war.. und meine freunde hatten das mitbekommen und zeigten mit dem finger, dass ich wohl blöd bin und werteten mich ab und und das war sehr schlimm für mich.
    Fatal: denn ich war so wie ich bin, und wurde dafür abgelehnt, für etwas worauf ich keinerlei einfluss hatte

    Ja vielleicht kommt wirklich daher meine Phobie mich offen zu zeigen? Ja, irgendwie macht das für mich einen Sinn.. Habe ich das erleunt?

    Hatte ich überhaupt eine andere Wahl?

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