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Thema: Gruppentherapie für meine Mutter

  1. #1
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    Standard Gruppentherapie für meine Mutter

    Hallo,

    aufgrund verschiedener Vorkomnisse suche ich eine Selbsthilfegruppe für Frauen für meine Mutter.

    Sie hat keine Freundinen, braucht jemand zum reden, mal weggehen aber der sie ein wenig versteht. Mit meinem Vater geht das nicht. Ich dachte das sie in einer Frauengruppe, wo Menschen mit ähnlichen Problemen sich treffen, sie vielleicht ein paar Kontakte und Hilfe findet.

    Sie hat Probleme. Hängt in einem miesen Job fest, ist verschuldet und ist Alkoholikerin. Das alles hat in den letzten Tagen seinen Höhepunkt erreicht.

    Meine Schwester und ich möchten ihr den Vorschlag unterbreiten, da wir ja schließlich nicht immer da sein können. Ich persönlich bin vielleicht bald nicht mal mehr im selben Land.

    Falls jemand einen anderen Vorschlag hat, kann er ihn gerne unterbreiten.

    Gruß colbert

    PS: Falls das der falsche Bereich ist für diesen Thread, bitte ich um Entschuldigung.

  2. #2
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    Hallo Colbert

    Du schreibst, dass "jemand sie verstehen sollte". Wie lange hat Eure Mutter diese Alkoholprobleme denn schon? Nach dem Lesen Deines Textes scheinen Du und Deine Schwester sehr von ihr beansprucht zu werden.
    LG
    ------------------------------------------------------------------------------------

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  3. #3
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    Dem ist auch so. Und Alkoholprobleme hat sie schon sehr lange. Über Jahre. Sie hat immer versucht unsere gesamte finanzielle Situation, die unser Vater angerichtet hat, selbst zu lösen nachdem er einen Hirnschaden erlitten hat und kräftig an seiner Unzurechnungsfähigkeit arbeitet... Er lässt sich wenig sagen und ist ein undiplomatischer Sturkopf.

    Meine Schwester und ich haben versucht es zu richten, meine Schwester hat es fertig gemacht und ich habe mein Studium aufgegeben (war aber eh nicht so zufrieden damit). Nun möchte ich wieder von vorne beginnen. Mich um mich selber kümmern und meine Schwester möchte ebenfalls ihr Leben weiterführen aber meine Mutter, auch wenn sie stark ist, kann mit der Situation nicht vollkommen alleine fertig werden. Sie bedauert das unsere gesamte Situation dazu geführt hat, dass meine Schwester und ich unsere Leben regelrecht pausiert haben.

    Desto länger wir bleiben und das weiterführen desto depressiver und kränker macht es sie. Das sind so ziemlich ihre Worte. Sie will das wir unser eigenes Leben weiterführen und das möchten wir auch aber wir wollen sie nicht alleine lassen.

    Wir kommen aus der Nähe von Tübingen in BW. Vielleicht kennt ja jemand Gruppen für sowas in der Umgebung oder kann allgemein Vorschläge oder Erfahrungsberichte schildern.

    Ich bedanke mich vielmals im Vorraus.

  4. #4
    Roman Verfasser
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    Na WILL sie denn? Wenn sie will ist es kein Problem. Du bekommst PM.
    Geändert von Erwin (15.01.2012 um 08:55 Uhr)

  5. #5
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    Zitat Zitat von Erwin Beitrag anzeigen
    Na WILL sie denn? Wenn sie will ist es kein Problem. Du bekommst PM.
    Wir möchten erst in Erfahrung bringen ob es Angebote gibt und sie dann fragen. Am Schluss geben wir ihr irgendwie Hoffnung und sie ist dann unbegründet.

    Danke, aber sie möchte auf keinen Fall in eine Klinik.

  6. #6
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    Hallo colbert,

    nimm es mir bitte nicht krumm, wenn ich dies jetzt direkt formuliere, okay?!

    Es gibt eine Selbsthilfegruppe: AA (anonyme Alkoholiker).

    Solange sie ihre Sucht nicht in den Griff bekommt, wird alles andere verpuffen (müssen), weil die Sucht ihr Leben, ihr Denken und Fühlen, ihr ganzes Handeln weiterhin bestimmen wird.

    Jeder Versuch, ihr das "Leid" ohne eigene Abgrenzung zu erleichtern oder abzunehmen, wird, mit etwas Pech, nur zu einem führen: sie da drin zu halten - und Euch führt es in die Co-Abhängigkeit.
    Weil ihr jetzt schon Euer Leben an ihrer Such ausrichtet ...

    Zitat Zitat von Erwin
    Na WILL sie denn?
    Das ist die alles entscheidende Frage!
    Wenn sie nicht wirklich will, dann wird ihr auch nichts helfen können. Auch keine wie auch immer geartete "Gruppe" - auch dort würde das Thema Alkoholismus irgendwann thematisiert werden müssen.
    Wenn das der Fall ist, dann könnt ihr das nur akzeptieren - aber eben mit den entsprechenden Konsequenzen, die dies dann für sie hat: keine Hilfe und Abgrenzung gegenüber ihrer Krankheit.

    Ihr den Druck sogar noch zu nehmen, über sich und ihre Sucht nachzudenken und die Konsequenzen für sich und andere einzusehen: warum sollte sie dann noch etwas ändern wollen?


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

  7. #7
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    Zitat Zitat von Darkstar Beitrag anzeigen
    Es gibt eine Selbsthilfegruppe: AA (anonyme Alkoholiker).

    Solange sie ihre Sucht nicht in den Griff bekommt, wird alles andere verpuffen (müssen), weil die Sucht ihr Leben, ihr Denken und Fühlen, ihr ganzes Handeln weiterhin bestimmen wird.
    Für sie ist es der Fluchtpunkt. Sie trinkt weil sie nichts anderes hat mit dem sie klar kommt. Wir haben ihr zu Weihnachten ein Laptop geschenkt, dass hat das ganze sogar reduziert, seitdem ist es nicht mehr ganz so schlimm.

    Ich glaube das sie schlichtweg eine Beschäftigung braucht, eine Ablenkung. Etwas das ihr zeigt das es noch etwas anderes gibt.

    Zitat Zitat von Darkstar Beitrag anzeigen
    Jeder Versuch, ihr das "Leid" ohne eigene Abgrenzung zu erleichtern oder abzunehmen, wird, mit etwas Pech, nur zu einem führen: sie da drin zu halten - und Euch führt es in die Co-Abhängigkeit.
    Weil ihr jetzt schon Euer Leben an ihrer Such ausrichtet ...
    Im Prinzip haben wir unser Leben nach den Schulden unserer Eltern, den Verrat durch unseren Onkel und dem Hirnschaden unserer Vaters ausgerichtet. Meine Mutter hat das ebenfalls...Daraus resultierte auch ihr Alkoholismus.

    Zitat Zitat von Darkstar Beitrag anzeigen
    Das ist die alles entscheidende Frage!
    Wenn sie nicht wirklich will, dann wird ihr auch nichts helfen können. Auch keine wie auch immer geartete "Gruppe" - auch dort würde das Thema Alkoholismus irgendwann thematisiert werden müssen.
    Wenn das der Fall ist, dann könnt ihr das nur akzeptieren - aber eben mit den entsprechenden Konsequenzen, die dies dann für sie hat: keine Hilfe und Abgrenzung gegenüber ihrer Krankheit.
    Ich schreibe hier weil ich sie erst kürzlich die ganze Nacht trösten musste weil sie einen Nervenzusammebruch hatte. Sie bettelte regelrecht um Hilfe, sie meinte das sie nicht wüßte was sie tun soll. Das es ihr leid tut das wir unsere Leben pausiert haben um im Chaos auszuhelfen, sie meinte das alles ihre Schuld sei und ich habe sie getröstet und ihr gesagt, dass wir ihr helfen wollen Hilfe zu finden.

    Aber wie gesagt, sie möchte in keine Klinik da sie Angst hat ihren Job zu verlieren. Da es ihrer Firma auch gerade nicht so gut geht, kann ich die Angst verstehen.

    Zitat Zitat von Darkstar Beitrag anzeigen
    Ihr den Druck sogar noch zu nehmen, über sich und ihre Sucht nachzudenken und die Konsequenzen für sich und andere einzusehen: warum sollte sie dann noch etwas ändern wollen?
    Ähm? Weil ihr die Situation ebenfalls nicht gefällt. Weil sie sich beinahe hasst für das was sie tut. Sie will sich helfen lassen aber sie möchte in keine Klinik. Sie möchte einfach auch mal jemandem zum reden der nicht zur Familie gehört und das kann ich auch verstehen. Das beste wäre ein Therapeut aber ich finde sie sollte auch Freundinen finden und sich mit Leuten austauschen die sie verstehen. Mir hat das geholfen und da sie und ich uns sehr ähnlich sind, glaube ich das es ihr auch helfen könnte.

  8. #8
    Roman Verfasser
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    Zitat Zitat von colbert Beitrag anzeigen
    Wir haben ihr zu Weihnachten ein Laptop geschenkt, dass hat das ganze sogar reduziert, seitdem ist es nicht mehr ganz so schlimm.
    Das ist kein schlechter Ansatz, mir lag das folgende auf der Zunge:

    Grundsätzlich ist man entweder ein Suchtcharakter oder nicht, und Du kannst als solcher nicht einfach irgendetwas abstellen, ohne einen Ersatz dafür herzunehmen. Wer mit irgendeiner Sucht aufhören will, braucht automatisch irgendetwas anderes zum kompensieren. Ein ganz praktischer Gesichtspunkt.

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