Mein Blick streift über den flammend rot, orange strahlenden Horizont, fängt Tau, der das grün schimmernde Gras überzieht und sanfte Schlieren zeichnet, ein, gleitet weiter über die lang gezogene Wiese, übersäht mit sich im Wind sanft wiegenden Blumen und Sträuchern die ihren herrlichen Duft verströmen wie einen Fluss aus klarster und hellster Wonne, streift ein braun-graues Kaninchen, das stetig aufmerksam den süß mit Nektar überzogenen Klee unter einer silbern schimmernden Weide zupft und weiter in die Ferne, wo schwach mit Schnee bezuckerte Klippen die weiter entfernten Wipfel von hunderten Bäumen in einen lang gezogenen Schatten tauchen und gleichzeitig, an ihren Gipfeln die Sonnenstrahlen in alle Facetten spalten und zu einem Farbspiel wie aus tausend und einer Nacht verwandelt. Ich sitze draußen. Ich blähe meine Nüstern und atme die Süße der Morgenluft tief ein. Ein sanfter Windhauch streicht mir über die Haut, so kühl und frisch wie der vollkommene Kuss der Natur nur sein kann und zeichnet ein Lächeln in mein Gesicht, das absolute Zufriedenheit ausstrahlt. Die einzelnen Halme kitzeln meine nackten Füße bei jedem Schritt. Eine emsige, von Blüte zu Blüte fliegende, Nektar sammelnde, Blumen bestäubende, Honig erzeugende Biene summt an meinem Ohr vorüber und setzt sich auf ein violett, vom Tau glitzerndes Veilchen nur wenige Zentimeter vor meinen Beinen. Vorsichtig setzte ich mich und beobachte das fachmännische Treiben der Arbeitsgeilen Tierchen in meinem Umkreis. Die völlig mit Blütenstaub und Nektar verklebte Biene ist bereits auf dem Weg zur nächsten Blume. Vielleicht fliegt sie diesmal ja zu den roten und weißen Lilien in meinem Garten und wandeln ihr müdes Hängen lassen der Blüte in ein fröhliches, der Sonne zueiferndes lächeln. Eine rot – grün – gelb gemusterte Raupe schleppt sich Zentimeter um Zentimeter durch die dicht begraste Wiese. Vorbei an den Millimeter dicken Stämmen der Grashalme, vorüber an einem kleinen Stein der zwischen den Halmen wie ein gigantischer, unverrückbarer Fels gen Himmel ragte.
Eine Gruppe fleißiger Ameisen marschiert in Reih und Glied, mit Ästchen, feinem Kies oder kleinen Pfropfen aus Blütenpollen am Rücken durch den Dschungel aus Blüten und Halmen. Die Sonne ist nun bereits vom Horizont bis beinahe neunzig Grad über mir zum Himmel gestiegen. Die gold – gelb Glitzernden Strahlen treiben mir nassen Schweiß aus den Poren und brennen schließlich schnell auf der Haut. Ich richte mich auf und gehe zurück unter den Schatten spendenden Sonnenschirm, kühle mich mit etwas Wasser ab und lege mich in meine aus Hanf gesponnene Hängematte vor dem Haus. Wieder einmal ein wunderschöner Morgen den die Natur mir geschenkt hat. Ich blicke zum Himmel und lächle. „Guten Morgen Natur! Danke für deine Pracht“