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Thema: habe Angst davor, dass ich mein Leben komplett verbaue...

  1. #1
    Neuling
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    Standard habe Angst davor, dass ich mein Leben komplett verbaue...

    Guten Tag!
    Mein Name ist Dustin, bin 20 Jahre alt und habe sehr große Angst davor, dass ich mein Leben nicht mehr auf die Reihe bekomme.
    Ich habe vor 4 Jahren ,zur Schulzeit, nicht Viel davon gehalten zur Schule zu gehen, geschweige denn dafür zu lernen.
    Resultat davon war, dass ich nur einen Hauptschulabschluss nach der neunten Klasse habe.
    Nach der Schulpflicht war es mir relativ egal, was mit mir geschieht.
    Ich habe angefangen sehr viel und oft Alkohol zutrinken, Gras zu rauchen und Speed zu ziehen.
    Durch diesen Konsum (bzw. wegen den Folgen) wurde ich sehr dünn, faul und depressiv.
    Ich habe mich sehr stark zurückgezogen und bin am liebsten alleine.
    Ich komme nicht mehr klar... Das Leben zieht nur noch an mir vorbei und ich schaue tatenlos zu.
    Obwohl ich schon längst die Einsicht hatte, bleibe ich diesem Lebensweg treu.
    Ich habe Schlafstörungen, Essstörungen, Depressionen, Komplexe wegen meines Gewichts (bin 1,80m und wiege 55 Kg vielleicht auch weniger), alle 3-4 Tage Nervenzusammenbrüche, ich bin total unmotiviert und körperlich schwach geworden, leichte Paranoia und Angstzustände bei Menschenmengen und so langsam entwickel ich gegen so viele Sachen Hass, was warscheinlich damit zutun hat, dass ich zu 100% unzufrieden bin, wie es zurzeit läuft.
    Ich will mein Leben in die Hand nehmen und glücklich sein, aber diese ganzen Probleme haben mich einfach sehr schwach gemacht...
    An Disziplin mangelt es mir auch und diesen kleinen Funken Motivation und Tatendrang, den ich manchmal verspüre, verliere ich, sobald ich morgens aufwache.
    Ich bin verzweifelt, da ich eigentlich ein sehr beliebter Kerl war und ich nicht auf den Kopf gefallen bin.
    ich fühle mich manchmal so, als wäre mein "wahres Ich" in mir eingesperrt... keine Ahnung wie ich es ausdrücken soll...
    Ich denke auch viel zu viel nach... Ängste bestimmen mein Leben und ich weiß nicht mehr weiter...
    Ich bin total verkorkst, mein Alltag besteht nur noch aus Konsole und Fernsehen.
    Ich hasse Famillientreffen, weil ich mich schäme für das was ich zurzeit bin.
    Naja und nun hab ich mir halt mal gedacht ich schreibe Es hier rein, denn schaden kann es ja nicht.
    Achja und mit Speed habe ich seid nem Jahr aufgehört und Alkohol trinke ich auch nur noch sehr selten.
    Nur Gras rauche ich noch, aber auch nur noch allerhöchstens 2-3 mal die Woche (und dann auch nur 1-2 Joints) habe 3 Jahre lang fast jeden Tag gekifft und auch nicht zu wenig.
    Vielleicht kann mir ja Jemand helfen, der auch mal so Etwas in der Art durchgemacht hat, bzw. ähnliche Probleme zurzeit hat.
    Würde mich sehr auf ein paar Antworten freuen.
    mfG Dustin

  2. #2
    Gast5147
    Gast

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    Hallo,

    das kenne ich und ich kenne es auch, wenn man sich über seine "Schwächen" definiert.
    Du schreibst: "Ich komme nicht mehr klar... Das Leben zieht nur noch an mir vorbei und ich schaue tatenlos zu."

    Ja, Du schaust tatenlos zu. Du könntest sehr viel tun: Einen Psychologen aufsuchen; für einige Zeit in eine Klinik gehen, zum Beispiel für Suchtkranke. DAS würde ich Dir eigentlich auch raten: Erkundige Dich mal bei Deinem Hausarzt, was Du machen kannst.
    Oder schaue im Telefonbuch nach, um ein paar Therapeuten anzurufen und zu versuchen, einen recht baldigen Termin zu erhalten. (Kann aber auch länger dauern ...)

    So wie ich das verstanden habe, machst Du momentan beruflich nichts, ja? Schau doch mal, ob Du ein Praktikum findest oder einen Nebenjob.
    Das Schwierigste aber gleichzeitig Wichtigste ist der Anfang!
    Ganz ehrlich: Das Leben definiert sich nicht über Deine Zusammenbrüche, Deinen Hauptschulabschluss oder sonstiges; Du solltest herausfinden, was Dir gut tut und was Dich zufrieden stimmt

    Nimm Dir kleine Ziele vor. Und wenn Du etwas nicht schaffst, dann versuche es einen Tag später nochmals. Wenn Du so viel denkst, dann setz Dich doch mal hin und schreibe auf, was Du an Dir gut findest, was Du gerne machst etc.
    Du hast hier ja schon geschrieben, das ist ein guter Anfang. Man sollte nicht den Kampfplatz räumen, bevor man ihn betreten hat.

    LG

  3. #3
    Neuling
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    aua....
    wunderst du dich wirklich über Dein Leben?

    Zusammenfassung:
    Ich fange beim Untergewicht an: ein BMI von knapp 18 kann schon Schwächegefühle erzeugen.
    Gras rauchen..... ja..... was das für "nebenwirkungen" hat und auch Langzeiteffekte mitsichziehen kann, ist Dir bewusst, oder?

    Im Leben komplett verlaufen, hoffnungslos, ohne Ziel. In dem Punkt resigniert. Woher soll da der Lebenswille kommen?

    Du möchtest Dein Leben in die Hand nehmen - wie soll es also aussehen?
    Wenn Du es nicht weißt, dann hast Du vielleicht noch Träume in Dir, was Du vor den schwierigen Situationen gehabt hast....

    [Quergedanke] Hierbei fällt mir auf, dass ich dies oft schreibe. Die meisten aber auch mit den 'Kindheitsträumen' was beginnen können. Heißt es im Umkehrschluss, dass man an diese Träume wirklich anknüpfen kann, wenn die schwierige Situation verlassen wurde? Heißt das im Umkehrschluss, dass die schwierige Lage noch nicht vorbei ist, wenn an den Kindheitsträumen nicht angeknüpft werden kann?

    Okay, weiter:
    den ganzen Tag sich mit Konsolen und Fernsehen zu beschäftigen, ist die reinste Reizüberflutung. Nur bei den Konsolen bist Du etwas aktiv - meist aber auch eher passiv.

    Ein komplett anderer Alltag würde Dir gewiss nicht schaden. Wenn die Nervenzusammenbrüche und Hoffnungslosigkeit weitergeht, kann ein Klinikaufenthalt begründet werden. In dem Du Dich auch sammeln kannst. Über Dein Leben nachdenkst, aber wo eine Tagesstruktur stattfindet. Vielleicht kannst Du Dich dort sammeln. Zumindest bin ich mir sicher, dass Deine bisherigen Tätigkeiten durch andere ersetzt werden sollten, damit Du andere Gedankengänge erfährst. Wie ist eine andere Frage und der Schweregrad auch.

  4. #4
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    Fest steht eines: Nur du selbst kannst da etwas ändern. Die volle Verantwortung für dein Leben liegt allein bei dir.

    Ich denke, um einen Besuch beim Hausarzt oder direkt bei einem Spezialisten kommst du schwer drumherumrum.

    Wenn du es doch allein versuchen willst, dann hier folgende Vorschläge:
    Werde aktiv. Bringe Struktur in dein Leben. Geh zu ähnlichen Zeiten ins Bett und stehe zu ähnlichen Zeiten auf. Gehe einer regelmäßigen Beschäftigung nach. Dabei geht es nicht darum, dass du auf Teufel komm raus Geld verdienst. Ich find die Idee, ein Praktikum zu machen ganz gut. Für die Struktur, aber auch, damit du herausfindest, was du mit deinem Leben vielleicht anstellen willst.
    Finde heraus, wo deine Interessen liegen. Was dich erfüllt. Fernsehen und Konsole sind oft nur Ablenker. Sie lassen die Zeit vergehen. Sonst nichts.
    Ich weiß, dass du schon so wenig wiegst. Aber: Betätige dich trotzdem, soweit es deine Kräfte zulassen, sportlich. Vielleicht kommt dann auch wieder der Hunger.
    Höre vollständig auf zu kiffen.

    Das sind so einige Gedanken, die mir kommen.
    Ich hab das hier so locker-leicht runtergeschrieben, aber ich weiß, dass das schwer umzusetzen ist.

    Vielleicht ein kleiner Mutmacher zum Schluss:
    Ganz viele Menschen haben verdeckt oder offensichtlich mentale Probleme verschiedenster Art. Manche schwerer als du, manche geringgradiger.
    Du bist nicht allein damit. Und du bist genausoviel oder -wenig wert, wie jeder andere Mensch. NIEMAND ist vollkommen...


    Gruß
    Jan
    Geändert von Jan1981 (16.12.2010 um 00:46 Uhr)

  5. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Jan1981 für den sinnvollen Beitrag:

    So Ham (16.12.2010)

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