Hallo allerseits,
Obwohl ich bereits zu der etwas älteren Generation gehöre ... Jahrgang 1965 ... und mich bislang noch nie wirklich damit beschäftigt hatte, in irgendeiner Weise psychologische "Probleme" haben zu können :
Mittlerweile mache ich mir da schon vermehrt Gedanken "ob da was sein könnte" , zumal mir Leute aus dem Umfeld immer mal wieder Bemerkungen zukommen lassen " ... bist doch wirklich alles Andere als Normal" ...
Ein Art Kurzprofil :
Psychologische Behandlung : Noch nie erfahren
Medikamente : Keine (sehr selten für Erkältung)
Beruf : Vollzeit (kaum Krankenstand … und falls : wegen Arbeitsunfällen/Verletzungen)
Alkohol / Drogen : Absolute Abstinenz …
Rauchen : Nach >30 Jahren + 30St./Tag seit nun 4 Monaten komplett eingestellt
Verheiratet seit nun 23 Jahren (gleiche Frau) … 2 Jungs : 13 + 19 Jahre.
(Keine Beziehungsprobleme, aber eher eine Vernunftbeziehung als „die grosse Liebe“)
Vergangenheit (Kindheit) : Eher konfus … aber kein Grund zur bleibenden Trauer ….
Auch nach langem Darübernachdenken kann ich mein "Problem" aber nicht genau definieren und auch schwierig beschreiben ... letztendlich eher ein "Anti-Problem" , da ich die meisten vorgetragenen Probleme der Mitmenschen eigentlich gar nicht als solche nachvollziehen kann ... und sich mir bei solchen Situationen eher meist die Frage stellt, ob dann ich, oder derjenige nicht normal (was ist eigentlich normal ??) ist und etwa ein Problem hätte.
Nachdenken heißt bei mir in dem Falle immer : Objektiv und von allen Seiten betrachten ... mit dem Ergebnis :
Dass es eigentlich überhaupt kaum Probleme gibt (eher wenige Ausnahmen bestätigen wie gewohnt die Regel ... man kann ja nicht alles beeinflussen), wenn man sich diese nicht selber einredet ... was aber villeicht auch an mangelndem Einfühlvermögen liegen könnte, und mich dem Gegenüber wohl als gefühlskalt erscheinen lassen kann.
Klar dass bei einem Ereignis aus der Vergangenheit, wo einem ein bleibender körperlicher Schaden zuteil geworden ist : Man diesen nicht wegreden oder eben mal aus den Gedanken streichen kann ... man muss in solchem Falle halt versuchen, bestmöglichst damit umgehen zu können ... was heißt : Damit leben zu können, und nicht das Leben darauf beschränken sollte ...
Aber nur wegen der bloßen Erinnerung an schlimme Ereignisse aus der Vergangenheit sich sein momentanes Leben + womöglich auch die Zukunft negativ zu beeinflussen : Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
(Positiv beeinflussen indem man sich einfach sagt : War halt schlimm, daher Freude dass es nun besser ist : Für mich umso mehr nachvollziehbar)
Weil man die Vergangenheit nicht mehr beeinflussen oder gar rückgängig machen kann :
Der normale Menschenverstand müsste doch ausreichen, dass man eine schlechte Vergangenheit einfach Ad Acta legt ... also als Vergangenheit hinter sich lassen kann, und aus der Gegenwart das bestmöglichste macht um einer möglichst angenehmen Zukunft zusteuern zu können ?
Als deutlich schlimmer oder bedenklicher würde ich doch empfinden, wenn ich mich lieber an die Vergangenheit erinnern wollen würde, weil diese besser und angenehmer war als meine momentane Situation : Erst dann hätte ich aktuel doch erst einen Grund zur Unzufriedenheit.
Trauer :
Was bringt es einem, wenn man einem verstorbenen Menschen (oder auch Tier) lange hinterhertrauert … man muss sich doch eigentlich im Klaren sein, dass dies überhaupt nix mehr bringen kann, also der Verstorbene dadurch nicht wieder lebendig wird.
Ich kann demnach überhaupt nicht nachvollziehen, dass Leute über Wochen, Monate oder gar Jahre jemandem hinterhertrauern … eigentlich ja vergeudete Zeit die völlig unnütz investiert wird, und das eigene Leben unerträglich erscheinen lässt wo doch eigentlich die Fronten längst geklärt sind : Kann doch nicht wirklich was bringen …
Genauso eine in die Brüche gegangene Beziehung : Ist halt oft nix mehr zu kitten da … man freut sich über die wiedererlangte Freiheit (wenn man selber die Beziehung beenden wollte) oder muss halt einfach akzeptieren, dass einen der Partner nicht mehr mag … und wenn man diesen Partner selber noch mag : Bringt doch nix, ihn unbedingt festhalten zu wollen, da man Zuneigung ja nicht erzwingen kann … man kann sich aber ja trotzdem freuen, da man dem einstigen Partner seinen Herzenswunsch erfüllt hat : Ihn wieder in Freiheit zu entlassen ohne zu klammern.
(Jemanden unbedingt festhalten wollen der nicht mehr will … oder ihm nachtrauern : Was soll das bringen ?? … ist doch eher dann ein Akt von Selbstmitleid als dass noch bidirektionelle Zuneigung bestehen würde)
Also Strich drunter + neues Kapitel … Probleme haben wohl nur Leute, die sich zu sehr von ihrem Partner abhängig gemacht hatten anstatt ihre eigene Persönlichkeit aufrecht zu erhalten … und die eigene Persönlichkeit für jemand Anderen aufzugeben : Eigentlich doch eine Unart + ein No-Go … (man sollte ja ohnehin vermeiden, jemand Anderem hörig zu werden)
Schlimme Erfahrung aus der Vergangenheit … Gewaltanwendung erfahren (ohne bleibende Schäden) : Wieso soll das in der Gegenwart oder Zukunft eine negative Rolle spielen können ? … eine abgeschlossene Aktion aus der Vergangenheit kann doch nicht der Grund bleiben, dass es einem in der Gegenwart und in der Zukunft weiterhin schlecht geht … zumal weil man das Ereignis ja nicht mehr rückgängig machen kann : Wieso dann noch als bleibende Belastung ansehen ?
Faszit :
Bei solchen Gedankengängen behaupten Leute aber ständig : Ich wäre gefühlskalt und es wären keine normalen Gedankengänge … aber trotz intensivem Nachdenken : Ich sehe nicht das Problem, was an den doch eher logischen Gedankengängen verkehrt sein sollte …
… oder sollte ich Gefühlsausbrüche und Mitleid vorspielen, wo in kaum einem Fall aus der Vergangenheit dies überhaupt noch eine Auswirkung haben könnte : Also was vorheucheln damit die Leute ihre Vergangenheit besser akzeptieren können, wobei ja irgendein Einfluss darauf nicht mehr möglich ist … den Leuten Verständnis und Mitgefühl vorgaukeln, nur damit sie mich besser akzeptieren ?
Dann würde ich mich als Betrüger fühlen, weil ich ja was vorspiele was ich selber im Innern nicht akzeptieren und nachvollziehen kann.
Habe ich letztendlich ein psychisches Problem, scheinbar keine solche Probleme zu haben, da ich derartige Probleme nicht als solche ansehe (ansehen kann) ?
Und falls Ja : Wie würde man so was definieren ?
Freundliche Grüsse aus Luxemburg,
Serge


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:
)
ja so ist das mit meinem "Schicksal"...da hab ich Dich also "schockiert" mit meinem "zwischen den Zeilen" lesen.
) ... allerdings wie geschrieben : Verwundert (=> baff ... sofern dieser Ausdruck in deutscher Sprache überhaupt existiert ?)

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