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Thema: Habe ich ein Problem, oder bin ich das Problem ?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Habe ich ein Problem, oder bin ich das Problem ?

    Hallo allerseits,

    Obwohl ich bereits zu der etwas älteren Generation gehöre ... Jahrgang 1965 ... und mich bislang noch nie wirklich damit beschäftigt hatte, in irgendeiner Weise psychologische "Probleme" haben zu können :
    Mittlerweile mache ich mir da schon vermehrt Gedanken "ob da was sein könnte" , zumal mir Leute aus dem Umfeld immer mal wieder Bemerkungen zukommen lassen " ... bist doch wirklich alles Andere als Normal" ...


    Ein Art Kurzprofil :
    Psychologische Behandlung : Noch nie erfahren
    Medikamente : Keine (sehr selten für Erkältung)
    Beruf : Vollzeit (kaum Krankenstand … und falls : wegen Arbeitsunfällen/Verletzungen)
    Alkohol / Drogen : Absolute Abstinenz …
    Rauchen : Nach >30 Jahren + 30St./Tag seit nun 4 Monaten komplett eingestellt
    Verheiratet seit nun 23 Jahren (gleiche Frau) … 2 Jungs : 13 + 19 Jahre.
    (Keine Beziehungsprobleme, aber eher eine Vernunftbeziehung als „die grosse Liebe“)
    Vergangenheit (Kindheit) : Eher konfus … aber kein Grund zur bleibenden Trauer ….


    Auch nach langem Darübernachdenken kann ich mein "Problem" aber nicht genau definieren und auch schwierig beschreiben ... letztendlich eher ein "Anti-Problem" , da ich die meisten vorgetragenen Probleme der Mitmenschen eigentlich gar nicht als solche nachvollziehen kann ... und sich mir bei solchen Situationen eher meist die Frage stellt, ob dann ich, oder derjenige nicht normal (was ist eigentlich normal ??) ist und etwa ein Problem hätte.

    Nachdenken heißt bei mir in dem Falle immer : Objektiv und von allen Seiten betrachten ... mit dem Ergebnis :
    Dass es eigentlich überhaupt kaum Probleme gibt (eher wenige Ausnahmen bestätigen wie gewohnt die Regel ... man kann ja nicht alles beeinflussen), wenn man sich diese nicht selber einredet ... was aber villeicht auch an mangelndem Einfühlvermögen liegen könnte, und mich dem Gegenüber wohl als gefühlskalt erscheinen lassen kann.

    Klar dass bei einem Ereignis aus der Vergangenheit, wo einem ein bleibender körperlicher Schaden zuteil geworden ist : Man diesen nicht wegreden oder eben mal aus den Gedanken streichen kann ... man muss in solchem Falle halt versuchen, bestmöglichst damit umgehen zu können ... was heißt : Damit leben zu können, und nicht das Leben darauf beschränken sollte ...

    Aber nur wegen der bloßen Erinnerung an schlimme Ereignisse aus der Vergangenheit sich sein momentanes Leben + womöglich auch die Zukunft negativ zu beeinflussen : Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
    (Positiv beeinflussen indem man sich einfach sagt : War halt schlimm, daher Freude dass es nun besser ist : Für mich umso mehr nachvollziehbar)

    Weil man die Vergangenheit nicht mehr beeinflussen oder gar rückgängig machen kann :
    Der normale Menschenverstand müsste doch ausreichen, dass man eine schlechte Vergangenheit einfach Ad Acta legt ... also als Vergangenheit hinter sich lassen kann, und aus der Gegenwart das bestmöglichste macht um einer möglichst angenehmen Zukunft zusteuern zu können ?
    Als deutlich schlimmer oder bedenklicher würde ich doch empfinden, wenn ich mich lieber an die Vergangenheit erinnern wollen würde, weil diese besser und angenehmer war als meine momentane Situation : Erst dann hätte ich aktuel doch erst einen Grund zur Unzufriedenheit.

    Trauer :
    Was bringt es einem, wenn man einem verstorbenen Menschen (oder auch Tier) lange hinterhertrauert … man muss sich doch eigentlich im Klaren sein, dass dies überhaupt nix mehr bringen kann, also der Verstorbene dadurch nicht wieder lebendig wird.
    Ich kann demnach überhaupt nicht nachvollziehen, dass Leute über Wochen, Monate oder gar Jahre jemandem hinterhertrauern … eigentlich ja vergeudete Zeit die völlig unnütz investiert wird, und das eigene Leben unerträglich erscheinen lässt wo doch eigentlich die Fronten längst geklärt sind : Kann doch nicht wirklich was bringen …

    Genauso eine in die Brüche gegangene Beziehung : Ist halt oft nix mehr zu kitten da … man freut sich über die wiedererlangte Freiheit (wenn man selber die Beziehung beenden wollte) oder muss halt einfach akzeptieren, dass einen der Partner nicht mehr mag … und wenn man diesen Partner selber noch mag : Bringt doch nix, ihn unbedingt festhalten zu wollen, da man Zuneigung ja nicht erzwingen kann … man kann sich aber ja trotzdem freuen, da man dem einstigen Partner seinen Herzenswunsch erfüllt hat : Ihn wieder in Freiheit zu entlassen ohne zu klammern.
    (Jemanden unbedingt festhalten wollen der nicht mehr will … oder ihm nachtrauern : Was soll das bringen ?? … ist doch eher dann ein Akt von Selbstmitleid als dass noch bidirektionelle Zuneigung bestehen würde)
    Also Strich drunter + neues Kapitel … Probleme haben wohl nur Leute, die sich zu sehr von ihrem Partner abhängig gemacht hatten anstatt ihre eigene Persönlichkeit aufrecht zu erhalten … und die eigene Persönlichkeit für jemand Anderen aufzugeben : Eigentlich doch eine Unart + ein No-Go … (man sollte ja ohnehin vermeiden, jemand Anderem hörig zu werden)

    Schlimme Erfahrung aus der Vergangenheit … Gewaltanwendung erfahren (ohne bleibende Schäden) : Wieso soll das in der Gegenwart oder Zukunft eine negative Rolle spielen können ? … eine abgeschlossene Aktion aus der Vergangenheit kann doch nicht der Grund bleiben, dass es einem in der Gegenwart und in der Zukunft weiterhin schlecht geht … zumal weil man das Ereignis ja nicht mehr rückgängig machen kann : Wieso dann noch als bleibende Belastung ansehen ?


    Faszit :
    Bei solchen Gedankengängen behaupten Leute aber ständig : Ich wäre gefühlskalt und es wären keine normalen Gedankengänge … aber trotz intensivem Nachdenken : Ich sehe nicht das Problem, was an den doch eher logischen Gedankengängen verkehrt sein sollte …

    … oder sollte ich Gefühlsausbrüche und Mitleid vorspielen, wo in kaum einem Fall aus der Vergangenheit dies überhaupt noch eine Auswirkung haben könnte : Also was vorheucheln damit die Leute ihre Vergangenheit besser akzeptieren können, wobei ja irgendein Einfluss darauf nicht mehr möglich ist … den Leuten Verständnis und Mitgefühl vorgaukeln, nur damit sie mich besser akzeptieren ?
    Dann würde ich mich als Betrüger fühlen, weil ich ja was vorspiele was ich selber im Innern nicht akzeptieren und nachvollziehen kann.

    Habe ich letztendlich ein psychisches Problem, scheinbar keine solche Probleme zu haben, da ich derartige Probleme nicht als solche ansehe (ansehen kann) ?
    Und falls Ja : Wie würde man so was definieren ?

    Freundliche Grüsse aus Luxemburg,
    Serge

  2. #2
    Neuling
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    Hallo Serge,

    erst mal Willkommen im Psychologieforum.
    Ganz ehrlich? Du lebst meine Wunschvorstellung von Verarbeitung und Umgang mit Erinnerungen/Erlebnissen. Könnte ich es so rational machen wie du wäre ich wahrscheinlich glücklicher.
    Für mich ist es ein Zeichen von Vernunft und Reife so mit diesen Informationen um zu gehen. Rein logisch betrachtet hast du vollkommen recht, aber meine Gefühle interessieren sich nicht für Logik.
    Ich weiß nicht recht wie ich es beschreiben soll, bei mir ist es halt so wenn ich negative Erfahrungen mache qäult sich mein Gehirn selbst. Es ruft die Erinnerungen immer wieder auf und lässt nicht locker. Irgendwann hört es dann doch auf (ein paar Wochen später) da ich regelrecht genervt bin immer dieselben Erinnerungen und Bilder im Kopf rumgeistern zu haben und es verschwindet. Das merkwürdige ist hier halt, selbst wenn ich gerade erst in der Trennungsphase bin aber verstehe warum es so ist und damit rational schon abgeschlossen habe bleibt das Gefühl. Ich kann es nicht mal definieren, es variiert ständig, irgendetwas zwischen schlechtem Gewissen, Abhängigkeit/Entzug und Trauer.
    Ich kenne mich jetzt mit psychologischen Krankheiten nicht gut aus und bin auch kein Fachmann dass ich hier groß rumdiagnostizieren könnte aber ich habe absolut nicht den Eindruck dass du irgendwie krank sein solltest. Dass viele Menschen in deinem Umfeld halt so erstaunt sind wundert mich nicht, ich hab persönlich nie solch eine konsequente Rationalität erlebt, es war wie gesagt immer nur eine Idealvorstellung.
    Und um "normal" würde ich mir erst recht keinen Kopf machen. Die "Norm", der Durchschnittsbürger ist nur das Ergebnis einer Statistik, es liegt auf der Hand dass der Schnitt entesteht weil er zwischen Obergrenze und Untergrenze liegt diese Menschen exisiteiren ja. Ich würde mir da auch keine großen Gedanken machen denn jeder hat es verdient so akzeptiert zu werden wie er ist, wenn jemand Mitleid/-gefühl sucht sollte er sich halt nicht an dich wenden, finde ich.
    Zu deinen Fragen:
    Ob du was vorgaukeln sollst hast du dir selbst schon beantwortet, natürlich wärst du ein Betrüger. Dann wärst du quasi auf einer Ebene mit Personen die gute Miene zum bösen Spiel machen oder sich aufgesetztes Lachen herausquetschen um jemanden zu beeindrucken, das willst du offensichtlich nicht also würde ich es an deiner Stelle auch unterlassen.
    Wie gesagt, ich bin kein Psycho-Experte, vielleicht erkennt jemand ja ein Krankheitsbild in deinen "Symptomen" und klärt dich noch auf.
    Mich würde aber noch interessieren wie es um deine Emotionen im Alltag bestellt ist. Du hast ja geschrieben dass deine Ehe nicht die große Liebe sei, aber was empfindest du wirklich für Frau und Kinder? Was fühlst du wenn du von extremen Nachrichten liest, Vergewaltig oder Mord etwa?

    Viele Grüße
    Reck

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Reckoning für den sinnvollen Beitrag:

    mali (29.10.2011),Mama Moni (19.01.2012)

  4. #3
    Neuling Avatar von mali
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    Möchte nur eine ganz kurze Antwort geben:

    Du bist Nicht gefühlskalt, Du bist nur ganz einfach ehrlich und "tickst" ganz normal!!! ( mein Eindruck!)
    Du denkst sehr rational und nüchtern, aber Du hast im Endeffekt vollkommen recht, alles andere wäre (nicht nur für Dich!) Heuchelei!.
    Also, bleib so wie Du bist: Ehrlich, bleib Dir treu! (ich wünschte ich könnte so sein).
    Ganz, ganz wichtig, das ist meine Meinung, aber ich denke hier gibt es noch viel mehr Menschen, die Dich "bewundern" für Deine Klarheit und Deine Ansichten.
    Wie machst Du das nur???
    Zu Deiner Frage: Weder, noch...

    Vertrauen ist das Gefühl einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.

    von Henry Louis Mencken

  5. #4
    Neuling
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    Hallo ,

    Zuerst freue ich mich schon mal, dass die 1ten Eindrücke mir eine gewisse Zuversicht geben, dass ich doch nicht "so krank im Kopf" bin, wie es mir einige Leute bei Diskussionen schon vorgehalten haben :
    Danke @Reckoning + @mali

    So wirklich viel dazutun zu dieser Einstellung tue ich eigentlich ja nix ... scheint doch irgendwie eine Veranlagung zu sein ... wobei ich aber der Ansicht bin, dass man ab Start in viele Richtungen veranlagt ist, und sich die für einen persönlich am besten passenden Veranlagen aussortiert + aufrecht erhält ... sich sozusagen selber prägt (oder zumindest die Möglichkeit dazu hat)

    Man wird ja bei erstmaligem Auftreten eines bestimmten Ereignissen schon irgendwie vor die Wahl gestellt ... z.B.:
    Bin ich nun traurig ... oder macht's mir villeicht gar nix aus ... was bringt es mir, wenn ich darüber lange nachdenke, oder villeicht doch besser einfach möglichst rasch zu vergessen, weil dieses das Beste ist.
    Man hat also die Wahl zu entscheiden, wie man auf ein bestimmtes Ereignis reagiert indem man sich zwischen verschiedenen Möglichkeiten einfach entscheidet ... Gefühlgesteuert und/oder Vernunft.


    Die nach Aussen hin getragenen "logischen Entscheidungen" kommen allerdings nicht automatisch ... sondern sind das Ergebnis meist intensiver vorangegangener Gedankengänge :

    Auch ohne direkte Konfrontation denke ich über allmögliche Probleme oft sehr intensiv nach ... bin also ein eher nachdenklicher Mensch, sehe dies aber auch als eine Art Hobby an nach der Art "Was wäre ... wenn" .

    Wenn ich mir dann mit meiner Einstellung zu dem fiktiven Problem (was auch Alltagsgeschehen sein kann, also aus den Nachrichten übernommen + dann Nachdenken "wie stehe ich eigentlich dazu ??" ) im Klaren bin :
    Ich checke ganz gerne mal ab, wie Kollegen und Bekannte darüber denken ... bringe das Thema also in irgendeiner Diskussion ein indem ich es sozusagen unterjubele ... also die Diskussion in die gewollte Richtung lenke und dann einfach mal nachfrage "was meinst Du eigentlich DAZU ...?" ...

    Da kommt es dann oft zu den in #1 beschriebenen Äusserungen … meine Gedanken wären abwegig und gefühlskalt ….
    Nach oft intensiven Diskussionen, wo ich meine Grundgedanken zur eigenen Ansicht im Detail dann offen lege : Meist eine Art Teil-Verständnis … aber selten Akzeptanz … bis zu der Aussage „Mit Dir rede ich nicht mehr ….“) … bei mir dann immer die Frage : Werde ich durch meine Einstellung immer mehr zum Aussenseiter …??

    Wirklich tiefgreifende Freundschaft (oder gar Liebe) kenne ich eigentlich nicht … einerseits wohl auch bedingt weil fast alle Leute meine eigentliche innere Einstellung meist nicht teilen (können oder wollen ??) + natürlich die eigene Einstellung zu Freundschaft + „Liebe“ …
    („Liebe“ ist laut meiner Auffassung ohnehin der am meisten missbrauchte Begriff überhaupt … ein Begriff der ja eigentlich nicht wirklich definiert ist, und daher wohl zu > 90% Anwendung findet, wo es überhaupt nicht oder nicht wirklich angebracht wäre … also dementsprechend oft mehr oder weniger stark missbraucht um etwas vorzugaukeln was dem Begriff eigentlich überhaupt nicht wirklich entspricht)

    Ich will damit aber auch nicht sagen, dass ich Frau + beide Jungs nicht achte und mögen würde … ich würde für sie Alles tun aber nur im Sinne von sinnvollen Entscheidungen.
    Meine Ehe würde ich weder als grosse Liebe aber auch nicht als Vernunftehe beschreiben sondern :
    Eine vernünftige Ehe … wo man sich gegenseitig achtet und bei Problemen sich gegenseitig beisteht … ohne aber zu kletten und sich gegenseitig Vorschriften machen würde , respektive ständig sogenannte Liebes-Beweise in welcher Form auch immer liefern müsste : Die Beziehung, respektive Familie ist eher eine Art (geachtete) Basis , wozu man sich bekennt und sich gegenseitig schätzt, aber jeder eigentlich seine Freiheiten hat, also sein eigenes Leben mit dazugehörigen Freiheiten entfalten darf.



    Die oben erwähnten Gedankengänge bezogen auf eine Anmerkung von Reck „… Was fühlst du wenn du von extremen Nachrichten liest, Vergewaltig oder Mord etwa?“ will ich anhand eines Beispieles kurz erläutern … ((( es gäbe viele andere Beispiele, bei denen ich aber meine innere Einstellung als deutlich „intimer“ (bedenklicher) einstufe als bei diesem eher allgemeinem Thema (Vergewaltigung und Mord) … solches Beispiel in vergleichbarer Form aber hier angeführt könnte ich mir vorstellen, dass ich hier im Forum wegen „doch zu starker Bedenken“ den Ausschluss erleiden würde …. behalte ich also lieber für mich.)))


    Mit einem noch recht jungen Arbeitskollegen (28 Jahre alt) kürzlich diskutiert … nach dessen Anmerkung wie folgt (gelegentlich einer Meldung einer Vergewaltigung (junge Frau) in den Radio-Nachrichten) :
    “Wenn das einer mit meiner Freundin machen würde : Ich würde den Kerl finden, ihm die Eier abschneiden + möglichst auch noch umbringen“
    Was Bitte soll ich mit einer solchen Aussage anfangen ???
    Er würde sich selber strafbar machen und ins Gefängnis bringen … und hätte letztendlich was bewirkt ???
    Er hätte 3 Leben zerstört : Das des Täters (= tot) , sein eigenes (Gefängnis auf Lebenszeit) + das der Freundin (er hat sie gerade in so schwerer Zeit einfach sitzen gelassen … sie würde noch eher daran zerbrechen als an der vorangegangenen Vergewaltigung) …


    Eigene Gedanken dazu (Vergewaltigung ohne gravierende bleibende körperliche Schäden oder Einschränkungen … ebenso das Problem : Sexuelle Handlungen gegen den eigenen Willen in der Kindheit von Verwandten usw. … auch eine Art der Vergewaltigung) :

    Der Vergewaltiger ist ja laut medezinischer Erkenntnissen eigentlich ein kranker Mensch.
    Wäre es dann ansatt ihn gleich umzubringen (oder zu verstümmeln) nicht sogar auch für das Opfer deutlich vorteilhafter, er würde gefasst und würde sich dem Opfer gegenüber in aller Form entschuldigen können (= Idealfall) … oder zumindest offiziell verurteilt werden und das Opfer hätte zumindest die Gewissheit, dass dem Täter in irgendeiner Form die Erfahrung zuteil wurde, dass das was er getan hatte kein korrektes verhalten war ?

    Der Partner hätte sich nicht wegen Mord schuldig gemacht … und könnte statt lebenslänglich im Gefängnis zu sitzen seiner Partnerin Unterstützung bieten, indem er ihr über die schwierige Situation hinweghelfen würde (z.B. auch trösten)

    Eine Vergewaltigung ist doch eigentlich "nur" erzwungener Sex … natürlich keine angenehme Sache wenn so was gegen den eigenen Willen vollzogen wird … aber letztendlich doch eine Handlung, die man aus freiem Willen unter anderen Umständen mit einem Wunschpartner doch freiwillig vollzieht … oft sogar gewünscht + herbeigesehnt.

    Der Akt an sich ist folglich in der Grundbasis der Gleiche … nur dass man’s in dem einen Falle es will … im anderen Falle eben nicht … ändert aber nicht wirklich was an der eigentlichen Handlung, sondern den Unterschied macht doch "nur" die momentane Einstellung zum Geschehen.

    Klar ist eine Vergewaltigung in dem Sinne eine zu verurteilende Handlung (der Täter gehört nach dem Gesetz bestraft)… auch keine schöne oder wünschenswerte Situation für das Opfer.
    Aber fügt sich nicht nachträglich das Opfer das eigentlich grössere Verbrechen (oder Strafe ?) selber zu, indem es wegen vermeintlich auf ewig verletzter Gefühle dem eigenen Leben fortan keinen Sinn mehr gibt und das künftige Leben nur noch auf diesen Vorfall aus der Vergangenheit beschränkt … mit etwas gesundem Menschverstand aber genauso gut darüber hinwegkommen könnte (auch mit der eventuel nötigen Unterstützung vom Partner) ?

    Also einfach mit sich selber ins Reine kommen :
    Geschah gegen meinen Willen (=> mich trifft keine Schuld) … mit jemandem, wo ich nicht wollte (er hat aber nicht gefragt + erzwungen => ich konnte mich nicht verweigern) war letztendlich aber nix mehr und nix weniger als das, wozu ich mit gewünschten Partnern freiwillig dazu bereit bin, genau das Gleiche tun zu wollen …
    ((( Genauso bei Missbrauch in der Kindheit : Man kann sich als angehender Erwachsener unter gleichen Argumenten selber schuldfrei machen … und bräuchte fortan nicht mehr für die Schuld vom Täter zu büssen.)))

    Erkenntnis müsste doch eigentlich sein, dass man einigermassen problemlos darüber hinwegkommen könnte indem man einfach sagt "blöd gelaufen … aber doch nicht so schlimm oder weltbewegend, dass dieses Ereignis fortan mein gesamtes Leben bestimmen müsste, also mir neben dem Augenblick auch noch die gesamte Zukunft zerstören müsste …"

    (Gedankengänge sind leider selten in wenigen Worten zu erklären … und sogar mit vielen Worten deutlich schlechter zu beschreiben, als diese im Kopf eigentlich binnen weniger Sekunden entstehen …=> sorry für die übermässige, aber eigentlich immer noch vage Erklärung eines eigentlich ganz simplen Gedankenganges …)

    Freundliche Grüsse aus Luxemburg,
    Serge

  6. #5
    Neuling
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    Standard

    Hallo Serge.
    Zunächst einmal muss ich zustimmen, dass Du absolut nicht krank bist.
    Um es noch eindeutiger auszudrücken...ohne es "böse" zu meinen...Du bist eben ein Mann..
    Ich sag das so, weil ich selbst verheiratet bin und wenn ich Deine Sätze so lese...ja es könnte von meinem Mann sein. Daher kann ich nachvollziehen wie Du denkst.

    Manchmal kommt es tatsächlich "kalt" rüber...(gerade weil ich persönlich zB. eine extrem sensible Gefühls-Person bin)...aber ich weiß aus Erfahrung bzw. dem Alltag mit meinem Mann wie diese Ansichten zu verstehen sind.
    Und im Prinzip ist es auch alles soweit richtig und logisch.
    Und wenn man so leben kann, so auf die unterschiedlichsten Ereignisse reagieren kann, dann ist es -für sich selbst- absolut gut. Denn man erspart sich damit jeden Schmerz.

    Allerdings...zum Thema "Vergewaltigung":..ja das ist ein gewagtes Thema. Und ich will Deinen Sätzen auch nicht "widersprechen"...jedoch ist es eben wohl eher nicht nachzuvollziehen wie diese Menschen leiden unter dem was geschehen ist.
    Und das Problem ist wohl weniger die Sichtweise bzw. es so "abzuschließen" wie Du es geschrieben hast. Sondern ich denke die Probleme bestehen darin, dass zB in einer Partnerschaft wenn es zum sexuellen Teil geht, einfach Erinnerungen wieder hochkommen, und man darum meist weiterhin Probleme in der Sexualität hat.

    Aber alles in allem...würde mich mal interessieren, weil Du es auch schon am Anfang angedeutet hast: Kann es sein, dass Deine Frau solches erlebt hat und Du nicht verstehen kannst, wieso sie damit nicht umgehen kann?
    Für mich hat es sich ein wenig so herausgelesen.

    Generell hab ich eben tatsächlich festgestellt...dass Männer wohl (manche mehr, manche weniger) einfach überhaupt ganz anders mit "Extremsituationen oder Problemsituationen" umgehen. Und es ist absolut nichts schlechtes daran, wenn man es so "logisch" angehen kann wie Du.

    Liebe Grüße aus dem Norden

  7. #6
    Neuling
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    Zitat Zitat von Träumende Augen Beitrag anzeigen
    Aber alles in allem...würde mich mal interessieren, weil Du es auch schon am Anfang angedeutet hast: Kann es sein, dass Deine Frau solches erlebt hat und Du nicht verstehen kannst, wieso sie damit nicht umgehen kann?
    Für mich hat es sich ein wenig so herausgelesen.
    Da bin ich nun zugegebenermassen etwas baff ... was ich eigentlich selten bin :
    Stimmt recht genau ... aber ich wollte eigentlich gerade vermeiden, dieses Thema mit ins Feld zu führen, und kann auch durch überfliegen meiner 2 vorangegangener Beiträge nicht erkennen, wo ich Andeutungen gemacht hätte, die zu dieser Vermutung schliessen könnten.
    Trotzdem punktgenau erkannt ... meine Frau hat wegen Missbrauch in der Kindheit erst sehr viel später wegen nicht erfolgreicher Vergangenheitsbewältigung einen Crash hingelegt, den ich bei der Heirat lange davor nie vermutet hätte.

    Dies hat aber nicht zueinem Auseinander geführt, sondern vielmehr zu einem Nebeneinander (=> vernünftige Ehe)
    (Diagnosen waren über 5 Jahre verteilt nach Symphtomen = Panik-Attaken + vollständige Abkapselung : Burn-Out -> manische Depression -> bipolare Störung ... scheint mittlerweile aber ordentlich stabilisiert (ständig anzupassender Medikamentenmix) und ein normales Familienleben wieder möglich.


    Die eigene Einstellung (wie Anfangs beschrieben) bei mir ja eher das genaue Gegenteil ... was aber nicht erst entstand mit den auftretenden Problemchen bei der Frau, sondern bei mir seit jeher so ist ...
    Wo ich anfänglich meinte, meine komplett umgekehrte Denkweise im Vergleich zu Frau wäre dem Probkem der Frau eher kontraproduktiv (also statt Einfühlvermögen eher Unverständnis => zusätzliche Belastung für Frau) :
    Laut ihrer eigenen Einschätzung hätte meine Einstellung ihr aber letztendlich eher geholfen und wäre eine Unterstützung gewesen (weil ihr der Psychater oft genau das Gleiche gesagt hätte wie ich auch schon geäussert hätte ... )


    Gerade aber diese völlig unterschiedliche Denkweise ... die mir ja erst nach den Problemen von Frau wirklich bewusst wurden :
    Haben mich wohl verstärkt sensibilisiert, mich der eigenen Denkart genauer bewusst zu werden ... und ich habe zunehmend angefangen herauszufinden, wie andere Leute solche Probleme eigentlich angehen und ihre Denkweise mit der eigenen vergleichen zu wollen.
    Und gerade daraus resultiert, dass ich den Eindruck habe, oft sehr alleine mit den eigenen, bislang als normal empfundenen Gedankengängen dazustehen, da die eigene Ansicht soweit immer als gefühlskalt und völlig neben der Spur angesehen wird => Unsicherheit macht sich breit ...


    Das Thema Vergewaltigung war wohl schon etwas grenzwertig (aber es gäbe noch deutlich heiklere Themen) ... daher mal ein weiterer + einfacherer Gedankengang kurz erläutert ... oder auch 2 davon :

    Frau fragt "Was würdest Du nun machen, wenn ich einfach abhauen würde ??"
    Meine (für mich völlig logische Antwort) : "Dann würde ich Dich gehen lassen ..."
    Frau : "Du magst mich also überhaupt nicht mehr !!!"

    Für mich steht aber fest : Gerade weil ich sie ja mag, würde ich Ihr den eigenen Willen lassen, sie problemlos ziehen zu lassen, weil sie ja den Wunsch dazu geäussert hat, und man jemandem den man mag ja keinen Besseren Beweis der Zuneigung zeigen kann indem man ihm seine Wünsche erfüllt ... respektive nicht verwehrt.
    Wenn der Partner abhauen will : Man würde ihm doch eher schaden indem man dann mit Ach und Krach verhindern wollen würde, dass er das tun sollte ??
    Wäre für mich das Schlimmste, was man überhaupt jemandem antun könnte, ihn gegen seinen Willen festhalten zu wollen ... Gedanken gingen Richtung Freiheitsberaubung ... ebensowenig würde ich Ihr eine Zurückkehr kaum verwehren (stand allerdings noch nie wirklich zur Debatte )

    Blamage ... ?
    Oft fühlen sich Leute schlecht, indem ihnen irgendein Missgeschick passiert, sei es in geschlossener Gesellschaft (z.B. man lässt ungewollt einen fahren) ... in offener Gesellschaft (z.B. im Restaurant fällt einem das Glas vom Tisch) oder man hat sich auf der Arbeit blamiert indem man einen peinlichen Fehler zugeben muss (sollte natürlich eine Ausnahme dann sein ... nicht die übliche Gangart) ...

    Fortan fühlt man sich wegen "Schuldgefühle" in dieser Gesellschaft nicht mehr wohl ... hat irgenwie das Gefühl, man müsse sich gegenüber allen Anwesenden schämen ... man hätte im Job versagt und müsse nun ein schlechtes Gewissen mit sich rumtragen (Selbstwertgefühl = angekratzt ...)

    Die eigene Einschätzung aber oft völlig verkehrt, weil man nicht objektiv betrachtet ... objektiv betrachtet würde es eher so aussehen :

    Ich stelle mir vor, jemand Anderem wäre dieses Missgeschick passiert, und mache mir Gedanken, wie ich dabei selber reagieren würde :
    Ich würde denjenigen doch kaum in irgendeiner Weise verurteilen oder geringer schätzen, als ich dies bislang getan habe.
    Eher Freude der Erkenntnis, dass Missgeschicke nicht nur gelegentlich mir, sondern auch anderen Leuten passieren können : Macht mir die Person eher symphatischer und ich hoffe sogar, dass sie sich nun nicht mir gegenüber schämt wegen dem doch eher unbedeutsamem Missgeschick.
    Job : Erkenntnis, dass Fehler nicht nur gelegentlich mir, sondern auch anderen Leuten passieren können ... er braucht sich jedenfalls mir gegenüber nicht zu schämen.

    Villeicht kommt bei den ein oder anderen Ausnahmen Schadenfreude auf ... dies aber dann nur, weil ich diesen Leuten auch zuvor nicht unbedingt symphatisch war => kann mir also eigentlich egal sein ... ich muss gerade denen aber nicht noch weitere Genugtuung zukommen lassen, indem ich mich nun schäme ...

    => Wenn andere Leute bei meinem Missgeschick auch so über mich denken : Es gibt demnach keinen wirklichen Grund, weshalb ich mich schämen müsste oder unwohl fühlen sollte ... wird einem aber oft nur aus der Vogelperspektive betrachtet wirklich klar ...

    Freundliche Grüsse,
    Serge


    PS.:
    Hier sollte ja eigentlich nur der Vorstellungsthread sein ... freue mich auch sehr, ein kleines Bild hier von mir abgeben zu können + noch mehr Freude über die ersten erfahrenen Einschätzungen : Machen mir Mut, dass es um mich nicht so arg bestellt ist, wie ich selber vermutet hatte.

    Die kommende Zeit (einige Tage, Wochen (?)) will ich nun aber hier hauptsächlich verbringen, indem ich mich etwas tiefer hier im Forum einlese (ist ja sehr umfangreich)

  8. #7
    Neuling
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    Hallo Xyored65...

    ja so ist das mit meinem "Schicksal"...da hab ich Dich also "schockiert" mit meinem "zwischen den Zeilen" lesen.
    Es muss Dich nicht wundern bzw... DAS ist "mein Problem" wenn Du es so willst.
    Ich erkenne teilweise sehr viel zwischen den Zeilen und wahrscheinlich auch viel durch meine eigene Vergangenheit.
    So bin ich oft diejenige, die beliebt ist was das "Zuhören" angeht...aber das ist ein anderes...mein Thema...worüber ich hier auch schon mal berichtet hab.
    Für andere ein Vorteil...für mich manchmal problematisch.

    Ja auf jeden Fall war für mich das "Problem" worauf Du anspielst relativ früh rauszulesen.
    Und ja...eine Ehe mit einem Partner, welcher in der Kindheit oder eben irgendwann im Leben sexuelle Übergriffe erfahren hat, zu führen ist schon recht schwer.
    Aber umso schöner dass es bei euch eigentlich mittlerweile "besser" klappt.

    Ich hätte da noch einen kleinen "Denkanstoß" oder aber auch ne Frage an Dich:
    War es in Deiner Kindheit so, dass Du von Vater oder Mutter eventuell sehr eingeschränkt wurdest, Gefühle ein "Tabuthema" waren und Du Dich irgendwie oft selbst beschäftigen musstest?

    Warum ich das Frage?
    Ganz einfach, wie ich schon erwähnt habe, bin ich selbst verheiratet. Und wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen wir haben eine "fast ähnliche Ehe".
    Und mein Mann reagiert sehr ähnlich auf Gefühle wie Du...und wie gesagt, ich finde es nicht negativ...die "logische Sicht" erleichtert einiges.
    Aber man muss es als Frau auch erstmal begreifen, nachvollziehen, um sich nicht emotional angegriffen zu fühlen.
    Nun ja und jedenfalls weiß ich dass es bei meinem Mann daher rührt, er hat eben auf seine "Kindheit" so reagiert wie er es jetzt tut. Eben anders als "wir Frauen".
    Frauen sind wohl einfach emotionaler, lassen sich schnell mitreißen von Gefühlen (ob positiv oder negativ) und können dabei nicht "logisch" reagieren.

    Nun ja es würde mich jedenfalls interessieren ob Du in der Kindheit solches erlebt hast (wie oben gefragt).

    Frau fragt "Was würdest Du nun machen, wenn ich einfach abhauen würde ??"
    Meine (für mich völlig logische Antwort) : "Dann würde ich Dich gehen lassen ..."
    Frau : "Du magst mich also überhaupt nicht mehr !!!"
    Dazu kann ich nur sagen...DAS ist für mich der typische Unterschied zwischen Mann und Frau!!
    Die Frau möchte hören, dass man sie nicht gehen lassen würde, dass man um sie kämpfen würde, weil man sie liebt.
    Das ist einfach der Unterschied...Frau entscheidet nach Gefühlen und möchte diese hören.
    Mann entscheidet meist "logisch" und gibt daher ehrliche Antworten, welche bei der Frau wiederum verletzend oder eben falsch ankommen, weil beide Geschlechter einfach anders kommunizieren.

    So komisch es alles klingen mag...aber ich habe in meiner Ehe...aber auch was andere Männer angeht die Erfahrung gemacht!
    Und ich sehe es wie gesagt nicht negativ. Es ist einfach der Unterschied zwischen Mann und Frau.

    Und somit: Finde ich, dass Du völlig normal, männlich denkst und reagierst ;-)

    Alles Liebe

  9. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Träumende Augen für den sinnvollen Beitrag:

    Mama Moni (19.01.2012),Xyored65 (30.10.2011)

  10. #8
    Neuling
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    Hallo Träumende Augen,

    Schokiert hast Du mich eher nicht (bin schon sehr hart im Nehmen ) ... allerdings wie geschrieben : Verwundert (=> baff ... sofern dieser Ausdruck in deutscher Sprache überhaupt existiert ?)
    Du hast ja gerade die Sachen zwischen den Zeilen rausgelesen, die zwar exakt stimmen, ich eigentlich aber nicht preisgeben wollte
    Das heisst aber nicht, dass dies niemand wissen dürfte ... sollte nur nicht unbedingt Thema sein.

    Auch die Vermutung hinsichtlich Kindheit ist zumindest im Ansatz korrekt : Mutter war Alkoholikerin, der 2te Selbstmordversuch als ich 12 Jahre alt war war "erfolgreich" , Vater brachte uns 4 Kinder etwa 3 Jahre lang neben Job im Alleingang vorbildlich über die Runden, wobei wir uns naturgemäss aber auch zeitweise uns selbst überlassen waren ... bis mein Vater dann wieder eine Ehe einging und uns Kindern ein neues Zuhause recht weit weg bescherte.

    Mein Vater ist tatsächlich die Person auf dieser Erde, die ich am meisten bewundere und beachte ... auch wenn ich ihn in den vergangenen 20 Jahren kaum gesehen habe ... auch die 2te Mutter achte ich sehr, auch wenn da nie ein nennenswertes Verhältnis entstand.
    Meine Kindheit sehe ich dennoch eigentlich als sehr gut an, und wenn ich daran zurückdenke : Kein wirklicher Grund zur Klage.

    Wirklich negativer Aspekt eigentlich nur :
    Wir sind (wohl hauptsächlich wegen der Alkoholprobleme der Mutter) sehr häufig umgezogen : Soweit ich mich erinnere 6x bis dann der 7te Umzug zu der 2ten Mutter kam ... und ein paar Jahre später dann die Heirat + wohnen auf eigenen Füssen (mit Wohnortwechsel etwa 60 Km Entfernung ).
    Dies hat bewirkt, dass es für mich kaum einen Freundeskreis gibt ... es wurden in der Kindheit bei jedem Wohnort stets sehr gute Freundschaften geschlossen ... bis dann wieder völlig unverhofft Wohnungswechsel + Wechsel der Schule anstand ... die alten Freundschaften mussten zwangsläufig beendet werden, neue Freunde wieder gefunden werden.
    Es gibt demnach keinerlei verbliebene Freundschaft oder Bekantschaft aus der Kindheit und/oder Jugend ... was nicht heisst dass ich einsam wäre : Ich kenne eher sehr viele Leute, aber halt keine intensiven Freundschaften, sondern nur Kollegen + Bekannte.

    Dazu kurz angemerkt, dass Frau zwar eine völlig andere Kindheit durchlebt hat (davon abgesehen dass unsere beiden Mütter identische Schicksale erlitten ... was aber nicht das Thema unserer Zusammenkunft war) , sie nach Heim aber in einer Pflegefamilie landete wo sie dem "Pflegevater" hilflos ausgeliefert war (die Pflegemutter bekam scheinbar nix mit ...) + in einer Form unterdrückt und überwacht, dass hier überhaupt kein Freundeskreis entstehen konnte ...

    Trotzdem haben wir uns gefunden ... und ist auch nach nun 23 Ehejahren wohl das Beste was uns beiden passieren konnte


    Dein "Schicksal", gut und trifftig zwischen den Zeilen lesen zu können ... ich habe lange darüber nachgedacht ob "Fluch oder Segen" ... ohne aber zu einem eindeutigen Ergebnis kommen zu können ... eher "Sowohl als Auch"
    Man muss ja nicht stets alles anwenden (preisgeben) und verwerten was man liest und/oder weiss ... aber je mehr man weiss, desto mehr ist man ja eigentlich im Vorteil.
    Heikel nur, wenn ein Vertrauter dies weiss ... kann er sich dann noch neutral verhalten, oder agiert und redet er stets im Bewusstsein, dass er stetig in Gefahr ist, auch das preiszugeben, was er eigentlich gar nicht preisgeben wollte ?

    Kommt wohl von Fall zu Fall auch auf die jeweiligen Umstände an ... wenn der Vertraute ohnehin nix hat, was er unbedingt verbergen wollte : Es dürfte ihm eigentlich nix ausmachen ...
    Da Du aber wohl auch nie wirklich die Garantie haben kannst, dass das Gelesene auch tatsächlich stimmt : Das könnte ich mir als problematischer (belastender) vorstellen ... ich bin mir sicher, Du verstehst auch ohne dass ich viel dazu umschreibe genau was ich damit meine ...

    Freundliche Grüsse,
    Serge

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