Hallo zusammen,
ich bitte euch um eure meinung/rat.
Ich weiß nicht was zum „krankheitsverlauf“ gehört, aber ich erzähle es einfach mal.
in den semesterferien war ich öfters alleine in meiner wg, weniger sport als sonst und des öfteren langeweile, mein freund war selten da. Dadurch hatte ich schlechtere laune. Ich bin generell ein mensch der versucht seinen tag schon morgens im bett durchzuplanen und stets überlegt was noch zu tun ist.
Mir wurde in letzer zeit von 2 personen gesagt das mein herz viel zu schnell schlägt bzw. ich Herzrhythmusstörungen haben könnte. Darüber hatte ich mir viele gedanken gemacht.
Dann hatte ich öfters angst das ich bewusstlos werde z.b. beim autofahren aber eher verbunden mit schnellem Herzschlag. Dazu muss ich sagen dass ich früher eine blutarmut hatte und negative erfahrungen mit dem plötzlichen bewusstlos werden habe. Bei einem wichtigen termin war diese angst, dann besonders schlimm. Worauf ich länger kein appetit hatte und generell angespannt war.
das wurde nicht besser, sodass ich zum arzt gegangen bin. Mein puls und Blutdruck war zu hoch. er hat mich aber erstmal wieder nach hause geschickt um mich zu entspannen. Als es am nächsten tag nicht besser war verschrieb er mir beta blocker. die halfen mir erstmal um runterzukommen. aber nach 2 tagen fühlte ich mich sehr unwohl mit den tabletten, als ob ein stein auf meinem kreislauf liegen würde. Bin zu einem anderen Arzt gegangen der sagte ich soll die betablocker weglassen. Der arzt hat noch einen ekg und blutcheck gemacht. Alles soweit in ordnung. Er wollte sowas auch nicht übertherapieren. Ich konnte mich wieder etwas entspannen und auch wieder besser essen etc.
vor einem familiären termin fühlt mich erst wieder schlechter. Empfand das alles als sehr anstrengend. Hatte in der nacht seltsame zuckungen an einzelnen körperstellen (bis hierhin zum ersten und letzen mal). auf der feier selbst konnte ich mich dann aber etwas ablenken und mir ging es besser.
danach beschäftige ich mich nochmal mit der geschichte auch mit hilfe des internets. Dabei bin ich auf die begriffe angststörung und auch depression gestoßen und fragte mich ob ich an so etwas leiden könnte.
ich entschloss mich erstmal noch ein bisschen abzuwarten und runterzukommen. ich den letzten tagen hatte ich noch manchmal kalte hände und füße. 1 bis 2 alpträume was ich sonst selten habe, aber ja auch nich über zubewerten ist. Ich bin auch wieder alleine mit dem auto gefahren und mit dem zug. Empfande es nicht als einfach und mir war etwas mulmig aber ich habe es geschafft auch ohne panik o.ä.
ich finde schon das meine laune seit der ganzen geschichte gedrückt ist. Mache mir auch viele gedanken darüber. Aber sobald ich abgelenkt bin geht es mir eigentlich gut.
In den monaten vor der geschichte ging es mir so gut wie schon lange nicht mehr weil ich einen neuen freund hatte, wieder angefangen habe öfter sport zu treiben. Mein selbstbewusstsein war auch gewachsen.
Ich würde gern wissen was ihr dazu sagt? Ich überlege nochmal zum hausarzt zu gehen und ihm meine vermutung, vor allem das mit der angsstörung zu erzählen. Oder ist das übertrieben? Außerdem würde ich mich auch nochmal gerne kreislaufmäßig durchchecken lassen, um eine herzsache auch auszuschließen.
Vielleicht steigere ich mich ja auch in etwas rein da ich gegenüber dem thema depression etc sehr aufmerksam bin. Ich habe aber auch angst es einfach zu verdrängen, dass es dann plötzlich irgendwann wieder kommt, wohlmöglich schlimmer.
als ergänzung:
Das mit der angststörung hatte ich in diesem ausmaß zum ersten mal und ich bin auch recht froh, dass mir es direkt so klar war. Viele suchen ja erst lange zeit nach etwas anderem.
Bei der depression bin ich mir unsicher. Ich hatte dieses gefühl schon öfter, eigentlich immer nur wenn etwas sich in meinem leben ändert: wohnortwechsel, studiumabbruch u.ä. und es klingt recht schnell wieder ab. und ich hab ja dann auch noch oft glückliche momente.
allerdings glaube ich schon, dass ich eine persönlichkeit besitze die anfällig ist für sowas. Ich bin eher schüchtern, bei menschen die ich nicht kenne. Den Menschen die ich gut kenne kann ich mich gut öffnen und bin auch manchmal „frech“ „schlagfertig“. Ich denke ich habe ein niedriges Selbstbewusstsein und zweifle öfter an mir selbst. Ich habe hohe ansprüche an mich selber und bin auch eher nachdenklich. Vergleiche mich oft mit anderen und denke über viele dinge lange nach. Ich denke auch öfter an die zukunft, leider meistens negativ und versuche dann im hier und jetzt zu leben. Wobei diese eigenschaften auch manchmal nachlassen und auch wieder stärker werden je nach lebensumständen.
Zu meinem leben: meine Kindheit war eigentlich ganz gut. Meine mutter hat mich und meine schwester öfter verhauen, man könnte es auch schlagen nennen. Ich hatte zwar nie irgendwelche verletzungen aber ich weiß noch dass es manchmal ganz schön weh tat und ich sehr traurig war und auch angst davor hatte. Ich glaube schon dass meine eltern uns nicht unbedingt zu großem selbstbewusstsein erzogen haben. Ich kann mich nich daran erinnern das wir besonders oft gelobt wurden. ich weiß heute das meine eltern mich lieben das merkt man einfach an ihrem verhalten, machen sich sorgen etc. trotzdem haben wir jetzt nicht ein sehr enges Verhältnis.
Meine eltern haben sich früher auch oft gestritten was mir immer große angst gemacht hat. Auch heute wenn sie sich lautstark streiten reibt mich das auf. Mein vater ist phasenweise depressiv. Auch schon als ich noch jünger war. Wenn er in einer phase ist weint er oft, was ich auch mitbekomme und mich immer ziemlich runterzieht. Ich weiß dann aber schlecht wie ich reagieren soll und bin eher jemand der das verdrängt wenn es geht. Er hat verschiedene ängste, z.b. davor hat krank zu werden. immoment geht es ihm jedoch wieder ziemlich gut.
Ich kann mich daran erinnern das ich früher, mit 12 würde ich vermuten, eine art zwangsstörung hatte. z.b. die türklinke auf eine bestimmte art runterzudrücken. Die habe ich aber nach kurzer zeit von selbst wieder abgelegt und ist auch nie wieder aufgetreten.
Letztes jahr habe ich mich von meinem freund getrennt mit dem ich 6 jahre zusammen war. wir hatten uns auseinandergelebt und ich empfand die trennung auch eher als befreiung. Ich war am anfang schon sehr abhängig von ihm und wenn wir streit hatten hatte ich große verlustängste. In unserer beziehung wurde er krebskrank und wir haben die zeit zusammen gemeistert. Trotzdem war ich natürlich oft sehr fertig. Ich glaube aber eher dass mich das gestärkt hat.
Vor circa 3 jahren habe ich mein studium abgebrochen. Im alten studium fühlt ich mich schnell fehl am platz. Auch in der stadt. Das war auch zur zeit der krebserkrankung. Ich brach das studium ab und machte ein jahr praktikum. Die zeit war oft nicht leicht da ich zweifelte ob das alles richtig sei und ich mich minderwertig fühlte. Meine familie/ freunde haben das geduldet aber große unterstützung habe ich trotzdem nicht empfunden.
In meinem neuen studium/neuer wohnort fühlte mich mich anfangs auch noch unsicher fühlte mich dann aber immer wohler und bin nun zufrieden damit.


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