Hallo,
ich denke, dass ich an einer sozialen Phobie leide... Ich denke darüber erst seit ein paar Monaten nach - vorher habe ich das alles als reine Schüchternheit abgestempelt. Bin mir aber nicht sicher, ob es nur daran liegt, dass ich schüchtern bin, oder ob da was anderes hintersteckt.
Mal vorab etwas zu mir: ich bin 18 Jahre alt und vor 7 Jahren haben bei mir die Depressionen angefangen. Die sind aber seit ca. 2 Jahren fast verschwunden. Nur in extremen Situationen, aber da kann ich mir schnell wieder selbst raus helfen. Hatte vor ein paar Monaten hier einen Thread eröffnet wegen meiner Arbeit. Ein paar Tage später wurde ich dort aus unerklärlichen Gründen rausgeschmissen (es wurde nur gesagt, dass ich nicht mehr wiederkommen brauche). Seit 4 Wochen habe ich einen Job, da arbeite ich 2 bis 2,5 Tage in der Woche. Bis jetzt geht es mir damit so weit ganz gut. Allerdings hätte ich dort niemals angefangen, wenn nicht auch mein Bruder dort arbeiten würde! Naja, schon am ersten Tag hat er mich dort "allein gelassen", weil er etwas anderes machen musste. Also musste ich dadurch... Die Leute sind wirklich absolut freundlich und hilfsbereit, das hilft mir natürlich sehr. Meistens ist mein Bruder unterwegs. Da bin ich sehr zurückhaltend und schüchtern. Ich mache meine Arbeit und gut is. Ist er aber dabei, rede ich auch mal und mir geht's viel besser. Ich habe dort keinen Kontakt zu Kunden, muss nicht ans Telefon gehen... Also ich sehe nur die Leute, die immer da sind. Das ist mir auch sehr sehr wichtig. Trotzdem gibt es auch da Situationen, wo ich am liebsten wegrennen oder mich in Luft auflösen würde. Da es ja maximal 2,5 Tage in der Woche sind, komme ich auch gut zurecht. Wären es 5 Tage, hätte ich wohl schon längst aufgegeben.
Ein paar Beispiele:
- ich meide Menschenmengen (kein Kino, einkaufen nur spät abends, wenn wenig Leute im Supermarkt sind, in die Stadt zum Shoppen gehe ich gar nicht...)
- ich esse und trinke nur vor Leuten, die mir schon länger bekannt sind und da habe ich sogar manchmal noch Probleme
- ich habe IMMER (wenn ich nicht allein bin) Angst, dass mir etwas Peinliches passiert
- wenn ich mir bei irgendetwas nicht sicher bin (z.B. auf der Arbeit), kostet es mich sehr viel Überwindung, nachzufragen - ich denke, dass ich ein Versager bin und mir ist es peinlich, dass ich etwas nicht weiß bzw. vergessen habe
- ich telefoniere nur mit Menschen aus meiner Familie und meinem Freund (mit dem ich über 6 Jahre zusammen bin). Manchmal auch mit sehr guten Freunden (das sind aber nur 2). Ansonsten gehe ich nicht ans Telefon und rufe auch nirgends an
- ich frage mich in sehr vielen Situationen, wie andere Menschen da so locker rangehen können und verstehe nicht, wieso ich das nicht kann
- ich sitze meistens allein (mit meinem Freund) zuhause. Ich habe keine Lust etwas zu machen. Weggehen will ich sowieso nicht.
- ich mache nie feste Verabredungen aus und wenn, dann überlege ich mir schon direkt eine Ausrede, wieso ich an diesem Tag doch nicht kann. Meistens sage ich dann auch wirklich ab.
- ich habe Angst, mit anderen Menschen zu sprechen (deswegen telefoniere ich nur so selten/mit so wenigen Menschen), da ich Angst habe, dass ich nur Mist rede...
So äußert sich das bei mir:
- ich erröte
- ich fange an zu schwitzen
- wenn mir vorher noch verdammt kalt war, ist mir plötzlich richtig heiß
- ich bin sehr nervös
- wenn ich irgendwo einen Termin oder eine Verabredung habe, bin ich Tage vorher schon nervös und angespannt
Ich würde gern etwas daran ändern. Der Alltag fällt mir wirklich schwer. Ich habe so gut wie keine Freunde (die einzigen Menschen, mit denen ich Kontakt habe und auch treffe sind außer meiner Familie noch mein Freund, das Patenkind meiner Mutter und seine Eltern). So kann es nicht weitergehen.
Ich habe aber auch Angst zum Psychiater zu gehen, dass er/sie dann sagt, dass das bei mir gar nicht schlimm ist und ich damit allein zurecht kommen soll/kann.
Gibt es dagegen Medikamente, die ich auch ohne Psychiater bekommen kann?
Ich weiß nicht, zu welchem Psychiater ich dann gehen soll. Ich muss mich dann wieder einer fremden Person anvertrauen und das fällt mir schwer und ich hätte wieder vor jedem Termin Angst.
Ich habe gerade einen Test gemacht, den ich hier über die Suche gefunden habe.
Laut diesem Test:
Sie haben möglicherweise eine Panikstörung!
(das wusste ich schon vorher. Ich bekomme fast immer im Dunkeln Panikattacken. Früher nur, wenn ich allein war - aber seit einiger Zeit auch, wenn jemand dabei ist)
Sie haben möglicherweise eine generalisierte Angststörung!
(war mir nicht bewusst, falls es wirklich so sein sollte)
Sie haben möglicherweise eine soziale Phobie!
Sie haben möglicherweise eine spezifische Phobie!
Ich weiß, dass mir nur ein Psychiater eine gute Antwort geben kann.
Ich möchte kein Mitleid, keine professionellen Ratschläge... Ich möchte einfach drüber reden und Eure Meinungen dazu hören. Gut wäre es natürlich, wenn sich damit jemand auskennt oder selbst Erfahrungen damit hat. Ich habe niemanden, mit dem ich drüber reden kann. Ich rede zwar viel mit meinem Freund darüber, aber er kann mir ja noch weniger helfen, als ich selbst, da er sich gar nicht in meine Lage reinversetzen kann. Deswegen wende ich mich an Euch.
Ich würde gern wissen, wie ich mir selbst in solchen Situationen und allgemein mit meiner Angst helfen kann. Ich habe Angst, dass ich deswegen wieder Depressionen bekomme, wenn ich nichts unternehme. Ja, jetzt werden viele sagen "Geh zum Psychiater!". Mir geht es aber darum, was ich ALLEIN schonmal machen kann. Es dauert ja schließlich auch, bis man einen Termin bekommt...


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