psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 9

Thema: Habe ich eine soziale Phobie? Selbsthilfe?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    21.10.2008
    Beiträge
    11
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Habe ich eine soziale Phobie? Selbsthilfe?

    Hallo,

    ich denke, dass ich an einer sozialen Phobie leide... Ich denke darüber erst seit ein paar Monaten nach - vorher habe ich das alles als reine Schüchternheit abgestempelt. Bin mir aber nicht sicher, ob es nur daran liegt, dass ich schüchtern bin, oder ob da was anderes hintersteckt.

    Mal vorab etwas zu mir: ich bin 18 Jahre alt und vor 7 Jahren haben bei mir die Depressionen angefangen. Die sind aber seit ca. 2 Jahren fast verschwunden. Nur in extremen Situationen, aber da kann ich mir schnell wieder selbst raus helfen. Hatte vor ein paar Monaten hier einen Thread eröffnet wegen meiner Arbeit. Ein paar Tage später wurde ich dort aus unerklärlichen Gründen rausgeschmissen (es wurde nur gesagt, dass ich nicht mehr wiederkommen brauche). Seit 4 Wochen habe ich einen Job, da arbeite ich 2 bis 2,5 Tage in der Woche. Bis jetzt geht es mir damit so weit ganz gut. Allerdings hätte ich dort niemals angefangen, wenn nicht auch mein Bruder dort arbeiten würde! Naja, schon am ersten Tag hat er mich dort "allein gelassen", weil er etwas anderes machen musste. Also musste ich dadurch... Die Leute sind wirklich absolut freundlich und hilfsbereit, das hilft mir natürlich sehr. Meistens ist mein Bruder unterwegs. Da bin ich sehr zurückhaltend und schüchtern. Ich mache meine Arbeit und gut is. Ist er aber dabei, rede ich auch mal und mir geht's viel besser. Ich habe dort keinen Kontakt zu Kunden, muss nicht ans Telefon gehen... Also ich sehe nur die Leute, die immer da sind. Das ist mir auch sehr sehr wichtig. Trotzdem gibt es auch da Situationen, wo ich am liebsten wegrennen oder mich in Luft auflösen würde. Da es ja maximal 2,5 Tage in der Woche sind, komme ich auch gut zurecht. Wären es 5 Tage, hätte ich wohl schon längst aufgegeben.



    Ein paar Beispiele:
    - ich meide Menschenmengen (kein Kino, einkaufen nur spät abends, wenn wenig Leute im Supermarkt sind, in die Stadt zum Shoppen gehe ich gar nicht...)
    - ich esse und trinke nur vor Leuten, die mir schon länger bekannt sind und da habe ich sogar manchmal noch Probleme
    - ich habe IMMER (wenn ich nicht allein bin) Angst, dass mir etwas Peinliches passiert
    - wenn ich mir bei irgendetwas nicht sicher bin (z.B. auf der Arbeit), kostet es mich sehr viel Überwindung, nachzufragen - ich denke, dass ich ein Versager bin und mir ist es peinlich, dass ich etwas nicht weiß bzw. vergessen habe
    - ich telefoniere nur mit Menschen aus meiner Familie und meinem Freund (mit dem ich über 6 Jahre zusammen bin). Manchmal auch mit sehr guten Freunden (das sind aber nur 2). Ansonsten gehe ich nicht ans Telefon und rufe auch nirgends an
    - ich frage mich in sehr vielen Situationen, wie andere Menschen da so locker rangehen können und verstehe nicht, wieso ich das nicht kann
    - ich sitze meistens allein (mit meinem Freund) zuhause. Ich habe keine Lust etwas zu machen. Weggehen will ich sowieso nicht.
    - ich mache nie feste Verabredungen aus und wenn, dann überlege ich mir schon direkt eine Ausrede, wieso ich an diesem Tag doch nicht kann. Meistens sage ich dann auch wirklich ab.
    - ich habe Angst, mit anderen Menschen zu sprechen (deswegen telefoniere ich nur so selten/mit so wenigen Menschen), da ich Angst habe, dass ich nur Mist rede...


    So äußert sich das bei mir:
    - ich erröte
    - ich fange an zu schwitzen
    - wenn mir vorher noch verdammt kalt war, ist mir plötzlich richtig heiß
    - ich bin sehr nervös
    - wenn ich irgendwo einen Termin oder eine Verabredung habe, bin ich Tage vorher schon nervös und angespannt


    Ich würde gern etwas daran ändern. Der Alltag fällt mir wirklich schwer. Ich habe so gut wie keine Freunde (die einzigen Menschen, mit denen ich Kontakt habe und auch treffe sind außer meiner Familie noch mein Freund, das Patenkind meiner Mutter und seine Eltern). So kann es nicht weitergehen.

    Ich habe aber auch Angst zum Psychiater zu gehen, dass er/sie dann sagt, dass das bei mir gar nicht schlimm ist und ich damit allein zurecht kommen soll/kann.

    Gibt es dagegen Medikamente, die ich auch ohne Psychiater bekommen kann?

    Ich weiß nicht, zu welchem Psychiater ich dann gehen soll. Ich muss mich dann wieder einer fremden Person anvertrauen und das fällt mir schwer und ich hätte wieder vor jedem Termin Angst.


    Ich habe gerade einen Test gemacht, den ich hier über die Suche gefunden habe.
    Laut diesem Test:

    Sie haben möglicherweise eine Panikstörung!
    (das wusste ich schon vorher. Ich bekomme fast immer im Dunkeln Panikattacken. Früher nur, wenn ich allein war - aber seit einiger Zeit auch, wenn jemand dabei ist)

    Sie haben möglicherweise eine generalisierte Angststörung!
    (war mir nicht bewusst, falls es wirklich so sein sollte)

    Sie haben möglicherweise eine soziale Phobie!

    Sie haben möglicherweise eine spezifische Phobie!


    Ich weiß, dass mir nur ein Psychiater eine gute Antwort geben kann.
    Ich möchte kein Mitleid, keine professionellen Ratschläge... Ich möchte einfach drüber reden und Eure Meinungen dazu hören. Gut wäre es natürlich, wenn sich damit jemand auskennt oder selbst Erfahrungen damit hat. Ich habe niemanden, mit dem ich drüber reden kann. Ich rede zwar viel mit meinem Freund darüber, aber er kann mir ja noch weniger helfen, als ich selbst, da er sich gar nicht in meine Lage reinversetzen kann. Deswegen wende ich mich an Euch.

    Ich würde gern wissen, wie ich mir selbst in solchen Situationen und allgemein mit meiner Angst helfen kann. Ich habe Angst, dass ich deswegen wieder Depressionen bekomme, wenn ich nichts unternehme. Ja, jetzt werden viele sagen "Geh zum Psychiater!". Mir geht es aber darum, was ich ALLEIN schonmal machen kann. Es dauert ja schließlich auch, bis man einen Termin bekommt...

  2. #2
    Verleger Avatar von :knuddel:
    Registriert seit
    26.11.2006
    Beiträge
    2.585
    Danke
    5
    6 mal in 2 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo DeKleene,

    Gibt es dagegen Medikamente, die ich auch ohne Psychiater bekommen kann?
    Klar gibt es das, kennst den Ausspruch...*Ich muss mir erst Mut antrinken oder mir etwas schön trinken*

    Spass beiseite.

    Du bist wirklich gut in Selbstanalyse und hast die Punkte gut umschrieben, die dir schwer fallen. Pack sie an und mach was draus, veränder dich so, wie du es möchtest. Oder wartest du darauf, das dir jemand die Veränderung macht oder Pillen sie dir verschaffen?? Ist schon dein Ding, die Dinge abzustellen, die dir an dir nicht passen und die Träume die du träumst von Offenheit und Umgang mit anderen, sind deine Träume, die nur du dir erfüllen kannst.

    In meinen Augen bist eine verwöhnte bekluckte Person, die nie etwas selbst machen brauchte, sondern einfach nur mitgenommen wurde oder unangenehmes abgenommen wurde. Ist nicht böse gemeint, aber wenn man alles aus der Hand genommen bekommt, lernt man einige Dinge auch nicht. So wie Kommunikation zur Aussenwelt, Mitschülern, Freunden, Unbekannten, Beratern oder was auch immer.

    Ich wünsche dir ganz viel Mut, Flügge zu werden und zu versuchen, das Nest zu verlassen und selbst mal Dinge in die Hand zu nehmen. Du schaffst alles, was du ändern möchtest, du musst es nur für dich tun und nicht um anderen zu gefallen, dann geht es von alleine.

    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!!!!!!!!!!!!

  3. #3
    Neuling
    Registriert seit
    05.08.2008
    Beiträge
    35
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo DeKleene,

    also, vorab muss ich erwähnen, dass ich sehr erstaunt darüber bin, wie du dich und deine Persönlichkeit trotz deines jungen Alters hier analysieren konntest.

    In vielen Punkten im zwischenmenschlichen Bereich, die du hier erwähnt hast, erkenne ich viele Parallelen bei mir. Z. Bsp. die Problematik, zu telefonieren oder auch die Angst, mit anderen Menschen zu essen. Auch die Überwindung, bei der Arbeit zu fragen, wenn man etwas nicht versteht oder nicht weiterkommt,kenn ich zur Genüge.

    Ohne dich abschrecken zu wollen, aber ich leide auch unter einer sozialen Phobie und bin deshalb in Therapie. Medikamente sind dagegen kein Allheilmittel und unterstützen dich nur dann, wenn man nebenbei eine Therapie macht.

    Was mich interessiert ist, seit wann du deine geschilderten Probleme hast? Gab es irgendeinen Auslöser dafür?

    Ich kann dir nur raten, eine Psychotherapie zu machen-allen Ängsten und Befürchtungen zum Trotz, denn ansonsten verstärken sich deine Ängste nur.
    Oder ich würde mich zumindest umhören, ob es in deiner Umgebung Selbsthilfegruppen gibt.

    Liebe Grüße

  4. #4
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
    Registriert seit
    01.03.2009
    Beiträge
    1.510
    Danke
    95
    144 mal in 111 Beiträgen bedankt

    Standard Jetzt müssen Taten folgen

    @ De Kleene

    stimme mit denen die vor mir das Wort an Dich richteten vollkommen überein. Besonders was die Diagnose angeht brauchst Du mit Sicherheit keine Hilfe von Fachärzten, eine Therapie scheint mir jedoch auf längere Sicht unumgänglich.

    Was mir im Zusammenhang mit Deinen Ängsten einfällt wäre folgendes :
    Teil der Therapie wird es mit Sicherheit sein Dich in die Angst zu schicken, das
    heisst Lebenssituationen die bei Dir mit Angst belegt sind müssen von Dir
    wiederholt eingeübt werden um die fehlende Sicherheit zu erlangen und bestenfalls irgendwann angstfrei zu sein.

    Dafür, dass die soziale Angst bei Dir vollkommen unbegründet ist lieferst Du selbst Beispiele : Mit dem von Dir erwähnten Personenkreis klappt der Gedankenaustausch bestenes. Bei anderen Personen plagt dich die Angst und Unsicherheit. Versuche sie zu überwinden , das kostet Dich Kraft und Mut.
    Aber der Erfolg, sei er noch so klein und gering gibt Dir das nötige Rüstzeug !

  5. #5
    Verleger Avatar von :knuddel:
    Registriert seit
    26.11.2006
    Beiträge
    2.585
    Danke
    5
    6 mal in 2 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo DeKleene,

    Familienstellen könnte dir bestimmt helfen, die Strukturen in der Familie zu beleuchten und wo deine Stellung in der Famillie war und ist....

    Was passiert mit dir, wenn du einen Anruf hast, wo du die Telefonnummer nicht kennst? Wie kriegst du einen Arzttermin? Wie bist du draussen unterwegs, per Auto, Bus oder zu Fuss? Was machst du, wenn dir langweilig zuhause ist?

    Alles Fragen, die ich mir so stelle um mich zu vergleichen, weil ich seit Jahren unter sehr grosser Sozialphobie stehe. Leiden schreibe ich nicht, weil auch mit dieser Phobie kann man viel Spass haben.

    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!!!!!!!!!!!!

  6. #6
    Neuling
    Registriert seit
    21.10.2008
    Beiträge
    11
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von :knuddel: Beitrag anzeigen
    Oder wartest du darauf, das dir jemand die Veränderung macht oder Pillen sie dir verschaffen??
    Nein. Ich suche nur Unterstützung, wie ich am Besten an die Sache rangehen kann und den Austausch mit Leuten, die auch solche Probleme haben/hatten.

    Zitat Zitat von :knuddel: Beitrag anzeigen
    In meinen Augen bist eine verwöhnte bekluckte Person, die nie etwas selbst machen brauchte, sondern einfach nur mitgenommen wurde oder unangenehmes abgenommen wurde. Ist nicht böse gemeint, aber wenn man alles aus der Hand genommen bekommt, lernt man einige Dinge auch nicht. So wie Kommunikation zur Aussenwelt, Mitschülern, Freunden, Unbekannten, Beratern oder was auch immer.
    Das würde ich so nicht sagen. Natürlich musste ich auch etwas selbst machen. "Verwöhnt" ist wirklich ein falscher Ausdruck.

    Zitat Zitat von :knuddel: Beitrag anzeigen
    Ich wünsche dir ganz viel Mut, Flügge zu werden und zu versuchen, das Nest zu verlassen und selbst mal Dinge in die Hand zu nehmen. Du schaffst alles, was du ändern möchtest, du musst es nur für dich tun und nicht um anderen zu gefallen, dann geht es von alleine.

    Danke für die lieben Worte.



    Zitat Zitat von ladydi3078 Beitrag anzeigen
    Ohne dich abschrecken zu wollen, aber ich leide auch unter einer sozialen Phobie und bin deshalb in Therapie. Medikamente sind dagegen kein Allheilmittel und unterstützen dich nur dann, wenn man nebenbei eine Therapie macht.
    Habe ich mir schon gedacht und ist ja auch eigentlich richtig so. Man muss sich seinen Problemen ja stellen und nicht mit "Drogen" unterdrücken.

    Zitat Zitat von ladydi3078 Beitrag anzeigen
    Was mich interessiert ist, seit wann du deine geschilderten Probleme hast? Gab es irgendeinen Auslöser dafür?
    Darüber denke ich auch schon eine Zeit lang nach. Mir ist bisher aber noch kein Auslöser eingefallen. Das muss wohl so um den Dreh dann angefangen haben, als auch meine Depressionen anfingen. Vorher wusste ich auch gar nicht, dass es sowas wie psychische Probleme/Krankheiten gibt. Da war ich 11 Jahre alt. Das kann alles mit der Schule zu tun gehabt haben, als ich von der Grundschule auf's Gymnasium gegangen bin. Aber auch da hatte ich schon große Probleme, mit anderen Leuten in Kontakt zu kommen. Alle haben sofort angefangen, sich zu unterhalten und sowas eben. Ich stand immer nur abseits... Dass der Schulwechsel (plötzlich alles fremde Menschen, fremde Umgebung usw) etwas damit zu tun hat, könnte ich mir gut vorstellen. Im Kindergarten sind auch sehr viele mit in meine Grundschulklasse gekommen. Und auch so gab es kaum Situationen, wo ich mit fremden Menschen etwas machen musste (wenn dann mal Urlaub, aber da hatte ich immer meinen Bruder bei mir - in diesem jungen Alter schiebe ich es einfach mal auf ganz normale Schüchternheit, denn schüchtern war ich nämlich schon immer!). Ich habe einfach nie sowas gelernt. Und das heißt nicht, dass ich verwöhnt bin. Meine Eltern konnten mich ja schlecht zwingen, dass ich mal da mit den anderen Kindern spielen gehen soll... Ich würde mal so sagen, dass sich das alles aus einer normalen Schüchternheit entwickelt hat und dieser Schulwechsel mir dann nochmal "den Rest gegeben hat". Aber das vermute ich nur...

    Zitat Zitat von ladydi3078 Beitrag anzeigen
    Ich kann dir nur raten, eine Psychotherapie zu machen-allen Ängsten und Befürchtungen zum Trotz, denn ansonsten verstärken sich deine Ängste nur.
    Oder ich würde mich zumindest umhören, ob es in deiner Umgebung Selbsthilfegruppen gibt.

    Liebe Grüße
    Das würde ich wirklich gern machen, aber man soll sich doch immer nur auf ein Problem "konzentrieren" bei einer Therapie?! Mit 11/12 fing auch meine Angst im Dunkeln an. Es wird immer schlimmer. Ich war ja wegen Depressionen lange in Therapie, aber diese Angst habe ich nie angesprochen, weil ich erstmal meine Depressionen bewältigen bzw. in den Griff bekommen wollte. Und jetzt stehe ich wieder da... Was ist schlimmer - die soziale Phobie oder die Angst/Panik im Dunkeln? Beides macht mich völlig fertig...



    Zitat Zitat von glasheuler Beitrag anzeigen
    Was mir im Zusammenhang mit Deinen Ängsten einfällt wäre folgendes :
    Teil der Therapie wird es mit Sicherheit sein Dich in die Angst zu schicken, das
    heisst Lebenssituationen die bei Dir mit Angst belegt sind müssen von Dir
    wiederholt eingeübt werden um die fehlende Sicherheit zu erlangen und bestenfalls irgendwann angstfrei zu sein.
    Wie mache ich sowas denn am besten? Ich weiß wirklich nicht, wie ich sowas angehen soll. Ich würde gerne schon damit anfangen, bevor ich richtig in Therapie gehe. Irgendwelche Möglichkeiten wird es doch da geben, wie ich mich selbst damit konfrontieren kann?!

    Zitat Zitat von glasheuler Beitrag anzeigen
    Dafür, dass die soziale Angst bei Dir vollkommen unbegründet ist lieferst Du selbst Beispiele : Mit dem von Dir erwähnten Personenkreis klappt der Gedankenaustausch bestenes. Bei anderen Personen plagt dich die Angst und Unsicherheit. Versuche sie zu überwinden , das kostet Dich Kraft und Mut.
    Aber der Erfolg, sei er noch so klein und gering gibt Dir das nötige Rüstzeug !
    Bei der Arbeit habe ich ja auch immer wieder kleine Erfolge. Da MUSS ich ja meinen Mund aufmachen und sehe dann meistens, dass es überhaupt nicht so schlimm war. Wenn ich mit meinen Hunden spazieren gehe, laufe ich auch meistens dort, wo viele andere Hunde sind (ich kann's ja nicht verantworten, dass meine Hunde wegen mir keine sozialen Kontakte bekommen). Immer mal wieder wird man dann auch von anderen Hundebesitzern angesprochen. Letztens bin ich sogar auf Menschen zugegangen, da ich mitbekommen habe, dass der Hund "Lena" heißt und meine Mutter eine Hundemarke mit dem Namen "Lena" dort gefunden hat. Mein Freund war zwar dabei, aber ich habe mir gesagt "So, das machst jetzt DU ganz allein!!!". Bin dann hin und habe die Leute auf die Marke angesprochen. Und tatsächlich fehlte der Hündin die Marke. Wäre es die falsche Lena gewesen, wäre ich mir sicherlich wieder total blöd vorgekommen und es wäre mir peinlich gewesen... Aber so, wie es war, war es gut und das hat mich gefreut.


    Zitat Zitat von :knuddel: Beitrag anzeigen
    Familienstellen könnte dir bestimmt helfen, die Strukturen in der Familie zu beleuchten und wo deine Stellung in der Famillie war und ist....
    Aber da muss doch die ganze Familie mitmachen, oder?

    Zitat Zitat von :knuddel: Beitrag anzeigen
    Was passiert mit dir, wenn du einen Anruf hast, wo du die Telefonnummer nicht kennst?
    Ich gehe in 99% dieser Fälle nicht ran... Wenn ich allein bin und das Telefon klingelt, werde ich ganz nervös. Das ist aber auch nicht immer so schlimm gewesen. Bin früher eigentlich immer ans Telefon gegangen. Aber wenn dann so Sachen passieren, wo ich nicht weiß, was ich sagen soll, ist das für mich halt sehr unangenehm. Bei meinen Eltern bekomme ich sowieso keine wichtigen Telefonate. Wenn meine Eltern nicht zuhause sind, ist es auch egal, ob niemand rangeht oder ich (so denke ich dann immer und ist denke ich auch zum Teil eine "Ausrede"...). Und als ich mit meinem Freund zusammen gewohnt habe, war auch er überall angemeldet, also kamen für mich auch sowieso keine Anrufe. Auf unserem Telefon sieht man die Nummer aber nicht. Wenn's meine Mama war, ruft sie dann auf dem Handy an, weil sie denkt, dass ich nicht zuhause bin.

    Zitat Zitat von :knuddel: Beitrag anzeigen
    Wie kriegst du einen Arzttermin?
    Meistens macht das mein Freund oder meine Mutter... Meine Mama weiß aber nicht wirklich, dass ich Angst davor habe. Ich sage dann immer "Mach Du das mal eben, ich muss gerade was anderes machen". Vor zwei Wochen musste ich aber vormittags mal beim Tierarzt und beim Ordnungsamt anrufen, wegen meinem Hund. Ich war allein, aber es musste gemacht werden. Dann mache ich mir erstmal 'ne Zigarette an, wähle 2-3x die Nummer und irgendwann drück ich einfach den Anruf-Knopf - dann muss ich da durch. Das klappt aber nur, wenn ich allein zuhause bin. Ist jemand in der Nähe (egal ob Fremder oder Freund, Mama oder sonst wer), telefoniere ich gar nicht. Wenn ich allein bin, schaffe ich es manchmal.

    Zitat Zitat von :knuddel: Beitrag anzeigen
    Wie bist du draussen unterwegs, per Auto, Bus oder zu Fuss?
    Meistens mit dem Auto (Freund, Mama, Bruder - hab kein eigenes... zur Fahrschule zu gehen kostet mich auch 'ne Menge Überwindung... war erst ein paar mal letztes Jahr da...). Und mit den Hunden halt zu Fuß, dazu habe ich ja oben schon was geschrieben. Busse/Bahnen/Züge versuche ich zu vermeiden. Da meistens eh meine Hunde bei mir sind, brauche ich sowieso ein Auto (der eine Hund hat auch panische Angst in Menschenmengen). ABER, da ich nicht weiß, ob ich nicht doch mal in Notfällen auf den Bus angewiesen bin, habe ich mir vorgenommen, mit den Hunden das Busfahren zu üben. Erstmal zu Zeiten, wo die Busse relativ leer sind. Für meine Hunde tu ich alles (ich stelle mir dann vor, dass ich dringend mit denen zum Arzt muss und keiner ist da, der mich fahren kann - dann muss ich den Bus nehmen).

    Zitat Zitat von :knuddel: Beitrag anzeigen
    Was machst du, wenn dir langweilig zuhause ist?
    Meistens gehe ich spazieren. Bei schlechtem Wetter oder wenn es mir nicht so gut geht, sitze ich mal vor'm PC und spiele was oder surfe durch's Internet.

    Zitat Zitat von :knuddel: Beitrag anzeigen
    Alles Fragen, die ich mir so stelle um mich zu vergleichen, weil ich seit Jahren unter sehr grosser Sozialphobie stehe. Leiden schreibe ich nicht, weil auch mit dieser Phobie kann man viel Spass haben.

    Dass man Spaß haben kann, glaube ich. Ich habe auch relativ viel Spaß, nur eben anders, als viele andere in meinem Alter.

  7. #7
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
    Registriert seit
    01.03.2009
    Beiträge
    1.510
    Danke
    95
    144 mal in 111 Beiträgen bedankt

    Standard Deine Frage zur Art und Weise

    Du fragtest wie du diverse Situationen schon vor Beginn der Therapie einstudieren könntest.

    Natürlich kannst Du schon damit beginnen, Du musst Dir nur darüber im klaren
    sein dass eine Erfolgskontrolle die in Deinem eigenen Urteilsvermögen verankert ist nicht das Gelbe vom Ei ist. Hier sehe ich eine Schwierigkeit, nämlich Fehler zu übersehen oder so zu "frisieren" dass Du es billigen kannst.

    Wenn Du Dir genügend Objektivität Dir selbst gegenüber zutraust gehe so vor:
    Begebe Dich in solche Situationen oder Umstände die Dir in der Vergangenheit
    Schwierigkeiten bereitet haben. Du solltest nur solche Situationen in Betracht ziehen wo vorzeitiges Abbrechen oder ein Rückzug ohne Aufhebens möglich ist.
    Wenn Du mehrmals Erfolg hattest wird die Angst eingedämmt, im Idealfall fragtst Du Dich später wieso Du jemals so angsterfüllt sein konntest.

  8. #8
    Verleger Avatar von :knuddel:
    Registriert seit
    26.11.2006
    Beiträge
    2.585
    Danke
    5
    6 mal in 2 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hast du dich schon mal mit einer Angsthierarchie befasst...


    da kannst dich langsam an die Angstgrenzen rantasten und überschreiten...

    Das könnte so aussehen:

    Angst vor dem Zahnarzt...

    Als Ziel hab ich mir gesetzt, das ich den Zahnarztbesuch ohne Tavor schaffe...

    Erster Schritt war...sich das Haus anschauen von weitem...
    dann bis zum Namenschild herangehen und Zeiten abschreiben und Telefonnummer...
    dann an die Tür gehen...
    dann anklingeln...
    in den Flur gehen...
    anrufen und bescheidsagen, das ich Angstpatientin bin und nicht weiss ob ich es schaffe dortzubleiben, aber trotzdem einen Termin machen
    nochmal anrufen um zu fragen, ob ich ne Zeit lang im Wartezimmer warten darf ohne Termin...einfach nur um die Praxis und das Personal kennenzulernen
    dann ging es zur Paxis an einem Tag, wo ich mich gut fühlte
    dann die Tür zu Praxis öffnen und Guten Tag sagen und sich ins Wartezimmer setzen, solange wie es angenehm ist und einfach aufstehen und tschüss sagen und wieder gehen...
    Nächsten Tag nächsten Versuch....etwas länger im Wartezimmer sitzen und alles beobachten und wieder gehen...
    Falls der Termin zu schnell gemacht ist, absagen und neuen machen...
    Immer wieder den Kontakt zu den Sprechstundenhilfen suchen und über die Angst sprechen und welche Hilfen sie einem anbieten können.

    Das ganze hat 8 Wochen gedauert, aber ich hab die Angst bei jedem Schritt besiegt und wusste ich kann das und kann die Kontrolle immer behalten und gehen und hab es selbst in der Hand.

    Bei einigen Schritten hat die Therapeutin geholfen und stützend zur Seite gestanden, aber die Hauptarbeit war meine, die Angst nicht so gross werden zu lassen, sondern die Mutseite ermutigen und im Hier und Jetzt zu bleiben anstatt in Panik zu verfallen.

    Ging einige Male auch wieder schief, aber ich kann es jederzeit wieder üben und kriege es hin...jeder Schritt ein riesen Erfolg für mich und keine Kleinigkeit. Auch wenn es für andere easy ist. Ich lob mich mitlerweile selbst dafür und mach m ich stark.

    Du bist noch sehr jung und gerade am Ende der Pubertät angekommen, vielleicht sind die Angstauslöser auch Hormonschwankungen oder andere Stoffwechselprobleme. Lass dich doch mal durchchecken auf deinen Hormon und Stoffwechselhaushalt. Manchmal ist es garnicht das eigene Versagen, sondern einfach ein Fehlprogrammierung.

    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!!!!!!!!!!!!

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Neidgedanken bedingt durch soziale Phobie?
    Von ladydi3078 im Forum Ängste
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 12.03.2009, 18:24
  2. Soziale Phobie /Soziale Ängste
    Von Greta im Forum Neu bei Psychologieforum.de?
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 02.03.2009, 21:31
  3. haben Kinder soziale Phobien?
    Von Natz im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 26.07.2008, 18:23
  4. Soziale Phobie in sozialen Situationen
    Von Craven im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 27.05.2008, 07:19
  5. Ist das ne echte Soziale Phobie?
    Von Craven im Forum Ängste
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 10.01.2008, 19:27

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!