Hallo Leute, ersteinmal stelle ich mich kurz vor. Ich bin 22 Jahre alt, männlich und Student.
Ich fange einfach mal an. Es ist eine lange Geschichte!
Meine Kindheit verlief ziemlich normal (ich war schon immer ruhig) außer ich habe ziemlich viel Schläge von meinem Vater gekriegt, er hat mich mit dem Schuh geschlagen und solange bis meine Mutter ihn beruhigen konnte oder er irgendwann aufgehört hat, dann kam meine Pubertät.
Ab da hat sich alles geändert. Ende 13 habe ich rauchen angefangen, Mitte 14 Alkohol trinken und Ende 14 habe ich zum ersten Mal gekifft. Es ist nicht nur beim einmaligen Probieren gewesen, ich habe regelmäßig geraucht, jedes Wochenende getrunken. Ich und meine Kumpels waren schon richtig "hart" drauf und haben jeder für sich fast eine Flasche Vodka leergemacht.
Nach und nach hat mir das Kiffen am meisten gefallen und Alkohol habe ich nicht mehr so intensiv getrunken.
Dann habe ich mich nur noch auf das Kiffen konzentriert. Mir hat das Feeling gefallen und ich fühlte mich von der Kifferkultur angezogen. Also haben wir dann jeden Tag zunächst ein paar Joints geraucht, danach täglich ziemlich viel Bong und Eimer geraucht.
Dann war ich im Urlaub im Ausland und dort habe ich kiffende Leute kennengelernt. Sie waren alle viel älter als ich, ich war 15 und sie waren durchschnittlich über 20. Wir waren immer in einer Wohnung mit ca. 10 Leuten. Es war eine faszinierende Runde für mich, dort haben sie Riesenmengen Marihuana gehabt und auch richtig heftiges Zeug und sie haben dicke Tüten gebaut. Ich habe natürlich mit ihnen mitgeraucht. Doch solche Räusche hatte ich davor noch nie.
Im Rausch haben sie dann ein paar Sachen mit mir angestellt. Kann mich nur verschwommen erinnern, aber ein paar nicht kiffende Kumpels haben es mir im Nachhinein erzählt.
Einer hat die ganze Zeit in mein Ohr geflüstert mit "Schhhhh" "Schhhhh" und sie haben dann alle gelacht. Ich habe es nicht verstanden, warum sie lachen. Danach hat ein anderer gesagt, ich solle mal meine Ohren anfassen, habe ich gemacht, danach hat er gesagt, ich sehe aus wie ein Affe. Danach sollte ich laufen und sie haben mich dann wieder mit irgendwas verglichen (weiß ich nicht mehr). Dann kamen so Geschichten wie "Ich bin Polizist, hast du das gewusst...". Ich habe da voll den Horrortrip bekommen und trotzdem war ich so fasziniert und bin jeden Tag zu ihnen zum Kiffen gegangen. Und jeden Tag haben sie mit mir dasselbe angestellt. Ich habe mich nicht getraut was zu sagen, ich hatte Angst vor ihnen. Sie haben irgendwie alle zusammen gehalten und alle zusammen über mich gelacht, ich habe es nicht verstanden.
Danach hat es angefangen, dass wenn ich bekifft war, ich nur noch wie im Schockzustand war und nichts mehr aus meinem Mund rausgebracht habe. Ich war wie ein Stein. Wenn jemand was zu mir gesagt hat, konnte ich ihm nicht antworten. Ich habe nur noch Angst gehabt.
Dann kam irgendwann Verfolgungswahn dazu, ich habe mich immer von irgendwelchen Leuten verfolgt gefühlt. Ich hatte bei jedem Rausch nur noch Horrortrips und ich konnte das Kiffen auch nicht sein lassen, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, wenn mein Rausch wieder ein guter Trip wird, werde ich auch wieder normal und befreit vom Horrortrip. LEIDER war es nicht so. Es wurde nur noch schlimmer.
Ich bin dann nach ca. 2 Jahren, nachdem ich die Horrortrips hatte, zur Suchtberatung, sie hat mich dann in eine Jugendpsychiatrie mitgenommen.
Ich hatte dort ein ca. 1-stündiges Gespräch mit verschiedenen Fragen zu meinen Gedanken etc. mit einem Psychologen, der daraufhin gemeint hat, ich solle unbedingt für 4 Wochen dableiben, er hatte den Verdacht einer paranoiden Schizophrenie. Und, wenn ich es nicht behandeln lassen würde, wäre es nicht gut.
Doch ich wollte und konnte nicht, weil ich zur Schule musste und es mein letztes Jahr auf der Oberschule war und ich meinen Abitur machen wollte.
Doch ich konnte es immer noch nicht sein lassen und habe weiter gekifft, bis ich dann nach ein paar Jahren beim Dealen erwischt worden bin, mich haben Leute verraten (ich musste für 2 Wochen in den Jugendarrest, es war die Hölle für mich, ich habe richtig Panik und Angst in der Zelle gehabt, so dass ich, als ich draußen war, einen Schaden vom Arrest hatte, habe ich heute noch, ich habe und kann die Zeit im Arrest nicht verarbeiten) und die Führerscheinstelle mit Entzug der Fahrerlaubnis gedroht hat.
Daraufhin habe ich es sein lassen.
Mein Problem ist, meine Augen sehen wie tot aus (emotionslos), ich habe das Gefühl, jeder lacht über mich. Wenn jemand lacht, denke ich er/sie lacht über mich. Die Leute schauen mich merkwürdig an, als ob sie denken, was ist denn das für ein gestörter Mensch. Ich höre auch immer wieder von Leuten wie sie hinter meinem Rücken sagen. Der ist nicht mehr ganz hell im Kopf oder was für ein Spaten. Ich habe das Gefühl, dass jeder gegen mich ist, dann raste ich ab und zu aus und beleidige z. B. die gesamte Gruppe. Das Problem ist, ich bin nicht dumm oder so. Ich verstehe ziemlich alles im Studium, nur brauche ich um einiges länger als der Durchschnitt. Wenn ich rede, dauert es länger, ich sage z. B. statt ja "jaaaa". Ich kann keine sozialen Kontakte aufbauen, ich bin in mich gekehrt, nur wenn sich jemand die Mühe macht, mit mir Kontakt aufzunehmen, kann ich nach einiger Zeit mit ihm über alltägliche Sachen reden. Ich habe fast die ganze Zeit schlechte Laune und schlechte Gedanken. Ich gehe nicht auf Partys, weil ich Angst vor den Menschen habe. Einkaufszentrum ist auch schon die Hölle für mich.
Ich weiß nicht, was ich dagegen machen kann. Ich will auch nicht in eine Psychiatrie.
Hat jemand Erfahrungen aus dem Bereich? Ich verstehe aus psychologischer Sicht nicht, was mir da passiert ist, als ich im Urlaub war? Warum hat sich danach mein ganzes Leben geändert, ich war nicht mehr mein altes ICH. Ich hatte mich geändert. Wie schaffe ich es, dass ich im Alltag nicht unangenehm auffalle?
Bitte um Hilfe, bin wirklich verzweifelt und weiß nicht wer mir helfen kann.
Vielen Dank für die Mühe im Voraus.
Grüße


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