Das kommt mir bekannt vor... Daher frag ich mich, was man am besten dagegen tun könnte, denn auf soziale Kontakte zu verzichten, ist sicher nicht der richtige Weg. Also anders an die Menschen herangehen?
Das kommt mir bekannt vor... Daher frag ich mich, was man am besten dagegen tun könnte, denn auf soziale Kontakte zu verzichten, ist sicher nicht der richtige Weg. Also anders an die Menschen herangehen?


Das Bedürfnis nach einem Fürsorger bzw. das Entwickeln von emotionalen Abhängigkeiten hat mit Sicherheit einen Grund, der in deinen Erlebnissen zu suchen ist. Dagegen kannst Du eine Therapie machen, was in diesem Fall auch zu empfehlen ist. Ansonsten besteht halt die große Tendenz, bei Beziehungen immer wieder in eine emotionale Abhängigkeit zu verfallen.
Gruß![]()

Kann ich mich free 93 nur anschließen. "Der Mensch hat eine Schwäche, er begeht Fehler." Viele Menschen haben Angst davor, Fehler einzugestehen, obwohl Fehler etwas ganz normales, zum menschlichen Leben dazugehöriges ist. Kein Mensch kommt drum herum. Man kann nicht alle Probleme alleine lösen.Zitat von free 93
"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" Bei meiner Mutter und auch bei meiner Freundin habe ich gemerkt das sie mir Fehler vorwerfen, die sie selber machen. Kein Mensch ist vollkommen. Daher kannst du es deiner Mutter nie recht machen. Das ist auch was andere uns vorwerfen, das wir immer Erwartungen an den anderen haben. "Wer ist Schuld? Der provoziert oder der sich provozieren lässt?" Wie ich es sage: "Es ist einfacher auf die Fehler anderer zu zeigen, als in den Spiegel zu schauen." Es ist einfacher die Schuld auf den anderen zu schieben, als zu fragen, wie weit ist man mit daran Schuld.Zitat von kulle
Auf soziale Kontakte muss man nicht verzichten und ist auch verkehrt. Oft ist es so, dass man oft im Leben bei Fehlern Vorwürfe bekommt. "Aus Fehlern lernt man." Aber lerne ich was aus Vorwürfen was? Auf Fehler reagieren die Menschen unterschiedlich. Der eine hat mich wegen des Fehlers angebrüllt der andere hat mir einen Vorschlag gemacht, wie ich das Problem löse. "... lernt man." z.B bei Rechthaberei. Habe ich was gelernt. Irgendwie habe ich das Gefühl "Der Klügere gibt nach." Aber irgendwie konnte keiner den anderen überzeugen. Wie ein patt. Hatte das ganze überhaupt einen Sinn? Ich konnte den anderen nicht überzeugen. Etwas dazu gelernt habe ich auch nicht. "Die Kommunikation dient dem Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen" Die Frage nach dem Sinn und Zweck des Konntaktes kann hier manchmal weiter helfen im Umgang mit anderen Menschen.Zitat von beatsteakz
Das Leben ist für mich wie ein Dialog. Für mich ist nie einer alleine Schuld.
Hätte sich eine anders verhalten, wäre alles anders verlaufen.
"Aus Fehlern lernt man." Es hilft einem, verschiedene Verhaltensweisen kennen zu lernen.
mops


Ich denke, dass ich gestern etwas weiteres über mich herausgefunden habe.
Für eine Freundschaft wäre es meiner Meinung nach wichtig, dass das jemand ist, auf den ich immer zählen kann. Also praktisch jemand, der mich so annimmt, wie ich bin. Es sollte aber auch niemand sein, der mich dann mit seiner Nähe überhäuft (mich dann also schnell kennenlernen möchte, viele Sachen mit mir unternehmen möchte, etc.).
Wenn ich dann mal auf einen anderen Menschen zugehe und dieser Interesse an mir zeigen möchte, fühle ich mich immer wieder unter Druck gesetzt. Dann denke ich mir: "Jetzt ist die Gelegenheit da, etwas an meiner Situation zu ändern, also musst ich sie auch nutzen". Dann kommt wieder der Gedanke, dass ich im Rahmen dieser Freundschaft auch Verpflichtungen erfüllen muss und ich diesen womöglich nicht nachkommen kann. Die Folge ist, dass ich mich wieder zurückziehe und weiß, dass ich es selbst verbockt habe.
Eine Therapie wäre wohl sinnvoll, allerdings scheitert das aus dem gleichen Grund. Dann denke ich mir wieder, dass ich nach der Therapie mein Problem gelöst haben muss. Da ich mir nicht sicher bin, ob dies der Fall sein wird, lasse ich es gleich sein.
Gruß![]()


Hallo kulle,
Ist das nicht der gleiche "Erfolgsdruck", den Du Dir selbst machst? Die eigene ErwartungshaltungDann denke ich mir wieder, dass ich nach der Therapie mein Problem gelöst haben muss.
Was, wenn die Therapie dazu dienen würde, Dir zu helfen, Dir selbst diesen Druck zu nehmen oder zumindest besser mit ihm umgehen zu lernen?
Solange er so dominierend ist: hast Du dann denn überhaupt die nötigen Freiräume, um nach einer stabilen und für Dich machbaren Lösung suchen zu können?
"Erfolg" und "Veränderung" sind aber zwei Paar Schuhe: brauchst Du nicht vielleicht erst einmal eine Veränderung, um dann, im nächsten Schritt, auch "Erfolg" haben zu können?
Immerhin könnte es ja auch sein, dass das, was Du momentan als Erfolg ansiehst, an die falschen Maßstäbe oder "Erfolgskriterien" geknüpft ist ("Erfolg" definiert sich ja über diese: wenn Du sie alle erfüllst, dann hast Du "Erfolg", wenn nicht ...).
"Erfolg" in der Therapie könnte ja auch etwas ganz anderes heißen: durch sie (und dann auch: nach ihr) mehr Möglichkeiten bekommen zu haben, selbst nach eigenen Lösungen zu suchen und sie "leichter" finden zu können.
Dieser Erfolg würde sich dann nicht am Erreichthaben eines ganz bestimmten "Zieles" orientieren (wer weiß, vielleicht war es bisher auch das "falsche" Ziel), sondern daran, ob es eine Veränderung gegenüber dem "Vorher" gegeben hat, die in eine bessere Richtung führt.
Ich bin damals mit ähnlichen Gedanken und Vorstellungen (= Erwartungen) in der Klinik gelandet: wenn ich rauskomme, dann muss ich eine Lösung für die Probleme A, B, C ... haben.
Im Laufe der Zeit dort ist mir bewusst geworden, dass ich eigentlich erwartet hatte, ganz bestimmte "Lösungen" zu gewinnen: die, die ich mir aus meiner alten Perspektive als alleine "erfolgreich" vorgestellt habe.
Durch die Therapie hat sich aber meine Perspektive verändert: und damit auch meine eigenen Maßstäbe, meine Ziele, mein ganzer Blick auf mich selbst und meine Bedürfnisse - und darauf, wie ich sie erreichen kann und was ich jetzt schon für mich selbst als "Erfolg" werten darf.
Nach den alten Maßstäben wäre das, was ich im Verlauf der Therapie erreicht habe, kein "Erfolg" gewesen - konnte es auch gar nicht sein: es waren zu großen Teilen ja noch nicht einmal meine eigenen Maßstäbe gewesen
Und dennoch war sie erfolgreich (auch wenn keines der Probleme jetzt "aus der Welt geschafft" war): ich habe spüren können, dass ich nach ihr über mehr "Fähigkeiten" verfüge als vor ihr, diese Dinge dann so angehen und (auf)lösen zu können, dass ich auch irgendwann einmal zu einer Lösung kommen werde, die sich für mich gut anfühlt.
Der Erfolg: es lag im Vergleich zwischen dem Vorher und dem neuen Jetzt - vorher gab es keinen "machbaren" Kurs mehr, danach wieder eine mehr oder weniger freie Auswahl (vor allem: eine selbstbestimmbare!)
Angst? Angst zu "versagen", Erwartungen und Anforderungen nicht zu entsprechen?Dann kommt wieder der Gedanke, dass ich im Rahmen dieser Freundschaft auch Verpflichtungen erfüllen muss und ich diesen womöglich nicht nachkommen kann.
Angst macht blind: ich sehe meine Fähigkeiten nicht mehr, dafür aber alle möglichen "Un-Fähigkeiten" und Defizite in mir wie unter einem Mikroskop. Die Relationen verschieben sich: das eine wird winzig, auch wenn es vielleicht groß (genug) ist, das andere dafür größer als es in Wirklichkeit vielleicht ist.
Daran, an diese Eigenwahrnehmung, kann eine Therapie sehr wohl ansetzen und etwas in Veränderung bringen.
Und dadurch verschieben sich auch alle bisherigen Maßstäbe mit![]()
"Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
(mongolisch)
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„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
(Immanuel Kant, 1724 - 1804)
hallo kulle,
das ding ist ja, das du angst vor etwas hast das du dir nur in der Theorie überlegt hast, du kannst also eigentlich gar nicht genau wissen, wie die Verpflichtungen aussehen, ob sie es wert wären, oder ob eine Therapie nicht vill ganz neue Sichtweisen aber keine lösungen bringen kann.
Es ist immer leichter zu sagen, ich versuche es erst gar nicht, denn ich könnte scheitern, dabei muss man sich doch überlegen was ein scheitern bedeuten würde, würde es nicht neue erfahrungen bringen, würden nicht die fehler dir helfen zu lernen? wenn du das ganze mal versuchst nicht so verkrampft zu betrachten, und die Erwartungshaltung darauf beschränkst es zu PROBIEREN, kannst du gar nicht "scheitern".
ich verstehe dass man angst und druck bekommt, wenn etwas nahe liegt und man nur zugreifen müsste um es zu bekommen (wie wenn du jemand neues kennenlernst der an dir interessiert ist), aber wichtig ist doch dass man sich selbst in solchen situationen nicht vergisst, dass man auf die eigenen bedürfnisse achtet und dazu steht, wenn du also mit dieser Person befreundet sein WILLST, dann musst du auch das nötige dafür tun.
aller anfang ist schwer wichtig ist nur dass du das alles nicht als unmöglich und theoretisch betrachtest, sondern du herausfindest wie du leben willst und was du dafür tun kannst. ist erst einmal der wille da, werden sich auch möglichkeiten ergebn die du nutzen kannst und die du als Chance betrachtest![]()
lg
Der Sklave will nicht frei werden. Er will Sklavenaufseher werden.
Gabriel Laub
Bevor ich falle, falle ich lieber auf!!


Danke für eure Antworten. Jetzt werde ich mich in der kommenden Woche gleich in der Psychiatrie vorstellen dürfen. Der Prüfungsstress scheint wohl eine Depression ausgelöst zu haben, welche auch heftige körperliche Symptome mit sich bringt. Von daher fällt mir die Entscheidung da sehr leicht.
Gruß![]()


Nachdem es mir mit meiner depressiven Anpassungsstörung jetzt wieder etwas besser geht, will ich mal auf eure Beiträge eingehen.
Das Problem liegt meiner Meinung nach in meiner Einstellung zu zwischenmenschlichen Beziehungen. Ich akzeptiere die anderen Menschen, benehme mich diesen gegenüber auch anständig und normal. Wenn ich etwas für einen anderen tue, mache ich das auch gerne und verlange auch keine Gegenleistung. Das ein anderer irgendwelche Ansprüche an mich stellt, geht mir ein bisschen zu weit. So nach dem Motto: "Ich lasse Dir deine Ruhe, also lasse mir auch meine Ruhe". Diese Einstellung ist sicherlich auch der Erfahrung geschuldet, dass das Ausdrücken von Frustration ziemlich wirkungslos geblieben ist.
Mein Psychiater hat mir erneut dazu geraten, dass Training sozialer Kompetenzen wahrzunehmen. Er meinte, dass mir es gut tun würde, mich mit anderen Menschen auseinanderzusetzen. Natürlich bietet die soziale Isolation auch einen gewissen Schutz. Das kann allerdings kein dauerhafter Zustand bleiben, das sehe ich schon auch ein.
Gruß![]()
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