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Thema: Hallo, bin ratlos und brauche eure Hilfe

  1. #1
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    Standard Hallo, bin ratlos und brauche eure Hilfe

    Hallo,

    ich bin neu hier und hoffe ihr könnt mir bei meinen Problem helfen. Zur Situation: ich wohne in Norddeutschland und meine Eltern wohnen in Süddeutschland, so dass ich mich nicht persönlich kümmern kann, sondern vieles über Telefon oder Internet erledigen muss. Es geht um meine Mutter. Sie ist 60 Jahre alt und hat sehr, sehr viele Krankheiten. Ich habe mir mal die zeit genommen und alle Symptome aufgeschrieben. Es wurden ganze 2 Seiten. Neben den rein körperlichen Symptomen, wie z.B. Tinnitus, Hypertonie, Schwerhörigkeit, Krämpfe in den Händen und Zehen usw. denke ich, dass sie enorme psychische Probleme hat. Deshalb wende ich mich an euch, da ich denke, dass viele körperlichen Symptome eine psychische Ursache haben. So musste ich feststellen, dass sie sich enorme Schuldgefühle macht, da ich vor Jahren an Depression erkrankt bin und nun auch mein Vater unter Depressionen leidet. Meine Mutter gibt sich die Schuld für unsere Depressionen. Auch macht sie auf mich oft einen verwirrten Eindruck. Zum Beispiel hat sie mich vor einiger Zeit gefragt, ob ich mein Gehalt in einer Lohntüte bekomme. (Dies hat es vor gefühlten 60 Jahren gegeben) Sie hat auch oft Wortfindungsstörungen. Zum Beispiel wollte sie mir auf Weihnachten sagen (ich war zu Besuch bei meinen Eltern), dass ich eine Soßenpackung aus dem Kühlsschrank nehmen soll, die schon angefangen ist. Aber sie sagt, ich solle eine Packung nehmen die "zu" ist. Auch wenn ich sehr oft sage, sie solle doch mal zum Arzt gehen und sich gründlich durch checken lasse, findet sie immer wieder Ausreden warum es gerade nicht geht, dass sie zum Arzt geht. Zum Beispiel, weil es zu kalt ist (und sie beim Arzt zu viel ausziehen müsste) oder dass ganz dringend Pflanzen umgetopft werden müssen oder oder. Neulich hat sie zu mir auch gesagt, dass ihr wohl sowieso keiner mehr helfen kann und sie immer weiter krank bleiben wird. Es tut mir weh, zu hören, dass sie sich aufgegeben hat. Mit 60 Jahren ist man doch nicht zu alt um wieder gesund zu werden. Natürlich, das eine oder andere wird bleiben, aber ich denke, wenn sie erst mal richtig behandelt wird und ich meine damit eine ganzheitliche Therapie, die nicht nur die einzelnen körperlichen Symptome getrennt voneinander betrachtet, sondern Beziehungen zwischen den Krankheiten herstellt und auch die psychische Komponente betrachtet, kann eine Heilung bzw. Linderung eintreten. Leider komme ich mit meinen Wissen nicht so recht weiter. Deshalb bitte ich euch um Rat. Wie schaffe ich es, dass meine Mutter sich helfen lässt. Wie schaffe ich es, dass sie einsieht, dass vieles psychisches bedingt ist und sie an sich selbst erst einmal arbeiten muss und sich vieles eingestehen muss was psychisch bei ihr vor sich geht. Ich hoffe ich konnte euch meine Situation etwas erläutern. Wenn ihr mehr wissen wollt oder müsst um mir zu helfen, sagt mir Bescheid. Ich hoffe sehr ihr könnt mir helfen, denn die Situation belastet mich sehr.
    Gruß
    Löwe

  2. #2
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    Hallo,
    ich denke, ehrlich gesagt, dass Du da nicht viel machen kannst.weil sie das offensichtlich nicht wollen.
    Wenn Deine Eltern nicht irgendwie selbst- oder fremdgefährdend sind, kannst du sie nicht einweisen lassen.
    Hast Du denn in dem Ort noch eine andere bekannte Person, die auch Deine Eltern kennt? Vielleicht könnt ihr mal zusammen mit den beiden reden. Es wäre auch gut, wenn Du Deine Gefühle deiner Mutter gegenüber deutlich ansprichst. Zum Beispiel: "Mama, ich mache mir große Sorgen um Dich, weil Du so viele Krankheiten hast und Dich nicht richtig behandeln lässt. Kannst Du verstehen, wie es mir damit geht? Wäre es denn so schlimm, wenn Du Dich mal durchchecken lässt? -du brauchst doch davor keine Angst zu haben. Oder hast Du Angst davor?"
    So in etwa...
    Wichtig ist, ihr deutlich zu machen, dass Du besorgt bist, dass Deine Sorge aber auch nicht vorgeschoben ist, sondern das es wirklich um sie geht, dass Du einen liebevollen Kontakt pflegst, ehrlich und mitfühlend bist.

    (Ich sage das deshalb, weil mein Bruder mal zum Sozialpsychiatrischen Dienst gegangen ist, weil er sich angeblich große Sorgen machte um mich. Das war allerdings nur vorgeschoben und der Hintergrund war ein ganz Anderer. Deshalb bin ich nicht hingegangen!)

    Vielleicht kannst Du ja was damit anfangen?
    gruß Ibag

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Ibag für den sinnvollen Beitrag:

    Löwe (15.02.2011)

  4. #3
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    Hallo Ibag und natürlich auch an alle anderen,
    danke Ibag für Deine ausführliche Antwort. Zu Deinen Vorschlag: ich habe meiner Mutter schon oft gesagt, dass ich mir Sorgen mache und sie gebeten sich ordentlich durch checken zu lassen. Doch leider versteht sie mich nicht. Sie sagt dann immer:" dann darf ich dir halt nichts mehr sagen, wenn du es dir so zu Herzen nimmst." Das ist genau das Gegenteil was ich mir wünsche. Denn so kann ich ihr nur sehr wenig helfen, bzw. gar nicht, wenn sie mir nicht sagt "wo der Schuh drückt". Mir kommt es fast so vor, als wenn sie es unbedingt möchte, dass es ihr schlecht geht und sie die Krankheit immer so weit fort schreiten lässt, bis nur noch eine OP hilft. Das war z.B. bei ihren Tundalsyndrom so. Leider habe ich keine Freunde an den Heimatort, so dass ich auch keinen "Verbündeten" mit ins Boot holen kann. Ich habe jetzt auch mit meinen Therapeuten darüber gesprochen aber Ferndiagnosen sind nicht wirklich gut geeingnet. Er hat mir dann empfohlen paar einfache Depressionstest durchzuführen (wegen den Schuldgefühlen meiner Mutter an den Depressionen von mir und meinen Vater) und auch einen Demenzfrühwarntest (wegen den Wortfindungsstörungen und anderen Anzeichen). Mein Therapeut hat mich auch beruhigt, dass es dass ja nicht unbedingt sein muss, aber mit diesen Test könnte man Depression oder Demenz ausschließen oder erste Anzeichen feststellen. Ich habe dann versucht die Depressionsteste mit meiner Mutter durchzuführen, doch leider lehnt sie es immer wieder ab. Ich habe ihr natürlich nicht gesagt, dass es sich um einen Depressionstest handelt, sondern dass ich halt glaube, dass sie sehr belastet ist und ich glaube, dass ihre Krankheiten eine psychische Ursachen haben und ich ihr gerne helfen möchte, damit sie nicht wieder (wie bei vielen ihrer anderen Krankheiten) eine längere Ärzteodysee hinter sich bringen muss bis ihr endlich geholfen wird. Aber wie gesagt leider alles ohne Erfolg. Die Depressionstest kann ich übers Telefon machen, doch der Demenztest muss ich irgendwie mit ihr persönlich machen, wegen den Aufzeichnen einer Uhr und ähnliche Sachen. Da ich beruflich momentan mir keinen Urlaub nehmen kann habe ich mit meinen Vater gesprochen und ihn gebeten mich zu unterstützen. Er hält es für keine gute Idee diese Test durchzuführen und will am liebsten nichts davon wissen, dass meine Mutter krank ist. Das hat mich sehr belastet! In den Tagen nach diesen Gespräch war ich sehr am Boden zerstört und fühlte mich sehr einsam und hilflos. Ich habe jetzt auch gelesen, dass es einen sog. sekundären Krankheitsgewinn gibt. Könnte das die Lösung meiner Probleme sein (bzw. die Lösung für die Probleme meiner Mutter)? Ab und zu kommt es mir so vor, als wenn sie die Krankheiten richtig sammelt und die Heilung so weit hinauszögert, bis nur noch eine Linderung bzw. eine OP helfen kann. Kann man nach OPs süchtig sein? Ich fühle mich einsam und hilflos! Ich weiß nicht was ich machen soll und was richtig ist! Weiß nicht wie ich mich richtig verhalten soll! Bitte helft mir!!!
    Danke!
    Gruß
    Löwe

  5. #4
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    hallo Löwe,

    Du könntest Deine Eltern so oft es geht besuchen. Mit ihnen reden, sie umarmen, Dich mit ihnen beschäftigen.
    Wenn Du eine Einzelkind bist und schon lange aus diesen Bezügen Deiner Heimat erntfernt, so ist es hilfreich, Dich an die Kirche zu wenden. Damit sich Jemand auch noch um Deine Eltern kümmert ,wenn Du nicht da bist; falls Du Einzelkind bist!
    Deine Eltern brauchen Ansprache, Teilhabe am Leben mit Anderen und auch das "schnacken" mal so nebenbei.
    Frag doch mal beim Pastor, ob der was weiß, wer da noch betreuen kann, wenn Du wenig Zeit hast. Ehrenamliche, die sich für die Belange von alten Menschen interessieren und darin eine Aufgabe finden, gibt es schon auch in einer sozialen Gemeinschaft. Ich habe das auch schon selber mal gemacht ( gesetzliche Betreuung), das ist gar nicht so schwierig.
    Du kannst ja auch nichts dafür, dass Du weit weg einen Beruf ausüben musst.
    also, in diesem Sinne
    LG Ibag

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