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Thema: hass auf mädchen

  1. #1
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    Standard hass auf mädchen

    hallo,
    ich bin 35, mutter, derzeit als erzieherin arbeitend. seit ich denken kann, habe ich unbändigen hass auf mädchen. das geht soweit, dass ich körperlichen ekel empfinde und gewaltphantasien auftreten. das ist nicht generell so, sondern nur bei bestimmten personen.
    zu mir lässt sich sagen, dass ich recht unzufrieden mit mir bin. das bezieht sich auf mein äußeres und auch auf meinen beruf. mein vater hat mich als kind oft spüren lassen, dass ich an seinem beruflichen "werdegang" bzw. versagen schuld sei. geglaubt habe ich das nicht. meine mutter hatte immer eine abneigung gegen gut und modern gekleidete frauen, die sich zurecht machen. nach ihrer meinung "erschliefen" die sich jegliche erfolge nur.

    ich bin über mich selbst sehr verwirrt. kann mir jemand etwas vernünftiges raten?

    gruß ns

  2. #2
    Gast784
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    hallo ns,

    sehr wahrscheinlich hat das viel mit dem zu tun, was Deine Eltern Dir vorgelebt haben, also dass Du auf ein sehr negatives Frauenbild sozialisiert wurdest . Kannst Du ein Muster erkennen, bei welchem Typ von Mädchen/Frau diese Gefühle auftauchen?

    Generell sehe ich es so: da gibt es eine Gruppe von Menschen, die von Dir innerlich als nicht ok abgelehnt wird. Du selbst hast von Deinem Vater vermittelt bekommen, nicht ok zu sein, nur aufgrund Deiner Anwesenheit. In beiden Fällen ist es so, da hat der Aussender der Botschaft Probleme mit sich und anstatt bei sich zu gucken und bei sich zu bleiben, projeziert er das nach aussen. Dein Vater mit Schuldvorwürfen, Du mit Ekelgefühlen.

    Siehst Du da auch Parallelen?

    Interessant bei solchen Konstellationen ist auch Familienstellen. Denn solche Verstrickungen können über mehrere "Frauen-"Generationen gehen. Gerade weil auch die Kriegsgeneration zu einem großen Teil sehr schlimmes erlebt hat. Diese Traumatisierungen können sich gut 1-2 Generationen weiter durchziehen.

    Warum arbeitest Du derzeit als Erzieherin? Ich finde das, ehrlich gesagt, erschreckend. Denn die Gefahr, dass Du Dein negatives Frauenbild, das Du vermutlich selbst unterschwellig vermittelt bekamst, an die Kinder weiter vermittelst, ist doch immens. Es kann sein, dass Mädchen sich unbehaglich fühlen und nicht wissen warum. Irgendwie nicht richtig, eben. Wie kam es überhaupt dazu, dass Du in diesem Beruf gelandet bist?

    Hast Du eine Tochter oder einen Sohn?
    Geändert von Gast784 (28.05.2011 um 11:39 Uhr)

  3. #3
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    ich habe einen sohn.
    ehrlich gesagt sind diese negativgefühle erst wieder ins bewußtsein getreten seitdem ich als erzieherin arbeite. mittlerweile arbeite ich nicht mehr in diesem beruf bzw. wurde das beschäftigungsverhältnis vom arbeitgeber aufgrund meiner deutlich zutage tretenden abneigung beendet. darüber bin ich weder böse, noch traurig. eher bin ich schockiert darüber, dass mich ein frauenbild so stark beeinflusst, obwohl ich weiß, dass es verzerrt und irreal ist.
    diese negativen gefühle treten vor allem bei mädchen auf, die sehr niedlich und knuffig, aber auch sehr schlau sind und erwachsene gut um den finger wickeln können. also der typ mädchen, der viel ausheckt, aber dem dann, weil er ja sooo süß ist, keine strafe droht.
    während des schreibens macht sich der gedanke breit, ob nicht eine gewisse eifersucht bzw neid die ursache sein könnte - ich war als kind der typ mädchen: intelligent, vertrauensselig, hilfsbereit, dick und tollpatschig....
    es geht mir nicht darum diese gefühle völlig abzulegen, das wäre in anbetracht meiner erziehung auch kaum möglich, sondern sie zu kontrollieren.
    verstehst?

  4. #4
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    oder vielleicht geht es mir auch nur darum jemandem diese gefühle anzuvertrauen, ganz anonym. jemandem in meinem leben das zu erzählen, traue ich mich ehrlich gesagt nicht.

  5. #5
    Gast784
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    es geht mir nicht darum diese gefühle völlig abzulegen, das wäre in anbetracht meiner erziehung auch kaum möglich, sondern sie zu kontrollieren.
    verstehst?
    ich verstehe schon, ns, ich denke aber, dass es mehr bringt, etwas Eigenes, Neues zu entwickeln, das zu dem Alten ein Gegengewicht bildet. Mir hat es z.B. sehr geholfen, mich mit Frauengeschichte zu beschäftigen, darüber zu lesen, wie Frauen in verschiedenen Epochen gelebt haben, usw. Auch Bücher über Mythologie (Göttinnen), Matriachatsforschung, oder feministische Theologie (neu und schöner: statt Feminismus heisst es heut generell "gender") können helfen, ein neues Selbstverständnis zum Weiblichen aufzubauen.und darüber das Eigene zu finden. Frauen werden ja im Prinzip ohne eigene Geschichte sozialisiert. Also ein bißchen Spurensuche im eigenen Geschlecht kann nicht schaden

    Dazu kam bei mir stärkend die Körpertherapie, welche Körper, Seele und Geist wieder als ganzes fühl- und erlebbar machte, und folglich auch der für mich größte Schritt zur Selbstaussöhnung war. Seitdem hab ich es generell mehr mit dem integrieren, anstatt mit dem kontrollieren

    oder vielleicht geht es mir auch nur darum jemandem diese gefühle anzuvertrauen, ganz anonym. jemandem in meinem leben das zu erzählen, traue ich mich ehrlich gesagt nicht
    dann könnte für Dich auch Biografiearbeit interessant sein. Kannst Du allein daheim einiges machen (es gibt Bücher dazu), aber es gibt auch Gruppen (z.B. in anthroposophischen Kreisen mal nachfragen).
    Geändert von Gast784 (28.05.2011 um 14:30 Uhr)

  6. #6
    Moderator Avatar von phel
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    Vielleicht liege ich mit meinen Gedanken daneben, aber versuchen möchte ich es trotzdem ,)

    Wenn ich mir kurz einen Begriff aus Bernes Transaktionsanalyse ausleihe (und an diesen musste ich unweigerlich denken, als ich Gabis zutreffende 'Ich bin nicht ok. - Du bist nicht ok.'-Bemerkung entdeckte!), dann kann man kurz und knackig behaupten, dass in diesen Situationen dein "Eltern-Ich" dominiert: all die Vorurteile und die ungeprüften Aussagen, die deine Eltern vertraten. Dass deine Wut sich gegen die 'niedlichen' und 'knuffigen' Mädchen richtet, die sich dank "Kindchenschema" der Strafe entziehen, also ihr "Äußeres" einsetzen, das wundert mich nicht - repräsentieren sie doch die Art Frauen, vor denen dich deine Mutter "gewarnt" hat.

    Ich würde die vorherigen Vorschläge direkt unterzeichnen, Hauptaugenmerk auf eine Körperpsychotherapie legen. Lerne dich kennen, und lass die Vergangenheit nicht die Gegenwart, oder sogar die Zukunft bestimmen - das solltest nur du!

    Alles Gute!

  7. #7
    katha
    Gast

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    Halli Hallo,
    puhh also erstmal krass das dir das jetzt das erste mal in deinem leben begegnet...man könnte annehmen das solche probleme sich schon eher zeigen wenn sie in einem sind...vor allem wenn man erzieherausbildung macht, weil die ausbildung ja doch viel mit selbstreflektion und praxiserfahrungen verbunden ist.

    naja also ich hab auch so meine theorie wo das ganze herkommen könnte für mich hört es sich zum einen so an als wäre da viel neid und eifersucht...diese kleinen süßen mädchen kriegen die aufmerksamkeit, haben die vorteile die du als kind vielleicht nicht hattest (weil du nicht diesem bild:süßes mädl mit stupsnase und großen blauen augen entsprochen hast) und sie dürfen so sein (so lieb und süß) wie du als kind nie sein durftest..obwohl du es vielleicht gern gewesen wärst....und zum zweiten glaube ich das du durch die tatsache das du vermittelt bekommen hast das du nicht ok bist, das frauen die sich herrichten nicht ok sind usw. ängste entwickelt hast...wenn man aufwächst mit diesem "wenn du so bist bist du ok...und wenn du so bist dann nicht" ist das der ideale nährboden für moralische ängste...die angst ansprüchen nicht gerecht zu werden. naja und aus deiner ausbildung weißt du bestimmt noch, dass ängste die nciht auf realistische art u weiße reduziert werden können mit abwehrmechanismen reduziert werden. für mich hört es sich nach identifikation an...das heißt gleichmachen mit den aggressor...deine mutter hat dir aufgezeigt welcher typ frau/mädchen nciht ok ist und du machst es ihr gleich...
    ja das wären so meine ideen...lg, katha

  8. #8
    Neuling
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    hallo
    ich war lange nicht hier. das heißt, ich habe vieles überdenken müssen. im übrigen habe ich nicht erzieherin gelernt, sondern den job angenommen, weil eben gerade jemand gesucht wurde und ich eine berufspädagogische ausbildung habe. liegt aber beides in der praxis äonen auseinander. im nachhinein kommt mir die arbeit dort wie die hölle vor.
    jedenfalls ist mir tatsächlich einiges klarer geworden. das ist gut.
    vielen dank für eure hilfe

    nancy

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