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Thema: Helferdrang macht mich fertig

  1. #1
    Neuling
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    Standard Helferdrang macht mich fertig

    Hallo liebe Forum-Gemeinde,
    Nach langem Überlegen hab ich mich dazu entschieden, mein Problem hier zu posten. Irgendwie schäme ich mich allerdings, da es hier Menschen gibt, die weitaus schlimmere Probleme haben und ich deswegen nicht mit so einer Kleinigkeit nerven will, aber ich hoffe, mir kann trotzdem jemand helfen.

    Mein Problem ist folgendes:
    Seit ich denken kann, hab ich immer das Gefühl, alles und jedem helfen zu müssen. Wenn es beispielweise Streit im Freundeskreis gibt, hab ich immer dieses Gefühl, dass ich UNBEDINGT alles versuchen muss, was in meiner Macht steht, um den Streit zu schlichten. Obwohl es mich ja eigentlich gar nichts angeht, wenn sich 2 Personen streiten. Das ist ja dann denen ihre Sache, oder?
    Oft versuche ich dann irgendetwas, um die Situation zu verbessern, aber mache damit alles nur schlimmer. Komisch ist allerdings, dass ich mich dann besser fühle, obwohl es schlimmer geworden ist. Ich glaube das liegt daran, dass ich dann die Gewissheit habe, dass ich es wenigstens versucht hab.

    Ich poste das hier gerade jetzt, da es zur Zeit wieder so einen Fall gibt. Diesmal betrifft er aber mich selbst und nicht 2 aussenstehende Personen.
    Seit geraumer Zeit hab ich immer mehr das Gefühl, dass die Freundschaft zu einem meiner besten Freunde immer oberflächlicher, unwichtiger und allgemein kaputter wird. Ich bedauere das sehr und würde gern mit dem Freund darüber reden, damit es wieder wie früher sein kann, aber ich bin mir sicher, dass es dadurch wieder nur schlimmer werden würde.
    Und jetzt habe ich jeden Tag dieses schreckliche Gefühl. Ich fühl mich, als würde ich unter Strom stehen oder sowas. Das Beste wäre es bestimmt, einfach abzuwarten und vielleicht mit viel Geduld wieder auf diesen Freund zuzugehen. Geduld habe ich auch normalerweise, da ich lange Zeit im Krankenhaus war und einem da ja nichts anderes übrig bleibt als zu warten... Aber in dieser Hinsicht bin ich einfach unmöglich. Dieses Gefühl immer alles hinbiegen zu müssen, frisst mich einfach auf

    Ich hoffe zutiefst, jemand von euch kann mir helfen.
    Gruß, Ctree
    Geändert von Ctree (14.11.2010 um 20:38 Uhr)

  2. #2
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    http://www.youtube.com/watch?v=S9yRcWqRO9I

    du bist nicht allein, es gibt noch mehr von uns

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Krümel
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    Wenn er wirklich einer deiner besten Freunde ist, sollte es die Freundschaft eigentlich aushalten, dass man mal Tacheles miteinander redet

    Sonst ist es natürlich immer Situationsabhängig, ob man sich einmischt oder nicht. Wenn sich zwei Personen streiten und dich mit reinziehen oder du sonst irgendwie zwischen die Fronten gerätst, würde ich schon sagen, dass es dein gutes Recht ist, da zu sagen "Leute, haltet mich raus!" oder versuchen zu schlichten. Wenn du aber nix mit zu tun hast, solltest du dir vielleicht wirklich lieber angewöhnen dich rauszuhalten (ist schwer, ich weiß ).
    Und will ich die Sterne dann finde ich selbst dorthin
    Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin
    Ich wehr mich bevor ich mich verlier
    Denn ich gehör nur mir!

    Elisabeth, "Ich gehör nur mir"

  4. #4
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    Hallo Ctree

    Wie harmoniebedürftig bist du? Welche Ängste kommen in dir auf, wenn zwei Menschen streiten? Vielleicht liegt darin der Hund begraben.
    Kein "problem" haben viele Menschen, die es nicht aushlaten können, wenn Disharmonien entstehen. Dem lieben Freiden zu liebe mischt man sich ein, obwohl die Streithähne ihren Streit austragen müssen, um zu einem Ergebnis zu kommen.

    Nicht jeder Streit führt zum Krieg! Nicht jeder Streit bedeutet eine Katastrophe! Versuche dich in Gelassenheit zu üben und im Vertrauen, dass die Kontrahenten wissen was sie tun.

  5. #5
    Neuling
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    Hey Leute,
    Vielen Dank für die Antworten
    Es ist wirklich beruhigend zu wissen, nicht der einzige zu sein, der so tickt.

    Zu der Sache mit dem Freund:
    Naja, das ist etwas kompliziert. Er ist zwar einer meiner besten Freunde, aber ich weiß nicht, ob das umgekehrt genau so ist. Ich glaube eher nicht, dass ich ihm genau so wichtig bin, wie er mir, denn er hat schon ein paar mal die ganze Freundschaft wegschmeißen wollen und nie wieder mit mir reden wollen. Und wenn ich ihm nicht besonders wichtig bin, erklärt das auch, warum er immer so distanziert und kalt mir gegenüber ist. Deswegen will ich es auch nicht riskieren, das, was wir noch haben, auch noch auf's Spiel zu setzen. Aber ich hab einfach diesen Drang, etwas tun zu müssen...

    Und das Schlimmste ist, dass sich mein Helferdrang nicht nur auf Streitigkeiten, sondern auf fast alles bezieht. Es ging sogar mal so weit, dass ich mein eigenes Leben total vernachlässigt habe, nur um jemand anderem zu helfen. Und zwar hat dieser jemand eine psychische Krankheit namens Somatoforme Autonome Funktionsstörung. Das heißt also, dass er Schmerzen kriegt, die von seiner Psyche ausgelöst werden. Früher hatte er sehr oft Schmerzen und ich hab dann immer meine privaten Termine abgesagt, wie zum Beispiel Geburtstagsfeiern und hab sogar schulisch alles hingeschmissen, nur um helfen zu können.
    Für das, was ich tue, krieg ich oft nie was zurück. Das ist auch eigentlich nicht schlimm, nur manchmal verletzend, wenn man selbst mal Unterstützung braucht und die Leute, die nur dank dir da sind, wo sie jetzt sind, dann etwas besseres zu tun haben.

    Ich hab mir schon oft Gedanken gemacht, was ich damit anrichte. Denn wenn ich immer versuche, die Probleme anderer zu lösen, gebe ich ihnen ja nicht die Chance, soetwas selbst zu lösen und daraus zu lernen. Das ging schon so weit, dass ich immer wieder die Beziehung eines Paares zusammengehalten und gerettet habe und als ich dann mal 1 Monat aufgrund eines Auslandaufenthaltes nicht da war, die Beziehung sofort in die Brüche ging und beide danach totunglücklich waren.
    Ich hab auch schon darüber nachgedacht, woher das kommen kann, dass ich so bin und mir sind 2 Dinge eingefallen, die relativ plausibel sind:
    1) Vielleicht liegt es an meiner Kindheit, in der ich mich immer nutzlos gefühlt habe und auch nie wirkliche Liebe vom Elternhaus erfahren habe, dass ich jetzt immer alles tun will, um eben nichtmehr nutzlos zu sein.
    2) Oder es liegt vielleicht daran, dass ich mir einfach nur wünsche, dass es mal jemanden gibt, der meine Probleme löst, oder es zumindest versucht. Das wäre ja ein Zeichen dafür, dass man jemandem nicht egal ist, oder?

    Ich bin so verwirrt...
    Mit freundlichen Grüßen, Ctree

    /e: Wunderlampe, habe deinen Post erst jetzt gelesen, also hier noch eine Ergänzung:
    Besonders harmoniebedürftig war ich eigentlich nie und in meiner Pubertät hat man von mir sogar gesagt dass ich regelrecht Streit suche. Aber vielleicht ist das ja die Ursache für diesen Drang? Ich hatte schon unzählige Streite, die wirklich wirklich wirklich schlimm geendet haben. Das ging sogar so weit, dass ich mich nach einem Streit selbst verletzt habe, nur um der Person zu zeigen, wie sehr sie mir weh getan hat, damit sie sich mies fühlt. Könnte es denn sein, dass ich deswegen unterbewusst die Angst habe, dass es andere Leuten genau so gehen kann?
    Gruß, Ctree
    Geändert von Ctree (14.11.2010 um 21:28 Uhr)

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