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Thema: Herzschmerzen?

  1. #1
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    Standard Herzschmerzen?

    Hallo,

    ich bräuchte mal einen kleinen Tipp von euch und bin für jeden dankbar. Für alle, die meine Lage noch nicht kennen: ich bin 19 Jahre alt und in Therapie wegen Depressionen und Angststörungen. Die Therapie hilft mir gut, zumindest habe ich nicht mehr so oft und so starke Depressionen wie vorher. Die Ängste sind aber nur sehr wenig zurückgegangen, außerdem haben sich bei mir in den letzten Wochen immer öfters Kopfschmerzen und Schmerzen im Brustbereich entwickelt.

    Und um diese Brustschmerzen geht es mir. Einmal fühlte ich mich im Sportunterricht sehr unwohl, es krippelte ständig in der Gegend, wo das Herz sitzt, und es drückte und stach auch manchmal, aber nur gering, vor allem, wenn ich anfing, mich so anzustrengen, dass sich der Puls erhöhte. Aus Angst machte ich daher erstmal nicht mit und ging danach zu meinem Hausarzt, da wir uns lange kennen.

    Dass ich irgendetwas mit dem Herzen hätte, wäre so gut wie ausgeschlossen, sagte er, vor allem wegen meinen noch jungen Jahren. Er meinte eher, dass diese Beschwerden rein psychisch, durch inneren Stress und Druck, sind. Er hatte mich auch mal an einem bestimmten Nerv am Rücken gedrückt, wo es ziemlich schmerzte und er darauf sagte, dass dieser Nerv für allgemeine Brustschmerzen sorgen kann, wenn er angespannt ist.

    Obwohl ich mir nicht vorstellen könnte, dass ich herzkrank bin, habe ich irgendwie ständig die Angst, dass mir etwas Schlimmes mit dem Herzen passieren könnte. Zum Beispiel ein Infarkt oder etwas ähnliches, was sehr schmerzt und wodurch ich außer Gefecht gesetzt werden könnte. Die Beschwerden kommen jeden Tag vor, nur zu unterschiedlichen Zeiten, aber nicht morgens, sondern mindestens gegen Nachmittag bis höchstens jetzt und solange ich noch wach bin. Bin ich ausgeschlafen, sind die Schmerzen so gut wie ganz weg. Vielleicht liegt es daran, dass ich durch den Schlaf entspannt bin und die Schmerzen nur auf Spannung beruhen? Ich muss auch zugeben, dass ich schon sehr angespannt und nervös bin, vor allem wenn ich mich unter vielen Menschen aufhalte (was Teil meiner Therapie ist).

    Meine Angst beruht vor allem darauf, dass die Schmerzen von dort kommen, wo auch das Herz sitzt. Manchmal wandert der Schmerz mal auf die andere Seite rüber, manchmal etwas runter bis Magengegend, aber sonst an jener besagten Stelle. Überwiegend verspüre ich ein Druck und ein leichtes Kribbeln, was mich sehr reizt, sowie einige Stiche.

    Und wenn ich am Puls messe (zum Beispiel am Hals, am Arm oder am Knöchel), dann muss ich feststellen, dass mein Herz etwas unregelmäßig pumpt. Mal langsam, dann auf einmal schneller und plötzlich wieder langsam.

    Mein Hausarzt verschrieb mir trotzdem eine Schachtel Ibuprofen für den Fall, dass mich meine Ängste doch mal wieder übersteigen sollten, hab sie aber bisher noch nie eingenommen. Möchte ich auch nicht, ich nehme ohnehin schon zu viele Tabletten.

    Und meine Frage ist jetzt, ob das wirklich Herzschmerzen sein können oder ist das eher etwas anderes? Kann es Lunge sein?

  2. #2
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    Standard

    Guten Morgen

    Vielleicht kommt das auch vom Nacken her,hast Du irgendwie Rückenprobleme?

    Weil solche Schmerzen,können oft in andere Bereiche ausstrahlen,zb.Kopfschmerzen,
    Brustschmerzen ect.

    Ich hatte auch Jahrelang Brustschmerzen und dachte immer das ich bald einen Herzinfarkt
    bekommen könnte,es stellte sich aber heraus das es vom Nacken her kam!

    lg raskowitz
    Geändert von raskowitz (11.07.2011 um 05:28 Uhr)

  3. #3
    Schreiberling
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    Standard

    Danke für die Antwort!

    Speziell Nackenprobleme habe ich eigentlich selten, aber manchmal habe ich (bestimmt muskulöse) Schmerzen zwischen Nacken und Schultern. Das kommt wegen dieser Nervosität und Anspannung.

    Ich war einmal in einer Röntgenuntersuchung, wo mein Arzt meine Wirbelsäule kontrollierte. Er stellte nichts Besonderes fest, nur weit unten (für alle Mediziner: im Bereich L4, L5) gibt es leichte Anspannungen.

    Wie hattest Du es denn herausgefunden, dass Deine "Brustschmerzen" vom Nacken her kamen? Das interessiert mich, vielleicht ist es ja bei mir ähnlich.

  4. #4
    katha
    Gast

    Standard

    Hallo,
    also ich hatte mal ganz oben am rippenbogen (wenn man das so nennt)...ein ganz grusseliges "knacken" hat ssich so angefühlt als würden sich da richtig knochen verschieben oder so..hat auch richtig wehgetan....
    es hat sich dann rausgestellt das es von meiner überlasteten wirbelsäule herkommt

  5. #5
    Gast9035
    Gast

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    Hallo Exot,

    wenn Du Medikamente nimmst, regelmässig, könnten es auch Nebenwirkungen sein.

    Und dann psychiche Ursache natürlich auch. Meine Schwester hat Brustschmerzen seit drei Jahren und hat auch immmer Angst wie Du, an Herzinfarkt zu sterben. Sie ist auch in Therapie.
    Früher hat sie diese Angst sehr oft gehabt, jetzt weniger.

    Also gut, dass du in Therapie bist.

    Mehr kann ich dazu gar nicht sagen, ich hoffe, Du kannst das Leben trotz deiner Krankheit geniessen, sofern man es halt kann.
    lg
    das Meer

  6. #6
    Schreiberling Avatar von Schatten
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    Hallo Exot.

    Ich kann hier natürlich keine Ferndiagnosen stellen, aber Du kannst fast sicher sein, dass das Problem mit Deiner Angststörung zu tun hat, es dürfte eine Somatisierung von Ängsten/Spannungen sein.
    Es ist „einfach“ die verstärkte Aufmerksamkeit die man den eigenen Symptomen im Rahmen einer solchen Störung zukommen lässt und in die man sich dann evtl. reinsteigert.
    Man sollte schon auf sein Herz hören, aber im übertragenen Sinne, das ist ein ganz guter Weg aus einer Angststörung, wenn die nachlässt, werden auch die Symptome nachlassen.
    Die Angst fragt immer, ob es nicht doch sein könnte, dass man irgendeine seltene, von Ärzten nicht erkannte Krankheit hat, gerade das Herz ist aber ungeheuer robust und mit 19 einen Infarkt zu bekommen ist sehr sehr unwahrscheinlich.

    Das alles wirst Du wissen, es wird Dich aber vielleicht nicht ganz überzeugen.
    Weh tun kann es in dem Bereich aus 1000 Gründen, vergiss sie einfach. Nervenblockaden, Muskelzerrungen und weiß der Kuckuck was nicht noch alles. Dass Aufregung den Puls verändert ist normal, dafür ist der Puls da, der Blutdruck auch.

    Was Du machen kannst:

    -Zunächst, die Therapie weiter.

    -Kohärenztraining: Ist im Grunde vollkommen einfach und nachgewiesenermaßen äußerst effektiv. Stell Dir in einer entspannten, ungestörten Situation eine schöne Erinnerung vor, die Dir Freude bereitet und Dich zum Lächeln bringt. Kein mechanisches Filmstar-Grinsen, sondern ein echtes Lächeln, was (oftmals) von den Augen ausgeht. Bleib einige Zeit bei dem Gefühl und lenke das Lächeln dann in Deinen Herzraum oder Brustkorb und versuche zu spüren, wie das Lächeln sich dort anfühlt.
    Dun findest diese und andere zum Teil für Dich nützliche Beschreibungen in dem sehr guten und preiswerten Buch von David Servan-Schreiber Die Neue Medizin der Emotionen, das ich Dir „ans Herz legen“ möchte, lohnt sich.

    -Dein Herz will Aufmerksamkeit, schenk sie ihm. Sehr gut geeignet sind geführte Meditationen die sich mit bestimmten Organen beschäftigen, ich empfehle gerne die von Dr. Rüdiger Dahlke, wirst Du im Internet finden.

    -Lass Dir die Freude an der Bewegung nicht versauen. Mach das was geht, ohne Dich total zu überanstrengen, das gibt einen guten Trainingseffekt und Du wirst recht schnell erleben, dass Du Dich auf Dein Herz viel mehr verlassen kannst, als Du jetzt gerade meinst. Flotte Waldspaziergänge reichen anfangs schon, später kannst Du bergauf laufen (naja da oben im Norden…). Wenn Du dann in der Bewegung irgendwann Dein Herz vergisst und nicht mal mehr merkst, wie es schlägt, bist Du auf einem guten Weg, das wird früher oder später so sein.
    Auch gut und bewährt die Kneippschen Güsse, vor allem auch Unterarmgüsse/bäder.

    -Mach Entspannungstraining, wirst Du bei der Therapie vermutlich eh lernen.
    Der Wechsel aus Anspannung und Entspannung ist gut und je weiter zu Spekrum dazwischen ist, umso besser, ergibt sich mit der Zeit.
    Yoga und sowas hilft auch, wenn Du einen Zugang dazu hast.
    Helfen kann auch eine Ernährungsumstellung, wirst Du auch im Net mit totgeschmissen, ich fand immer den guten alten Bruker überzeugend, man muss nur aufpassen, dass man daraus keine Religion macht.

    -Ganz wichtig (wie das Meer schon schrieb): Lass Dir die Freude am Leben erst recht nicht versauen. Ran ans Leben, auch wenn das Herz vor Aufregung höher schlägt, dafür lebst Du. Verlieben ist gut.
    Wenn Du aus der etwas erzwungenen Ruhe was lernst oder eben die Zeit nutzt, auch nicht schlecht, versuch anzunehmen, was sich da mehr oder weniger von selbst ergibt, ist nie falsch.

    Zu guter Letzt: Ich kenn den „******“ aus eigener Erfahrung, ich war damals nur wenig älter als Du und habe das ganze Spektrum der Herzneurose ausgekostet, so gut es nur ging, sprich, ich bin bei jeder kleinsten körperlichen und psychischen Belastung „am Infarkt gestorben“, über lange Monate, kenne Notfallaufnahmen, Kardiologen und den ganzen Mist, der einen nur für ein paar Tage beruhigt, wenn man hört, dass alles in Ordnung ist. Geholfen hat die Psychotherapie und ungefähr das, was ich Dir oben geschrieben habe, heute fahre ich mit dem Rad bei Gluthitze steile Berge hoch, ganz ohne Herzängste.

    Gruß,

    Schatten

  7. #7
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    Ich kenne auch diese Ängste, die bei mir als Panikattacken mit Herzphobie benannt wurden.

    Zitat Zitat von Exot Beitrag anzeigen
    Dass ich irgendetwas mit dem Herzen hätte, wäre so gut wie ausgeschlossen, sagte er, vor allem wegen meinen noch jungen Jahren. Er meinte eher, dass diese Beschwerden rein psychisch, durch inneren Stress und Druck, sind.
    (...)
    Obwohl ich mir nicht vorstellen könnte, dass ich herzkrank bin, habe ich irgendwie ständig die Angst, dass mir etwas Schlimmes mit dem Herzen passieren könnte. Zum Beispiel ein Infarkt oder etwas ähnliches, was sehr schmerzt(...).
    Auch ich habe mich untersuchen lassen, sogar von einem Herzspezialisten, der einen Herzultraschall machte. Ich war eigentlich überzeugt davon, bis der Druck in der Brust wieder anfing, da konnte ich nicht mehr rational denken. Ab dann kreisten auch meine Gedanken immer in Richtung: "vielleicht hat er was übersehen, das kann doch nicht sein, dass mein Kopf dieser Druck, das Kribbeln im Arm und das Stechen in der Brust verursacht".
    Nachdem die Angstattacke aber verflogen war, konnte ich wieder normal & rational denken und wusste, dass das wieder nur meine Ängste waren, die mir diese Panik verursacht haben.

    Auch das kann ich bestätigen, habe ich genauso wie du erlebt. Ich habe auch ständig nach einer Ursache gesucht und auch gemerkt, dass mein Druck in der Brust immer nur Mittags kam, meist im Sommer, wenn es draussen warm war oder mein Kreislauf nicht richtig mitmachte.
    Die Beschwerden kommen jeden Tag vor, nur zu unterschiedlichen Zeiten, aber nicht morgens, sondern mindestens gegen Nachmittag bis höchstens jetzt und solange ich noch wach bin.
    Dito. Kenne ich auch:
    Meine Angst beruht vor allem darauf, dass die Schmerzen von dort kommen, wo auch das Herz sitzt. Manchmal wandert der Schmerz mal auf die andere Seite rüber, manchmal etwas runter bis Magengegend, aber sonst an jener besagten Stelle. Überwiegend verspüre ich ein Druck und ein leichtes Kribbeln, was mich sehr reizt, sowie einige Stiche.
    Und nachdem ich mir wirklich eingeredet habe, dass es nicht das Herz ist - wozu ich aber ein ganzes Jahr brauchte - hatte ich trotzdem Angst. Angst vor meinen Ängsten, dass ich irgendwo umkippe, weil mir in dem Angstzustand immer schwindlich und schlecht wurde. Dass ich in Ohnmacht falle, irgedwo auf der Strasse, im Zug, wo sich Menschen um mich versammeln. Und muss dazu aber sagen, dass ich ganz schnell in Ohnmacht falle, von jetzt auf nu.

    Und wenn ich am Puls messe (zum Beispiel am Hals, am Arm oder am Knöchel), dann muss ich feststellen, dass mein Herz etwas unregelmäßig pumpt. Mal langsam, dann auf einmal schneller und plötzlich wieder langsam.
    Ja, kenne ich . Das ist dennoch normal. Wirklich. Auch ich war überzeugt, dass mein Herz nicht regelmässig und gleichstark pocht. Lass dir aber ein Belastung-EKG machen und dich davon überzeugen, dass dein Herz völlig in Ordnung ist und regelmäßig schlägt. Hat mir zumindest geholfen, auch wenn dies wieder mit Zeit verbunden war. Es ist nämlich so, dass man in der Angstattacke nicht wirklich rational denken kann und man zweifelt wieder Diagnosen von Ärzte an. Bis sich das nicht in deinem Gehirn unbewusst festsetzt, wirst du in den Attacken immer alles anzweifeln.

    Mein Hausarzt verschrieb mir trotzdem eine Schachtel Ibuprofen für den Fall, dass mich meine Ängste doch mal wieder übersteigen sollten, hab sie aber bisher noch nie eingenommen. Möchte ich auch nicht, ich nehme ohnehin schon zu viele Tabletten.
    Habe ich noch nie gehört. Ist ein Schmerzmittel und wüsste jetzt nicht wie das bei Panikattacken helfen könnte... Ich habe von meinem Arzt, nach Jahren, eine Notfall-Tablette gekriegt. Und zwar ein ziemlich starkes Mittel, das auch schnell abhängig macht. Aber auch in Notsituationen hilft. Dadurch, dass ich wusste, ich darf es nur in den äußersten Notfällen gebrauchen, habe ich eine solche Tablette nur 2-3 Mal in etwa 2 Jahren gebraucht. Es war eine Tavor-Tablette, die angstlösen wirkt und zwar sofort (aber auch zur Droge werden kann). Die Idee, dass ich sie aber immer parat hatte, hat mir viel geholfen. Ich hatte immer einbisschen Sicherheit, dass ich vor Angst nicht irgendwo umkippen kann. Das war aber in der Zeit, wo ich ganz genau wusste, dass meine Ängste lediglich vom Kopf kommen und nicht organisch verursacht waren.

    Ich habe mich letztendlich selber therapiert. Dafür aber Jahre gebraucht... Und ich könnte nicht mit Sicherheit sagen, dass die Änsgte nicht wieder kommen... Das Schlimme an ihnen ist, dass man sie nie wirklich unter Kontrolle hat.
    Wenn du ein Interesse daran hast wie ich das geschafft habe, dann gebe mir bescheid. Es ist eine etwas längere Geschichte, die zugegeben: auch etwas seltsam klingt. Hat aber nix schlimmes an sich, man versucht letztendlich nur, sein eigenes Hirn zu veräppeln, indem man ihm einredet, dass der Schmerzen eben nicht vom Herzen kommt sondern von woanders. Man lenkt also den Schmerz von der Brust im Rücken und dann weiter, im Nacken etc. Lange Geschichte.

    Ganz wichtig ist es aber, dass du erstmal Untersuchungen machst, die dir bestätigen, dass da nichts Organisches vorliegt! zB die Schilddrüse untersuchen lassen, Herzultraschall. Denn nur so kannst du damit beginnen, dich selber unter Kontrolle zu setzen und an dir zu arbeiten! Deinem Gehirn muss wirklich klar sein, dass dein Herz in Ordnung ist!

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