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Thema: Hilfe, ich wurde antiautoriär erzogen

  1. #17
    Neuling
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    Zitat Zitat von Kaja Beitrag anzeigen
    Wieso legst Du so großen Wert darauf festzustellen, dass es Dir mit Sicherheit viel schlechter geht, als zB meinem Freund?
    Nun weil du immer deinen freund als beispiel angeführt hast warum ich das auch einfach so schaffen können muss.

    Zitat Zitat von Kaja Beitrag anzeigen
    Was genau sind denn Dinge, die Du Dir vornimmst?
    Morgens und abends Zähne putzen, immer die dinge gleich wieder zurücklegen wenn ich sie nichtmehr brauche, geschirr gleich abwaschen, Wäsche regelmässig waschen, Bügeln, regelmässig putzen, staubsaugen, joggen.

    Zitat Zitat von Kaja Beitrag anzeigen
    Und was genau passiert in Dir, wenn du es egtl tun solltest, es aber dann nicht machst?
    Wenn es mir direkt ein bzw auffällt mache ich es sofort, meistens vergesse ich es jedoch über einen längeren Zeitraum und es fällt mir erst nicht auf. Dann irgendwann fällt es mir auf und ich werde depressiv. Dann muss ich aufpassen das ich überhaupt was hin bekomme. Und muss mich mühsam wieder aufraffen auch das wieder hinzubekommen was ich vorgenommen hatte. Leider sind die phasen in denen ich nciht mache was ich mir vorgenommen hatte länger als die in denen ich es mache.

    Zitat Zitat von Kaja Beitrag anzeigen
    Und: hast DU mal mit Deinem vater/Eltern darüber gesprochen?
    Ja, mehrfach, aber er geht dann teilweise einfach weg ohne ein Wort zu sagen oder erzählt mir das ich ihn dafür nicht verantwortlich machen soll was ich nciht hinbekomme.
    Meine eltern beschweren sich ja auch regelmässig wie es denn bei mir wieder aussieht..





    Ich las mal das es für cannabiskonsumenten soetwas wie eine nachreifungstherapie gibt.
    Aber da bin ich jetzt wohl zu alt für.
    Darum habe ich ursprünglich diesen Beitrag geschrieben.

  2. #18
    Wattebausch
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    So wie ich das sehe, gibt es hier 2 Baustellen: (korrigier mich bitte, wenn ich damit falsch liege)

    1) Deine Vereinsamung und soziale Isolation - du schreibst selbst, du hast keine Autoritätsperson und keinen Partner - hast du denn allgemeinhin gute Freunde? Mir erscheint es so, als würdest du dein Leben weitgehend alleine bestreiten. Hieran kann gearbeitet werden! Wenn ich wieder so eine Depri-Phase habe, sagt meine beste Freundin mir z.B. ins Gesicht "Du bist gerade unerträglich, komm aus deiner Opferrolle raus und sieh mal das Positive im Leben!". Ich fürchte, dir fehlt jemand, der dir so den Spiegel vorhält. Versuche dich einmal in Selbstreflexion, versuche mal dich so zu sehen wie andere dich sehen. Als ewig unzufriedenes, in Selbstmitleid versunkenes Menschlein kommt man nicht gut an (es sei denn, man spricht jemanden mit ernormem Beschützerinstinkt/Helfersyndrom an). Versuch doch, mal rauszugehen, dich mit Studienkollegen zu verabreden, mal einen Kaffee trinken zu gehen mit jemandem. Dabei kann auch das Internet helfen, als ich neu war in der Region, wo ich jetzt lebe und arbeite, habe ich auch eine Kontaktanzeige geschaltet und nach Gleichgesinnten gesucht.
    Das Gute dabei: wenn du rausgehst, wirst du dich bestimmt auch rausputzen wollen, dh. du wirst an dir arbeiten. Und wenn es dann soweit ist, dass du jemanden zu dir nach Hause einlädst, musst du auch deinen Ar*** hochkriegen und sauber machen in deiner Wohnung, es sei denn dir sind Unordnung und Dreck nicht peinlich. Anfangs habe ich auch nur sauber gemacht, wenn entweder das Chaos absolut überhand nahm oder jemand mich besuchen wollte.

    Damit sind wir auch schon bei Punkt 2) den Regelmäßigkeiten.
    Wie, wenn jemand mit dem Rauchen aufhört, hast du 2 Optionen: step by step immer mehr Regelmäßigkeiten einführen (zb. Erinnerungen schreiben, oder einen Wecker stellen, wenn du zb Zähne putzen sollst - etwas das dich daran erinnert dass du noch etwas tun wolltest - und dann musst du es auch wirklich tun! Dir selbst zuliebe), oder du gehst die "Hardcore"-Variante und erstellst dir einen Plan, den du AB SOFORT konsequent durchzuführen hast. zB. eine Art Haushaltsplan und/oder Terminplan.
    Beispiel:
    Montag: Staub saugen
    Dienstag: Bad putzen, Abwaschen
    Mittwoch: Müll runter bringen
    Donnerstag: Wäsche waschen, Abwaschen
    Freitag: Staub saugen
    Samstag: Einkaufen, Abwaschen
    Sonntag: Lernen fürs Studium

    So hast du einen Plan an der Hand, den du zu befolgen hast. Und, ganz wichtig, belege dich selbst mit Konsequenzen, wenn du den Plan nicht befolgst!!! Wirf dann beispielsweise 1 Euro in eine Haushaltskasse, deren Inhalt du beispielsweise an eine gemeinnützige Organisation spendest, sobald sie voll ist! Oder, genau andersrum, gönne dir für jedes Mal, wo du den Plan befolgt hast, eine Kleinigkeit: Ein paar neue Ohrringe, eine Hand voll Gummibärchen, oder wieder 1 Euro in das Sparschwein, wenn das voll ist kaufst du dir was schönes, etc...

    Aber wichtig ist, dass du dich wirklich selbst kontrollierst und in deinem Willen unnachgiebig bleibst!

  3. #19
    Roman Verfasser
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    Ich führe nicht meinen Freund an, wieso Du das "einfach so schaffen können musst". Ich wollte dir damit zeigen: anderen ging es auch so! Und sie haben es geschafft! Es ist ein langer Weg, aber es geht. Es ist nicht unmöglich.

    Wenn du nochmal in therapeutische Richtung willst, empfinde ich grade eine Therapie mit körperlicher Bewegung sinnvoll. Das erspüren des eigenen Körpers und das erleben von Bewegung erscheinen mir in einem Fall der Stagnation als hilfreich.

    Ich vermute einen Haushaltsplan etc hast Du schon versucht?
    Wie ist es Dir damit ergangen?
    Hast Du irgendeinen regelmäßigen, strukturierten Ablauf in deinem Alltag? Auf den Du aufbauen könntest?

    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

  4. #20
    Neuling
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    Zitat Zitat von Wattebausch
    Deine Vereinsamung und soziale Isolation - du schreibst selbst, du hast keine Autoritätsperson und keinen Partner - hast du denn allgemeinhin gute Freunde?
    ICh habe eine Hand voll guter Freunde, darunter auch eine recht gute Freundin, aber die kriegen das bei mir selten mit. Bin nach aussen hin ein lustiger und eigentlich auch optimistischer Mensch. Bisher kam jedoch nicht viel anteilnahme wenn ich denen dann mal meine probleme offengelegt habe, glaube die können da nicht mit umgehen.

    Wenn du nochmal in therapeutische Richtung willst, empfinde ich grade eine Therapie mit körperlicher Bewegung sinnvoll. Das erspüren des eigenen Körpers und das erleben von Bewegung erscheinen mir in einem Fall der Stagnation als hilfreich.
    Zu welcher art Therapeut müsste ich dort gehen?
    (Fall der Stagnation?)
    Wie gesagt, so eine art initialzüdung fehlt mir.
    Analytische psychotherapie ohne praktische inhalte hat bisher nichts gebracht und ich bin ehrlich gesagt nicht weiter gekommen als hier im Forum bisher auch.

    Ich vermute einen Haushaltsplan etc hast Du schon versucht?
    Wie ist es Dir damit ergangen?
    Hast Du irgendeinen regelmäßigen, strukturierten Ablauf in deinem Alltag? Auf den Du aufbauen könntest?
    Ja ich hatte schon mehrfach derartige Pläne, die geraten aber ebenso in vergessenheit und hängen dann nurnoch als mahnendes Beispiel an meiner Wand.
    Einen strukturierten ablauf habe ich nicht wirklich, nur eine ungefähre Zeit wann ich auf der Arbeit sein sollte und eine ungefähre Zeit wann ich wieder zu hause bin.

  5. #21
    Wattebausch
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    Zitat Zitat von gehtdichnixan Beitrag anzeigen
    ICh habe eine Hand voll guter Freunde, darunter auch eine recht gute Freundin, aber die kriegen das bei mir selten mit. Bin nach aussen hin ein lustiger und eigentlich auch optimistischer Mensch. Bisher kam jedoch nicht viel anteilnahme wenn ich denen dann mal meine probleme offengelegt habe, glaube die können da nicht mit umgehen.
    Sei ehrlich zu ihnen. Teile dich deinen Freunden mit - je mehr sie wissen, wie es dir "wirklich" geht, desto eher können sie sich darauf einlassen und dir helfen. Wenn du ihnen gegenüber so anders bist, wie du dich hier gibst - und dann einmal deine verletzliche Seite zeigst, obwohl sie sich nur als Sonnenschein kennen - dann ist das ganz klar überraschend und verschlägt einem die Sprache.
    Sollten sie sich nicht mal Mühe geben, dir helfen zu wollen, dann - sorry - sind es auch keine echten Freunde.

    Zitat Zitat von gehtdichnixan Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, so eine art initialzüdung fehlt mir.
    Analytische psychotherapie ohne praktische inhalte hat bisher nichts gebracht und ich bin ehrlich gesagt nicht weiter gekommen als hier im Forum bisher auch.
    Was stellst du dir denn vor? Was sollen wir für dich tun?
    Mehr als schreiben, Tipps, Vorschläge und Ratschläge geben, können wir nicht tun. Wir können nicht zaubern!
    Du sprichst von praktischen Inhalten. Was stellst du dir genau darunter vor? Und wie sollen wir dir durchs Netz damit helfen?

    Die Regelmäßigkeit, die dir deine Arbeit vorgibt, ist doch schonmal ein ungefährer Ansatz. Schildere doch mal bitte deinen Tagesablauf, was tust du in etwa wann? Je mehr wir wissen desto eher können wir dir auch genauere Tipps geben.
    So kannst du beispielsweise jeden Tag bevor du auf Arbeit gehst Zähne putzen. Jeden Tag direkt bevor du das Haus verlässt. Gewisse Regelmäßigkeiten (Essen, Duschen, evtl Medikamenteneinnahme - was ich nicht beurteilen kann, das nur als weiterer Punkt wo wir ansetzen können) müssen ja bei dir bestehen?

    PS: Bzgl des Joggens, was du dir ja vorgenommen hast - kannst du deine gute Freundin dafür begeistern? Je mehr Leute aus deinem Umfeld von deinen Plänen wissen und mitmachen, desto eher können sie dich "mitziehen".
    Und was ist mit Erinnerungen ins Handy schreiben oder Wecker stellen? Du schreibst, wenn es dir einfällt bzw auffällt, machst du das was du vorhast recht schnell und setzt es in die Tat um. Zu dem Vorschlag hast du noch gar nichts gesagt. Dann lass das Handy dich doch regelmäßig dran erinnern, als ich noch die Pille genommen habe, habe ich mich auch jeden Tag daran erinnern lassen. Dann lass das Handy doch ein paar mal am Tag losbimmeln, ist doch nützlich.
    Geändert von Wattebausch (26.08.2011 um 19:06 Uhr)

  6. #22
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    Zitat Zitat von Wattebausch Beitrag anzeigen
    Sei ehrlich zu ihnen. Teile dich deinen Freunden mit - je mehr sie wissen, wie es dir "wirklich" geht, desto eher können sie sich darauf einlassen und dir helfen. Wenn du ihnen gegenüber so anders bist, wie du dich hier gibst - und dann einmal deine verletzliche Seite zeigst, obwohl sie sich nur als Sonnenschein kennen - dann ist das ganz klar überraschend und verschlägt einem die Sprache.
    Sollten sie sich nicht mal Mühe geben, dir helfen zu wollen, dann - sorry - sind es auch keine echten Freunde.
    Naja ist etwas schwer die schlechte Laune vor anderen raus zu lassen, so jemand wirklich vertrautes ist leider nicht unter meinen Freunden, aber solche menschen liegen ja auch nciht auf der Strasse rum.



    Zitat Zitat von Wattebausch Beitrag anzeigen
    Was stellst du dir denn vor? Was sollen wir für dich tun?
    Mehr als schreiben, Tipps, Vorschläge und Ratschläge geben, können wir nicht tun. Wir können nicht zaubern!
    Tut mir leid wenn das so rüber gekommen sit aber ich erwarte nicht von euch das ihr mich heilt, ich hatte ursprünglich nach Therapiemöglichkeiten und Erfolgsansätzen gefragt und so langsam kommen hier auch einige an.

    Zitat Zitat von Wattebausch Beitrag anzeigen
    Du sprichst von praktischen Inhalten. Was stellst du dir genau darunter vor?
    Ich war mal bei einem Verhaltens therapeuthen, der hat mich abgelehnt weil er meinte ich könne mir nur selber helfen. War das nicht der richtige Therapeut? Ich weiss es nicht.

    Zitat Zitat von Wattebausch Beitrag anzeigen
    Die Regelmäßigkeit, die dir deine Arbeit vorgibt, ist doch schonmal ein ungefährer Ansatz. Schildere doch mal bitte deinen Tagesablauf, was tust du in etwa wann? Je mehr wir wissen desto eher können wir dir auch genauere Tipps geben.
    So kannst du beispielsweise jeden Tag bevor du auf Arbeit gehst Zähne putzen. Jeden Tag direkt bevor du das Haus verlässt. Gewisse Regelmäßigkeiten (Essen, Duschen, evtl Medikamenteneinnahme - was ich nicht beurteilen kann, das nur als weiterer Punkt wo wir ansetzen können) müssen ja bei dir bestehen?
    Nun da gibt es wirklich keine Regelmässigkeit drin, eigentlich wollte ich Di,Mi und Do jeweils von 10 bis 16 uhr arbeiten, aber manchmal geh ich erst um 12 hin oder komme erst um 20uhr nach hause. also da ist nicht wirklich struktur drin (das ist aber vom job her nicht schlimm). Manchmal habe ich eine etwas gleichmässige struktur, aber nicht immer.
    Das einzige was ich jeden tag mache ist mich vor dem rausgehen schminken.
    Manchmal lass ich mir dabei zeit, machmal muss es fix gehen und dann bin ich sofort aus dem haus bei einem termin oder bei der arbeit.

    Zitat Zitat von Wattebausch Beitrag anzeigen
    PS: Bzgl des Joggens, was du dir ja vorgenommen hast - kannst du deine gute Freundin dafür begeistern? Je mehr Leute aus deinem Umfeld von deinen Plänen wissen und mitmachen, desto eher können sie dich "mitziehen".
    nein die wohnt leider nicht hier bei mir.

    Zitat Zitat von Wattebausch Beitrag anzeigen
    Und was ist mit Erinnerungen ins Handy schreiben oder Wecker stellen? Du schreibst, wenn es dir einfällt bzw auffällt, machst du das was du vorhast recht schnell und setzt es in die Tat um. Zu dem Vorschlag hast du noch gar nichts gesagt. Dann lass das Handy dich doch regelmäßig dran erinnern, als ich noch die Pille genommen habe, habe ich mich auch jeden Tag daran erinnern lassen. Dann lass das Handy doch ein paar mal am Tag losbimmeln, ist doch nützlich.
    Das ist in der tat mal eine gute Idee, kann ja mal berichten was passiert.

  7. #23
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    Hallo gehtdichnixan,
    ich habe den Thread gerade komplett gelesen und habe den Eindruck, dass du gerade etwas resigniert bist und die Haltung hast "Ich habe viel versucht, aber es brachte alles nichts, ich versuche es zwar weiter, aber ohne wirklich große Hoffnung, dass sich etwas ändert". Ich habe außerdem den Eindruck, dass sich die Leute, die dir bis jetzt geschrieben haben, richtig Mühe gegeben haben und versucht haben, dir irgendwie zu helfen, du aber jedes Mal ein "ja, aber" entgegengebracht hast.
    Vielleicht ist es ja so, dass du "Hilfsangebote" gar nicht mehr wirklich ernst nimmst, weil du denkst, dass du eh schon so viel getan hast, es aber wenig gebracht hat?
    Wenn man häufig die Erfahrung gemacht hat, dass Lösungsversuche ja doch wenig bringen, kann einen das leicht dazu treiben, irgendwann alles in Frage zu stellen... letztendlich kann es aber so sein, dass die Lösungsversuche nicht deshalb "scheitern", weil sie per se nichts bringen, sondern deshalb, weil du dir gar nicht zugestehst Erfolge zu haben, da du das Konzept hast "Meine Versuche brachten bisher wenig und niemand hilft mir wirklich".
    Meine Frage ist: Warum versuchst du nicht, dich über "kleine Erfolge" zu freuen... beispielsweise ist es besser, sich zwei Mal die Zähne zu putzen als es gar nicht zu tun.
    Noch ein Gedanke... hier haben viele Leute geschrieben und fast jedes Mal kam ein "ja aber... es bringt mir nicht viel"... manchmal kann es so sein, dass man gerade deshalb bei jedem Lösungsversuch ein Gegenargument hat, weil man einfach Angst hat. Veränderungen machen erst Mal auch Angst - auch wenn es Veränderungen zum Positiven sind... viele Menschen wehren deshalb Veränderungen erst Mal ab, auch wenn sie sich sie noch so sehr wünschen...
    Und am Ende noch eine Frage. ... Wie sähe denn ein Tag aus, nach dem du dich mit dir selbst zufrieden fühlen würdest? Ein Tag, der einfach richtig "gut" läuft und nach dem du denken würdest "heute habe ich mich wirklich gut gefühlt"?

    Liebe Grüße!

    SW
    Geändert von SirWiwor (26.08.2011 um 23:54 Uhr)

  8. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei SirWiwor für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (27.08.2011),Lib (29.08.2011)

  9. #24
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    Hallo,

    ich habe mir eben das Thema einverleibt. Nun ja ich kann dich sehr gut verstehen, glaub mir das. Wo soll ich anfangen? Kurz und knapp in meiner Kindheit gab es auch ein paar unschöne Dinge wie Misshandlungen, Erniedrigungen vom Vater Mobbing in der Schule usw. Als ich 14 wurde, haben sich meine Eltern endlich getrennt und ich dachte mir nun kann ich meine "ich bin das geschändete Kind der Welt" - Masche raushängen lassen für ein wenig Mitleid und habe alle erdenklichen Drogen genommen und mich selbst verletzt und verprügelt. Mit 16 hatte ich dann meine Psychose bekommen und landete in der Klapse, dannach zog ich zu meinem vater zurück (der sich in der Zwischenzeit eine Therapie gegönnt hatte) und holte noch meinen Schulabschluss nach. In der Zeit durfte ich auch alles machen da er viel mit sich zu tun hatte. Da Drogen nicht mehr so mein Steckenpferd waren, habe ich eben viel getrunken und holte mir im Internet mein Mitleid.

    So kurze Version, als ich dann meine Lehre und meine Freundin verlor lebte ich fortan in einer Letargie und tiefer Trauer. Alles wirkte sinnlos, da ich keine Idee hatte was ich werden wollte, was mir freude macht, ich trank täglich meine 20 Bier und bekotzte und bepinkelte mich im Suff selbst, weil mir das egal war. Doch das war erst der Anfang und glaube mir du stehst auch am Anfang denn man ist sein eigener Feind.

    Am Ende kamen psychische Probleme hinzu, ich wurde sehr Misstrauisch, dachte dass mich meine besten Freunde vergiften wollen wenn sie mir ein Bier anboten. Ich habe sehr viel nachgedacht und meine gesamte Biophilie abgelegt, ich hatte die Idee dass wir alle pure Biochemie sind und leben keinen Wert besitzt, Alles besteht nur aus einer sinnlosen Kausualität. Ich dachte, wenn ich zu anderen Leuten spreche widerspreche ich mir in meinen Wahrheiten, da Kommunikation ja doch zeigt das Leben und Verständigung einen Wert hat. Ich fühlte mich zu tiefst Ohnmächtig und die letzte Emotion die bliebt war die Angst zu sterben, Angst vor Menschen (ich traute mich nicht mehr ans Telefon) und nochmals Angst. Ich hatte dann die Idee dass ich mich irre und bekam religöse Wahnideen, dass der Teufel mich mit Demonen lenkt und der Tot kein Ausweg ist da man mich für immer quälen wird. Bis ich den Teufel im Fernseher sah.

    UND der einzigste TIPP den ich bekam war "bekomm dein ***** HOCH" ich dachte mir jedesmal dass ich die Hölle durchquert habe bis ich an dem Punkt war wo ich jedes Leben erklären konnte und heimgesucht wurde von fiesen Demonen und alles was kam war "Arschhochbekommen"? und ja das ist der einzigste Weg.

    Ich bin nun 23 Jahre alt und habe eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Du glaubst sicher dass deine Umwelt dir deine Gefühle bestimmt und deine Gedanken das Resultat von den Gefühlen sind, aber das ich falsch. Wir bestimmen unser Bild von uns selbst und der Umwelt über die Gedanken und können uns somit selbst definieren. Alleine der gespielte Gedanke "mir gehts gut" lässt uns glauben uns geht es tatsächlich besser. Wenn man diesen Kreislauf in der anderen Richtung lebt, kann man mit etwas Disziplin durch sein eigenes Denken, seine Gefühlswelt ins Positive rücken und ist dann in der Lage seine Umwelt sich selbst zu bestimmen. Du musst nur daran glauben und es ernsthaft probieren. Das du wieder Glück empfinden kannst und dannach kommen deine Ziele automatisch. dinge die glücklich machen sind Sport, Freunde, früh aufstehen... und keine kurzlebigen hedonistischen Glückspusher.
    Ich bin mir sicher du kannst es schaffen. Ich weiß das man immer seine Beweiße für seine eigene Depression bekommt da die Dinge eintreten die man sich erdenkt. (Beispiel: wenn man glaubt die engsten Freunde merken dass man krank ist und mögen einen nicht mehr, wird man sich anders verhalten und man bekommt seine Bestätigung da die Vision wahr wird). Bei mir war es so weit dass ich versucht habe Kontrolle über meine Gesichtszüge zu erlangen um normal auszusehen.. die Folge war natürlich das ich bekloppt ausgesehen habe, was aber die Notwendigkeit der Kontrolle bestätigte.

    Also streng dich an und mach dich nicht selbst kaputt, es wird eine Weile dauernd (vllt 2 Jahre) bis deine Verhaltensstrukturen umprogrammiert sind und du Glück und Optimismus im inneren Vereinst.

    Und andere Tipps kann man dir nicht geben.

    LG

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