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Thema: Hilfe-Vergangenheit holt mich ein

  1. #1
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    Standard Hilfe-Vergangenheit holt mich ein

    Hallo

    was macht mann, wenn man nach jahrelangen körperlichen Beschwerden, einer endlosen odysee von Arztbesuchen auf einmal Angstattacken bekommt, und man erkennen muss, dass man neun Jahre seines Lebens völlig verdrengt hat??

    Ich bin 29 und bin vor 6 Jahren während dem studium aus damaliger sicht ohne grund zusammengebrochen...ab dieser zeit war ich körperlich nicht ein mal mehr fähig mir ne tasse kaffee zu machen...nach einer ewigen ärzteodyssee sagte man mir nur, dass ich eine veranlagte depression habe, und man da ausser antideprissiva schlucken man nichts machen könne...
    6 Jahre sind seit dem vergessen...habe zwar mein studium beendet, gearbeitet, aber in der diagnose depression habe ich mich nie wiedererkannt, da ich nie eine niedergedrückte stimmung hatte, sondern ich immer nur mit körperlichen beschwerden zu kämpfen hatte, chronische kopfschmerzen, innere unruhe, und probleme mit jeglichem Aufnehmen von Input.
    In der letzten Zeit kamen zu den Kopfschmerzen auch noch Verspannungen im Nacken und der HWS dazu, was mich dann doch zur Krankengymnastik bewogen hat...was aber dann passiert ist war echt unheimlich:nach Dehnübungen im Nacken verschwanden auf einmal die Nackenschmerzen, sowie die kopfschmerzen....und ich bekamm schlimmste panikattacken und Angstzustände:
    Langsam dämmert mir die Problematik...ich bin neun Jahre in meiner Schulzeit von einem ganzen dorf aufs übelste gemobbt worden...ich hab das damals einfach versucht abzuhaken und weggeschoben durch drogen und alkohol...
    und jetzt 12 Jahre später merke ich dass meinjüngerer Teil von mir irgendwie immer noch angst hat...das problem ist ich kann mich gefühlstechnisch in diese zeit nicht mehr reinfühlen....die gefühle sind nicht greifbar...ich fühl mich nur so unruhig......

  2. #2
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    Deine Probleme hören sich ziemlich vertraut an. Kenn das selbst sehr gut. Hab auch schon seit langer zeit Probleme mit innerer Unruhe, und so komischen Schwindelgefühlen. Der Arzt meinte das es ein Trauma ist. Das ist das problem wenn man sich immer wieder versucht der Gesellschaft anzupassen, und sich selbst dabei verliert, wenn man immer alles runterschluckt was einen bewegt. Hast du auch Probleme mit Kopfdruck?

  3. #3
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    ja...jahrelang....ich konnte aber nie zuordnen warum der kopfdruck manchmal schlimmer wird, und dann wieder weggeht.
    ich hab vor sieben wochen mit ner psychotherapie angefangen und die therapeutin meint auch, dass es ein sehr schweres trauma ist...
    seit dem fängt es bei mir an, dass ich stellenweise wie gelähmt dasitze, und mich eine welle von gefühlen überkommt, die ich noch nicht mal zuordnen kann...aber das ist wohl der erste schritt mal endlich auf sich selber acht zu geben...und wieder zu lernen den gefühlen einen raum zu geben....was war bei dir???

  4. #4
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    Ich soll von den HSP Phänomen betroffen sein, quasie Hochsensibel. Ich wusste nie wirklich mit den Gefühlen umzugehen, bzw. sie einzuordnen. Fühlte mich den Gefühlswellen einfach nur immer ausgeliefert, und das größere Übel dabei war, das ich früher sehr stark gestottert habe, und mich dabei wie ohnmächtig in solchen Situationen fühlte. Der Arzt meint es wäre erstaunlich wie lang ich das alles Ertragen konnte, und mir es quasie schöngeredet habe, so zu leben.

  5. #5
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    viele der probleme kommen mir auch bekannt vor. ich habe schon jahrelang immer wieder kopfschmerzen, die durch eine Verspannung des nackens und der halswirbelsäule entstehen. in letzter zeit bin ich auch psychisch total am ende. wegen kleinigkeiten flippe ich manchmal total aus oder ich falle in ein tiefes loch und könnte nur noch heulen. mein selbstwertgefühl ist auch total im keller. ich seh mich nur noch als ein häufchen elend, das eh niemand braucht. ich wurde in der schule auch gemobbt und war auch dick. ich glaube mein größtes problem bei der sache ist, dass eine von denen die mich damals gemobbt haben, meine jetzige beste freundin ist. sie hat sich natürlich dafür entschuldigt und ich hab ihr das auch verziehen und das eig auch verarbeitet. das dachte ich jedenfalls. aber jetzt muss ich immer öfter an die zeit zurückdenken.
    ihr wundert euch bestimmt, warum ich jetzt mit jemandem befreundet bin, der mir damals das leben so schwer gemacht hat. aber es war dann so, dass ihr damalige beste freundin, mit der sie mich immer gemobbt hat, die schule gewechselt hat und dann saßen wir halt nebeneinander und haben uns angefreundet. dann musste sich jedoch viele schicksalsschläge wegstecken und ich stand ihr zur seite und wir haben immer geredet. oft ging es ihr in dieser zeit so schlecht, dass wir wegen einem falschen wort von mir einen richtigen streit hatten. ich wollte die freundschaft zu ihr aber nicht riskieren (auf der einen seite weil sie mir richtig doll ans herz gewachsen ist aber vllt auch weil ich angst hatte, dann wieder das opfer zu sein), also richtete ich mein leben ziemlich darauf aus, alles richtig zu machen, damit es ihr gut geht. was dann auch geklappt hat. doch dieses verhalten habe ich mir irgendwie angewöhnt und ich kann zu nichts was sie sagt "nein" sagen und sehe sie auch als einen viel besseren menschen als mich selbst. weil wir die gleiche ausbildung bekommen haben, wohnen wir jetzt auch zusammen und sie hat natürlich von meinen problemen mitbekommen und hat mir auch schon gedroht, wenn ich mich nicht änder und wieder "normal" werde, wird sie unsere freundschaft beenden. das macht mich natürlich noch zusätzlich fertig, weil sie eine der wichtigsten personen in meinem leben ist. ich weiß wirklich nicht, was ich noch machen soll. sie will ja, dass ich eine therapie mache, dass will ich eig auch, aber ich hab auch irgendwie angst dahin zugehen.

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