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Hilfe zu systemischem Beratungsansatz!
Hallo Leute!
Ich brauche dringend Hilfe - ich weiß Beratung gehört nicht direkt zur Psychologie, aber vielleicht weiß das jemand trotzdem!
Ich habe demnächst meine mündliche Diplomprüfung zu dem Thema:
Klientenzentrierte und systemische Beratung im Vergleich - baut systemische Beratung auf C. Rogers Theorie auf?
Meine Prüferin gab mir dazu den Tipp, dass sie vor kurzem einen Artikel gelesen hat, welcher beschreibt, dass der systemische Ansatz in dem Fakt, dass er nur Funktionen/Bindungen betrachtet, "zu eng" ist und in dem Fall eine Rückentwicklung (im Vergleich zum klientenzentrierten Ansatz) darstellt.
Leider kann ich nun diesen Artikel nicht finden, wäre ja auch zu schön gewesen... aber vielleicht kennt sich jemand von euch in dem Gebiet aus und kann mir helfen oder hat sogar zufällig den gleichen Artikel gelesen!?
Also, was meint ihr dazu? Findet ihr das schlüssig? Habt ihr einen Tipp?
Vielen Dank für eure Hilfe!
foxxy
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Das kann man so sagen, richtig ist es aber nicht. Dafür sehr schlecht formuliert.
Von einer Rückentwicklung kann nicht die Rede sein, denn weder haben Gesprächspsychotherapie und systemische Therapie den selben Ausgangspunkt (zeitlich, und in der Theorie) , noch die gleiche methodologische und theoretische Auslegung. Die Erklärung, bzw. der vermeintlich "negative" Punkt zeigt nur den differenziellen Schwerpunkt (Intersubjektivität, Introspektion).
Schlüssig ist der Gedanke nur dann, wenn man berücksichtigt, dass Rogers Einfluss auf den Konstruktivismus hatte* (welcher wiederum die systemische Therapie maßgeblich mit-beeinflusste), Virginia Satirs Theorien der humanistischen Lehre Rogers' sehr ähnelten, und viele systemische Therapeuten den personzentrierten Ansatz anwenden, bzw. dieser ein Teil der systemischen Therapie sein kann.
* Und dieser war, im Vergleich zu anderen Vertretern, auch eher gering - zumindest in Bezug auf den systemischen Ansatz (Tipp: Watzlawick).
Wenn man Rogers erwähnt, dann erst nach Minuchin, Satir, de Shazer und Moreno. Und das waren noch nicht alle.
Vielleicht hilft dir das weiter: http://www.amazon.de/Systemisch-pers...0910765&sr=1-1
Viel Glück!
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Rogers beschreibt den Ansatz wie folgt:
„Die klientenzentrierte Orientierung ist eine sich ständig weiterentwickelnde Form der zwischenmenschlichen Beziehung, die Wachstum und Veränderung fördert. Sie geht von folgender Grundhypothese aus: Jedem Menschen ist ein Wachstumspotential zu eigen, das in der Beziehung zu einer Einzelperson (etwa einem Therapeuten) freigesetzt werden kann. Voraussetzung ist, dass diese Person ihr eigenes reales Sein, ihre emotionale Zuwendung und ein höchst sensibles, nicht urteilendes Verstehen in sich selbst erfährt, zugleich aber dem Klienten mitteilt. Das Einzigartige an diesem therapeutischen Ansatzes besteht darin, dass sein Schwerpunkt mehr auf dem Prozeß der Beziehung selbst als auf den Symptomen oder ihrer Behandlung liegt (...)“
Ihren Standort innerhalb der Therapierichtungen findet diese humanistische Psychotherapie im Gegenpart zur Psychoanalyse, und eher an der Seite der lerntheoretischen Verhaltenstherapie.
„Verwandt“ und ergänzbar im Ansatz, Gefühle deutlich zu machen und daraus Kraft und Handlungspotentiale zu entwickeln, ist die humanistische und klientenzentrierte Therapie mit der Gestalttherapie und unterschiedlichen Einzel- und Gruppentherapien wie Encountergruppen , Entspannungsübungen, Meditation, Yoga, Autogenes Training oder Bewegungs-, Kunst-, Musiktherapie u.a..
Klientenzentrierter oder auch personzentrierter Ansatz in der Gesprächsführung (Gesprächspsychotherapie) wird in alter, klassischer Form kaum noch durchgeführt, weil u.a. der Klientenanspruch an eine "Beratung" (sag mir, was ich tun soll!) so hoch geworden ist, dass sie deshalb nicht mehr außer Acht gelassen werden kann, insofern kann ich mir einen systemisch-personzentrierten "Mischmasch" auch sehr gut vorstellen für dafür geeignete Kandidaten, vor allem aber für geeignete Psychotherapeuten, denn es wird weitaus schwieriger, jemanden mit der nötigen Empathie für eine klassische klientenzentrierte Sicht zu finden, der das dann auch durchführen kann. Hier kommen meist nur ältere erfahrene Therapeuten infrage, denke ich. Ich wünschte, ich würde einen kennen. ;-)
Grundsätzlich finde ich einen kleinen Zusammenhang in den verschiedenen möglichen Ansatzpunkten: personzentrierte Beratung findet in vielen Bereichen statt, nicht nur in Therapiesitzungen, auch etwa durch Berufsbetreuer, in der Altentherapie (Denmenz) usw., der systemische Ansatz vereint unterschiedliche Bereiche des Lebensalltags (sag, wenn ich falsch liege, ich müsste nachlesen), aber auf die Schnelle sehe ich hier eine gewisse Verbindung.
Geändert von Gast9159 (17.07.2011 um 19:54 Uhr)
Grund: besserer Ausdruck trotz Müdigkeit ...
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Das ist korrekt.
Nur ist die Frage, ob die systemische Beratung auf Rogers' Theorie aufbaut, damit noch nicht bejaht - oder irre ich? ,)
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