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Thema: Hochsensibel? Depressiv? Therapie?

  1. #1
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    Standard Hochsensibel? Depressiv? Therapie?

    Hallo!

    Nach langem Ringen mit mir selbst, möchte ich nun doch dieses Thema eröffnen. Vor ein paar Stunden habe ich in einem anderen Thread ("Angst vor Menschenmengen?") etwas über hochsensible Menschen gelesen, und weil ich schon immer ein "kleines Sensibelchen" war, habe ich mich dazu jetzt ein Bisschen belesen und auch einen Test gemacht, demzufolge ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine hochsensible Person bin. Ich erkenne mich auch in den Beschreibungen oft wieder, denn ich bin wirklich jemand, der sehr viel aufnimmt und sich schwer auf eine Sache konzentrieren kann. Mir fallen häufig Kleinigkeiten auf, die andere nicht sehen, Kleinigkeiten erzeugen bei mir sehr heftige Gefühle, positive wie negative. Ich merke mir viel, was mir andere über ihre Gefühle erzählen, sture Fakten vergesse ich häufig einfach. In der Öffentlichkeit beobachte ich die Leute, ihre Bewegungen und überlege dann, wie sie sich wohl fühlen. Und ich grüble viel über mich selbst, meine Zukunft, meine Vergangenheit, meine Fehler und mögliche Entscheidungen und ihre Auswirkungen. Ich dachte immer, ich hätte halt eine depressive Grundstimmung, und ich war auch bereits zwei mal wegen (auch als solcher diagnostizierten) Depressionen in Behandlung, allerdings immer nur im akuten Notfall. Jetzt habe ich durch die Trennung von meinem Freund einen erneuten Tiefpunkt, und überlege, ob ich nicht doch auf lange Sicht etwas ändern sollte.

    In zwei Monaten ziehe ich in eine andere Stadt, weg von zu Hause, in ein neues Leben, als Studentin. Weg von meiner Mutter, die meiner Meinung nach auch sehr sensibel ist. Ein falsches Wort, und es fliegen die Fetzen, weil wir beide überreagieren. Und eigentlich hatte ich vor, in ein neues Leben zu starten, meinen Exfreund, meine Probleme in der Schule, meine akuten Depressionen, meine (negativen) Erinnerungen an meine Kindheit, irgendwie einfach hier zu lassen. Inzwischen zweifle ich aber, ob das einfach so möglich ist.

    Ich überlege seit rund einer Woche, ob es sinnvoll wäre, eine Therapie zu beginnen. Allerdings frage ich mich, was mir diese Therapie bringen würde?! Ich habe bereits mit der Aufarbeitung meines größten Problems begonnen, und teilweise geht es mir sehr gut damit. Nur bei Tiefschlägen falle ich immer wieder ein ein Loch, aus dem ich selbst nur schwer herauskomme. Aber ich kann einfach nicht einschätzen, inwieweit eine Therapie dabei helfen würde, ob ich nicht vielleicht schon an dem Punkt angekommen bin, wo ich einfach damit leben muss, dass ich durch mein Leben so geprägt bin. Wie viel würde die Therapie schaffen, wo liegen die Grenzen des therapierbaren?
    Könnte sie dabei helfen, dass ich weniger nachdenke, Rückschläge leichter wegstecke? Könnte sie dabei helfen, mir Dinge nicht so zu Herzen zu nehmen? Oder diese Hochsensibilität etwas mindern?

    Ich glaube zwar, dass mir diese Beobachtungen, die ich tägliche mache, sehr viel bringen, aber ich gerate deswegen auch manchmal in Konflikte oder lasse mich von Dingen beeinflussen, die eigentlich total irrelevant sind. Ich habe sogar die Vermutung, dass die Anfälle, die ich in der Schule hatte (http://www.psychologieforum.de/hilfe-bei-anfaellen-317.html), damit zusammenhängen. Inwieweit kann eine Therapie da helfen? Wie gut kann ich mir dabei selbst helfen?

    Ist es vielleicht schon Hilfe genug, mit meiner eigenen Wohnung eine Rückzugsmöglichkeit zu haben? Nicht mehr täglich die Leute um mich zu haben, die sich negativ auf meine Verfassung auswirkten, weil ich ihre Person mit negativen Dingen in Verbindung bringe?
    Und ist das vielleicht nur eine Phase, bedingt durch die psychischen Belastungen, die ich im Moment habe, und die irgendwann einfach zu Ende ist, sodass ich eigentlich ein ganz normales Mädchen bin, dass nur grad Liebeskummer hat?

    Ich wäre froh über eine Antwort zu meinen Problemen. Entschuldigt bitte, dass es vielleicht sehr wirr geschrieben ist oder teilweise gar nicht zum Thema gehört, aber mir kommen im Moment zu viele Gedanken, als dass ich sie ordnen könnte. Aber es tat auch gut, einfach mal aufzuschreiben, was mich bewegt.

    Vielleicht kann mir ja einer von euch helfen...

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    Hi Helli,

    was die Hochsensibilität angeht, wärs gut, dich auf der Seite dort mehr damit auseinanderzusetzen, da kannst Du in dem Buch probelesen und im Forum gibts auch einige Beiträge zum Thema Hochsensibilität und Depression.

    Dass Du wegen der Trennung von Deinem Freund niedergeschlagen bist und die ganzen Veränderungen Dich nervös machen, würd aber wahrscheinlich ziemlich jedem hier so gehen.

    Hab jetzt keine Zeit mehr. Ich guck mir Deinen Beitrag morgen nochmal genauer an. Das nur vorab.

    Guts Nächtle
    Gaby

  3. #3
    Gast784
    Gast

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    Guten Morgen, Helli, da bin ich wieder :-)

    Hab grad Deinen alten Thread durchgeguckt. Weil Du nach Therapien fragst, sind wir zwei Sachen dazu eingefallen:

    Ich habe 2x in meinem Leben - beide male in Zeiten Umbruchs - Gesprächs-kurztherapien gemacht. Das geht über - ich glaube - ca.10 Std. und wird von den Krankenkassen problemlos übernommen. Für mich war das eine Art Soforthilfe, wo ich erstmal sortieren und mir nen Plan machen konnte, z.B. was die nächsten Schritte sind usw. Zwischen diesen Therapien lagen ca. 15 jahre. Was mir dabei auffiel ist, dass heute viel schneller Psychopharmaka angeboten wird. Mir fiel das auch in meinem beruflichen und privaten Umfeld auf, dass damit sehr sorglos und großflächig umgegangen wird. Es ist vielleicht diese leichte komerzielle Durchschaubarkeit dieser Praxis, die mich die Finger davon lassen ließ. Ich bin nämlich der Meinung, dass ich in einer akuten Umbruchsituation ein gewisses Quantum an Depressionen od. sonstigen Beeinträchigungen brauche, um zu merken, wo ich stehe. Sie sind sozus. meine Anzeige, mein Barometer, oder wie man das auch nennen will. Sie sind die natürlichen Begleiterscheinungen davon, dass ich eine Schieflage habe. Es ist sehr verlockend, solche Mittel zu nehmen. Mir wurden sie angeboten mit der Begründung, damit ich etwas zur Ruhe komme und mich erholen kann, also ähnlich wie Schmerzmittel bei einer schweren Geburt. Ich hatte zum Glück andere Bilder und Mittel zur Verfügung, um mir die Kraft für die Geburt immer wieder zu holen, aber ich kann nur für mich selbst sprechen.

    Wegen Deinen Anfällen kam mir das Bild, dass vielleicht Energiearbeit bzw Körperarbeit für Dich zeitweise nicht schlecht sein könnte, weil diese Anfälle sich anscheinend dadurch auszeichnen, dass Du schnell "außer-dir "bist. Eine Therapie auf körperl. Ebene könnte Dich vll darin unterstützen, Deine (körper-)grenzen zu spüren, um Dich darin besser zu beheimaten, und Deine Grenzen besser wahrzunehmen und entsprechend zu schützen u.sie ggf. sinnvoll zu erweitern. Das muss keine aktive Körperarbeit sein (will hier nicht langsam wegen meinem ewigen Tanztherapiegelaber in Ungnade fallen). Das kann auch was passives sein (biodyn. Körperarbeit, Rolfing u.ä.). Da musste Dich aber selber schlau machen. Da kenn ich mich nicht gut aus.

    Unsere Probleme durchdringen ja sehr oft ganz verschiedene Ebenen und Schichten in uns. Drum - wenn man Hilfe von außen wahrnehmen will, ist es vielleicht nicht schlecht, therapeutisch verschiedene Techniken zuzulassen, die auf versch. Ebenen ansetzen. Welche Schicht gerade dran ist, meldet uns unsere Seele schon. Bei Dir denke ich, wäre im Moment am dringendsten, eine Ordnung in das Chaos zu bringen. Das müsste gar nicht mal ne Therapie sein, das ginge vielleicht sogar mit Coaching.

    Wenn Du dann alleine wohnst und alles in ruhigen Bahnen verläuft, wirst Du noch genug Zeit zum "wunden-lecken" haben und sie Dir auch nehmen müssen. Dann wirst Du auch klarer sehen, was Du dann brauchst. Ich wünsch Dir, dass Du in Deiner neuen Wohnung eine entsprechende schöne und mockelige, sichere Höhle findest, die Dich darin unterstützt.

    LG Gaby

    PS: man nimmt sich immer selbst mit in eine neues Leben. Geht leider nicht anders :-(
    es gilt aber auch: "Man braucht von zeit zu Zeit einen neuen Standpunkt, damit man die Welt wieder neu sieht."

    In diesem Sinne - schöne Aussichten!
    Geändert von Gast784 (05.08.2007 um 08:51 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Gaby, danke dir für die ausführliche Antwort.

    Du sagst, ich soll Ordnung in mein Chaos bringen?! Eigentlich dachte ich, gut organisiert zu sein, ich weiß, was von mir erwartet wird, habe einen Plan, wie alles weitergeht, rein äußerlich ist alles (vielleicht zu) sehr streng geplant. Meine Gedanken zu ordnen, fällt mir sehr schwer, aber ich weiß auch nicht, wie ich sie ordnen könnte, denn rein logisch ist alles sortiert, aber die Gedanken kommen einfach sehr wirr, ohne, dass ich etwas beeinflussen könnte? Es ist eine große emotionale Unruhe, zu viele Fragen, zu viele Gedanken, eine Menge Ängste.

    Ich versuche schon, zumindest körperlich an meine Grenzen zu gehen. Besonders nach der Trennung war ich häufiger im Fitnesstudio und habe mich dort ausgepowert. Die Anfälle habe ich ja auch nicht mehr, ich weiß aber noch nicht, ob sie wiederkommen, wenn ich in einer Vorlesung sitze. Ich vermute nur jetzt, dass es vielleicht damit zusammenhängt, dass ich vielleicht wirklich hochsensibel bin, denn ich dachte bisher, dass solche normalen Geräusche und Gefühle ja kaum Auslöser für diese Reaktionen sein konnten. Jetzt frage ich mich, wie ich vielleicht durch diese neue Erkenntnis anders damit umgehen kann, ob es mir damit besser gehen könnte.

    Du hast diese Kurzzeit-Therapien angesprochen. Wie ausführlich werden da Probleme behandelt? Wie tiefgründig kann das ganze werden? Wie schnell kann man so eine Therapie beginnen und wie oft finden Sitzungen statt? Natürlich ist es richtig, dass man einen gewissen Grad an Niedergeschlagenheit braucht nach einem solchen Umbruch. Aber ich hatte bereits zwei mal solch eine Phase, und habe bemerkt, dass ich allein nicht wieder aus diesem Loch komme. Es wird eher immer schlimmer, und jeweils nach ca. einem halben Jahr habe ich die Notbremse gezogen.

    Ich werde wohl weiter abwarten müssen, wie sich die Situation entwickelt und inständig hoffen, dass der Umzug ein Bisschen gutes bringen wird. Die Kapitel aus dem Buch werde ich wohl mal lesen. Danke dafür!

    Freue mich natürlich auch noch über weitere Antworten.

  5. #5
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Hallo Hellie , :kiss:

    möchte dich erstmal ganz doll für deinen Mut, dich deinen Problemen hier zu stellen und nach Lösungen zu suchen. Du hast meine vollen Respekt..
    Es ist ein grossartiger erster Schritt zu neuen Lösungsmöglichkeiten und ganz vielen Denkschubbsern.


    Das mit dem Chaos im Kopf kenne ich nur zu gut. Habe es jetzt über ein Jahr gehabt und irgendwie dieses ganze Knäul nicht entwirren können. Mir hat das einfach aus mir rausschreiben sehr geholfen. Einfach mal 15 Minuten sitzen bleiben am Pc und ohne Pause alles tippern was gerade durch den Kopf in die Finger kommt. Wenn nichts mehr ankommt in den Finger....weiterschreiben..z.B. mir fällt nichts mehr ein, das Chaos ist zu gross, warte auf die nächste Flut...
    Und plötzlich geht es weiter mit den ganzen Dingen aus dem Kopf...

    Mich hat es sehr befreit. Vorallen Dingen weil ich gesehen habe, womit ich mich auf einmal beschäftige...ich hatte Themen, über dich ich dann gezielt schreiben konnte und in mich reinfragen konnte. Schade das ich dies Form erst seit ich hier bin praktiziere, es hätte doch viel beschleunigt.

    Bis später,

  6. #6
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    Hallo knuddel und danke auch für deine aufmunternden Worte!

    Ja, es ist nicht leicht, über die eigenen Probleme und vermeindlichen Fehler der eigenen Persönlichkeit zu schreiben, aber ich hoffe einfach, dass es etwas bringt, mir weiterhilft, wie schon so vielen hier im Forum geholfen wurde.

    Ich habe auch angefangen, wieder zu schreiben. Allerdings schreibe ich meine Gedanken in Form von Briefen an die betreffende Person; es sind Briefe, die ich nie abschicke, und die nie jemand lesen wird. Eine Art Tagebuch, das mir hilft, mich zu Dingen und vor allem Personen zu positionieren, ihnen die Meinung zu "sagen", ohne sie zu verletzen. Ich habe das Buch, in dem ich die Briefe sammle, lange nicht gebraucht, jetzt habe ich es wieder vorgeholt, und es hilft mir. Vielleicht sollte ich das ausbauen, öfter schreiben, und nicht sofort, wenn ich mal nicht weiter weiß, wieder aufhören. Vielleicht reicht das ja schon als Therapie, und es erspart mir eine lange, qualvolle und vielleicht zu schnelle Aufarbeitung des Erlebten.

    Ich habe Angst, mich nochmal einer Person offenbaren zu müssen, wie ich es vor 5 Jahren bei meinem Freund gemacht habe. Er hatte Verständnis und war sensibel genug, immer zu wissen, was für mich gut war. Ich habe Angst, dass die nächste person, der ich davon erzähle, nicht so sensibel ist, Fragen stellt und mir Dinge rät, die ich nicht hören will. Die Angst habe ich vor allem bei einer professionellen Therapie, weil es da ja irgendwie immer voran gehen muss. Gerade deshalb zweifle ich, ob eine Gespächstherapie das richtige wäre.

    Das Wochenende war ziemlich hart. Ich würde mich so gern von meinem Exfreund trösten lassen, aber dafür ist er jetzt nicht mehr zuständig

  7. #7
    Gast784
    Gast

    Standard

    @Hellie
    Ich habe Angst, mich nochmal einer Person offenbaren zu müssen, wie ich es vor 5 Jahren bei meinem Freund gemacht habe. Er hatte Verständnis und war sensibel genug, immer zu wissen, was für mich gut war. Ich habe Angst, dass die nächste person, der ich davon erzähle, nicht so sensibel ist, Fragen stellt und mir Dinge rät, die ich nicht hören will. Die Angst habe ich vor allem bei einer professionellen Therapie, weil es da ja irgendwie immer voran gehen muss. Gerade deshalb zweifle ich, ob eine Gespächstherapie das richtige wäre.

    Das Wochenende war ziemlich hart. Ich würde mich so gern von meinem Exfreund trösten lassen, aber dafür ist er jetzt nicht mehr zuständig


    Guten Morgen, Hellie,

    erstmal: Therapie heißt so viel wie "Wegbegleitung"., d. h. ob und wie es vorangeht, bestimmst Du und nicht der Therapeut. Er soll Dich dabei nur begleiten. Aber wenn Du Zweifel hast, dann machs auch nicht.

    Ich finds immer wieder sehr bedenklich, wenn der Partner dafür zuständig gemacht wird, dass es einem gut geht. Mädels, da ladet ihr den Jungs echt zuviel auf! Jeder ist in erster Linie für sich selbst verantwortlich. Und wenn in schweren Zeiten der andere einen unterstützen kann, ist das gut und erstrebenswert, aber es ist kein Grundrecht.
    Wie weit ist es denn mit Deiner Bereitschaft, ständig zu wissen, was für IHN gut ist, und dann entsprechend für ihn zu sorgen?
    Der Eindruck kann natürlich täuschen: aber das oben Geschriebene klingt, als wärst Du mit den Männern zusammen, weil Du sie brauchst. Brauchen wird so oft mit lieben verwechselt. Aber gut, das ist ja Deine Sache, fiel mir nur grad auf.

    Kurztherapien kann man sehr schnell anfangen. Du kannst Dich vom Hausarzt überweisen lassen und dann 1 -2 Probestunden machen, ob Dir der Therapeut liegt. Und ich habs auch nicht erlebt, dass die besonders in die Tiefe gehen. Ich würd so was eher als Erste-Hilfe-Maßnahme ansehen.

  8. #8
    Schreibkraft
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    Hallo Gaby!

    Mit dem, was du schreibst, hast du ein Stück weit natürlich Recht, Männer sind nicht dazu da, dass es einem gut geht.

    Allerdings habe ich Probleme, die jemand, mit dem ich eventuell mein Leben verbringen will, wissen MUSS, das heißt, ich werde nicht drumrumkommen, ihm früher oder später davon zu erzählen.
    Ich erwarte nicht von einem Partner, dass er mich aufmuntert, wenn es mir schlecht geht, aber ich erwarte schon, dass er irgendwie darauf Rücksicht nimmt. Und diese Rücksicht war in meiner letzten Beziehung, die immerhin 4 Jahre gehalten hat, zum Glück da, und mein Exfreund hat sich dann um mich gekümmert, weil er es wollte, und weil er wusste, dass ich mich genauso gekümmert habe, wenn es ihm nicht gut ging.

    Der letzte Satz war daher auch eher darauf bezogen, dass er mir extra angeboten hat, zu ihm zu kommen, wenn ich Probleme habe und reden will, aber ich will ihn jetzt nicht damit belasten, zum einen, weil er ja selbst der Auslöser ist, und zum anderen, weil ich das Gefühl habe, mir dieses Recht, auch wenn er es mir gibt, gar nicht mehr nutzen zu dürfen.

    Und das mit dem "Männer brauchen" ist auch so eine Sache. Ich kenne fast nichts anderes. Ich bin als Kind, mit 15, in diese Beziehung gegangen, und als Frau hat er mich verlassen. ich weiß doch gar nicht mehr, wie es ohne Freund ist. Ich weiß nicht, wie ich allein manche Dinge zu bewältigen habe, die ich sonst mit ihm zusammen gemacht habe. Ich weiß nicht mehr, wie es ist, nicht in den Arm genommen zu werden...

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