Hallo!
Nach langem Ringen mit mir selbst, möchte ich nun doch dieses Thema eröffnen. Vor ein paar Stunden habe ich in einem anderen Thread ("Angst vor Menschenmengen?") etwas über hochsensible Menschen gelesen, und weil ich schon immer ein "kleines Sensibelchen" war, habe ich mich dazu jetzt ein Bisschen belesen und auch einen Test gemacht, demzufolge ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine hochsensible Person bin. Ich erkenne mich auch in den Beschreibungen oft wieder, denn ich bin wirklich jemand, der sehr viel aufnimmt und sich schwer auf eine Sache konzentrieren kann. Mir fallen häufig Kleinigkeiten auf, die andere nicht sehen, Kleinigkeiten erzeugen bei mir sehr heftige Gefühle, positive wie negative. Ich merke mir viel, was mir andere über ihre Gefühle erzählen, sture Fakten vergesse ich häufig einfach. In der Öffentlichkeit beobachte ich die Leute, ihre Bewegungen und überlege dann, wie sie sich wohl fühlen. Und ich grüble viel über mich selbst, meine Zukunft, meine Vergangenheit, meine Fehler und mögliche Entscheidungen und ihre Auswirkungen. Ich dachte immer, ich hätte halt eine depressive Grundstimmung, und ich war auch bereits zwei mal wegen (auch als solcher diagnostizierten) Depressionen in Behandlung, allerdings immer nur im akuten Notfall. Jetzt habe ich durch die Trennung von meinem Freund einen erneuten Tiefpunkt, und überlege, ob ich nicht doch auf lange Sicht etwas ändern sollte.
In zwei Monaten ziehe ich in eine andere Stadt, weg von zu Hause, in ein neues Leben, als Studentin. Weg von meiner Mutter, die meiner Meinung nach auch sehr sensibel ist. Ein falsches Wort, und es fliegen die Fetzen, weil wir beide überreagieren. Und eigentlich hatte ich vor, in ein neues Leben zu starten, meinen Exfreund, meine Probleme in der Schule, meine akuten Depressionen, meine (negativen) Erinnerungen an meine Kindheit, irgendwie einfach hier zu lassen. Inzwischen zweifle ich aber, ob das einfach so möglich ist.
Ich überlege seit rund einer Woche, ob es sinnvoll wäre, eine Therapie zu beginnen. Allerdings frage ich mich, was mir diese Therapie bringen würde?! Ich habe bereits mit der Aufarbeitung meines größten Problems begonnen, und teilweise geht es mir sehr gut damit. Nur bei Tiefschlägen falle ich immer wieder ein ein Loch, aus dem ich selbst nur schwer herauskomme. Aber ich kann einfach nicht einschätzen, inwieweit eine Therapie dabei helfen würde, ob ich nicht vielleicht schon an dem Punkt angekommen bin, wo ich einfach damit leben muss, dass ich durch mein Leben so geprägt bin. Wie viel würde die Therapie schaffen, wo liegen die Grenzen des therapierbaren?
Könnte sie dabei helfen, dass ich weniger nachdenke, Rückschläge leichter wegstecke? Könnte sie dabei helfen, mir Dinge nicht so zu Herzen zu nehmen? Oder diese Hochsensibilität etwas mindern?
Ich glaube zwar, dass mir diese Beobachtungen, die ich tägliche mache, sehr viel bringen, aber ich gerate deswegen auch manchmal in Konflikte oder lasse mich von Dingen beeinflussen, die eigentlich total irrelevant sind. Ich habe sogar die Vermutung, dass die Anfälle, die ich in der Schule hatte (http://www.psychologieforum.de/hilfe-bei-anfaellen-317.html), damit zusammenhängen. Inwieweit kann eine Therapie da helfen? Wie gut kann ich mir dabei selbst helfen?
Ist es vielleicht schon Hilfe genug, mit meiner eigenen Wohnung eine Rückzugsmöglichkeit zu haben? Nicht mehr täglich die Leute um mich zu haben, die sich negativ auf meine Verfassung auswirkten, weil ich ihre Person mit negativen Dingen in Verbindung bringe?
Und ist das vielleicht nur eine Phase, bedingt durch die psychischen Belastungen, die ich im Moment habe, und die irgendwann einfach zu Ende ist, sodass ich eigentlich ein ganz normales Mädchen bin, dass nur grad Liebeskummer hat?
Ich wäre froh über eine Antwort zu meinen Problemen. Entschuldigt bitte, dass es vielleicht sehr wirr geschrieben ist oder teilweise gar nicht zum Thema gehört, aber mir kommen im Moment zu viele Gedanken, als dass ich sie ordnen könnte. Aber es tat auch gut, einfach mal aufzuschreiben, was mich bewegt.
Vielleicht kann mir ja einer von euch helfen...


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für deinen Mut, dich deinen Problemen hier zu stellen und nach Lösungen zu suchen. Du hast meine vollen Respekt..

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