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Thema: Höhenangst/Platzangst/....

  1. #1
    Neuling
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    Standard Höhenangst/Platzangst/....

    Hi Ihrs,

    ich hab schon seit ner ganzen Weile Höhenangst und Platzangst.
    Ich weiß nur das es so nach meiner Pupertät angefangen hat. (mittl. 13 Jahre her )

    Das Interessante dabei ist, ich hab z.b. keine Angst von irgendwo abzustürzen oder runterzufallen oder das mir sonst irgendwas passiert. Aber der größte Horror is z.B. Seilbahn fahren. Wie gesagt es ist absolut nich die Angst vorm Abstürzen. Es ist mehr die Angst das ich nicht aussteigen kann wenn ich möchte. Das gleiche habe ich bei Fahrstühlen oder noch schlimmer im Flugzeug.

    Ich versuche schon seit Ewigkeiten mich selbst zu hinterfragen, versuche mich selbst zu beobachten und rede mir ein das das doch nicht schlimm ist, ich bin in der Situation also läßt sich da nix ändern. Aber das funktioniert einfach so gut wie garnich oder nur sehr sehr kurz.

    Ich habe immer das Gefühl das ich jeden Moment im Kopf durchdrehe, das ich wie in so nem Film ausraste und eine Panikattacke bekomme. Ich bin vor kurzem nen gläsernen Fahrstuhl hochgefahren und ich bin wortwörtlich in die knie gegangen. Mir wird da heiß und kalt und ein richtig unangenehmes Gefühl im Bauch.



    Meine Fragen:

    1. kann mir jemand erklären was in meinem Körper vorgeht? was passiert da rein theoretisch? Ich meine klar, bei unbekannten Ängsten ist das eine normale Abwehrreaktion des Körpers, welche gleichzeitig auch behilflich ist vorsichtig zu sein, aber ich denke bei mir ist das noch bißchen mehr, weil ich wohl weniger Angst sondern mehr Panik habe.

    2. was kann ich dagegen tun? Die Methode, sich immer wieder den Herausvorderungen zu stellen versuche ich schon seit Jahren, aber sobald da mal paar monate luft dazwischen sind, wird es nich besser sondern schlimmer.
    Z.B. hab ich jetzt noch mehr Flugangst als ich zuvor geflogen bin, weil es einfach Horror für mich war, und ich kann ich ja nich alle paar Tage wo hinfliegen. Was würdet ihr mir vorschlagen? Ich glaub, sich und seinen Körper verstehen wäre noch das beste, daher möchte ich auch verstehen was da in mir hervorgeht?


    Was mir jetzt blödsinnigerweise Eingefallen ist, vielleicht hab ich auch Angst vor der Panik.
    Angst davor unkontrolliert durchzudrehen, ich glaub das wäre ebenfalls ein großer Punkt, weil ich einfach nich weiß was da passiert wenn jemand die Kontrolle verliert.
    Ich hatte z.b. vor kurzem mal ein Erlebnis, unabhängig von höhenangst und ähnlichen, in dem ich sehr unausgeschlafen war und ich hatte das Gefühl das mir in jedem Moment der Kopf platzt, das ich durchdrehe und nichmal sagen kann warum. Ich wollte mich ausruhen und schlafen, aber es ging nich, ich war kurz vorm heulen, das war quasi mein schlimmstes Erlebnis und ich achte daher tausendmal mehr auf meinen Schlaf.....aber das nur nebenbei, die ängste hatte ich trotzdem schon vorher.


    Vielen Dank schonmal für eure Hilfe
    Grüße impression
    Geändert von noise-impression (28.05.2011 um 14:09 Uhr)

  2. #2
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    Hallo,

    für mich klingt das so, als könntest du die Kontrolle über dich nicht abgeneben, weil du eventuelle zu wenig Vertrauen in die Sache hast.

    Die Angst vor der Panik ist glaube ich gefährlich,weil man in einen Kreislauf rutscht.
    Wenn dich das ganze zu sehr belastet,würde ich dir eine Thrapie empfehlen.

    Liebe grüße licht

  3. #3
    Neuling
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    Hallo impression,
    hm, diese Probleme kommen mir irgendwie sehr bekannt vor
    Auch ich habe totale Probleme damit, die Kontrolle zu verlieren. Fliegen? Der absolute Horror!

    kann mir jemand erklären was in meinem Körper vorgeht? was passiert da rein theoretisch?
    Ich denke, das wichtigste bei solchen Ängsten ist, nicht durchzudrehen (leicht gesagt, ich weiß). Aber aus Selbstexperimenten habe ich gemerkt, dass das schlimmste die Erwartungshaltung ist, die man einnimmt. Wenn man sich die ganze Zeit sagt, dass einem im Fahrstuhl schwindelig wird und man Panik bekommt, tritt das auch ein (Stichwort Selbsterfüllende Prophezeiung). Ist man erstmal so weit, bekommt man noch mehr Panik, verkrampft total und atmet unregelmäßiger, sodass einem schonmal die Knie weich werden können. Es beginnt also, wie licht schon sagte,ein Teufelskreis.

    Ich schätze, Du kannst dich in den angstbesetzten Situationen nur noch auf Deine Angst konzentrieren und sonst auf nichts anderes. Ich habe dann z.B immer das Gefühl, dass ich in meinen Bewegungen eingeschränkt werde und die ganze Zeit so sitzen/stehen bleiben muss bzw. dass mir bei einer Änderung der Sitzhaltung schwindelig wird. Hilft es Dir vielleicht, von vornherein Ablenkung zu suchen (Musik hören, sich mit jemandem unterhalten, Rätsel lösen,etc)?

    Liebe Grüße
    Regenwurm

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Regenwurm für den sinnvollen Beitrag:

    Pure (31.05.2011)

  5. #4
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    Aus meiner eigenen Kurztherapie gegen eine ähnliche Angst (Angst in Räumen mit vielen Person um zu kippen) kann ich folgendes sagen:

    1) Die Angst vor der Angst ist ein ganz wesentlicher Bestandteil einer Angsterkrankung! Denn, wie du schon selbst schreibst, weisst du genau in welchen Situationen etwa eine Panikreaktion zu erwarten ist. Dementsprechend bist du, wenn du weisst eine solche Situation trifft bald ein, gestresst. Und was ist Stress? Stress ist nichts anderes als Angst, von den Symptomen her. Unter Stress fühlst du ähnlich wie in einer Angst. Dein Herzschlag erhöht sich, da der Körper sich mehr anstrengt und mehr/schneller Blut durch die Adern pumpt. Dadurch kriegst du Schweissnasse Hände etc. Durch den schnelleren Kreislauf kann dir schwindelig werden, was wiederum als Bedrohung angesehen wird. Und schon bist du im Kreislauf drin.

    2) Konfrontation mit den vermeintlichen Angst auslösenden Situationen ist tatsächlich sehr hilfreich. Aber NUR in Kombination mit ein paar Dingen:
    - Entspannungsübungen (damit der Stress pegel erstmal so niedrig wie möglich ist)
    - Dokumentation wie es dir in den Situationen gegangen ist
    - Reflexion dieser Dokumentationen und
    - anschließend alle negativen Dokumentationen in positive Möglichkeiten umschreiben

    Klingt ein wenig kompliziert (vor allem die letzten beiden Dinge). Wenn man sich das aber alles verinnerlich hat, dann wird einem die ganze Struktur der Angst logisch. Und vor der Angst weg zu laufen wird die Angst nicht beheben, da das Gehirn dann die Assoziation der Angst mit den Situationen bei behält. Nur die neue Programmierung des Gehirns, dass diese Situationen nicht wirklich bedrohlich sind ist der Schlüssel zum nahezu Angstfreien leben.

    Letztendlich ist Angst aber auch nützlich, denn Angst lässt uns Gefahren erkennen und dementsprechend handeln. Die Angststörung lässt uns allerdings dort Gefahren erkennen, wo keine sind.

  6. #5
    Neuling
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    Ängste schützen den menschlichen Organismus präventiv vor möglichen gefährlichen Situationen, die oftmals subjektiv in der psyochosozialen Entwicklung anders wahrgenommen werden, so hat der eine angst vor Höhe, der andere vor Spinnen. Einschlägige Erfahrungen im Leben in Verbindung mit Dispositionen und das inadäquate Konfliktlösen in Entwicklungsstufen sind oftmals ausschlaggebend, sofern es analytisch betrachtet wird.

    Wieso ist es unnatürlich Ängste vor dem Fliegen zu verspüren ? Das Fliegen in Flugzeugen ist keine natürliche Begebenheit für eine humanoide Lebensform.

  7. #6
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    Hallo,
    Zitat Zitat von noise-impression Beitrag anzeigen
    Das Interessante dabei ist, ich hab z.b. keine Angst von irgendwo abzustürzen oder runterzufallen oder das mir sonst irgendwas passiert.
    da geht es mir sehr ähnlich wie Dir. Ich habe nämlich auch Höhenangst und Agoraphobie. Ich vermute mal, das ist ein klassisches Merkmal der Höhenangst: Es ist ja, wie der Name schon sagt, die Höhe, vor der man Angst hat, nicht das, was damit verbunden passieren könnte, wie das Runterfallen (wobei ich nicht sagen will, dass man vor dem Runterfallen keine Scheu hätte).

    Zitat Zitat von noise-impression Beitrag anzeigen
    Aber der größte Horror is z.B. Seilbahn fahren. Wie gesagt es ist absolut nich die Angst vorm Abstürzen. Es ist mehr die Angst das ich nicht aussteigen kann wenn ich möchte. Das gleiche habe ich bei Fahrstühlen oder noch schlimmer im Flugzeug.
    Das hört sich schon mehr nach Agoraphobie und eventuell auch mit klaustrophobischen Zügen an. Es ist dieses Gefühl, nicht frei zu sein und keine Notflucht parat zu haben, welches einen derart seelisch sowohl als auch körperlich einengt.

    Zitat Zitat von noise-impression Beitrag anzeigen
    Aber das funktioniert einfach so gut wie garnich oder nur sehr sehr kurz.
    Wenn das klappt, dann meiner Meinung nach eher, weil Du es schaffst, Dich selber zu illusionieren. Dein Gehirn deckt es aber natürlich schnell wieder auf.

    Zitat Zitat von noise-impression Beitrag anzeigen
    1. kann mir jemand erklären was in meinem Körper vorgeht? was passiert da rein theoretisch? Ich meine klar, bei unbekannten Ängsten ist das eine normale Abwehrreaktion des Körpers, welche gleichzeitig auch behilflich ist vorsichtig zu sein, aber ich denke bei mir ist das noch bißchen mehr, weil ich wohl weniger Angst sondern mehr Panik habe.
    Das, was Du hast, ist ja auch keine Angst, sondern eine Angststörung, eine Phobie. Das erste ist ein natürlicher und lebenserhaltender Schutzmechanismus des Menschen, letzteres eher die Antwort auf einen inneren, psychischen und unverarbeiteten Konflikt, was mehr mit Hilfeschrei als mit Schutz zu tun hat. Daher: Bei Dir ist das wohl nicht ein bisschen mehr, sondern etwas ganz anderes. Mein dringender Rat: Suche nach einer Psychotherapie!

    Zitat Zitat von noise-impression Beitrag anzeigen
    2. was kann ich dagegen tun? Die Methode, sich immer wieder den Herausvorderungen zu stellen versuche ich schon seit Jahren, aber sobald da mal paar monate luft dazwischen sind, wird es nich besser sondern schlimmer.
    Alleine wirst Du es auch nicht schaffen, da man sich nicht alleine mittels Konfrontation therapieren kann - wenn überhaupt, dann wohl nur bei ganz leichten Formen der Störung. Daher meine Empfehlung, einen Therapeuten heranzuziehen. Vor allem interessiert mich der Aspekt Deiner Kindheit und ferner noch Deiner Jugend.

    Zitat Zitat von noise-impression Beitrag anzeigen
    Ich glaub, sich und seinen Körper verstehen wäre noch das beste, daher möchte ich auch verstehen was da in mir hervorgeht?
    Ich glaube, das kannst Du nur mit dem Therapeuten herausfinden.

    Zitat Zitat von noise-impression Beitrag anzeigen
    Was mir jetzt blödsinnigerweise Eingefallen ist, vielleicht hab ich auch Angst vor der Panik.
    Vielleicht. Aber die Agoraphobie ist ja eine Störung, aus der folgt, dass man alle Situationen, in denen diese Angst hochkommt, zu vermeiden versucht. Dadurch entsteht dann auch eine Art Angst (nicht im Sinne einer psychologischen Phobie), solche Ängste zu bekommen. Das, wovon Du aber redest, ist eine Phobophobie und ist schon eine eigenständige Angststörung, daher denke ich, dass jene von Dir genannte "Angst vor der Panik" ein Symptom Deiner Agoraphobie ist, welche sich auch in allen anderen Phobien entwickeln kann.

    Man leidet nicht nur unter Agoraphobie, wenn man in solchen Situationen steckt, sondern die ganze Zeit.

    Alles weitere, was Du dazu wissen solltest, sagte auch schon mein Vorredner Pure unter 1).



    Hallo, Pure,
    Zitat Zitat von Pure Beitrag anzeigen
    Letztendlich ist Angst aber auch nützlich, denn Angst lässt uns Gefahren erkennen und dementsprechend handeln. Die Angststörung lässt uns allerdings dort Gefahren erkennen, wo keine sind.
    ich glaube, wir meinen beide dasselbe. Damit es keine Missverständnisse gibt: Die Angststörung deutet darauf hin, dass es keine Gefahren davor gibt, wovor man diese Angst hat, sondern deutet oft auf tieferliegende Konflikte.



    Hallo, bims2k,
    Zitat Zitat von bims2k Beitrag anzeigen
    Wieso ist es unnatürlich Ängste vor dem Fliegen zu verspüren ?
    bei noise-impression handelt es sich um einen seelischen Konflikt, um eine Angststörung. Der Begriff der Angst fällt hierbei eher in den Hintergrund, wirklich vordergründig ist die Tatsache, dass eine Störung vorliegt. Denn wäre dem nicht so, müsste es heißen: -angst statt Angst-.

    Zitat Zitat von bims2k Beitrag anzeigen
    Das Fliegen in Flugzeugen ist keine natürliche Begebenheit für eine humanoide Lebensform.
    Das Erleben einer Spinne schon. Dennoch sind beides das gleiche: Ängste, psychische Störungen.

  8. #7
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    Die Auffassung von psychichischen Konflikten und Störungen bei Ängsten lässt sich für mein Vorstellungsvermögen nicht lediglich mit psychoanalytischen Ergebnissen erfassen, sondern zeigen ein Bild des ganzen.

    Soziale Einflüsse, Erziehung, Dispositionen und bei der Spinne speziell der anerzogene Ekelfaktor bilden ein Konstrukt, welches diese Ängste schürt.

  9. #8
    Schreibkraft Avatar von Pure
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    Zitat Zitat von Exot Beitrag anzeigen
    Hallo, Pure,

    ich glaube, wir meinen beide dasselbe. Damit es keine Missverständnisse gibt: Die Angststörung deutet darauf hin, dass es keine Gefahren davor gibt, wovor man diese Angst hat, sondern deutet oft auf tieferliegende Konflikte.
    Dem widerspreche ich. Ich denke zwar, dass die Angststörung durch einen (inneren) Konflikt ausgelöst werden kann. Dieser hat aber bei den dann folgenden Attacken immer weniger Einfluss, weswegen bei einer Angststörung auch seltener analytische Therapien zum Einsatz kommen, als einfache Verhaltenstherapien. Sollte ein innerer Konflikt vorliegen, so würde ich eher von Trauma sprechen, was zwar auch als Begleiterscheinungen Panikattacken nach sich ziehen kann. Aber diese sind dann eher sehr klar eingegrenzt auf ganz bestimmte Situationen, die mit dem Trauma zusammen hängen.

    Der Agoraphobie geht, meines Wissens nach, seltener ein Trauma vorraus.

    Daher bleibe ich bei der Meinung, dass eine Angststörung meistens eine Fehlinterpretation über Gefahr im Gehirn ist.

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