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Thema: Hoffnungslosigkeit und tiefe Traurigkeit

  1. #1
    Neuling
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    Standard Hoffnungslosigkeit und tiefe Traurigkeit

    Hallo,

    Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, also schreibe ich einfach mal drauf los. Vorweg zu mir, ich bin 30 Jahre alt, ledig und wohne in einer Kleinstadt. Seit knapp 3 Jahren bin ich arbeitslos, was nicht wirklich positiv zu meiner Grundstimmung beiträgt.

    Im Moment geht es mir sehr schlecht und nachdem ich heute ein erneutes erfolgloses Vorstellungsgespräch hatte und ich wieder diese Schwere in mir fühle, wende ich mich nun hierher, in der Hoffnung Hilfe zu finden oder zumindest einen Austasusch der mir vielleicht hilft.

    Vielleicht beschreibe ich einfach mal meine Gefühlswelt? Zum größten Teil traurig. Nutzlos. Hoffnungslos. Ich habe keine Perspektive mehr, meine Träume habe ich aufgegeben. Selbstwertgefühl gleich 0. Es gibt Tage wo mir alles egal ist, fühle mich als Störfaktor, fühle mich als ob es niemanden gibt der für mich da ist.
    Ich wende mich ab, von Familie und Freunden. Möchte einfach nur allein sein und rede mir dann ein, das es das ist was ich möchte. Nur ich. Niemand der mich verletzen kann, niemandem den meine Probleme belasten könnten.

    Ich kriege nichts auf die Reihe im Moment, kann mich nicht konzentrieren und leide darunter das ich keine Arbeit habe, aber mir ist schon klar, das mich "so" niemand nimmt. Irgend wie ein Teufelskreis.

    Seit ein paar Wochen habe ich starke Extrasystolen (Herzstolpern), so häufig und störend das ich jetzt Betablocker nehmen muss. Der Arzt führt es auf eine Erkältung zurück, ich glaube eher das mein seelisches Befinden das Ganze auslöst. Besonders wenn ich mich ärgere oder wie jetzt gerade sehr traurig bin, habe ich dieses Herzklopfen.

    Ich fühle mich dieser Welt ausgeliefert, mir wurde geraten das ich mir Hilfe suchen soll. DAvor habe ich auch wieder Angst, ich will nicht zu einem Psychologen. Ich will nicht depressiv sein, aber ich bin es wohl.

    Es gibt nichts mehr was mir wirklich Freude macht, in manchen Momenten möchte ich etwas ändern, aber ich habe den Antrieb einfach nicht. Ich weiß einfach nicht wo ich anfangen soll.
    Zuhause habe ich einen großen Abstellraum, voll gestellt mit Kartons. Dringend müsste dieser Raum aufgeräumt werden, es ist ein heilloses Chaos. Ein paar Mal schon stand ich da und wollte anfangen, aber ich stehe dann einfach da, hilflos und weiß nicht wo ich anfangen soll. Ich hab angefangen zu heulen. Wegen Kartons die unsortiert sind.

    So fühlt sich mein ganzes Leben an. Unsortiert. Chaotisch.

    Was mache ich nur?

    Danke fürs Lesen.
    Lg
    ohne_Hoffnung

  2. #2
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    Hallo,

    ich bin mir sicher, das geht dir nicht allein so. Wenn man lange keinen Job hat, fühlt man sich nicht mehr gebraucht. Man leistet nichts mehr und demnach ist man vor der Gesellschaft nichts wert. Das ist ja der allgemeine Tenor den man immer wieder hört oder liest. Es ist also kein Wunder, dass du dich so fühlst. Wo soll denn eine Perspektive her kommen, wenn man immer wieder auf Ablehnung stößt? Was ich damit sagen möchte ist, dass dein Verhalten nach meiner Ansicht vollkommen verständlich ist in dieser Situation.

    Dennoch solltest du schauen eine Weg zu finden. Von den Behörden kannst du hier nicht sehr viel Hilfe erwarten. Da nimmt dich keiner an die Hand und zeigt dir den Weg. Das mußt du allein machen.
    Wie sieht es denn mit Alternativen aus?
    Hast du ein Hobby (oder hattest mal eins was du wiederbeleben kannst)?
    Kannst du vielleicht eine Weiterbildung machen?
    Vielleicht auch eine neue Ausbildung, um dann als Quereinsteiger woanders neue Möglichkeiten zu haben?
    Gibt es vielleicht die Möglichkeit unentgeltlich irgendwo auszuhelfen oder ein Praktikum zu machen?

    Die beschrieben Möglichkeiten würden erstmal alle dazu führen, dass du wieder am gesellschaftlichen Leben teilnimmst und etwas tust, wofür es sich morgens aufzustehen lohnt. Ich könnte mir vorstellen, dass deine Symptome dann nach und nach wieder weniger werden.

    Versuch deinem Leben selbst ein wenig auf die Sprünge zu helfen.

    Viel Erfolg,

    Coach

  3. #3
    Neuling
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    Hallo,
    Danke für Deine Antwort.
    In einer Maßnahme von der Arge bin ich zur Zeit, im Rahmen der Trainingsmaßnahme werden auch Praktika absolviert, zwei habe ich bereits geleistet und es hat mir großen Spaß gemacht, ich hatte endlich wieder etwas zu tun und fühlte mich ein wenig besser.

    Nun habe ich ein Problem mit einem Leiter dieses Trainingskurses. Diese Person scheint Spaß daran zu haben mich runterzumachen, einen Tag ist diese Person sehr nett, am nächsten Tag werden mir Dinge vorgeworfen, die so nicht stimmen (persönliche Beleidigungen inklusive).

    GsD geht diese Sache nur noch bis Ende Dezember. Das heißt nicht, das ich nicht arbeiten will, sondern einfach nur das dies mich gerade überfordert. Anstatt mich zu wehren fange ich an zu heulen wie ein kleines Kind. Und so bin ich normalerweise nicht.

    In mir ist einfach diese Leere, die war auch während der Praktika da, allerdings rückte sie ein wenig in den Hintergrund. Ich frage mich jeden Tag was ich jetzt machen soll, wie es mit mir weiter geht und habe auch schon manchmal den Gedanken gehabt, das es vielleicht gar nicht so schlecht wäre eines Morgens nicht mehr aufzuwachen. (ich bin NICHT suizid gefährdet, dafür hätte ich nicht den Mut).

    Im Moment ist die Arbeitslosigkeit das größte Problem das mich belastet, aber eben nicht nur. Ich habe starke Verlustängste, gehe ungerne unter Menschen und bin eben lieber allein. Manchmal ist es eine Herausforderung einkaufen zu gehen...

    Einfach alles blöd.

  4. #4
    Neuling
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    Hey,

    exakt wie bei mir einst und das über viele Jahre:

    die Neigung, sich vollends zurückzuziehen, keinen Antrieb, unfähig arbeiten zu gehen, tiefe Traurigkeit etc.

    Bei mir stellte sich ohne weiteres Zutun irgendwann ein Wandel der Gedankengänge ein, so blöd wie es klingt. D.h. in mir wuchs der unbändige Wunsch, wieder arbeiten zu gehen, und auch die Fähigkeit dazu, begann sich zu entwickeln. Nach und nach kehrte die Einsicht zurück, mich wieder in gesellschaftliche Vorgänge einbringen zu müssen und, und, und. - Das bedeutet längst nicht, dass nun alles in Ordnung wäre, doch durch meine Arbeit, der Umstellung der Ernährung und der veränderten Sichtweise in Bezug auf meine Erkrankung stellte sich zunehmend ein größeres Gefühl von Lebensqualität ein.

    Ich weiß, ich kann dir bis auf den Rat, DRINGEND (d)einen Arzt aufzusuchen, leider keine wirklich hilfreichen Tipps für die kommende Tage geben, mein Beitrag sollte eines bezwecken: dir Mut machen!

    Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit!

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Lars-Berlin für den sinnvollen Beitrag:

    ohne_Hoffnung (23.11.2011)

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