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03.01.2012, 23:13
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#1 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 03.01.2012
Beiträge: 3
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Huch ist das lang her gewesen ...
Hallo!
Ich bin neu hier  Desshalb erzähl ich mal kurz wer ich überhaupt bin. Ich bin jemand, der froh ist das hier alles anonym schreiben zu können... desshalb gibts keinen Namen.
Ich bin ein Junge, 19 Jahre alt (grade geworden) und sehr sehr nachdenklich und erlich gesagt auch traurig. Das traurige an der Sache (achtung Wortspiel!  ) ist, dass ich es gerne mag traurig zu sein. Ich weiß nich wieso ich fühle mich dabei wohl und ich finde es endspannend.
Um genau zu sein bin ich traurig seid mein Vater damals (als ich 13 war) gestorben ist.
Jetzt komme ich zum Hauptthema: Mir stößt schon seid längerem erstmal diese Entwicklung etwas komisch auf. Ist es normal ? Ich höre gerne Radiohead und dann aber auch nur die richtigen Bomben wie "I will". Dabei denke ich gerne einfach übers sterben nach, und finde in der Trauer z.b. um Verstorbene eine richtige Befriedigung.
Eine zweite Sache, die nicht "normal" ist ist, dass ich seid gut 8 oder 9 Jahren nicht mehr geweint habe (das letzte mal war als ich aus versheen die Playstation von meinem Bruder kaputt gemacht habe und mich geschämt habe)
Nichtmal als mein, wirklich seehr sehr geliebter, Vater gestorben ist musste ich weinen obwohl ich sonst noch nie so traurig war.
Sollte ich was unternehmen ? Oder ist das Pupertätsbedingt und regelt sich von alleine ? ... Aktuell stört mich nichts davon  Im gegenteil ich finde es (warum auch immer) irgendwie schön ...
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03.01.2012, 23:52
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#2 (permalink)
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Schreiberling
Registriert seit: 28.11.2011
Ort: Schweiz
Beiträge: 442
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Hallo Statusquo
Ich bin auch oft in einer traurigen Stimmung und trotzdem mag ich nicht weinen. Das ist ein seltsames Spiel, denn es bringt mich nicht weiter.
Ich hab einfach einen sehr grossen Respekt vor diesen schmerzhaften Gefühlen, weil die einem echt runterziehen.
Vor bald drei Wochen hab ich das letzte Mal geweint und ich war darauf hin für zwei Wochen ausser Gefecht, d.h. ziemlich schwach und ohne Energien.
Unser Körper- und Psychesystem hat es so eingerichtet, dass wir verdrängen können. Das hilft uns zu überleben auf dieser Welt.
Wenn wir einen sehr guten Moment erwischen, wo es uns im Prinzip gut geht, können wir tiefsten Schmerz zulassen. Das ist wirklich nicht lustig und raubt uns alle Ressourcen.
Es braucht ziemlich viel Stabilität, bis wir uns für diese tiefsten Verletzungen öffnen können.
Darum hab Geduld und achte darauf, dass du in stabilen Verhältnissen lebst.
__________________
Liebe Grüsse, Martin
I  Psychologieforum.de
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04.01.2012, 00:31
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#3 (permalink)
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Nachwuchs Autor
Registriert seit: 27.11.2011
Ort: Dresden
Beiträge: 786
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Ja, traurig sein, aber doch nicht weinen können. Es ist verständlich daß der Tod Deines Vaters ein schwerer Schlag für Dich war.
Der Musikgeschmack ist egal. Das ist ganz normal. Auch über das Sterben denkt man eben mal nach. Macht jeder.
Nicht normal, da hast Du recht, ist, daß Du nicht mehr weinst. Und das regelt sich leider nicht von alleine sondern ist im Endeffekt die Grundursache für alle weiteren Beschwerden. Würdest Du es schaffen, wieder stärker ins Gefühl zu kommen und auch zu weinen, würde es Dir dauerhaft besser gehen. Man merkt das auch nachdem man geweint hat, danach ist man erleichtert, geht es einem gut.
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10.01.2012, 13:49
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#4 (permalink)
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Schreiberling
Registriert seit: 24.11.2011
Beiträge: 422
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Wenn jemand stirbt, weine ich so gut wie nie. Ich weine eher, wenn etwas besonders schön ist. Ich denke also, dass das gar nicht so unnormal ist.
Achja, es ist zwar nicht exakt das gleiche, aber wenn ich ein Lied höre oder ein Video sehe, was besonders traurig oder schön ist, so stark, dass mir die Tränen kommen, dann empfinde ich das auch eher als etwas schönes als etwas schlechtes. Kann dieses "gerne traurig sein" also sofern sogar nachvollziehen.
Abgesehen davon bist du ja nicht wirklich "traurig", wenn es dich doch irgendwie glücklich macht. Aus meiner Sicht ist es ziemlich egal, wieso man glücklich ist, hauptsache ist, man ist zufrieden so wie es ist.
Was dagegen unternehmen solltest du nur, wenn unzufrieden damit bist und etwas ändern willst.
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17.01.2012, 17:47
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#5 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 05.01.2012
Beiträge: 238
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Erstmal herzlichen Glückwunsch nachträglich
das Erste was ich bei deiner Nachricht dachte war, dass du den Tod deines Vaters nicht verarbeitet hast....
und dass du dich deshalb so verhälst
__________________
Die Weisheit des Lebens besteht im Ausschalten der unwesentlichen Dinge....
♥
Wer bedingungsloses Mitglied einer Schafsherde sein will, muss in erster Linie ein Schaf sein
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18.01.2012, 10:16
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#6 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 30.11.2011
Ort: wohne in Werne, nettes Städtchen zwischen Ruhrgebiet und Münsterland
Beiträge: 38
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Trauer
Hallo Statusquo,
deinem Bericht kann ich sehr deutlich entnehmen, dass Du die Trauer um deinen Vater noch nicht bewältigt hast.
Es wäre wahrscheinlich besser, hilfreicher gewesen, hättest Du damals um deinen Vater weinen können. Aber dein Vater bleibt dein Vater, auch wenn er nicht mehr bei dir ist.
Du bist ein lebender Beweis dafür, dass er gelebt hat, und auf gewisse Weise lebt er ja durch dich und in dir auch weiter.
Ich war schon Opa, als mein Vater starb. Und ich bin heute noch froh darüber, dass ich weinen konnte. Richtig weinen. Bei seiner Beerdigung habe ich das Fürbitten-Gebet für ihn gesprochen. Das war noch einmal ein ganz persönlicher, ja fast intimer Abschied von ihm.
Da war ich ganz ruhig. Aber als ich drei Tage zuvor die Nachricht von seinem plötzlichen Tod bekam, da gingen meine Gefühle mit mir durch. Und ich habe mich nicht geschämt.
Manchmal passiert mir das heute noch, wenn ich auf sein Bild blicke, das über meinem Schreibtisch hängt. Ich kann aber inzwischen auch einfach lächeln und dabei an unsere so zahlreichen schönen Erlebnisse, die wir miteinander hatten, denken.
Insofern ist er dann auch auf geheimnisvolle Weise bei mir.
Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest, deiner Trauer auch noch heute Ausdruck zu geben.
Hans
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21.01.2012, 17:44
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#7 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 04.08.2011
Beiträge: 68
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Hey Status!
Ich habe leider keine Lösungsvorschläge anzubieten. Aber du sagst, dass es dir damit gut geht und du auch nichts ändern möchtest, also geht das sowieso in Ordnung! Ausser dir kann niemand entscheiden, was nicht gut für dich ist.
Aber du bist nicht alleine! Mein Vater ist gestorben, als ich sieben Jahre alt war. Ich habe damals nicht geweint und seitdem auch kaum. Und wenn dann wegen nicht so furchtbar schlimmen Dingen. Wenn Gefühle angebracht wären, kann ich sie nicht zulassen. Auch das Gefühl sich in der Traurigkeit wohlzufühlen kenne ich... Leichte Stimmungstiefs, in denen melancholische Musik angemacht wird, ne Kerze an, der Rotwein auf... So in der Art. Ich zelebriere das auch hin und wieder. Komme aber aus den Phasen immer alleine gut wieder heraus. Beobachte dich selbst und wie es dir geht, dann kann nicht viel schief gehen, wenn du früh genug reagierst!
__________________
Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde, als das Risiko zu blühen.
(Anais Nin)
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30.01.2012, 13:11
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#8 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 03.01.2012
Beiträge: 3
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Hallo Leute
Ich meld mich mal wieder nur um euch zu sagen, dass ich die Antworten hier täglich checke und muss sagen ihr habt wol alle irgendwie Recht.
Am meisten "berührt" mich, dass er in mir irgendwie weiterlebt und solange es mir so gut geht.... wo ist das Problem ?
Liebe Grüße ihr habt mir alle wirklich seeehr geholfen! Gut, dass es das Internet gibt...
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