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Thema: Hybris vs. Narzissmus - Wo liegen die Unterschiede?

  1. #9
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo Adde,

    die Artikel, auf die Du Dich beziehst, stammen also überwiegend aus der "einschlägigen" Wirtschafts- und Managementliteratur ...

    Wäre es da denn nicht sinnvoll, wenn Du Dich auf diesem Themengebiet bewegen willst, wenn Du Dir da zuerst einmal ein Bild von dem beschaffst, wie diese beiden psychologischen Begriffe aus psychologischer Sicht definiert und gegeneinander abgegrenzt sind?
    Das wäre ein Teil des wissenschaftlichen Vorgehens, das Du mit Deiner Arbeit ja als von Dein beherrscht nachweisen musst

    Du wirst mit den beiden Begriffen später arbeiten müssen, also solltest Du Dir auch genügend eigenes Verständnis und Wissen über sie aneignen (bei Fragen und Unsicherheiten, die sich dann dabei ergeben, kannst Du Dich auch austauschen), um selbst entscheiden zu können (und auch um Rückfragen/Verständnisfragen selbst beantworten zu können, sofern sie nicht zu psychologiespezifisch sind).

    Dazu gehört auch ein gesundes Hinterfragen Deiner Quellen!
    Diese Charakteristika messen klar Narzissmus (laut dem Artikel)
    Wer sagt Dir denn, dass der Autor dieses Artikels überhaupt eine Ahnung von dem hat, worüber er gerade schreibt? Könnte doch genauso gut sein, dass auch er nur etwas von einem Dritten übernommen hat, weil es eben so "passend" erschien ...?!!
    Dies kannst Du aber nur dann beurteilen, wenn Du Dich vorher ausreichend selbst in die Materie eingearbeitet hast.

    Dir hier jetzt etwas zu "erklären", Dir also "beizubringen" im Sinne von: es sagt Dir jemand etwas und dann ist es eben so , kann da nicht funktionieren.
    Sorry: dies würe auch den Ansprüchen einer Masterarbeit nicht im entferntesten gerecht werden können.

    Generell, wo genau sind die Überschneidungen/Unterschiede zwischen Hybris und Narzissmus?
    Genau dafür, für eine fundierte und von Dir selbst erarbeitet verifizierbare Antwort, wirst Du "benotet".
    Vielleicht verlange ich auch zu viel und muss mich halt durch Neurologie Literatur quälen.
    Eben: weil es ja auch Deine Arbeit und Dein Master ist, deswegen musst Du ja auch zuerst durch die Literatur durch - oder wie würdest Du sonst Antworten verstehen wollen, wenn Du noch keine Grundlagen hast?
    Noch dazu: ohne diese Grundlagen kannst Du auch keine relevanten Fragen stellen

    Aber meine Erfahrung sagt mir halt, dass man durch grundlegende Erklärungen oft einen sehr guten Start bekommt, das richtige akademische Arbeiten anzugehen.
    So, wie Du es eben beschrieben hast, würdest Du durch diese "grundlegenden Erklärungen" aber schon eine Richtung vorgegeben bekommen, quasi fremdgesteuert ans Thema rangehen.
    Es mag ja sein, dass dies dem "akademischen" Arbeiten entspricht - nur: wissenschaftliches Arbeiten wäre es mit Sicherheit nicht - und genau dieses wird ja von Dir gefordert.

    Also: arbeite Dich mal durch die einschlägige Literatur durch, versuche erst einmal, aufkommende Fragen durch querverweisende Literaur (oder auch durch direkte Kontakte zu Fachleuten aus dem jeweiligen Bereich) selbst zu beantworten - und wenn dann immer noch Klärungs- oder Verifizierungsbedarf besteht, dann fragst Du nochmals neu. Dann werden die Fragen auch gezielter und ein Austausch über unterschiedliche Interpretationsansätze erst produktiv.

    Mach Dir doch mal nen kleinen Strukturplan (inklusive einer groben Konzeption des Argumentationsweges).
    Wie willst Du vorgehen; welche Informationen brauchst Du auf welcher Stufe, um welche Ketten zu bilden; wo könntest Du sie herbekommen und wo lägen deren Validierungskriterien; und und und ...

    Alternativ: es gibt auch gute Literatur über wissenschaftliches Arbeiten - sogar mir allgemeinen Musterplänen für eigenes "Forschen"

  2. #10
    Schreibkraft Avatar von Brom
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    Naja wie sagt man, vertrau keinen Studien die du nicht selbst gefälscht hast.

    Die Frage ist nun, willst du dich auf die Studie verlassen?
    Oder selbst weiter recherchiren?

    In der Psychologie selbst, sind solche Indikatoren oft sehr ungenau, da viele Störungen, oberflächlich betrachtet sehr ähnlich aussehn. Klar können die von dir gewählten Indikatoren für die Krankheiten stehn, sind aber auch in Teilen bei "gesunden" Menschen zu finden. Oder können über Umwege auf durch andere "krankhafte" Störungen ausgelöst werden.

    Die gründe warum ein Mensch so oder so handelt, sind halt sehr breit gefächert. Und die selbe reaktion, kann bei jemand anderem ein ganz anderes Krankheitsbild als Hintergrund haben

    Ich verstehe aber das du nun für dich keine komplett neue Studie erstellen kannst.

    lg Brom
    Geändert von Brom (05.01.2011 um 16:36 Uhr)
    Wenn leuchtend die Gestirne tauchen
    im dunklen Äthermeer empor
    und in geheimnisvollem Hauchen
    die Welt umweht ein Dämmerflor,
    entschwebt der Geist zu wachen Träumen
    ins große heilige Reich der Nacht,
    beschwingt nach unermessnen Räumen
    von tiefer Phantasien Macht.
    Im weichen Zauber solcher Nächte
    scheint sich die Schöpfung zu entfalten,
    und dunkel ahnen wir die Mächte,
    die über unserem Leben walten.

  3. #11
    goa
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    Hallo zusammen

    Was für ein Zufall, dass ich hier gelandet bin

    Ich bin Masterstudent in Psychologie und habe mich eben mit dem Thema befasst (nicht ausführlich, aber vllt. kann ich trotzdem helfen).


    Es gibt in der Organisationspsychologie ein Modell zu CEO-Hybris das empirisch bestätigt wurde (zwar auch schon länger her ).
    Du findest es in folgendem Artikel:

    Hayward, M. L. A. & Hambrick, D. C. (1997). Explaining the premiums paid for large acquisitions: Evidence of CEO hubris. Administrative Science Quarterly, 42, 103-127,figure 1



    Evtl. hast du den Artikel ja auch schon.


    Da ich leider nicht alle Posts aufmerksam durchlesen konnte (habe leider keine Zeit) weiss ich nicht ob ihr das schon gepostet habt oder ob das überhaupt dazu passt.

    Jedenfalls könnte ich mir für eine Masterarbeit schon so ein Modell vorstellen wo du evtl. noch weitere Moderator- oder Mediatorvariablen einbaust. Am besten schaust du dir das Modell mal an.


    Lg

  4. #12
    Schreiberling Avatar von Schatten
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    Hallo Adde.

    Ich schreibe gerade an meiner Masterarbeit (BWL) und untersuche Narzissmus bzw. Hybris unter Geschäftführern und versuche herauszufinden welche Auswirkungen diese psychologischen Phänomene auf Entscheidungen haben.

    Scobel hat mal eine Sendung zu dem Thema gemacht, ich glaube die hieß damals noch „Delta“ die war nicht sonderlich gut, aber so zur allgemeinen Orientierung sicher brachbar.

    Ich definiere Narzissmus salopp als Selbstliebe und Hybris als übertriebenes Selbstbewusstsein.
    Selbstliebe ist da deutlich zu undifferenziert. Was Narzissten ausmacht, ist ein grandioses Selbstbild, das keine Kritik verträgt (ohne in Wut auszubrechen oder zusammenzufallen oder den Kritiker zu entwerten), ein oft hohes Maß an Leistungsbereitschaft, ein elitäres Bewusstsein, ein Mangel an tiefer Empathie (Einfühlungsvermögen), allerdings oft genug Empathie um manipulativ bestimmten Schwächen beim anderen zu erkennen und diese kühl und berechnend auszunutzen, so wie eine Affinität zu sozial kalten und totalitären Weltbildern.
    Narzissten sind in einem hohen Maße abhängig von der Meinung anderer (was sie allerdings nie zugeben würden), möchten geliebt und bewundert werden, sind aber gleichzeitig schwer in der Lage Lob anzunehmen und sind in einem hohen Maße undankbar.


    Ich habe einigen Artikeln entnehmen können, dass Narzissmus ein angeborener Teil der Persönlichkeitsstruktur ist.
    Naja, der einzige angeborene Teil der Persönlichkeit ist das Temperament, aber eine gewisse Fähigkeit zur Invenstition in das eigene Ich ist gesund und normal.
    Narzissmus ist dummerweise neben Trauma das am breitesten gebrauchte Wort.
    Es gibt normalen, gesunden Narzissmus, der einfach bedeutet, dass man sich um sich kümmert und dafür sorgt, dass man auch eine Scheiben vom Leben abbekommt.
    Es gibt einen gewissen pathologischen Narzissmus, bei jeder psychischen Erkrankung, weil jede psychische Erkrankung mit einem gewissen Grad an pathologisch erhöhter Selbstaufmerksamkeit verbunden ist.
    Es gibt die narzisstische Persönlichkeitsstörung, die eigentlich gemeint ist, wenn von pathologischem Narzissmus die Rede ist und diese gibt es von einer leichten Form, bis hinunter zu en schwersten Pathologien, der sogenannten antisozialen Persönlichkeit oder dem Soziopathen, die einfach die schwerste Form des pathologischen Narzissmus darstellt. Dazwischen liegt die narzisstishe Persönlichkeitstörung ohne, mit leichten oder schwereren antisozialen Zügen, sowie das Syndrom des bösartigen (malignen) Narzissmus.

    Hybris hingegen ist teils angeboren, teils durch externe Einflüsse (Erfolge, Bestätigung) charakterisiert.
    Hybris ist einfach ein Ausdruck für die Selbstüberhebung des Menschen, aus der griechischen Antike stammend, meistens so gedacht, dass der hybride Mensch sich maßlos selbst überschätzt und sich den Götter gleich wähnt.

    Somit würde ich folgende Annahme machen:

    Externe Bestätigung + interner Narzissmus = Hybris

    Kann man das so stehen lassen? Wie seht ihr Psychologen das Thema? Ich würde mich sehr über einen interdisziplinären (bin ja BWLer) Meinungsaustauch freuen
    Für Hybris schau doch mal bei wiki nach, aber diese Formel würde ich schnell vergessen.
    Man kann Hybris und Narzissmus im Punkt der Selbstüberschätzung zur Deckung bringen, aber für eine Masterarbeit, würde ich da noch mal nachlegen.
    Der Fachmann schlechthin für Narzissmus in in der Psychologie Otto Kernberg, da findest Du auch im Netz Infos, ansonsten ist hier noch ein link der sich mit Deinem Thema beschäftigt:
    http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/.../beitrag7.html

    Gruß,

    Schatten

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