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Thema: Hybris vs. Narzissmus - Wo liegen die Unterschiede?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Hybris vs. Narzissmus - Wo liegen die Unterschiede?

    Hallo zusammen,

    ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin weil mir nicht 100%ig klargeworden ist, ob es sich um ein reines Therapieforum handelt oder ob auch Wissen ausgetauscht wird. Falls Ersteres der Fall ist, entschuldige ich mich.

    Ich schreibe gerade an meiner Masterarbeit (BWL) und untersuche Narzissmus bzw. Hybris unter Geschäftführern und versuche herauszufinden welche Auswirkungen diese psychologischen Phänomene auf Entscheidungen haben. Ich definiere Narzissmus salopp als Selbstliebe und Hybris als übertriebenes Selbstbewusstsein.

    Ich habe einigen Artikeln entnehmen können, dass Narzissmus ein angeborener Teil der Persönlichkeitsstruktur ist.

    Hybris hingegen ist teils angeboren, teils durch externe Einflüsse (Erfolge, Bestätigung) charakterisiert. Somit würde ich folgende Annahme machen:

    Externe Bestätigung + interner Narzissmus = Hybris

    Kann man das so stehen lassen? Wie seht ihr Psychologen das Thema? Ich würde mich sehr über einen interdisziplinären (bin ja BWLer) Meinungsaustauch freuen

    Viele Grüße,

    Alex

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    Hallo Alex,

    wir sind hier ein Laienforum, auch wenn wir hier Psychologiestudenten und Tätige in dem Bereich haben, tauschen uns jedoch über alles Mögliche aus.

    Es wäre mir jedoch absolut neu, dass Narzissmus oder eine andere Persönlichkeitsstörung angeboren wäre.

    Und saloppe Definitionen werden solchen "Phänomen" in ihrer Komplexitität sicher nicht gerecht.

    Ich bin gerade sehr verwundert, wie wenig fundiert anscheinend Masterarbeiten geschrieben werden Ich dachte, an der Uni lernt man die Regeln, oder zumindest die Grundzüge des wissenschaftlichen (Er-)Arbeitens?

    Und auch, wenn Du nicht an der Uni bist und bei BWL diese Regeln keine Rolle spielen sollten, frage ich mich als Laie, was für eine - über einen Schulaufsatz hinausreichende Aussagekraft eine Masterarbeit hat, für deren Thema es anscheinend keine fundierten Kenntnisse gibt und die sich aus saloppen Fehlinformationen speisst?

    Ich bin grad leicht geschockt, sry.

    Wenn Du schon ein Thema nimmst, das weit in die Psychologie des Menschen hineinreicht, dann wirst Du nicht umhin kommen, Dich darin fundiert und entsprechend differenziert einzuarbeiten.


    Aber ich bin sicher, unsere Psychologiestudenten und Therapietätigen werden mich aufklären
    Geändert von Gast784 (05.01.2011 um 13:36 Uhr)

  3. #3
    Neuling
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    Hi Gaby,

    sorry für die Schlamperei in der Formulierung. Ich habe mich auf die folgende Aussage eines sehr einflussreichen Artikels von 2007 bezogen:

    Hybris ist ein psychologischer Zustand, der durch die Kombination von Selbstwusstseinsstimulierung und narzistischen Tendenzen herbeigeführt wird. Somit ist Narzissmus der fundamentalere und "eingepflanztere" (also nicht angeboren, in Englisch: ingrained) Charakterzug.

    Was denkst Du darüber? Kommt aus einem Business Artikel (Hambrick; Chatterjee, 2007)

  4. #4
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    Gaby,

    ich muss die Arbeit im September abgeben. Die Themenwahl ist gestern (!!) durch meinen Professor bestätigt worden. Ich habe seitdem (ohne Hintergrundwissen) einen Tag Lesen auf dem Buckel. Es geht mir nur darum, ob ich die Arbeit auf Hybris oder Narzissmus stützen soll. Die Vertiefung in die jeweilige Richtung wird dann sehr intensiv folgen. Bevor ich allerdings 1000 Artikel zu den Themen lese und somit jede Menge wertvolle Zeit verschwende, wollte ich mir einfach von Leuten, die es verstehen eine Erklärung einholen. Du würdest sicher was Ähnliches machen wenn Du interdisziplinär recherchieren müsstest.

    Du musst mich nicht direkt angreifen...

  5. #5
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    Hallo Adde,

    ich hoffe, Du fühlst Dich jetzt nicht gleich wieder angegriffen

    Es geht mir nur darum, ob ich die Arbeit auf Hybris oder Narzissmus stützen soll.
    Sorry, ich verstehe da die Zielrichtung Deiner Frage nicht so recht

    ... und untersuche Narzissmus bzw. Hybris unter Geschäftführern und versuche herauszufinden welche Auswirkungen diese psychologischen Phänomene auf Entscheidungen haben.
    Deine Aufgabenstellung (wie lautet die denn jetzt eigentlich genau?): kannst Du Dir bei Deiner Untersuchung jetzt einen Aspekt aussuchen und dann rein unter diesem die Sache aufbereiten?
    Oder sollen da beide zum Tragen kommen, und es ginge Dir jetzt um deren Gewichtung/Priorisierung innerhalb der Arbeit?

    Deine Fragestellung in Deinem Post ist leider etwas arg wischiwaschi um zu sehen, worum es Dir eigentlich geht - und damit wird es dann schwer, auch zu antworten

    Bevor ich allerdings 1000 Artikel zu den Themen lese und somit jede Menge wertvolle Zeit verschwende
    Nun ja: könnte es denn nicht auch so sein, dass diese "Verschwendung an Zeit" eigentlich ein wesentlicher Teil dessen ist, was in solch einer Prüfung/Arbeit gefordert ist?
    Du sollst ja nachweisen, dass Du Dir die Grundlagen dessen, was Du für Deine Entscheidungsfindung und die wissenschaftlich korrekte Bearbeitung des Themas benötigst, selbst erarbeiten kannst.
    Es ist weniger ein ergebnisorientierte Aufgabenstellung, als eine prozessorientierte: Du weist letztendlich "nur" Deine Kompetenzen im Durchdringen, Beherrschen und Anwenden von Erkenntnisgewinnungsprozessen nach - und dazu gehört (okay: gehörte früher einmal) die komplette Kette, inklusive der Phase der Entwicklung der Fragestellung selbst.

    Könntest Du bitte Deine Frage(n) an uns hier im Forum etwas präziser entwickeln? Es antwortet sich dann auch zielgerichteter.


    lg

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Darkstar für den sinnvollen Beitrag:

    So Ham (21.01.2011)

  7. #6
    Schreibkraft Avatar von Brom
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    Naja wie Gaby schon sagte, das hier ist ein Laien-Forum.

    Um dir deine Fragen zu beantworten, müsste wir(die User) uns hinsetzen, und die selbe Lesearbeit, die du nun erstmal vor dir hast, leisten.

    Ich denke, um so eine Kranheit, bzw die beiden Krankheiten zu verstehn, oder sogar zu unterscheiden, wirst du dich dort einfach einlesen müssen.
    Und ich meine hier keine Artikel aus Zeitungen, sondern Fachbücher. ^^
    Ich denke selbst Leute vom Fach würden dazu doch das ein oder andere Buch in die Hand nehmen.

    Du wirst feststellen das diese einfach wirkende Frage unglaublich komplex ist. Wie eigentlich alles was mit der menschlichen Psyche zu tun hat.

    Denn Psyche ist nicht nur das Denken, es betrifft eigentlich so ziemlich alles was mit Wahrnehmung zu tun hat. Um hier die Auswirkungen auf einen Menschen und sein Handeln zu definieren, muss man betroffenen Bereiche kennen, und auch unterscheiden können.

    wie kann man dir nun helfen?

    Evtl gibts ja jemanden der dir ein paar gute Bücher empfehlen kann, zumindest, für den Bereich, des Narzzissmus.

    Dabei werden sicherlich genug Fragen aufkommen, die wir hier zusammen besprechen können, und wo wir dir weiterhelfen können.

    lg Brom
    Wenn leuchtend die Gestirne tauchen
    im dunklen Äthermeer empor
    und in geheimnisvollem Hauchen
    die Welt umweht ein Dämmerflor,
    entschwebt der Geist zu wachen Träumen
    ins große heilige Reich der Nacht,
    beschwingt nach unermessnen Räumen
    von tiefer Phantasien Macht.
    Im weichen Zauber solcher Nächte
    scheint sich die Schöpfung zu entfalten,
    und dunkel ahnen wir die Mächte,
    die über unserem Leben walten.

  8. #7
    Gast784
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    hallo Addee,

    es liegt mir fern, Dich anzugreifen. Mich hat lediglich Deine Vorgehensweise befremdet.

    Und jetzt habe ich gerade ein Problem damit, in Sachen Höflichkeit anscheinend etwas altmodisch zu sein

    Bevor ich allerdings 1000 Artikel zu den Themen lese und somit jede Menge wertvolle Zeit verschwende, wollte ich mir einfach von Leuten, die es verstehen eine Erklärung einholen.
    Ich selbst hätte nämlich das Bedürfnis, den Leuten, die nun statt meiner, ihre u.U. nicht minder wertvolle Zeit investieren, um Dir zu einer Arbeit zuzuarbeiten, welche Dir in Deinem Beruf eine bessere Stellung mit höherem Gehalt ermöglichen kann, aus Höflichkeit die Dinge zumindest schon mal selbst durchdacht vorbereitet zu präsentieren und entsprechend präzise mein Anliegen zu formulieren. Und zwischen Gestern und September wären da ein paar Nächte drüber-schlafens doch wohl durchaus drin gewesen, oder?

    Dann hätte es zumindest dazu gereicht, dass zumindest nicht auch noch Übersetzungsfehler zur Diskussion stehen. Ich denke, die von Dir angesprochenen Psychologen beherrschen genug Englisch für das Originalzitat.

    Ansonsten wäre es wohl eher ein Thema für einen Panikfred z.B. im Ängste-Unterforum.

    Sry, das ist wiederum kein Angriff, aber wenn jemand nen Masterabschluss macht, setze ich eigentlich schon gewisse soziale Kompetenzen voraus und getraue mich daher, diese offenen Worte zu tippen.
    Geändert von Gast784 (05.01.2011 um 15:37 Uhr)

  9. #8
    Neuling
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    Ok, danke für das nette und ehrliche Feedback. Ich gestehe auch ein, dass ich die alleinige Schuld für alle Missverständnisse trage. Der Grund warum ich mich an euch wende, ist sicher nicht Faulheit. Ich habe mir nur erhofft, eine für einen Laien verständliche Erklärung der beiden Phänomene zu bekommen um den Unterschied festzumachen. Also hier mal ausführlich, damit ihr meine Anliegen versteht:

    Ich habe vor, eine Arbeit zu dem Thema Narcissism (oder eben Hubris) among CEOs and Post-Acquisition Integration/Frequency of Acquistions (die abhängige Variable ist ja für euch zweitrangig) zu schreiben. Es gibt eine sehr stark aufstrebende Schule im BWL/VWL Bereich, die dieses Thema mehr und mehr behandelt (die hubris tradition). Ich habe bereits ca 20 Artikel zu dem Thema verspeist. Allerdings sind das alles Management/Economics Artikel. Zu meinem und eurem Grauen habe ich festgestellt, dass Narcissism, Hubris und Overconfidence einfach so durch den Raum geschmissen werden, ohne dass Unterschiede und Gemeinsamkeiten wirklich thematisiert werden. Also bin ich zur Psychologie/Neurologie Literatur übergegangen und habe mich auf erstem Blick überfordert gefühlt und mir gedacht, dass Leute in Foren mir das vielleicht um in die Sache reinzukommen in "Kindersprache" erklären.

    Ich bin mittlerweile soweit, dass ich erkannt habe, dass Narcissism "ingrained" in der Persönlichkeit von Leuten ist und dass die Hybris sich im Laufe der Zeit (wie auch Narzissmus, allerdings stärker) entwickeln kann. Da ich eine large sample Studie machen will, muss ich jetzt schauen welche Parameter ich nehme um Narzissmus (oder eben auch Hybris) zu messen. Eine extrem einflussreiche Studie hat Narzissmus anhand folgender Kriterien gemessen:

    - Größe des Fotos des Geschäftsführers im Jahresbericht
    - Die Anzahl von "I" gegenüber "We" in Reden
    - Die Anzahl der Erwähnung des Geschäftsführers in Presseartikeln die von der Firma veröffentlicht wurden
    - Die Höhe des Gehalts verglichen mit demjenigen, der innerhalb der Firma am zweitmeisten verdient

    Diese Charakteristika messen klar Narzissmus (laut dem Artikel). Ich wollte folgende affirmative Parameter hinzufügen:

    - Preise, die der CEO gewonnen hat
    - Ton in der Presse (positiv oder negativ)
    - Häufigkeit der Aufsichtsratspositionen

    Diese Charakteristika messen im Gegensatz eher die Hybris. Da ich einige Erwähnungen gefunden habe, die Narzissmus als ingrained (sorry, dass ich das Wort so oft benutze) beschreiben und Hybris im Gegensatz als den Punkt einer Entwicklung durch Affirmation in Kombination mit gegebener Persönlichkeitsstruktur sehen, habe ich folgende Fragen:

    Kann man dem so zustimmen?
    Kann ich die 7 Parameter, die ich angegeben habe in Kombination benutzen und somit Hybris im Gegensatz zum Narzissmus messen?
    Wenn ja, kann ich Narzissmus als Bestandteil von CEO Hybris sehen?
    Generell, wo genau sind die Überschneidungen/Unterschiede zwischen Hybris und Narzissmus?

    Ich weiß, dass das alles sehr komplex und unentschieden klingt. Aber wie gesagt, es geht mir darum die Sache einfach von Experten erklärt zu bekommen. Vielleicht verlange ich auch zu viel und muss mich halt durch Neurologie Literatur quälen. Aber meine Erfahrung sagt mir halt, dass man durch grundlegende Erklärungen oft einen sehr guten Start bekommt, das richtige akademische Arbeiten anzugehen.

    Vielen Dank für eure Hilfsbereitschaft!!!! Echt super von euch, hätte nicht mit so viel Antworten gerechnet!

    Alex

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