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Thema: Ich bin am Verzweifeln (Minderwertigkeitsgefühle, Perfektionismus und Sozialphobie)

  1. #1
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    Standard Ich bin am Verzweifeln (Minderwertigkeitsgefühle, Perfektionismus und Sozialphobie)

    Liebe Leute, das ist mein erster Beitrag in diesem Forum hier, und ich würde mich über ein paar Antworten sehr freuen. Ich bin 25 Jahre, und ein seelische Wrack.
    Mein Problem sind riesige Minderwertigkeitskomplexe gepaart mit extremem Perfektionismus, eine Kombination die langsam zukunftsbedrohend für mich wird. Wie wirkt sich das aus? Ich habe bei praktisch allem was ich tue bzw. tun soll, das Gefühl nicht gut genug zu sein bzw. dass egal wie sehr ich mich auch anstrenge das Ergebnis nicht ausreichend sein wird. Ich setze mir die Latte bei Allem enorm hoch bezweifle aber gleichzeitig auch nur zu einem Bruchteil davon im Stande zu sein. Zur Zeit sollte ich eigentlich meine Bachelorarbeit schreiben, aber ich schiebe es ständig vor mir her, so wie alles andere auch, da ich sowieso denke es kommt nichts dabei raus. Es ist ein richtiger Teufelskreislauf. Ich fürchte mich richtig davor mich zu einer Arbeit zu setzen, aus Angst vor diesen Gefühlen der Minderwertigkeit, die dabei hochkommen. Dadurch schiebe ich Alles vor mir her, und dann wenn ich nicht mehr anders kann als zu beginnen steigt Panik in mir auf, weil ich weiß, dass ich nicht mehr genug Zeit habe um auch nur ansatzweise meine riesigen Standards zu erfüllen. Das Ergebnis sind dann, was das Studium betrifft, gebrochene Deadlines oder gar nicht abgegebene Arbeiten. Das nahezu lustige daran, wenn ich etwas abgebe wird es meist sehr gut bewertet. Z.b. musste ich vor zwei Monaten eine größere Arbeit schreiben. Ich habe mich gezwungen war mir aber bei der Abgabe sicher, der Professor würde die Arbeit in der Luft zerreißen. Es wurde eine Eins. Mein Selbstbild ist einfach so verdammt korrumpiert. Auch abseits des Studiums herrscht in meinem Leben Chaos. Zu einer Sozialphobie (ich fühle mich jedem unterlegen) kommen nicht ausgefüllte Anträge auf Studienbeihilfe, ein ständig unaufgeräumtes Zimmer ja sogar nicht bezahlte Strafzettel. Das hört sich Alles danach an, als wäre ich einfach faul, ich wünschte es wäre so. Ich bin in ständiger seelischer Aufgebrachtheit. Auf der einen Seite, der Stress den ich mir mache, weil ich weiß ich sollte was tun. Auf der anderen Seite, die Angst davor endlich aktiv zu werden. Ich möchte mich einfach nur ändern, aber wie? Ich weiß ich sollte in Behandlung, habe aber nicht die finanziellen Mittel dafür
    Danke

  2. #2
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    Bedankte sich ein mal in einem Post.

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    Hi AsylumSeeker,

    Auch wenn nun schon 10 Tage nach deinem Posting vergangen sind:

    Ich habe genau das gleiche Problem wie du. Ich unterschätze mich einfach in Allem, beurteile andere Menschen grundsätzlich kompetenter als mich selber, entwickel dadurch eine soziale Phobie und möchte letztendlich trotzdem perfekt sein, und zwar für JEDEN. Das ist eine sehr große Belastung und eigentlich kaum auszuhalten. Bei mir entwickeln sich daraus auch zusehends Depressionen, die früher oder später bei Jedem auftreten könnten, die mit solchen Probleme zu kämpfen haben. Dementsprechend weiß ich, in welcher Verzweiflung du dich befindest.

    Wie du schon selber sagst, wäre eine Behandlung in diesem Fall mehr als angebracht. Ich mache derzeit auch eine Therapie, zwar noch nicht lange ( 5. Sitzung ), aber ich merke, dass die Gespräche mir helfen und die Psychologin genau weiß, was mit mir los ist. Privat könnte ich einen Psychologen auch nie bezahlen, weil ich im Moment ebenfalls studiere. Zum Glück übernimmt jedoch die Krankenkasse diese Therapie. Diese Weg würde ich dir auch empfehlen. Mach dich schlau, welche Psychologen Therapien anbieten, dessen Kosten auch die Krankenkasse übernimmt. Suche hier einfach mal im Internet "krankenkassenärztliche vereinigung" mit deinem Bundesland als Anhang. Meist kannst du dort anrufen und eine Liste mit passenden Psychologen wird für dich zusammengestellt.

    LG die Summerbreeze
    Ruhig sein - dem Strom der Zeit die Richtung geben.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei summerbreeze für den sinnvollen Beitrag:

    AsylumSeeker (17.02.2011)

  4. #3
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    Hey Summerbreeze,

    danke für deinen Beitrag, besser nach 10 Tagen als niemals. Es ist irgendwie schön zu sehen, dass man nicht der Einzige mit so einem Problem ist (obwohl ich dir das natürlich nicht wünsche ).

    Ich hab sogar schon ein Mal eine Therapie angefangen und die ca. 8 Sitzungen durchgezogen, hatte aber das Gefühl, dass die Therapeutin entweder überfordert war, oder sich nur für das Geld interessiert hat, das ich ihr einbringen werde. Nach der ersten Sitzung hat sie mir gleich mal erklärt, dass bei meinem Ausmaß an Problemen sicher 100 Stunden von Nöten sein werden was sich bei ihrem Stundensatz auf 8000€ niederschlagen würde. Außerdem war sie extrem darauf fokusiert die Ursachen meines Verhaltens zu erforschen (wobei ich meine, die nach ca. 10 Jahren der extremen Selbstreflektion schon herausgefunden zu haben) anstatt mir Lösungsvorschläge zu bieten.
    Aber du hast recht, schließlich müssen ja nicht alle Therapeuten so sein. Darf ich dich fragen worüber ihr sprecht? Vielleicht willst du dich ja mit mir über Skype austauschen, ich würd mich freuen ein Mal ein Wenig mit einer Gleichgesinnten zu plaudern.

    Lg Seeker

  5. #4
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    Haha der Skype-Session würd ich mich aber anschließen.
    Mir gehts ziemlich genauso. Ist ja beruhigend zu sehen, dass es anscheinend doch noch mehr Menschen gibt, die sich so fühlen.
    Ich kann mich Summerbreeze nur anschließen! Mach auf jeden Fall ne Therapie. Selbsthilfebücher oder Gespräche mit Gleichgesinnten können zwar zeitweise Entspannung verschaffen, aber wirklich besser wird dadurch nichts.
    Ich mach jetzt selbst seit 3 (!!!) Jahren ne Therapie und bin wirklich sehr dankbar dafür, wie sich alles entwickelt hat. Mir gehts im Moment schon viel, viel besser. 3 Jahre hören sich vielleicht erschreckend viel an, aber sowas geht halt auch nicht von einem Tag auf den anderen
    Ich bin btw auch Studentin und meine Krankenkasse hat bis jetzt alle Stunden bezahlt.

    Viele liebe Grüße, machs gut

  6. #5
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    Hey username,

    danke für die Antwort. Ich seh mich schon nach verschiedenen Therapeuten um, ich hoffe ich finde einen passenden. Das Problem bei uns im Land der Berge ist, dass die Krankenkasse nur einen Zuschuss von 20€ gibt und nicht die vollen Kosten übernimmt. Keine Ahnung warums euch in unserer nördlichen Kolonie da besser geht .

    Was für eine Art von Therapie machst du, ist es einfach nur blabla in der Vergangenheit herumstochern, oder wendet ihr auch Techniken an um z.B. Gedanke und Gefühle "umzuprogrammieren"?

    Lg Seeker

  7. #6
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    Blinzeln

    Rede nochmal mit deiner Krankenkasse, wenn es dein Hausarzt befürwortet übernehmen die eigentlich in allen Bundesländern die gleichen Sätze und jeder hat Anspruch auf Psychotherapie.

    Du bekommst dann normaler weise so eine Liste von der Kasse und darfst einige davon bei Anfangsterminen ausprobieren.D ie Chemie muß ja auch stimmen.

    Geh viel in die Natur , das hilft auch öfter zu entspannen und dann schmeiß Dich an die Arbeit. Du bist sicher gut so wie Du bist.

    Viel Glück und alles Gute

  8. #7
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    He, ich verbiete mir strengstens Österreich als ein deutsches Bundesland zu bezeichnen.

  9. #8
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    Standard Kenn ich gut...

    Eine kleine Wortspende meinerseits hier...

    Ich bin grad dabei meine Masterarbeit zu machen... seit ca. 1 1/2 Jahren... wollte schon lang damit fertig sein, aber meine immer wieder auftretenden Selbstzweifel hindern mich daran, da sie mich zu sehr beschäftigen...

    Ich kenne das also nur zu gut, was du da schliderst... Was mir in der Tat zeitweise hilft, ist, gewisse NLP-Techniken durchzugehen.... tatsächlich hilft das "Schönreden" von gewissen Sachverhalten dabei... wenn ich mir z.B. lange genug einrede, dass ich etwas jetzt schaffen werde, dann werde ich es irgendwann glauben... Diese NLP-Übungen bedürfen einer guten Vorstellungskraft, damit sie auch helfen können... aber sie tun es wirklich... du kannst ja für den Anfang mal die da probieren:
    http://www.zeitzuleben.de/2254-nlp-fur-den-alltag/5/


    Trotzdem mag eine Therapie wohl - besonders bei tiefer gehenden Problemen - eine langfristig wirksamere Lösung sein, weil ich stelle eben auch fest, dass ich mit NLP bis jetzt nur kurze Motivationsschübe schaffe...


    P.S.: Wenn ihr eine Skype-Session plant und da noch Platz für einen zusätzlichen Teilnehmer wäre, würd ich gerne mitmachen

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