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Thema: Ich bin ein Fake

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich Ich bin ein Fake

    Hallo, ich stelle mich erst mal ein bisschen vor.
    Ich bin Doro und bin 21 Jahre alt. Ich weiß nicht, ob mein PROBLEM (denn das ist es auf jeden Fall) hier her gehört. Ich muss aber mal darüber "reden". Das mache ich hiermit auch das erstemal in der "Öffentlichkeit".

    Mit 12 Jahren fing mein Fakedasein an. Also jetzt seit fast 10 Jahren fake ich jeden der mir unter die Fittiche kommt. Ich kann wirklich von mir sagen, dass ich ein Profi bin. Ich bin noch nie (außer bei meinem ersten Fake) aufgefallen. Ich hatte schon unfassbar viele Fakes. Rund 50 fallen mir auf anhieb ein. Ich denke mir immer eine neue Herkunft aus, einen neuen Namen, neue Religion, neuen Musikgeschmack... alles. Ich erfinde alles neu. Ich mache das so lange, bis ich irgendeinen Kerl an der Angel hab. Wir schreiben erst mal, dann telefonieren wir und schon kommt eins ins andere. Ich spiele richtig mit ihnen. Bin extrem rücksichtslos muss ich sagen. Denke nur an mich... So habe ich schon mit verdammt vielen telefoniert und Kontakt gehabt und einen kann ich bis heute nicht vergessen. Einfach ein wunderschöner Mensch... Ein unglaublichen Charakter! Denke jetzt seit 4 Jahren fast jeden Tag an ihn. Ich hab ihm nach ca. 6 Monaten die Wahrheit gesagt. War klar: Da wars vorbei mit dem Kontakt und allem. Für ihn. Nicht nur ihm habe ich gesagt das ich ein Fake bin. Auch schon vielen anderen. 5 Typen habe ich nach meinem Geständnis dann sogar auch Bilder von mir gezeigt. Ich habe bis heute noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Ich habe auch schon sehr oft versucht damit endlich schluss zu machen. Wenn ich dann einen Fakeaccount gelöscht habe, habe ich spätestens 4 Tage später wieder 2 neue erstellt. Ich weiß nur nicht wieso ich das mache. Warum ich nicht aufhören kann und wieso es mir so "wichtig" geworden ist. Nicht das man jetzt über mich denkt ich hätte keine Hobbies oder so. Ich habe Hobbies, habe meinen Beruf und treffe mich mit Freunden, Familie, gehe aus und geh gerne tanzen und das alles. Aber trotzdem geht es nicht ohne....

    Blöde Sache....

  2. #2
    Verleger Avatar von Natz
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    Offensichtlich bist Du selbst davon überzeugt, für andere nicht gut genug zu sein, bzw. glaubst wohl nicht, dass andere Dich so mögen, wie Du bist.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Butsche
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    Vielleicht solltest Du mal in Ruhe überlegen, was DU an Dir nicht magst und dann mal mit einer guten = aufrichtigen Freundin drüber reden, ich glaube, dass könnte Dir einen großen Schritt weiter helfen.
    Nur wer die Herzen bewegt, wird auch die Welt bewegen können.
    (Ernst Weichert)

  4. #4
    Neuling
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    Das ist ja das komische. Ich bin so mit mir zufrieden. Bei der Wahl der Fakes achte ich immer peinlich genau darauf, dass sie nicht perfekt sind und offensichtliche Makel haben... Halt natürlich sind. Jo...

  5. #5
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo Dorothee,

    ...Ich bin so mit mir zufrieden. Bei der Wahl der Fakes achte ich immer peinlich genau darauf, dass sie nicht perfekt sind...
    Kann es sein, dass dies zwei verschiedene Dinge sind? Ich verstehe nämlich nicht so ganz, auf was Du Deine Zufriedenheit hier beziehst: auf Dich selbst, den Menschen hinter Deinen Masken, oder auf Deine Fähigkeit, diese Masken fast schon detailverliebt und perfekt aufzubauen

    Diese "Spiel" hat doch so seine Ursachen, auch wenn Du sie momentan nicht greifen kannst.
    Worin unterscheiden sich Deine Rollen von der Person, die Du in Dir drinnen bist? Anders gefragt: wie wünschst Du Dir, dass Dich Deine Umwelt sehen soll?
    Dieses sich Maskieren kenne ich jetzt nur in dem Zusammenhang, dass es irgendetwas in einem gibt, das Angst davor hat, nach außen hin erkannt zu werden. Eine Form der Kompensation

    ...Ich habe bis heute noch keine schlechten Erfahrungen gemacht...
    Wie würden denn schlechte Erfahrungen für Dich aussehen?
    Immerhin hast Du auf diese Weise ja schon einige Beziehungen in den Sand gesetzt, oder? Wenn sich Menschen von Dir abwenden, wenn die Maske gefallen ist - wie fühlt sich dies dann für Dich an?

    Sorry, dies war jetzt keine Kritik an Dir - mich würden einfach die Hintergründe interessieren. Also nicht die Frage, wie gut oder schlecht Du dieses Spiel spielen kannst.

    lg

  6. #6
    Wunderlampe
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    Hallo Dorothee

    Bist du denn hier jetzt auch ein Fake?

    Nach deinem Eingangspost drängt sich mir diese Frage als Erstes auf.

  7. #7
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Hallo Dorothee,
    ich glaube das macht Dir einfach bloß Spaß!

    Du bist eben ein kreativer Mensch, der gern in verschiedene Körper/Leben schlüpft! So kann man viel besser nachvollziehen, wie es so ist in einer anderer Haut zu stecken.

    Das Internet blüht ja auch über PS3, Wii usw. mit seinen etlichen Avataren, die man je nach Lust und Laune gestalten kann...

    So wie ich das lese, bist Du selbst kein Fake sondern spielst nur verschiedene Rollen im Netz - Die perfekte Bühne ohne Eignungsprüfung und völlig anonym, wenn man das will.

    Ich persönlich kann nichts schlimmes daran finden.
    Wissen solltest Du allerdings, dass eine ernsthafte Beziehung, die auf einen Deiner Fake-Rollen basiert, nur eine Zukunft haben kann, wenn Du beim faken ganz nah an der Wahrheit geblieben bist, so dass sich Dein Gegenüber nicht völlig hintergangen, betrogen und vor den Kopf gestoßen fühlt.

    Vielleicht legst Du ja mal aus Spaß ein Profil komplett von Dir an...
    Sei mal gespannt was da so herauskommt...schließlich hast Du einiges an Erfahrung in verschiedenen Rollen zu bieten und nicht zuletzt eine blühende Phantasie...

  8. #8
    Verleger Avatar von Darkstar
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    @Finja

    In sich hast Du ja Recht - solange das "Spiel" mit Verantwortung gespielt wird. Wissen, wann es kein Spiel mehr ist, und dann auch authentisch und ehrlich sein können - und mit dem Spiel aufhören, rechtzeitig.
    "Normale" Kontakte zu Menschen können so ja funktionieren, weil sie doch auch irgendwo nur oberflächlich sind. Sobald es aber über diese Ebene hinausgeht, sobald der Gegenüber sein Ich einbringt und sich damit verletzbar macht - sollte man da nicht einen Gang zurückschalten und Rolle Rolle bleiben lassen?
    Mit den Gefühlen anderer spielen: wie würdest Du Dich dabei fühlen - als Betroffene?

    Ich mache das so lange, bis ich irgendeinen Kerl an der Angel hab [...] Ich spiele richtig mit ihnen [...] einen kann ich bis heute nicht vergessen [...] ... Ein unglaublichen Charakter ... [...] Denke jetzt seit 4 Jahren fast jeden Tag an ihn
    Da hat es wohl weh getan - auf beiden Seiten ... "Ich persönlich kann nichts schlimmes daran finden" - gilt das hier auch noch?

    Hat nicht jedes "Spiel" auch Spielregeln, damit es beim Spielen bleibt?

    Wissen solltest Du allerdings, dass eine ernsthafte Beziehung, die auf einen Deiner Fake-Rollen basiert, nur eine Zukunft haben kann, wenn Du beim faken ganz nah an der Wahrheit geblieben bist, so dass sich Dein Gegenüber nicht völlig hintergangen, betrogen und vor den Kopf gestoßen fühlt
    Ernsthafte Beziehung und Spiel - wann ist der Bremspunkt? Ist ein "bißchen" Hintergehen, Betrügen und vor den Kopf Stoßen wirklich immer legitim?
    Ja, es stimmt: es spielt (fast) immer anfangs eine Rolle - anfangs. Nur: wie lange darf man wie weit gehen? Ab wann muss man sogar Signale darüber geben, was Spiel und was Ernst ist? Darf man denn bei/mit jedem spielen, oder sollte es nicht auch davon abhängig gemacht werden, was es für ihn an Konsequenzen hat?

    Geht es nicht auch um Vertrauen? Und wenn schon die Maske fallengelassen wird: kann ich mich dann als Betroffener noch wertgeschätzt fühlen? Wie wird sie fallengelassen?
    Als "Smile, you're in Candid Camera"?

    Daher auch meine Frage an Dorothee: wie fühlt es sich in diesem Moment für sie (selbst) an ...

    Spiele als Weg, Ziele zu erreichen - darf man da nicht auch einmal die Frage stellen, ob das im jeweiligen Kontext auch in die richtige Richtung führt? Will sie das, was sie als "Ergebnis" bekommt, auch wirklich haben?
    Was dann zur nächsten Frage füürt: ist auch dieser Thread hier nur eine neue Variante des gleichen Spiels oder ein Zeichen dafür, dass sie auch Probleme mit dem/durch das Spiel hat?

    Nur mal am Rande bemerkt: wenn Frau das Spielobjekt ist, wie hören/lesen sich dann die Reaktionen hier an? "Typisch Mann", "verantwortungslos", "Egoist" ... soweit die harmlosen Varianten, oder?!!
    Dorothee kann doch spielen, solange sie will - solange sie mit den Konsequenzen auch leben kann ... Kann sie das?
    Wenn ja: warum dann der Thread? Wenn nein: was läuft da schief?
    Wenn schon Austausch, dann auf ner ehrlichen Basis ...

    lg

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