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Thema: Ich bin fertig.

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ich bin fertig.

    Hallo,

    ich habe mich heute hier angemeldet, da ich glaube, dass ich Hilfe brauche.

    Gestern habe ich erfahren, dass der Mensch in den ich wahnsinnig verliebt war, sich das Leben genommen hat. Warum, wieso, weshalb ist mir leider selber nicht bekannt. Seine Schwester (13) ist vor ein paar Wochen an ihrem Herzfehler verstorben. Er war 23. Wir wollten uns nächste Woche treffen, haben den Termin erst letzte Woche ausgemacht. Die Gefühle beruhten auf Gegenseitigkeit. Mit Suizid habe ich schon vor zwei Jahren Erfahrung gemacht, ein sehr guter Freund hatte Depressionen. Es tut so weh, mein Körper zittert und ich muss mich beherrschen, dass mir im Büro nicht ununterbrochen die Tränen laufen. Ich hielt es aber für das Beste mich nicht zu verkriechen. Es nimmt mir die Luft zum Atmen.

    Ich fühle mich leer, unfähig, alles ist sinnfrei.
    Bin gut informiert über die Trauerphasen und bin keine Person mit einer schwachen Persönlichkeit.

    Ich hoffe, dass es ok ist mich hier so mitzuteilen.

    Danke im Voraus.

  2. #2
    Schreiberling
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    Klar kannst du dich hier mitteilen, auch wenn ich nicht genau weiß was ich dazu sagen soll. Höchstens, dass der Selbstmord mit dem Tod seiner Schwester zusammenhängen könnte, da es so unmittelbar aufeinandergefolgt ist.

    Ihr kanntet euch aber schon in Real, oder? Ich frage nur, weil du es so betonst, dass ihr ein Treffen schon ausgemacht hattet.

  3. #3
    Neuling
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    Ja, wir kannten uns.

  4. #4
    Loewenzahn
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    Hallo Svenska!

    Erzähl doch einfach mal ein bischen mehr ,wenn Dich das erleichtert .

    Hast Du Schuldgefühle ,weil Du dachtest ,dass Du es hättest verhindern können ?

    Hattet Ihr schon eine Beziehung ?

    Oder ist es so schlimm ,weil es schon zum zweiten Mal in Deinem Umfeld passiert ?

    Ist es das allgemeine Problem mit dem Tod nicht umgehen zu können ?

  5. #5
    Neuling
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    Mir tut es unheimlich weh, weil ich ihn so gern gemocht habe. Weil es mir leid tut, dass seine Eltern innterhalb von 4 Wochen 2 Kinder beerdigen müssen. Mir tut es weh, dass ich davon nichts geahnt habe und nicht wusste wie es in ihm ausschaut.

    Wir hatten keine Beziehung, aber es sah stark danach aus. Wer kann schon gut mit dem "Tod der dem Verlust" gut umgehen...?! Nein, kann ich nicht. Ich bin einfach unheimlich traurig und komplett ab durchdrehen.

    Danke, für's schnelle antworten.

  6. #6
    Schreibkraft Avatar von Limia
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    Ja ! es tut unbeschreiblich weh....
    meine aller beste Freundin und Seelenverwandte hat sich vor sieben Wochen umgebracht, ich kann es nachvollziehen wie du dich fühlst...

    Die Gedanken sind frei.... letztendlich kann man nie genau wissen was in dem Kopf eines Anderen vorgeht....ich denke, du musst dir deswegen keine Vorwürfe machen. Er wird einen Grund gehabt haben, warum er dir nicht diese Seite von ihm zeigen wollte. Vielleicht wollte er dich schützen? ...unbeantwortete Fragen, Vorwürfe...all sowas spukt im Kopf, doch letzt endlich können wir an der Situation nichts mehr ändern. Es ist schwierig, ich weiß. Ich selber bin auch noch nicht ganz drüber Weg, aber sie wird für immer einen Platz in meinem Herzen haben!

    Es wird eine Zeit dauern, bis man mit so einem Verlust umgehen kann... ich wünsche dir ganz viel Kraft dafür...

    Liebe Grüße
    Limia
    manchmal ist es das Beste, nach vorne zu schauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen...
    egal wie weh es tut und wie schwierig es ist. Kämpfe für dein Leben! Keiner hat das Recht es zu zerstöhren!

  7. #7
    Neuling
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    Idee fertig

    Hallo,
    was Limia schrieb spricht mir voll aus dem Herzen, denke auch dass er bewusst nichts gesagt hat. Ich stand auch schon mal am Gleis und kann daher aus Erfahrung sagen dass es wohl gar nicht lange geplant war, er kann Panik bekommen haben wegen dem Tod seiner Schwester. Will damit sagen Du mach Dir bitte keine Vorwuerfe weil Du nichts gemerkt hast..... Und lasse ihn gehen, das kannst Du fuer seine Seele tun. Akzeptiere in ein paar Wochen dass es seine Entscheidung war und gib ihn frei, denke in Dankbarkeit an ihn und in Liebe.

  8. #8
    Schreibkraft Avatar von SternSeele
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    Hallo,

    das Eingangposting ist zwar schon etwas länger her, ich möchte trotzdem noch etwas dazu schreiben.

    Das du dich nicht verkriechst ist gut und ich finde es auch in Ordnung das du dich hier mitgeteilt hast.

    Es tut so weh, mein Körper zittert und ich muss mich beherrschen, dass mir im Büro nicht ununterbrochen die Tränen laufen. Ich hielt es aber für das Beste mich nicht zu verkriechen. Es nimmt mir die Luft zum Atmen.
    Mich trifft das sehr stark. Mein Vater hat sich vor 21 Jahren das Leben genommen und ich (damals gerade 17), habe mich immer versteckt. Ich habe oft nur heimlich geweint, oder bin aus dem Unterricht gelaufen (z.B. im Religionsunterricht). Trauen ist so wichtig und dazu gehören auch die Tränen. Es ist auch etwas anderes ob jemand eine fassbare Krankheit hat und es abzusehen ist, das ein Leben von uns gehen wird. Eine Selbsttötung ist aber meist nicht greifbar, so unfassbar für jene die zurückbleiben. Ich habe jahrelang nie wirklich trauen können. Das hatte viel mit meiner Familie zu tun. Meine Großeltern haben die Selbsttötung sogar verleugnet - bzw. die Depression die dahinterstand. Sie haben sich vorgemacht mein Vater hätte Krebs gehabt. Es wurde in meiner Familie auch nie richtig darüber gesprochen. Ich musste so plötzlich erwachsen und stark sein. In der Kirche bei der Trauerfeier beispielhaft habe ich meine Mutter gestützt. Dabei fühlte ich mich auch so ohnmächtig, hilflos und leer. Wollte am Grab nicht stehenbleiben und einfach weglaufen, wurde aber von meinem Großvater festgehalten. Man musste ja stehenbleiben, alle wünschen einem ja Beileid. Das war schlimm für mich und ich habe aus den ganzen Hintergründen ein Verhalten angenommen, das mich jahrelang dieses Trauma nicht hat verarbeiten lassen.

    Dazu kommt, das ich meinen Vater jahrelang auf ein Podest gestellt habe. Über Tote redet man nicht schlecht. Ich habe nie Wut zugelassen. Wut darüber, dass er mich in Stich gelassen hat. Das klingt nun sicher für den einen oder anderen hart, aber ich habe erst vor etwas über einem Jahr begriffen, das für mich auch dieses Gefühl eine wichtige Rolle spielt und in den ganzen 19 - 20 Jahren gespielt hat.

    Das was passiert ist, kann man nicht ändern, es hinterlässt jedoch Spuren im Leben. Ich wünsche dir und anderen Betroffenen einfach, das sie sich zugestehen trauern zu dürfen, sich mitteilen können und sich mit ihren Gefühlen und Gedanken nicht verstecken.

    SternSeele

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