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Thema: Ich bin neu hier....hallo!

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ich bin neu hier....hallo!

    Hallo,

    ich habe mich hier vor ein paar Tagen angemeldet.

    Ich bin 42, zum 2. mal verheiratet und Mutter von 4 Kindern (2 aus erster Ehe (12 und 14 Jahre) und 2 aus meiner jetzigen Ehe (2 und 4 1/2 Jahre).

    Mit 18-19 hatte ich eine endogene Psychose (sagt wohl alles und nichts aus....) und "durfte" alle Stationen der Psychiatrie (Geschlossene, Offene, Tagesklinik) kennen lernen, sowie Medikamente (O-Ton meiner damaligen Ärzte: Nein, sie bekommen nichts, das abhängig machen könnte! Haha....Tavor, war nur eines der Medis) und danach den den Entzug davon.
    Vor nichts habe ich mehr Angst, als in eine solche Situation jemals wieder zu geraten!!!

    Seit damals mache ich einen Riesen-Bogen um Psychologen, Psychopharmaka usw.

    Nun ist es aber schon seit einiger Zeit so, dass ich extreme Stimmungsschwankungen habe....mein Mann sagte, dass dies mit der Geburt unseres Sohnes (jetzt 4 1/2 Jahre) anfing und sich noch verschlimmerte, als unsere Jüngste geboren wurde.

    Ich kann diese Ausbrüche nicht steueren...sie kommen von einer Minute zur nächsten und ich explodiere regelrecht....schreie, tobe usw. Es belastet mich total, aber ich kann einfach nichts dagegen tun. Vor allem mein Mann und die Kinder leiden darunter....das ist mir durchaus bewußt!

    Ich grüble viel, habe wieder Albträume (jahrelang konnte ich mich nicht an meine Träume erinnern, was auch gut so war), kann mich zu nichts aufraffen, kann mich nicht konzentrieren und seit ein paar Wochen mag ich auch nichts mehr essen, muß mich regelrecht dazu zwingen.
    Wenn ich dann hundemüde im Bett liege, wälze ich mich nur herum und brauche stundenlang zum Einschlafen, weil mich alle möglichen Gedanken nicht loslassen wollen.

    Ja, und dann habe ich auch noch vor 2 Wochen erfahren, dass meine Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist und das nächste Jahr wohl nicht überleben wird.

    Mein Mann arbeitet sehr viel und lange, meist verlässt er das Haus um kurz vor 6 Uhr morgens und ist abends selten vor 21.15 Uhr zu Hause.

    Letzten Freitag dann kam er nicht nach Hause, ich erreichte ihn nicht am Handy, alles was kam war eine SMS, er hätte eine Einladung bekommen und es würde später werden......
    Bis mich dann eine fremde Frau anrief, ob ich etwas dagegen hätte, wenn er bei ihr übernachten würde, da er schon ziemlich angetrunken sei......
    Jetzt mal ehrlich...was würdet Ihr da denken?
    Ich versuchte ruhig zu bleiben, bin aber nach dem Telefonat total ausgerastet....mir war, als hätte mir jemand den Boden unter den Füssen weggezogen...Für mich stand in diesem Moment fest, dass er mich betrügt....all die Überstunden usw....alles machte einen Sinn und dann noch diese Frau am Telefon!
    Dann kam mir noch in den Sinn, dass ich daran ja selbst schuld bin....meine Launen usw....ja klar, selbst schuld!

    Na ja, ich hab auf jeden Fall geschrien, geweint und ein Netz Orangen durch die Küche geschleudert. Heute frage ich mich, wie ich mich so vergessen konnte!

    Am nächsten Tag dann, als er nach Hause kam, war ich total ruhig...klar, kaum eine Stunde geschlafen, in Gedanken habe ich ihn mindestens 50 mal vor die Tür gesetzt usw....Wir haben geredet, lange....und ich glaub ihm, dass er keine Affäre hat....er meinte, er sei mitgegangen in ne Kneipe, hat gefeiert, getrunken und mal abgeschaltet. Er sei dann zum Bahnhof (er fährt mit der Bahn zur Arbeit) und dort auf den ersten Zug am Morgen gewartet.
    Ja, ich glaube ihm.

    Oh weh...schon so viel geschrieben, habe ich nun!

    Letzten Mittwoch war ich dann bei meinem Hausarzt, weil ich ja auch weiß, dass es so nicht weitergehen kann, hab ihm kurz mein Problem geschildert, aber auch gesagt, dass ich keine Psychopharmaka nehmen mag, weil ich ja schon einmal abhängig war usw. Das hat ihn nicht sonderlich interessiert, er meinte, ich müsse ja wohl mal wieder schlafen können. Zeit hatte er nicht wirklich für mich gehabt. Ich bin dann mit einem Rezept für Mirtazapin, ein Antidepressivum, raus. Und in 2 Wochen soll ich wieder kommen.

    Geholt habe ich es mir in der Apotheke, eingenommen nicht, nachdem ich mir (vielleicht dummerweise) den Beipackzettel durchgelesen und danach gegoogelt habe.

    Ich habe mir dysto-loges S, Avena sativa und Schüssler-Salze besorgt und nehme diese ein. Eine Besserung merke ich nicht, außer vielleicht, dass ich seit 2 Nächten wirklich gut einschlafen und auch durchschlafen konnte, weiß aber nicht, ob es daran liegt.

    Jetzt sitze ich hier und bin mir nicht sicher, ob ich diesen Text abschicken soll.....

    Ich würde gerne Eure Einschätzung meiner Situation wissen....bin ich (nach 23 Jahren) wieder ganz kurz davor in der Psychiatrie zu landen???

    Viele Grüße
    Andrea

  2. #2
    Roman Verfasser
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    Hallo Andrea, und herzlich willkommen hier.

    Ich kann verstehen daß Du gegenüber Psychiatrie und Psychologie nach solchen Anfangserfahrungen negativ eingestellt sein mußt. Im Grunde kann man sagen, Psychiatrie ist nicht gleich Psychiatrie, die Grundphilosophie kann einen gewaltigen Unterschied machen. Die einen sehen Krankheiten als Störenfriede die man bekämpfen muß, und es werden dann Symptome medikamentös nterdrückt und versucht den Menschen möglichst schnell wieder zum normgerechten funktionieren zu bekommen. Andere Schulen vertrauen dem Menschen und sprechen ihm Verantwortung zu, eröffnen Verständnis und geben Hilfe zur Selbsthilfe. Psychiatrie ist nicht gleich Psychiatrie.

    Ich selbst habe keine Psychiatrieerfahrungen, sondern war wegen meiner Probleme in Gruppentherapeutischer Behandlung und habe auch nie Medikamente genommen, und habe meine Gruppentherapien in dankbarer Erinnerung, und würde Dir ebenfalls dazu raten. Eine Gruppentherapie ist der ideale Weg, ohne Medikamente seine Probleme zu betrachten, man bekommt ein neues Verständnis für sich.

    Zu dem Anruf mit der Frau, ganz ehrlich. Wenn er hätte betrügen wollen wär kein solcher Anruf gekommen. Ich finde es aber auch nicht schlimm mal mit etwas zu werfen, manchmal muß die Wut eben raus Klar, Streit mit der Familie ist belastend für alle und sollte vermieden werden, und dazu kann Therapie hilfreich sein. Aber die Wut an sich ist da, und wenn man es für sich macht, warum soll man die Wut dann nicht rauslassen dürfen, das befreit. Finde ich vollkommen legitim.

    Ich würde an Deiner Stelle übrigens nicht sagen, daß ich die Ausbrüche nicht steuern kann, ich würde vielleicht sagen, ich kann sie MOMENTAN nicht steuern, ich kann sie JETZT nicht steuern. Damit eröffnest Du Dir die Möglichkeit daß es einmal anders sein kann. Du nimmst Dich in die Verantwortung.

    Zu Psychosen ist meine Meinung, entscheidend ist, welche Probleme man hat und welche Wertung man damit verbindet. Im Endeffekt sind Diagnosen nur Etikette. Man soll sich nie selbst verdammen für das was man ist und was man an Problemen hat. Man hat vielleicht Probleme, aber deswegen ist man selbst immer ok.

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