Hallo!
Ich bin ganz neu hier. Irgendwie muss alles mal raus. ICh weiß nicht, ob das hier in der richtigen Rubrik steht, denke aber, dass Ängste viele meiner Probleme begünstigen und aufrecht erhalten.
Zuerst einmal: Ich möchte wirklich an mir arbeiten! Ich möchte mich von diesen ganzen Lasten befreien, meine Probleme sind wie ein tonnerschweer Klotz am Bein, sie behindern mich in dem was ich mir für mein Leben wünsche und vorstelle. Ich weiß, Probleme wird es immer geben. Ich möchte nur einfach anders mit ihnen umgehen können.
Ich erhoffe mir hier eine Einschätzung und auch Ratschläge, so klein sie auch sind, von anderen. Oder aber dass mir mal der Kopf gewaschen wird?? Wo kann ich beginnen, wie kann ich beginnen?
Ich versuch wirklich, mich kurz zu fassen, fürchte aber, dass es trotzdem ziemlich langwerden wird.
Erstmal ein paar Fakten:
Ich bin jetzt 27 jahre und hab vor 4 1/2 Jahren nach vorheriger Ausbildung angefangen zu studieren: Geschichte/Germanistik, eigentlich ziemlich cool.
Ich habe eine 2 richtig gute Freundinnen, einen besten Freund, ein paar weitere Freunde, auf die ich mich wirklich verlassen kann. Ich kann mich in der Hinsicht wirklich wahnsinnig glücklich schätzen und das weiß ich auch. Zu meinen Familie habe ich ein ganz gutes Verhältnis, wenn auch gerade die Beziehung zu meiner Mutter nicht ohne Schwierigkeiten ist.
Im Dezmeber habe ich nach fast 2 Jahren mehr oder weniger freiwilig meine Verhaltenstherapie abgeschlossen.
Meine Probleme begannen, denk ich, mit der Pubertät. Ich war ein moppeliges, später dann dickes Kind, seit meinem 8/10 (?) Lebensjahr auf Diät, FDH; Kohlsuppe, WeightWatchers, Ernährungsberaterin.. mit 14 war ich in einer 6-wöchigen Abnehmkur, ich hab 12 Kilo angenommen. Wenige Monate später wurde ich operiert, war 3 Monate aus der Schule, 5 Monate auf Krücken. Und danach ging es den Berg runter.. Meine bis dahin total innigen Freudschaften zerbrachen,ich war nur noch allein, ich nahm in einem halben Jahr 20 Kilo zu, ich war ganz einfach todtraurig..
Ich lernte meine heutige beste Freundin kennen, das Leben wurde wieder schöner... Dann hat das Abi viele, viele Veränderungen mit sich gebracht, die mich total aus der Bahn gebracht haben. Nach außen hin habe ich gut funktioniert, aber beinahe jeden Abend bin ich verkrochen in meinem Bett zusammengebrochen. Was habe ich geweint, weil ich mich so einsam und allein auf der Welt gefühlt habe.. Ich habe begonnen, mich selbst zu verletzen. Ein halbes Jahr ging das gut und dann habe ich es meiner Mutter gestanden. Ich fing an zu kiffen, die Selbstverletzungen wurden weniger. Irgendwann begann das Kiffen wichtiger als meine Freunde zu werden, ich zog mich vestärkt zurück. Inzwischen schneide ich mich eigentlich gar nicht mehr, einmal im jahr vielleicht ein Rückfall. Hin und wieder kiffe ich noch, auch da ist der Konsum nihct unbedenklich, aber ich habe es einigermaßen(?) unter Kontrolle.
Mit 21 zog ich von zuhause aus in eine Wg mit meiner besten Freundin. Ich blühte auf: Ich nahm 10 kilo ab, einfach so. ich war viel unterwegs, war ausgeglichener und glücklicher. Uni lief währenddessen ziemlich gut. Dann kamen die Männer ins Spiel.Ich war naiv und dumm und bin es wohl auch jetzt noch.. Nach einer für mich sehr goßen Enttäuschung habe nach der kleinsten Aufmerksamkeit gelechzt, hatte wahllosen Sex mit irgendwem in der Hoffnung auf ein bischen Liebe und Nähe. Immer wieder nahm ich mir vor, keinen Sex zu haben und habs immer, immer wieder getan. Zwischenzeitlich suchte ich den Sex geradeso.Gut war er selten. Ich tue Dinge, die ich eigentlich nicht will. Und danach fühl ich mich leer und kalt. Aber bloß nicht alleine sein, bitte ein bischen Anerkennung.. Ich weiß, dass das Blödsinn ist. Aber ich kriegs nicht raus. Eine Beziehung hatte ich noch nie. Und die Vorstellung einer Beziehung macht mir auch verdammt viel Angst, ich könnte diesen Ansprüchen eh nie genügen. Das Ding ist: Im Bett bin ich eine erfahrene Frau, in der liebe allerdings ein naives, unerfahrenes Mädchen. Ich bekomme es nicht hin, diese beiden Dinge zu verbinden.
Nach 3 Jahren löste sich die Wg auf und habe meine jetzige, kleine Wohnung bezogen. Zur gleichen zeit zogen 2 Freunde weg, meine beste Freundin hatte nen neuen Freund, 4 gute Freunde haben nen Auslandssemster gemacht.
Ich war wieder total allein: Alles fing von vorne an. Uni wurde zum totalen Desaster. Entweder habe ich das Seminar nach ein paar Wochen direkt wieder abgebrochen, weil ich mich in diesem Umfeld sehr unwohl gefühlt habe und vor den Kommilitonen, den Dozenten Angst hatte oder ich hab es durchgezogen, eine super Klausur geschrieben, aber dann die Hausarbeit nicht geschrieben. Gerade Hausarbeiten sind ein ganz angstbesetztes Thema bei mir. Ich habe so große Angst vor möglicher negativer Bewertung duch andere, dass ich lieber nichts mache, um dem zu entgehen. Ich stehe immens unter Druck, vor allem durch mich selbst auferlegt.
Heutiger Stand:
Die Therapie hat mir sehr weitergeholfen:
ich fühle mich wohl in meiner Wohnung, ich schaffe es, Briefe und Rechnungen direkt zu öffnen und nicht wochenlang liegen zu lassen, ich schaffe es, einen neuen Personalausweis zu beantragen. Ich habe mehr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Aber das, was ich da erreicht habe, reicht gerade einfach nicht. Ich bin erschlagen von meinen Problemen. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Und wozu auch? Wenn ich einen Stein aus dem Weg geräumt habe, wartet dahin ein riesiger Berg von Steinen, die auch aus dem Weg geäumt werden müssen. Ich tue mich schwer damit, Prioritäten zu setzen, damit zu entscheiden, welches Problem jatzt am dringensten angegangen werden muss. Sie alle sind wichtig:
- Ich habe eine schwerwiegende Erkrankung, die dringend behandelt werden muss. Ich schaffe es beim besten Willen nicht, deswegen zum Arzt zu gehen. Die Angst vor möglichen Konsequenzen ist zu groß. Niemand (!)weiß davon.
- Übergewicht und Rauchen. Ich schaffe das alleine nicht.
- Männer/Sex/Angst vor Liebe.. das belastet mich sehr.
-Studium: Ich will dieses Studium und weiß auch, dass ich es kann! Aber im Moment bedeutet es für mich nur Druck, unendlich viel Druck!
-Ich brauche Struktur. Ich weiß, wie die Theorie aussieht, aber krieg das in der Praxis nicht hin. Sie ist Grundlage für alles!
Aber mir läuft die Zeit davon. Meine Eltern finanzieren mein Studium und wollen so langsam aber sicher auch Ergebnisse sehen.
Ich habe im letzten jahr gute Fortschritte gemacht udn bin stolz auf mich. Aber jetzt gerade... läuft igendwie gar nichts. ich selbst will einfach ne Pause. Ich bin manchmal so erschöpft vom arbeiten an mir selbst, dass ich mich gar nicht mehr daran erinnere, wie ich denn effizient an mir arbeite. Ich bin handlungs- und entscheidungsunfähig. Aber ich kann mir das nicht leisten, ich muss weitermachen.. Und schon wieder: Druck!
Die letzten 2 Monate habe ich zu 70% in meinem Bett verbracht. Ich wach um 11 auf, mach den fernseher/Laptop an, und schalte um 3 das licht wieder aus. Das Haus verlass ich selten, zum Einkaufen und um Zigaretten zu holen. Hin und wieder treff ich nen Freund auf nen Kaffe, aber selbst das fordert Überwindung. Ich will immer nur, dass der Tag rumgeht.
Die ganze Zeit verdränge ich! In einer Tour. Wenn es hochkommt, bekomm ich angst, fang an zu schwitzen, ich werde nervös und angespannt, mein Herz geht schneller.. Heute morgen hätte ich eigentlich ein Gespräch mit dem Psychologen der Uni gehabt, mit dem ich seit längerer Zeit in Kontakt stehe. Ich habs nicht geschafft hinzugehen. Auch davor habe ich Angst.
Also verdränge ich. Kiffe wieder.. ist so ne schöne auszeit vom Leben. Ich habe so große Angst vorm Leben, dabei will ich doch leben! Und zwar richtig! Ich will rausgehen, neue Leute kennenlernen, aktiv sein, das Leben mitnehmen! Ich hab doch auch Ziele und pläne, die ich verwiklichen möchte.
Und eigentlich bin ich ein so lebensfroher, optimistischer und fröhlicher Mensch!
Überforderung und Angst versprerren mir aber den Weg zu einem besseren Leben. Wie schaffe ich es, sie aus dem Weg zu schaffen? Ich sehs gad einfach nicht...
danke fürs Lesen!


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Bist Du über Deine Mutter privat versichert? Wenn nicht, dann kann sie es eigentlich nur durch Dich erfahren. Und das muss sie doch gar nicht, oder? Auch wenn sichs durch die Konsequenzen nicht ganz verheimlichen lässt - zur eigenen Entlastung finde ich, ist flunkern durchaus erlaubt. Du kannst denen ja ne abgeschwächte Form davon erzählen, mit denen sie leben können und Dir nicht auf den Zeiger gehen.

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