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Thema: Ich bin Wertlos

  1. #1
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    Standard Ich bin Wertlos

    Diesen Gedanken habe ich schon mein ganzes Leben.

    Ich weiß leider nicht wie ich das ändern kann und ich wäre für ein paar Tipps sehr dankbar

    Erstmal was zu meiner Vergangenheit, damit man das vielleicht besser versteht:

    In meiner Kindheit/Jugend, hat meine Mutter dafür gesorgt, das ich über Jahre nicht gelacht habe oder auch nur Ansatzweise fröhlich war.
    Sie hat mich so runter gemacht, dass ich nur noch die Antworten gab, die man hören wollte und ansonsten hab ich nie ein Wort gesagt.
    Ich habe nicht mehr gelebt, ich war nur körperlich Vorhanden. Meine Zensuren waren miserabel, ich hatte keine Freunde und ich hatte keinen Lebenssinn. Meinen Abschluss habe ich dennoch geschafft.
    Damals wollte ich mein Leben beenden (ich war 16-18 Jahre alt), ich habe es aber für meinen Hund nicht getan, ich wollte ihn nicht alleine lassen.

    Einen Satz, den meine Mutter mir eingeprägt hat, bekomm ich nicht mehr aus meinem Gedächnis: "Du bist zu DUMM um zu meiner Familie zu gehören".

    Sie hat so viel in meinem Leben kaputt gemacht...
    Meine Ausbildung hat sie mir weggenommen, mein Geld hat sie mir weggenommen, meine Kleidung, meinen Lebenswillen, einfach alles.
    Ich habe in ihr nie meine Mama gesehen.

    Irgendwann hat sie mich rausgeschmissen (sie wollte eigentlich mein Vater rausschmeißen, aber ich war gerade zuhause und sie musste ihren Frust mal wieder an mir auslassen).
    Aber mein Selbstwertgefühl wurde nicht besser.
    Ich habe mich in einer Höheren Handelsschule angemeldet und fing dort an. Da ich immernoch nicht geredet habe, wurde ich von jedem einzelnen in meiner damaligen Klasse rausgemobbt.
    Ich habe gejobbt, mal hier mal da, nie wirklich was verdient um vernünftig leben zu können, ich bin 1000Km weit weg gezogen, doch dieser eine Satz von meiner Mutter verfolgte mich trotzdem...

    Ich kam wieder zurück und wurde schwanger.
    Nun habe ich eine total süße Tochter, sie ist 2 Jahre alt und ich bin single (seit Beginn der Schwangerschaft)

    Vor ein paar Monaten hatte ich eine beste Freundin, sie war das Beste, nach meiner Tochter, was mir je passieren konnte, doch dann passierte das: http://www.psychologieforum.de/bin-i...emme-9718.html
    Sie hat sich in mich verliebt.
    Wir haben jeden Tag miteinander verbracht, über ein Jahr, und es/sie war etwas ganz besonderes.
    Die Tage wurden aber schlimmer, wir haben uns nur noch gestritten. Ich wollte eigentlich immer das wir uns vertragen, doch jeder Versuch verschlimmerte alles, bis zum Bruch
    Soweit ich weiß ist sie freiwillig in eine Klinik gegangen, weil sie meint das die Borderline hat. Aber ich hab nun schon seit Ende Juli nichts mehr von ihr gehört und ich vermisse sie so sehr, es tut mehr weh wie Liebeskummer, denn bisher hatte noch kein Mann diesen Stellenwert den sie bei mir hatte.

    Nun habe ich eine Umschulung (Teilzeit/3 Jahre) im August angefangen und eigentlich geht es mir gut. Meine Noten sind sehr gut und ich werde in der Klasse akzeptiert, obwohl ich immernoch seeehr still bin.
    Aber ich vermisse meine Freundin sooo sehr.

    Ich habe das Gefühl dass ich mich ganz knapp über Wasser halte, kurz vorm ertrinken bin, meine Familie (Mutter/Schwester) schmeißen mit Steinen nach mir und ich tauche aber immer wieder auf.
    Also ich halte mich stetig über Wasser, diese Steine kommen meistens Abends wenn mein Kind schon schläft, und bis zum Morgen hab ich mich wieder gefangen. Es kostet viel Kraft, aber es geht.

    Wie kann ich was gegen das Gefühl der Wertlosigkeit tun?
    Wie krieg ich mich weg vom Rande des Ertrinkens?

    Ich weiß, das ist jetzt alles ein bisschen wirr, aber ich kann meine Gedanken selber kaum sammeln.

    Ich bin mir sicher, mein Leben hat sich stark verbessert, seit meiner Jugend, ich habe auch schon seit dem nicht mehr an Selbstmord oder ähnliches gedacht.
    Aber meine Unsicherheit, ich trau mich nicht auf andere zuzugehen, oder einfach mal zu reden, und das muss ich endlich mal ändern, doch ich weiß nicht wie. Als meine Freundin da war, war ich lockerer, nicht ganz so wie ich es mir gewünscht habe, aber viel besser als jetzt.
    Geändert von Bluerose (30.10.2011 um 22:44 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Bluerose
    Erst mal mein Mitgefühl. Ich finde, Du machst den richtigen Schritt, Dir Unterstützung und Hilfe zu suchen. Auf die hast Du ein Recht.
    Deine Mutter hat sich meiner Meinung nach nicht wie eine gute Mutter verhalten.
    Deine Gedanken sammeln...
    Darf ich mal darstellen, wie ich persönlich Deine Überschrift so sehe?
    "Wert" ist ein relativer Begriff.
    1. Einen Menschen kann man wertschätzen. -was Deine Mutter offenbar versäumt hat, bei Dir zu tun bzw. es Dir zu zeigen.
    2. Sie scheint ihren Unmut hauptsächlich an Dir ausgelassen zu haben. Ich würde das als lieblos bezeichnen.
    3. Um lieben zu können, sollte Deine Mutter zuerst mal sich selbst mögen. Da habe ich nach dem, was Du hier schreibst, bei ihr so meine Zweifel.
    Kann ich das als erstes hier so stehen lassen?
    Nun habe ich eine total süße Tochter, sie ist 2 Jahre alt
    Und die in Dir eine gute Mutter hat.
    Nun habe ich eine Umschulung (Teilzeit/3 Jahre) im August angefangen. Meine Noten sind sehr gut und ich werde in der Klasse akzeptiert,
    Toll, du tust etwas für Dich. Du bist dabei auch noch sehr erfolgreich. Gratulation! Und wirst angenommen.
    Kannst Du Dich selbst darüber etwas freuen?
    Gruß Sonnenkraut

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Sonnenkraut für den sinnvollen Beitrag:

    Bluerose (31.10.2011)

  4. #3
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    Danke dir für die Komplimente

    Meine Mutter hat sehr viel falsch gemacht, sie war nie eine richtige Mutter. Ich stand ihr immer nur im Weg. Sie hat mich von ganz Klein auf mundtot und gefügig gemacht, ich hab mich wie Aschenputtel gefühlt.

    Mit Wertlos meine ich, ich fühle mich manchmal, als wäre ich einfach nur vorhanden, ich habe keine Lebensaufgabe und meiner Familie bin ich nur ein Dorn im Auge.
    Die einzige für die ich Wertvoll bin, ist meine Tochter.
    Mir reicht das schon aus um über Wasser zu bleiben, trotz der Steine.
    Aber ich möchte mich endlich mal richtig wohl fühlen, sagen können was ich denke ohne vor den Konsequenzen angst zu haben.

    Meine Tochter ist einfach wundervoll, ich liebe sie über alles

    Ich freue mich sehr, dass ich den Einstellungstest zu der Umschulung bestanden habe und nun auch erfolgreich dabei bin.
    Ich habe zum ersten mal konkrete Zukunftspläne und ich weiß, ich kann das schaffen.
    Ich verändere mich zur Zeit positiv.
    Aber die Gedanken krieg ich nicht aus meinem Kopf, sie ziehen mich runter, ganz besonders der eine Satz von meiner Mutter.
    Ich komm nicht aus mir raus. Lieber schweige ich anstatt mitzureden.

    Nun bewerbe ich mich um einen Praktikumsplatz (das ist ein Pflichtteil in der Umschulung), es wird sehr schwer, weil der nur in Teilzeit sein darf und ich bin Alleinerziehend, sowas sieht man nicht gern. Ich hab richtig bammel vor dem Bewerbungsgespräch, da ich nicht gut reden und mich präsentieren kann. Ich werde schnell nervös und stottere.
    Ich möchte das ändern. Ich weiß auch, dass ich das kann, aber leider nicht wie?

  5. #4
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    Hallo Bluerose
    ich hab mich wie Aschenputtel gefühlt.
    Die Geschichte kenne ich. Die hat - so weit ich mich erinnern kann- einen Prinzen gekriegt.
    ich bin Alleinerziehend, sowas sieht man nicht gern.
    Heute findet glüclicherweise ein Umdenken statt. Diese Mehrfachbelastung zu bewältigen zeugt von mehr als solch abgedroschene Klischees.
    "Du bist zu DUMM um zu meiner Familie zu gehören".
    Ich würde Dir eine etwas mildere Form vorschlagen:
    "Du bist NICHT DUMM GENUG um zu meiner Familie zu gehören!" (sie konnte sich schon immer sehr unklar ausdrücken!)
    Könntest Du Dich damit anfreunden?
    Gruß Sonnenkraut

  6. #5
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    Zitat Zitat von Sonnenkraut Beitrag anzeigen
    "Du bist NICHT DUMM GENUG um zu meiner Familie zu gehören!" (sie konnte sich schon immer sehr unklar ausdrücken!)
    Könntest Du Dich damit anfreunden?
    Gruß Sonnenkraut
    Ich hab schon öfter versucht, diesen Satz für mich umzuformulieren, denn mir ist bewusst, dass das was sie gesagt und getan hat, nicht mir galt.
    Aber ich krieg mich einfach nicht raus gezogen.

    Sie ist zu Gefühllos um meine Mutter zu sein.
    Das sag ich mir immer wieder, wenn ich drohe zu fallen, aber das macht ihren Satz nicht weniger schlimm.

    Ich bin besser als sie: Ich bin eine bessere Mutter, ich bewältige mein Leben mit meiner Tochter ganz ohne Hilfe. Sie hat immer wenn sie sich unwohl gefühlt hat sich immer wieder ein Baby gewünscht, bis sie hoffnungslos überfordert war und irgendwann ging ihre Ehe in die Brüche (während sie mir mein Leben zur Hölle gemacht hat).

    Ich hab schon öfter versucht mit ihr zu reden. Doch sie hört nicht zu, und zu anderen sagt sie, sie hätte sich bei mir entschuldigt. Auch mir hat sie das gesagt.
    Doch ich kann mich an gar keiner Entschuldigung (egal um was es geht) erinnern.
    Sie kann sehr gut Leute um ihre Finger wickeln, und es kam unglaublicherweise schon mal vor, das mich eine mir fremde Frau angesprochen hat und behauptet hat, ich wäre eine schreckliche Tochter, ich wäre einfach abgehaun von zuhause ohne was zu sagen... (Das war kurz nachdem meine Mutter mich rausgeschmissen hat).

    Irgendwie muss ich mein Selbstwertgefühl steigern

  7. #6
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    Hallo Bluerose
    Du bist ok. Kannst Du das annehmen? Wer sich in meinen Augen zu rechtfertigen hätte, wäre Deine leibliche Mutter, die sich aber nicht so verhalten hat. Und wie Du schreibst, habe ich den Eindruck, dass sie nicht mal ein Cent an Verantwortung aushalten kann.
    Ich denke, dass ihre Gedanken mit solch minderwertigen Aussagen vollgemüllt sind, wie sie rauslässt, wo sollte der Müll denn sonst herkommen? Deshalb würde ich Dir vorschlagen, dass Du in Zukunft schon vorher Gedanken machst, ob Du Dir das antust, Müll anzunehmen. Du kannst Dir in deiner Umgebung eine andere liebevolle (Ersatz-) "Mutter" (sinnbildlich) suchen, mit der Du mehr Freude hast. Wäre das einen Versuch wert?
    Gruß Sonnenkraut

  8. #7
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    Hi Bluerose,
    erstmal mein Beileid und tiefstes Mitgefühl zu dieser Erzeugerin!
    Was ich aber nicht verstehe, ist, dass du noch mit ihr reden möchtest?
    Sie ist vielleicht deine Erzeugerin, aber eine Mutter war sie für dich ja wohl nicht!
    Sorry das ich das so krass sage.

    Du hast jetzt deine eigene kleine Familie, du wirst auch noch Freundschaften schließen, die dir Halt geben. Aber diese Person brauchst du nicht.

    Du sagtest bereits das wichtigste:
    Zitat Zitat von Bluerose Beitrag anzeigen

    Irgendwie muss ich mein Selbstwertgefühl steigern
    Richtig. Das musst du unbedingt tun.
    Dafür gibts Therapie, Selbsthilfegruppen und gaaanz viele Bücher.
    Das passende Buch ist irgendwann dabei und dann geht es Stück für Stück bergauf. (Wenn du magst, schick ich dir per PN ein paar persönliche Favoriten)
    Hast du gewußt, dass ein durchschnittliches Kind in seiner Jugend 100.000 negative Bestätigungen erhält. (Das kannst du nicht, dafür bist du noch nicht alt genug, du bist böse, du bist schlecht, du bist zu dumm)
    Bei Menschen wie dir, sind es wohl ein paar mehr gewesen.
    Als diese negativen Bestätigung deiner Person, sind in deinem Unbewußtsein eingebrannt. Du brauchst weitaus mehr positive Bestätigungen um sie zu verdrängen. (Ich schaffe das, ich bin gut, ich bin schlau, ich bin eine gute Mutter) - Und das nicht nur sporadisch, sondern täglich! (gibts auch in NLP)

    Glaub mir, das funktioniert!

    Ich weiß, dass du das schaffst, da du ein liebenswerter, guter Mensch bist!

    Alles liebe Anna

  9. #8
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    Ich glaube ich habe depressionen.

    Ich habe einen Blog, den niemand in meinem Bekannten-Freundeskreis oder Familie kennt, da hab ich mir mal die Einträge der letzten Wochen durchgelesen.

    Es geht Berg auf und Berg ab.

    Mal hab ich Zeiten wo ich zufrieden mit mir bin, und kurz darauf verkrieche ich mich in mein Loch, dann kämpf ich mich da wieder raus indem ich mit meinem Kind etwas schönes unternehme, aber danach (ein paar Tage) kommen die Gedanken wieder und ich bin wieder im Loch.

    Gestern war ich auf einem Konzert, auf das ich mich lange gefreut habe, aber dort war mir nur nach weinen zumute. Ich habe es nicht genossen, ich habe meine Freundin vermisst, weil diese Band so sehr an sie erinnert (Lieder, Songtexte) ich habe einfach zu viel mit ihr verbunden.

    Ich möchte nicht zur Therapie. Ich kann mir das gar nicht leisten, und Psychologen die das über die KK machen, da muss ich 2 Jahre drauf warten, weil die so belegt sind.

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