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Thema: Ich drehe mich im Kreis-Was ist nur los mit mir

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ich drehe mich im Kreis-Was ist nur los mit mir

    Hallo,

    ich (44 Jahre) bin seit 5 Jahren von meinem Mann getrennt. Ich bin ein tiefes Loch gefallen und dann doch irgendwann wieder so einigermaßen auf die Beine gekommen, aber so richtig erholt habe ich mich davon irgendwie nie. Ich übe einen Beruf auf, kümmere mich um meine Tochter aber es geht einfach nicht weiter. Ich denke immer noch ständig an meinen Ex-Mann und hasse sein neues Leben mit seiner neue Partnerin, die jetzt auch noch ein Kind von ihm bekommt. Das ständige daran Denken macht die Sache dann noch umso schlimmer.
    Nachdem ich dann irgendwann mal dachte, nützt ja nichts, das Leben muss ja weiter geben, habe ich mich auf diversen Singleseiten umgeschaut.
    Ich habe mich schon öfter mit Männern und es waren auch nette Männer dabei, aber ich breche das ganze dann nach einer Zeit wieder ab. Ich versuche gar nicht, irgendeinen Weg einzuschlagen. Ich bleibe einfach stehen, bemitleide mich und komme nicht aus dem Quark. Mir macht auch nichts mehr so richtig Spaß, ich gehe kaum unter Leute, gehe nicht zum Sport.

    Warum kann ich mich denn jetzt nicht einfach mal zusammenreißen und sagen, so jetzt mach irgendwas, bevor du gar nichts machst ? Ich bin auch ständig krank, seit Oktober letztem Jahres schlage ich mich Erkältungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder was weiß ich rum. Ich weiß auch, dass viel von der Seele kommt, aber irgendwie ist alles sinnlos.
    Habe mich auch entschieden, eine Pschotherapie zu machen, weil ich merke, dass ich mir selber im Weg stehe. Über die Jahre haben sich auch diverse Ängste bei mir festgesetzt u. a. auch die Angst vor der Angst und und negative Gedanken ohne Ende.
    So habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt . Kann mir jemand Tipps geben?

    enola66

  2. #2
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    Hallo Enola, leider kann ich Dir keinen Tipp geben. Ich befinde mich selbst gerade in einer akuten Depression. Ich kenne das seit vielen Jahren, habe von 2001 bis 2009 eine Therapie gemacht, die sehr sehr hilfreich war.
    Seit 2009 versuche ich das irgendwie alles ohne Therapeutin hinzukriegen (Medikamente habe ich immer abgelehnt).

    Bin auch geschieden, zwei Kinder, um die sich ihr Vater nie gekümmert hat. Danach eine 8jährige Beziehung, die leider nicht geklappt hat. Wir sind aber sehr,sehr gute Freunde.
    Nun wieder eine Beziehung, wo ich dachte - das ist es. Ist es aber auch nicht wirklich. Meine Kinder sind weggezogen zum Studieren und ich bin allein. Wenn ich meinen Vollzeitjob nicht hätte, wäre ich wahrscheinlich schon vergammelt.

    Nur bin ich auch im Moment total bewegungsunfähig, kann gerade nichts essen, keine Musik hören, nichts lesen - allein der PC ist etwas, wo ich mich zu aufraffen kann. Mag nicht rausgehen und muss morgen arbeiten.

    In der Therapie habe ich zumindest die Erfahrung gemacht, dass ich diese Depression wohl erleben muss, um dann, nach einigen Tagen wieder aus dem "Loch" kriechen zu können. Ich erlaube mir es jetzt einfach mal, ein paar Tage mich schlecht zu fühlen.

    Aber das ist meine ganz eigene Geschichte. Und gut und gesund ist das bestimmt auch nicht.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut und ganz ehrlich auch,dass Du das besser in den Griff bekommst wie ich.

  3. #3
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    Hallo enola66,

    Antriebslosigkeit und Selbstmitleid kenne ich auch.

    In dem Fall ist es immer am besten gar nicht erst großartig nachzudenken sondern einfach Handeln. (z.B. ohne groß nachzudenken aufs Fahrrad steigen und ein bis zwei Stunden fahren, oder ohne großartig nachzudenken irgendwo hinfahren, oder einfach nur anfangen irgendetwas zu tun)
    Geändert von Suchender (28.01.2011 um 17:51 Uhr)

  4. #4
    Gast784
    Gast

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    Habe mich auch entschieden, eine Pschotherapie zu machen, weil ich merke, dass ich mir selber im Weg stehe.
    hallo Enola,

    das ist auf jedenfall gut, dass Du das konkret umgesetzt hast. Wann gehts los?

  5. #5
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    Hallo Enola,
    Du gehst zur Therapie, das ist wirklich gut.
    Wie ein Mensch aus so einem Kreis rauskommt, kann ich Dir auch nicht sagen. Ich bin auch in einem gefangen, seit ganz vielen Jahren schon.
    Bei mir hilft es, wenn ich erkennen kann, wer welche Rolle spielt, wer wie auf mich einwirkt und welche Motivation dahinter steckt.
    Ich habe mal eine Systemische Familienaufstellung gemacht, weil ich einfach nicht meinen Platz finden kann. Mir hat geholfen zu erkennen, dass ich es zuließ, dass da viele Menschen in meinem Umfeld mich einfach manipuliert und benutzt haben. Als gebefreundlicher (so erzogen) Mensch habe ich mich nicht immer richtig abgrenzen können und so eine Art Omnipotenz entwickelt. Dabei habe ich mich so manches Mal selber überfordert.
    Ich will mir zukünftig unbedingt Menschen, die mir nicht guttun, vom Hals halten ohne weg zu laufen. Niemand sonst kann das für mich machen, nur ich allein.
    Vielleicht ist es ein langer und steiniger Weg, aber sicher ist, dass es sich lohnt!
    Lieben Gruß
    Ibag

  6. #6
    Neuling Avatar von Sophie Kautny
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    Standard Wieder raus

    Liebe Enola66,
    ich hatte auch so eine Krise, ging alles immer nur im Kreis. Hatte auch Therapie gemacht aber wirklich gut haben mir Familienaufstellungen geholfen. Bei Dir klingt es so, als müßte die Beziehung zu Deinem Ex-Mann Frieden finden und wahrscheinlich hängt auch einiges in der Beziehung zu Deiner Mutter schief. Lies doch mal ein wenig über Familienaufstellungen, z. B. hier http://www.sorge-dich-nicht-liebe.de...ienaufstellung oder hier http://de.wikipedia.org/wiki/Familienaufstellung.
    Wünsche Dir gute Besserung, Mut und Kraft,
    liebe Grüße von Sophie

  7. #7
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    Hallo Enola66
    Bei Dir klingt es so, als müßte die Beziehung zu Deinem Ex-Mann Frieden finden
    Da bin ich mit Sophie Kautny einer Meinung.
    Solange diese "seelische Wunde" schmerzt, hält sie Dich in Deiner Situation noch gefangen.
    Habe mich auch entschieden, eine Pschotherapie zu machen, weil ich merke, dass ich mir selber im Weg stehe.
    Da stimme ich Ibag zu.
    Jeder Mensch hat seine "eigenen Regeln", die sich im Laufe des Lebens angesammelt haben. Um aus einer verfahrenen Situation herauszukommen, ist es wichtig, diese eine hinderliche Regel zu erkennen und "loszulassen". Eine solche Regel ist es wahrscheinlich auch, die Dich an Deine Situation "bindet". Da Du sie bisher mit Deinen eigenen Mitteln/Kräften nicht "lösen" konntest, solltest Du Dir professionell helfen lassen. Das hast Du ja auch bereits erwähnt. Zu diesem Schritt ist es vielleicht auch hilfreich, genau zu überlegen, welche Therapie dafür geeignet ist/wäre. Dann solltest Du vielleicht noch bedenken, dass es eine kleine Weile dauern kann, bis ein Therapeut Zeit hat. Viel Erfolg noch!
    LG Sonnenkraut
    Geändert von Sonnenkraut (24.10.2011 um 09:04 Uhr) Grund: Ergänzung

  8. #8
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    Hallo,
    erstmal vielen Dank für Eure Nachrichten. Die Therapie läuft jetzt seit einiger Zeit und ich habe ja schon das Gefühl, dass es etwas besser geworden ist. Ich versuche jetzt, auch was für mich zu tun und mich nicht so hängen zu lassen z. B. besuche ich einen Yoga Kurs und einen Englisch-Kur. Aber trotzdem finde ich, dass ich kein erfülltes Leben habe. Wenn dann noch meine Tochter nicht da ist denke ich, na super, selbst eine Mutter bist du jetzt nicht mehr. Schlimm ist es auch am Wochenende, wenn alle was vorhaben nur ich hänge alleine vor dem Fernseher ab. Ich habe irgendwie dann keinen richtigen Sinn im Leben. Das Leben ist doch irgendwie öde, man muss sich zu allem zwingen und ich weiß gar nicht, was ich genau will.
    Meinem Ex-Mann geht es so gut in seinem neuen Leben, mit dem Kind etc. Und bei mir passiert nichts. Aber ich schaff es auch nicht, aus meiner Haut rauszukommen, weil ich ja vor allem neuen Angst habe. Ich Moment trau ich mich z.B. gar nicht, mich mit jemanden zu treffen, weil ich so kacke aussehe. Keine Lebensfreude im Gesicht, nur irgendwelche Krankheiten. Das macht doch voll den blöden Eindruck
    Wenn ich jemanden Neues hätte, würde ich bestimmt nicht mehr so viel über meinen Ex nachdenken. Aber ich lass ja gar keinen mehr an mich ran. Außerdem fühle ich mich mittlerweile auch schon so verkrampft, als wenn man sieht, dass ich eigentlich jemanden suche und das ist noch ätzender.

    Ich denke auch fast den ganzen Tag negativ über mich. Das ist hässlich bin, dass ich nichts kann etc. Das war am Anfang ja mal so schlimm, dass ich gar nichts mehr alleine konnte. Ich brauche immer irgendwelche Bestätigung von außen und weil das im Moment halt nicht ist, hänge ich höchstwahrscheinlich so daneben. Andere sind sowieso alle besser, haben ein tolleres Leben, sehen besser aus etc. Das ist so die Grundstimmung, kein Wunder, dass ich mich damit selber immer so mies mache. Aber das war immer schon so und das ist auch das Problem mit der Kindheit. Wenn man als Kind immer gesagt bekommt, die anderen sind besser und nimm dir ein Beispiel an dem und dem, dann ist es auch logisch, dass man sich immer kleiner fühlt als die anderen und immer unzufrieden ist. Und dann noch die Angst dabei, dass man nichts alleine schafft oder kann, das zusammen hält mich irgendwie gefangen.
    Andere sagen immer, man du hast doch schon so viel geschafft. Du hast ne super tolle, intelligente Tochter, ein Haus, einen guten Job aber ich fühle mich nicht toll. Habe ja auch kaum Freunde und gehe nicht viel weg. Das ist auch nicht gut. Irgendwie muss alles ausgeglichen sein und das ist es bei mir überhaupt nicht.
    Ich hoffe, dass ich irgendwann mal dahin komme, wo ich hin will und das möglichst nicht erst dann, wenn ich kurz vorm Sterben bin. Denn was ist das für ein Leben, wo man ständig nur rumjammert und unzufrieden ist, anstatt das Leben irgendwie zu genießen.

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