Wer hat das eher westliche und spießische Begrüßungsritual erfunden ?
Ich selbst habe natürlich auch meinen eigenen "Dreck", "Geruch" und es geht auch nicht um die Wertung des Menschen allgemein.
Jeder ist in meinem Umfeld sicher genauso reinlich,wie ich.
Doch fasst der reinlichste Mensch im Bus den Haltegriff an,oder die Touchscreen-Tastatur,sowie den Kugelschreiber in der Bank und natürlich für jeden zugänglich und greifbar.
Ich für mich löse das mit einem Taschentuch,dass meine Haut nicht beschmutzt wird.
Leider griff ich 'mal an eine Stange im Bus,die mit angetrocknetem Blut versehen war.Ich ekelte mich so bis ich irgendwo Hände waschen konnte.
Nun weiß ich nicht,wer von meinem Besuch auch zuvor in der Stadt noch x Dinge berührte. Ich kann dann keinem die Hand geben,geschweige denn die Dinge nicht berühren,die mein Besuch bei mir anfasste. Ich muss nachher alles abwischen.
Geld fasse ich auch sehr ungern an und lasse mir das Rückgeld meist in den Geldbeutel werfen.Eine eher flüchtige Bekannte wischt mit ihrer Hand ,ihre vor Schweiß triefende Stirn ab und fingert ihrem Hund Schleim aus seinen Augen.
Ich sitze nur angespannt da und hoffe,dass sie weder mich, noch meine Gegenstände berührt.
Irgendwie kann ich nur meinem eigen Kreis zumuten sich außerhalb auch mit Taschentüchern den "Dreck" fernzuhalten oder zuhause erst Hände zu waschen.
Aus dem Grund ignoriere ich das Klingeln von Fremden ,weil ich das nicht ansprechen möchte,um niemanden zu verletzen.
Was aber ganz schwer ist,ist die Tatsache,dass ich niemandem die Hand geben möchte.
Gut,ich ging dann schon heimlich zum Händewaschen,aber ich kann nicht immer auf eine Waschmöglichkeit unterwegs hoffen.
Ich möchte keinem zu nahe treten und auch mich nicht in ein schlechtes Licht rücken und somit den ganzen ersten Eindruck verpatzen.
Wie verhindere ich,dass die Leute den abgewiesenen Handschlag von mir nicht falsch verstehen oder auf ihre persönliche Reinlichkeit beziehen ?
Manche popeln noch ganz öffentlich und strecken mir dann unbedarft die Hand entgegen.Ich pople ja auch ,aber das Problem Händedruck von meiner Initiative aus ist eh nicht gegeben.
Was sage ich ?
Behandeln lassen und somit akzeptieren,will ich das nicht,denn das käme der Therapie einer Anrachnophobie gleich.
Erst wird die Spinne auf dem Bild angeschaut und dann tot im Glas,bis man die lebendige Spinne mit immer weniger Überwindung anfasen lernt .
Sind da hier Erfahrungen vorhanden oder ist das tatsächlich eine Zwangsstörung oder kann man damit leben und diese Abstriche und Abweisungen akzeptieren ? Oder auch von allen anderen erwarten ?


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