psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 10

Thema: Ich fühle mich, als würde ich neben mir stehen

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    23.01.2012
    Ort
    Bayern
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Unglücklich Ich fühle mich, als würde ich neben mir stehen

    Hallo,

    ich bin 28 Jahre und hab schon so einiges erlebt/durchgemacht, wie auch immer Es war in dem Sinn nichts wirklich traumatisches dabei und doch hab ich das Gefühl, dass bei mir schon seit der Kindheit nicht wirklich alles rund gelaufen ist.

    Meine Eltern waren nicht verheiratet und haben sich getrennt, als ich 2 1/2 Jahre alt war, mein Bruder ist 2 1/2 Jahre älter als ich. Mein Vater war Mitte Vierzig, mein Mutter Mitte dreißig.

    Von Anfang an, hat unsere Mutter uns immer mehr als ihre Freunde/Lebenspartner betrachtet. Schon als Kinder saßen wir stundenlang auf der Couch während sie lange Monologe über Gott, die Welt und später Psychologie usw. führte. Mein Bruder hatte sich schon immer lieber in sich selbst zurückgezogen und verbrachte diese Gespräche in seiner eigenen Welt, wie er mir mal erzählt hat.

    Mir gelang das nicht, ich war schon immer hibbelig und nervös und kann mich schlecht auf lange Zeit hin konzentrieren. Lange Rede, kurzer Sinn unsere Mutter hat uns auf ihre Selbstfindungstripp durch mehrere Kirchen/Sekten etc. geschleppt. Als ich 12 Jahre alt war, hat sie den Sektenvorsteher geheiratet, er war 17 Jahre älter als sie. Ich war mitten in der Pubertät und bis dahin glaube ich kam ich gut mit mir selbst zurecht, hatte Freunde und auch Selbstvertrauen.

    Naja, mit dem Umzug wurde alles anders. Von München ins Allgäu. Ich fand keinen richtigen Anschluss, keine Freunde musste jeden So in die "Kirche". Meine Mutter war meinen Bruder ein Jahr später raus und er zog bei meinem Vater ein. Ich war immer mehr Papa-Kind als Mama-Kind und fand das damals echt ungerecht. Die nächsten Jahre wurde es immer schlimmer, zwar fand ich 2 Freundinnen, doch fühlte ich mich eher als drittes Rad am Wagen, die beiden waren schlauer als ich und sportlicher, fand ich. Mit 16 Jahren war ich soweit, dass ich am Tag mind. eine 500g Tafel Schokolade futterte und Angst vor allem und jeden hatte. Ich traute mich nicht mal mehr allein zum einkaufen, aus Angst die Verkäufer/in würde mich ansprechen.

    In psychologischer Behandlung war ich nur kurz, nachdem ich für 3 Tage nach München abhaute in ein Hotel, das ich mit meinem Konfirmationsgeld zahlte. Nach ein paar Sitzungen war ich hochmotiviert und mein Therapeutin erklärte mich für gesund.

    Mit 16 entschied ich mich das Gymnasium abzubrechen und machte eine schulische Ausbildung und wohnte unter der Woche in einem Wohnheim. In den 2 Jahren dort hatte ich meinen ersten Freund, unternahm meine Mutter einen Selbstmordversuch und schied aus der Kirche meines Stiefvaters aus.

    Mit 18 entschied ich mich für eine weitere Ausbildung und zog zu meinem Vater. In dieser Zeit führte ich eine Fern- bzw. Wochendbeziehung fand wieder keinen Anschluss und begab mich freiwillig in Therapie. Ich fuhr morgens um 6 Uhr zur Therapeutin, dann in die Arbeit. Nach ein paar Sitzungen kam ich nicht mit ihr klar, fühlte mich missverstanden und beendete die Therapie. In meiner Arbeit hatte ich nix zu tun und versucht mir alles beizubringen und macht bei bayrischen Telekolleg meine FH.

    Dann kam das Studium, hier fand ich Freunde aber auch nur während der Vorlesungen, abends am Wochenende war ich allein.

    Seit über 6 Jahren bin ich jetzt in einer glücklichen Beziehung, habe eine beste Freundin seit ca. 1 Jahr und mein Kindheitstraum hat sich auch erfüllt, ich habe eine Reitbeteiligung.

    Zu meiner Mutter hab ich seit Jahren keinen Kontakt mehr, mein Vater sehe ich regelmäßig, aber er wollte damals keine Kinder und das merkt man auch. Er liebt mich, aber Hilfe von ihm ist schwierig zu bekommen.

    Seit Jahren hab ich immer mehr das Gefühl, dass alle um mich herum glauben ich sei die Starke, die logische und innerlich fühl ich mich immer unsicherer und hilfloser. Ich kann schlecht schlafen bzw. bin ständig müde. Kann mich nicht mehr richtig freuen und habe Angst vor der Zukunft.

    Sind Depressionen eigentlich vererbbar? Meine Großeltern mütterlicherseits hatten beide Depressionen, meine Mutter auch und ich jetzt auch?

  2. #2
    Neuling
    Registriert seit
    08.07.2011
    Beiträge
    17
    Danke
    1
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    Naja hast halt auch die gleiche *******e wie ich. Musst dich an den Gedanken gewöhnen das es wahrscheinlich immer etwas auf und ab gehen wird in deinem Leben und alles relativ seltsam ablaufen wird. Glaub mir, ich hätte lieber bessere Ratschläge für dich...aber wenn ich mein Leben so betrachte...Trotz vollster Anstrengung und zusammenreissen.....bin ich heute trotzdem wieder am absoluten Nullpunkt. Bin wieder mal Arbeitslos und natürlich depressiv und unruhig. Wie oft ich schon von 0 anfangen musste kann ich gar nicht mehr zählen. Das kennst du vermutlich auch. Du fühlst dich vermutlich auch oft so dass dir alles etwas unwirklich vorkommt...dass du glaubst nun endgültig versagt zu haben und das das Schicksal mit dir einfach nur einen beschissenen Scherz treibt...naja, genau genommen ist es auch so.
    Aber wie ich schon anderen Usern gesagt habe: Das Leben ist nur ne billige Simulation eines Freaks. Wenn du es überstanden hast, kriegst vielleicht ein Zuckerl.

  3. #3
    Neuling
    Registriert seit
    23.01.2012
    Ort
    Bayern
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ja da hast du wohl Recht. Ich glaub einer der Gründe warum ich mich hier angemeldet hab, ist auch, dass ich hier hoffe Menschen wie dich zu finden, die mich verstehen. Mein Freund z.B. ist echt lieb und verständnisvoll, aber er kann das weder nachvollziehen noch wirklich verstehen, worüber ich ehrlich gesagt auch dankbar bin. Aber manchmal braucht man einfach das Gefühl nicht der Einzige auf der Welt zu sein, der das durchmacht.

    Na ich bin ja mal gespannt auf mein Zuckerl

    Kopf hoch, ich hoffe du findest bald wieder aus deinem Tal heraus und kommst an die Spitze der Fahrt.

    Oja, das Gefühl, dass mir etwas unwirklich vorkommt, kenne ich sehr sehr gut.

  4. #4
    Neuling Avatar von JK_HiKO
    Registriert seit
    23.01.2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    43
    Danke
    2
    6 mal in 6 Beiträgen bedankt

    Standard

    Also, erst mal finde ich es nicht verwunderlich dass alle dich als die Starke empfinden, wobei das vielleicht noch nicht mal wirklich so ist & du dich innerlich immer schwächer fühlst. Das habe ich sogar schon öfter gehört... Vielleicht musst du denen einfach mal klar machen dass du nicht alles allein auf deinen Schultern tragen kannst?

    Ich bin mir zwar nicht sicher, aber ich glaube das bestimmte Arten der Depression durchaus vererbbar sein können.
    Nach kurzer Suche (Google ist your Friend, wie man so schön sagt) hab ich heraus gefunden dass wohl nicht die Depression selber, sondern viel mehr die Chance anfällig dafür zu sein vererbbar ist. Klingt eigentlich ganz logisch.

    Wundert mich irgendwie auch nicht dass du mit der Therapeutin nicht richtig zurecht kamst. Ich kann dir zwar nicht in den Kopf gucken aber ich bin in vielen Foren angemeldet. Zwar nicht alle mit Psychologie aber das ist eine Art Unter-Thema darin, wenn du so willst. Ich weiß, das ist jetzt kein richtiges Argument aber ich habe schon oft von Leuten gelesen die Hilfe (in Anfürungsstrichen vielleicht), gebraucht haben, aber nach einer gewissen Zeit nicht mehr mit dem jeweiligen Therapeuten klar kamen. Kommt wahrscheinlich daher dass manche wirklich zeitweilig falsche Thesen aufstellen, oder das jeweilige Leiden wiederkommen kann

    Wenn du dich von der Therapeutin missverstanden gefühlt hast, war dass vielleicht gar nicht mal so verkehrt. Vielleicht hat dir das ja gezeigt dass du keinen sonderlich guten Draht zu ihr hattest? Vielleicht hätte sie dir nur zeitweise helfen können, oder Ähnliches. Bist du mittlerweile immer noch in therapeutischer Behandlung oder gar nicht mehr?

  5. #5
    Neuling
    Registriert seit
    23.01.2012
    Ort
    Bayern
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ja, dass sollte ich wohl wirklich machen. Weil langsam wird's mir zu schwer auf den Schultern.

    Ich hab manchmal das Gefühl, dass ich aus 2 Personen bestehe, die eine, die Depressionen hat und die andere, die das alles logisch und klar erkennt, versucht zu analysieren und das dann auch so weiter gibt. Das führt bei meinen Therapeuten wohl dazu, dass sie dachten, mir ginge es wieder gut und ich würde schon klar kommen. Nur ist das überhaupt nicht der Fall.

    Ich hab im Herbst 2010 nochmals versucht eine Therapie zu machen. Aber nach ca. 10 Anrufen bei Therapeuten bei mir in der Umgebung, die alle keine freien Plätze mehr hatten, hab ich es wieder aufgegeben.

    Das Problem ist nur, ich hab das Gefühl, dass ich die ganze Zeit an einem Abgrund entlanglaufe und wenn ich nicht wirklich gut aufpasse bzw. Hilfe finde, fall ich runter. Bildlich gesprochen.

  6. #6
    Neuling Avatar von JK_HiKO
    Registriert seit
    23.01.2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    43
    Danke
    2
    6 mal in 6 Beiträgen bedankt

    Standard

    also ich würdeversuchen dann vielleicht jetzt einen platz zu ergattern. ist ja inzwischen ne weile her
    vielleicht musst du auch einen mann statt einer frau nehmen, manche kommen damit besser klar

    ich denke auch, dass du hier über deine probleme sprechen kannst ist ein anfang ... wenn auch nicht gleich [leider] eine lösung

  7. #7
    Neuling
    Registriert seit
    23.01.2012
    Ort
    Bayern
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ist vielleicht eine gute Idee ich werd es nochmals versuchen. Auf den Gedanken bin ich auch schon gekommen, dass ich vielleicht mal zu einem männlichen Therapeuten gehen sollte.

  8. #8
    Neuling Avatar von JK_HiKO
    Registriert seit
    23.01.2012
    Ort
    NRW
    Beiträge
    43
    Danke
    2
    6 mal in 6 Beiträgen bedankt

    Standard

    Irgendwie klingt es ja so als hätte das alles keinen Sinn aber ich war selber überrascht was alles eine Rolle spielen kann, bei sowas *.*

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. ich würde mich gerne Trennen
    Von longjing im Forum Scheidung / Trennung
    Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 21.05.2012, 19:57
  2. mich würde mal eure meinung interessieren
    Von phil22 im Forum Selbstbewußtsein
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 10.08.2011, 10:01
  3. Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 07.01.2011, 09:26
  4. Bedrohung? Schnelle Antwort würde mich freuen ;)
    Von Patrick123 im Forum Scheidung / Trennung
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 13.08.2010, 21:41
  5. Ich fühle mich Komisch
    Von Chuck im Forum Depression
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 01.08.2009, 20:21

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!