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Thema: Ich fühle mich besser als alle anderen.

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ich fühle mich besser als alle anderen.

    Hallo,

    Klingt zwar komisch und ist auch das Gegenteil von dem was hier rein sollte aber ich fand kein besseres Unterforum.

    Auf jeden Fall gibts das auch, dass jemand Probleme damit hat, sich gut zu fühlen...

    Naja, der Haken an der Sache ist, dass ich wenn ich es Subjektiv betrachte, auch zum Ergebnis komme, dass ich besser bin als andere. Ich finde an jedem etwas, was ihn im allgemeinen schlechter macht als mich. Vielleicht ist das irgendwie ein Anspruch der beste Mensch zu sein oder so.
    Auf jeden Fall macht das eben Probleme, sodass ich anderen gegenüber des öfteren sagen wir mal "leicht arrogant" entgegentrete. Ich versuche zwar, sie davon nichts merken zu lassen und oft funktioniert es auch, aber von den meisten, mit denen ich mich unterhalte, halte ich ziemlich wenig.

    Ich habe also Probleme damit, andere Leute zu mögen(Das ist ja auch etwas schwer wenn man sie fast alle für Trottel hält)

    Und nennen wir es mal "Sexualpartner" finde ich auch nicht. Ich hatte bisher nur einmal das Gefühl, sie sei meiner würdig. War aber schon vergeben und das ist dann wieder unter meiner Würde so jemanden anzugraben, weil ich eben so gut bin. Könnte übrigens auch von meinem Aussehen her jede haben... Irgendwie fehlt mir somit auch der Ehrgeiz jemanden "aufzureißen" oder so. Also das was die Meisten machen, einfach mal aus Spaß, das ist für mich auch Zeitverschwendung weil wie gesagt die Schwierigkeit darin eigentlich gleich null ist... Und das wäre ja auch wieder meiner unwürdig, weil es andere verletzt...

    Mal ganz subjektiv betrachtet, habe ich das Gefühl, dass meine "Gutheit" also mein Perfektionsanspruch meine Selbstentfaltung irgendwie ziemlich unterdrückt...

    Aber wenn zum Beispiel eine raucht oder einen dummen Eindruck macht, oder irgendwie was weiß ich schlampig vorkommt, das sind alles Gründe, für die bei mir sofort in die Liste: Kommt nicht in Frage, halte dich fern, diese Person ist Minderwertig, hat nicht mal die Willenskraft Zigarretten zu widersagen, etc. reinverschoben wird.

    Tja, ich fühle mich einsam obwohl jeder was mit mir zu tun haben will.
    Aber ich will mit anderen nichts zu tun haben, weil sie so "mangelhaft" sind...
    Sollte ich jetzt meinen Perfektionsanspruch aufgeben und mich mit Leuten abgeben die ich für schlecht halte oder wie komm ich jetzt aus der Nummer wieder raus?

    Ich hoffe mal dass hier auch mal jemand in der Richtung helfen kann, weil irgendwie redet jeder nur von dem Minderwertigkeitsproblem also selbstbezogen und nicht auf andere bezogen beziehungsweise nicht über das Problem der Selbstüberschätzung...

    Wobei ich wie gesagt nicht glaube dass ich mich selbst überschätze, sondern es macht subjektiv tatsächlich den Eindruck dass ich ein besserer Mensch als jeder andere bin. außer vielleicht als Martin Luther King oder Mahatma Ghandi oder so aber opfern will ich mich jetzt auch nicht so wirklich...

    A propos: Waren die beiden eigentlich auch einsam?

    Naja, Spaß beiseite: in Meiner Umgebung laufen eben nicht wirklich viele Leute rum, zu denen ich aufsehen oder sie als gleichwertig betrachten könnte....

    Edit: Im Übrigen, weil ich glaube dass das wichtig sein könnte: Ich strebe nicht an, bewundert zu werden oder so, ich versuche vielmehr mich viel schlechter darzustellen als ich bin, weil ich Angst habe, andere damit zu verletzen, wenn sie damit konfrontiert werden, wie gut ich bin.
    Geändert von klocke (29.06.2011 um 20:58 Uhr) Grund: Weitere Informationen

  2. #2
    Gast9035
    Gast

    Standard

    Mal ganz subjektiv betrachtet, habe ich das Gefühl, dass meine "Gutheit" also mein Perfektionsanspruch meine Selbstentfaltung irgendwie ziemlich unterdrückt...


    Hallo Klocke,

    du hast es ja eigentlich selber erfasst: der übersteigerte Narzismus unterdrückt deine Selbstentfaltung...

    Warum machst du keine Therapie?
    Es wird sicherlich Gründe in der Kindheit oder Jugend geben, warum du dich über allen erhaben fühlst.
    Und da es ja, wie du sagst, Einsamkeit verursacht, würde ich halt tiefenpsychologische Analyse oder so machen, damit du dich besser kennenlernen kannst und mit der Zeit zu einem "gesunderen" Selbstwertgefühl kommst.

    Denn so, wenn du von niemanden etwas halten kannst,, niemanden wirklich lieben oder mögen kannst, entgeht dir soviel im Leben.
    Dann kannst du ja die Einzigartigkeit in dem jedem Menschen gar nicht erkennen und sehen, der Narzismus versperrt dir die Augen hierfür.

    lieben gruss
    Meer

  3. #3
    katha
    Gast

    Standard

    huuuuchhhh sowas hab ich ja noch nie gehört

    etz würd mich mal interessieren was du so für eine kindheit hattest, wie deine eltern dich behandelt haben, wie dein leben aussah..weiß nicht welche rückmeldungen/status in der verwandtschaft, erfahrungen usw...

    wär echt interessant wenn du ein bisschen was erzählst...

    ähm sorry.."hallo" erstmal

  4. #4
    Neuling
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    Standard

    Hey,

    Danke für Deinen Kommentar. Das tut gut, weil ich das Gefühl habe, dass Du mir wirklich helfen willst. Ich nahm an, dass man so einen "egozentrischen Mistkerl" wie mich direkt abwimmelt wenn er sein Problem zugibt.

    Zitat Zitat von das Meer Beitrag anzeigen
    Warum machst du keine Therapie?
    Ich traue niemandem. Und wenn ich jemandem meine Probleme erzähle, der mich kennt, hat er Macht über mich. Und ich hasse es wenn ich nicht die alleinige Macht über mich habe. Deshalb habe ich hier auch anonym ins Forum geschrieben.

    Zitat Zitat von das Meer Beitrag anzeigen
    Es wird sicherlich Gründe in der Kindheit oder Jugend geben, warum du dich über allen erhaben fühlst.
    Ich war fett, wurde gemobbt, und so weiter. Doch ich habe alles ins Gegenteil gewendet, ohne fremde Hilfe(Ich will keine Hilfe annehmen, denn dann müsste ich zugeben, dass ich etwas nicht alleine geschafft hätte. Nur wenn ich selbst nicht mehr weiter weiß, mache ich das. Wie jetzt.).
    Diese Leistungen, die gigantische Anstrengungen gekostet haben, der ständige Kampf und der daraus resultierte Sieg haben mein Selbstwertgefühl um 180° gedreht und ich habe erkannt, dass die tollen Leute, die mich gemobbt und ausgelacht haben eigentlich nur ganz normal waren. Wie alle andern auch. Das Problem ist nur dass ich nun ja besser war. Und den Eindruck bekomme ich einfach nicht weg. Ich rede mir oft ein ich sei schlechter und dann denke ich genau drüber nach und komme immer wieder zum Ergebnis dass ich besser bin. Ich kriege dieses Gefühl nicht weg. Ich habe einfach gelernt meine Psyche so zu manipulieren, dass alles immer positiv war. Alles negative prallte einfach ab. Es existiert nichts Negatives in meinem Leben außer meinem Problem. Es ist einfach zu gut wie es ist. Und das ist wiederum schlecht.

    Irgendwie bin ich gar nicht mehr richtig hier sondern ich "transzendiere" immer mehr. Teilweise habe ich garnicht das Gefühl, in meinem Körper zu sein sondern quasi im ganzen Raum. Das ist so eine Art kosmisches Überbewusstsein. Und so habe ich auch aufgehört, an Gott zu glauben. Ich schließe nicht aus, dass er existiert. Das wäre mir aber auch nicht wichtig, weil ich nicht das Gefühl habe, ihn zu brauchen. Ich bin der Meinung er ist nur da um das Gewissen von schlechten Menschen zu reinigen und deren Angst vor der Hölle zu nehmen. Aber in Meinem Leben sehe ich auch keinen großen Sinn. Was soll ich noch erreichen? Ich habe immer alles verschoben. Ich habe mir immer gesagt erst wenn ich perfekt bin werde ich dies oder jenes tun. Und jetzt? Jetzt bin ich ein einsamer Kerl, der alleine ist, weil er sich zu perfekt gemacht hat.

    Zitat Zitat von das Meer Beitrag anzeigen
    Dann kannst du ja die Einzigartigkeit in dem jedem Menschen gar nicht erkennen
    Genau so ist es. Du hast es sehr exakt ausgedrückt. Ich sehe in den Menschen nichts einzigartiges, was positiv ist, sondern sie sind für mich alle identische Blechdosen, mit Macken. Und ich suche nach der Blechdose, die keine Macke hat, aber ich finde nur welche die zumindest wenige haben.

    Ich werde über den Vorschlag mit der Therapie nochmal nachdenken. Vielleicht ist es die Verwundbare Stelle doch wert, die ich mir damit schaffe, wenn Sie den eigentlichen Sinn im Leben wieder gibt.

    Denn meine Unverwundbarkeit liegt darin, dass ich keinen Grund für mein Leben sehe. Ich könnte auch nicht existieren und das würde für mich keinen gravierenden Unterschied darstellen.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich um unverwundbar zu werden, meine Gefühle vernichtet habe. Ich fühle nicht mehr, ich denke nur noch. Wenn ich mich von jemandem verabschiede umarme ich ihn nicht, weil ich das Gefühl habe, dass es richtig wäre, sondern weil ich darüber nachgedacht habe und das zu dem Ergebnis geführt hat, dass die Geste im Augenblick wohl angemessen wäre. Ich würde viel lieber Dinge tun, einfach nur weil ich sie tun will, auch wenn sie sinnlos sind. Aber irgendwas in mir will für alles einen vernünftigen Grund haben.

  5. #5
    Gast9159
    Gast

    Standard

    Hallo Klocke,

    erstmal denke ich schon, dass du im richtigen Unterforum bist. Wenn der Sinn deines Postings war, dass du wirklich ein feedback haben möchtest, dann fällt mir erstmal spontan ein, dass es einen Grund gibt, warum du andere Menschen so fehlerbehaftet sehen möchtest und ich glaube, du kennst den Grund auch: Du fühlst dich einfach selbst besser, wenn du anderen möglichst viele Mängel nachweisen kannst. Du hast es quasi nötig, dich hervorzuheben, und dies wiederum zeigt ein mangelndes Selbstbewusstsein und damit auch einen „Fehler“ bei dir.

    Mich würde interessieren, wie du mit deinen Fehlern umgehst? Ich kenne dich nicht, aber mich würde interessieren, wie du das zum Beispiel empfindest, wenn ich etwa sage, dass du ganz offensichtlich Schwächen in der Rechtschreibung und Zeichensetzung hast? Wie wäre das für dich? Was geht dir dann – an diesem Beispiel – durch den Kopf? Würdest du den Kontakt dann mit mir abbrechen, falls wir uns real kennen würden und ich würde das zu dir sagen? Es gäbe ja verschiedene Möglichkeiten, mit einer Kritik umzugehen. Um bei diesem Beispiel zu bleiben: Was denkst du dann? Kannst du das abtun und sagen: „O.k., DAS kann ich wirklich nicht perfekt!“ Oder würdest du eher sagen: „Naja, das war ja nur, weil ich gerade in Eile war, weil der Editor hier mangelhaft ist, weil ich Texte im Nachhinein nicht ändern kann, weil ... „– sprich: gibst du dann anderen Menschen oder Umständen die „Schuld“, wenn du etwas mal nicht perfekt kannst? Letzte Variante wäre: Mit Tinachen rede ich nicht mehr, die stelle ich auf „ignore“. Ich würde es interessant finden, wenn du zu diesem Beispiel etwas sagen könntest.

    Als zweite Überlegung würde mir einfallen, dass du vielleicht öfter einen Kontakt abbrichst, anstatt dich auseinanderzusetzen, kann das sein? Ich meine herauszulesen, dass du diese – sachlich gemeinte – „Überheblichkeit“ auch als Schutzinstrument benutzt, um dich mit möglichst wenigen Menschen auseinandersetzen zu müssen, quasi als „Grund“. Das schreckt andere ab. Ein Mensch, der keine Fehler hat (besser gesagt: keine zugeben kann) ist isoliert. Hättest du denn Angst, angenommen, du würdest den perfekten Menschen finden, ihn auch an dich ranzulassen? Denn wäre er perfekt, dürfte er auch perfekter sein als du? Das birgt ja dann auch die Gefahr, kritisiert zu werden.

    Um es jetzt einmal auszureizen und um dir damit einen Hinweis zu geben: Wie verhältst du dich gegenüber Menschen mit Behinderungen? Ich meine Rollifahrer, Menschen mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen, die dafür also „nichts können“. Bist du denen gegenüber auch so überheblich? Den Begriff „überheblich“ möchte ich sachlich verstanden wissen, nicht unbedingt nur wertend, denn du hebst dich über die Masse.

    Dahinter steckt vielleicht eine Vermutung, dass du Schlimmes erlebt haben musst und all deine Kraft gebraucht hast, um etwas zu verarbeiten und dies – zu recht – als große Leistung siehst. Und aus einem Minderwertigkeitsgefühl heraus vermutest du vielleicht, dass du dich deshalb so abgrenzen musst von anderen Menschen, die dies vielleicht nicht so geschafft haben, indem du sie künstlich fehlerbehaftet klassifizierst, um deine eigene Leistung damit nicht schmälern zu müssen. Und du verachtest vielleicht jeden, der das nicht genauso wie du geschafft hat.

    Ich denke schon, dass eine Therapie dir sehr helfen würde, dich wieder in ein reales Licht zu rücken. Aber der Wunsch müsste von dir kommen, dies auch zu wollen, d.h. die „Gefahr“, sich danach als Mensch zu empfinden, der auch Schwächen hat – bzw. haben darf! - müsste von dir akzeptiert werden und als positives Ziel verstanden wissen.

  6. Die folgenden 6 Benutzer bedankten sich bei Gast9159 für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (30.06.2011),klocke (30.06.2011),Maeggie (13.08.2011),Paprika (30.06.2011),Waris (01.07.2011)

  7. #6
    katha
    Gast

    Standard

    fällt mir erstmal spontan ein, dass es einen Grund gibt, warum du andere Menschen so fehlerbehaftet sehen möchtest und ich glaube, du kennst den Grund auch: Du fühlst dich einfach selbst besser, wenn du anderen möglichst viele Mängel nachweisen kannst. Du hast es quasi nötig, dich hervorzuheben, und dies wiederum zeigt ein mangelndes Selbstbewusstsein und damit auch einen „Fehler“ bei dir.
    Ich meine herauszulesen, dass du diese – sachlich gemeinte – „Überheblichkeit“ auch als Schutzinstrument benutzt,
    Ich denke schon, dass eine Therapie dir sehr helfen würde, dich wieder in ein reales Licht zu rücken. Aber der Wunsch müsste von dir kommen, dies auch zu wollen, d.h. die „Gefahr“, sich danach als Mensch zu empfinden, der auch Schwächen hat – bzw. haben darf! - müsste von dir akzeptiert werden und als positives Ziel verstanden wissen.
    super ideen..das seh ich auch so.

    mir ist noch ein weiterer gedanke gekommen...

    vielleicht hast du deine gefühle durch deine mobbingerfahrungen usw. verschlossen, abgekappselt du sagtst du machst viel mit dem kopf..also brauchst für alles erklärungen.
    dein eigenes verhalten richtest du nach dem was dein kopf dir sagt. also kannst du dich selbst verstehen und denkst richtig zu handeln..

    aber das verhalten der anderen kannst du oft nicht verstehen, denkst das sie (wie soll ich sagen) "komische"/nicht nachzuvollziehende dinge machen/fehlerhaft handeln...dadurch kommst du zu dem entschluss das die andern fehlerhaft sind/nicht so "gut" sind wie du es bist...

    aber vielleicht fehlt es dir ein stück weit an empathie? kann das sein? das du das verhalten der anderen einfach nicht verstehen kannst, weil du dich nicht einfühlst und dann zu dem entschluss kommst das ihr handeln "dumm" war?

    hmm ich hoff ich konnte das einigermaßen verständlich rüberbringen

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei katha für den sinnvollen Beitrag:

    klocke (30.06.2011)

  9. #7
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    Hallo Tinachen,

    Ich kenne dich nicht, aber mich würde interessieren, wie du das zum Beispiel empfindest, wenn ich etwa sage, dass du ganz offensichtlich Schwächen in der Rechtschreibung und Zeichensetzung hast?
    Dann würde ich sagen, dass ich die Rechtschreibfehler nur teilweise korrigiere, weil ich der Meinung bin, dass es sehr viel Zeit kostet einen Text so oft durchzulesen, bis alle Fehler beseitigt sind und diese Zeitkosten nicht im Verhältnis zur gewonnenen Verständlichkeit des Textes stehen.

    Anderen würde ich nicht die Schuld geben aber Du hast Recht, dass ich nicht Perfekt darin bin, Texte zu verfassen, aber es würde mir reichen, wenn ich gut darin bin.

    Als zweite Überlegung würde mir einfallen, dass du vielleicht öfter einen Kontakt abbrichst, anstatt dich auseinanderzusetzen
    Nein ich habe nicht das Gefühl, dass meine Freunde richtige Freunde sind und halte sie für eigentlich unter meinem Niveau. Trotzdem gebe ich mich mit ihnen ab, aber ich habe das Gefühl, dass ich anders bin und es ist immer eine Barriere da. Ich habe oft das Gefühl, dass ich den Kontakt aber abbrechen sollte weil sie einen schlechten Einfluss auf mich haben. Ich habe nicht das Gefühl, dazu zu gehören, und schaue vorallem darauf, was andere schlecht machen, damit ich es besser machen kann. Ich habe auch nicht die Absicht andere zu erniedrigen oder ihnen ihre Fehler vorzuhalten. Ich will es nur für mich selbst besser machen. Und wie bereits gesagt, ist mir die Meinung anderer egal, denn immer wenn sie mich negativ beurteilen und dieses negative Urteil objektiv nicht nachvollziehbar ist, dann sage ich einfach, sie sind unwürdig, mich zu beurteilen.(Natürlich sage ich ihnen das nicht direkt sondern ich sage das zu mir selbst.)

    Hättest du denn Angst, angenommen, du würdest den perfekten Menschen finden, ihn auch an dich ranzulassen?
    Ich wollte ihm diese Verbindung nicht unbedingt antun, weil ich der Meinung wäre, dass ich noch an mir arbeiten muss, um mit ihm mithalten zu können.

    Wie verhältst du dich gegenüber Menschen mit Behinderungen?
    Sie können nichts dafür und deshalb sehe ich sie als gleichwertig an, wie andere Menschen auch. Doch wenn sie ihre Behinderung benutzen, um Vorteile zu erhaschen, hasse ich sie. Ich hasse Menschen, die aus ihrem Leid Kapital schlagen. Ja, ich hasse sie sogar noch mehr als die, die mich gemobbt haben, weil ich der Meinung bin, dass sie es richtig gemacht haben. Wenn man mir meine Fehler nicht aufgezeigt hätte, hätte ich mich nicht geändert.

    Und du verachtest vielleicht jeden, der das nicht genauso wie du geschafft hat.
    Genau, das hast Du richtig erkannt.

    die „Gefahr“, sich danach als Mensch zu empfinden, der auch Schwächen hat – bzw. haben darf!
    Ich habe ja Schwächen, das steht außer Frage. Aber in denen für mich wichtigen Kriterien bin ich besser als jeder den ich kenne. Außer in diesem Kriterium, weswegen ich hier schreibe und das ich als beschämend empfinde, weil ich weiß, dass andere es einfach nicht verdient haben können, von mir insgeheim so schlecht angesehen zu werden.
    Viele Leute haben ganz andere Kriterien als ich. Eigentlich ist mein Kriterium vorallem Selbstlosigkeit. Ich versuche so selbstlos wie möglich zu sein, und nach außen hin bin ich das auch, doch nach innen hin weiß ich, dass ich wohl sehr egozentrisch bin, weil ich die anderen als weniger wert betrachte.

    Ich glaube dass es vielleicht der Fehler ist, dass ich versuche selbstlos zu sein, und andere dafür hasse. Ich glaube das muss der Schlüssel sein. Jetzt ist mir erstmal einiges klar geworden. Vielleicht hasse ich andere dafür, dass sie meine Leistungen nicht würdigen. Ich glaube dass ich in Wirklichkeit doch Anerkennung will. Aber ich rede mir ein, dass ich diese nicht wollte, weil das Streben nach Anerkennung ja nicht selbstlos wäre. Und ich gebe auch niemandem die Möglichkeit, mir Anerkennung zu schenken, weil ich meine eigenen Leistungen öffentlich herabwürdige, sie selbst aber zu schätzen weiß. Das ist dann auch der Grund, warum ich einfach sage, dass andere mich garnicht beurteilen können.

    Das Problem ist nur, dass ich Leute hasse, die prahlen und selbst fehlt mir wohl genau das.

    Ich glaube wirklich dass die Diskussion viele gute Erkenntnisse hervorbringt.
    Ihr habt mir schon sehr weitergeholfen, der Ursache auf die Spur zu kommen.


    Edit:
    Zitat Zitat von katha Beitrag anzeigen
    aber das verhalten der anderen kannst du oft nicht verstehen, denkst das sie (wie soll ich sagen) "komische"/nicht nachzuvollziehende dinge machen/fehlerhaft handeln...dadurch kommst du zu dem entschluss das die andern fehlerhaft sind/nicht so "gut" sind wie du es bist...
    Ja genau Du hast tatsächlich Recht. Ich finde wirklich dass die anderen Leute "dumm" handeln. Irrational. Ohne vorher über Folgen nachgedacht zu haben. Wie gesagt würde ich auch gerne irrational handeln, aber ich kann es nicht, weil ich leider vorher schon weiß, welche Nachteile das haben wird. Wenn ich mal etwas falsch mache, dann denke ich ganz lange darüber nach und denke immer: "Wie kann ich nur so dumm gewesen sein?"
    Ich mache niemals Dinge ohne Grund. Alles muss logisch nachvollziehbar sein.

    Edit2:
    Zitat Zitat von katha Beitrag anzeigen
    aber vielleicht fehlt es dir ein stück weit an empathie?
    Tatsächlich.
    Erstaunlich, dass ich da nie selbst drauf gekommen bin. Ich bin immun gegen Werbung. Und im Wikipedia- Artikel über Emphatie steht ein Zitat von einer Person, mit der ich mich garnicht identifizieren will: „Das Volk ist in seiner überwiegenden Mehrheit so feminin veranlagt und eingestellt, daß weniger nüchterne Überlegung als vielmehr gefühlsmäßige Empfindung sein Denken und Handeln bestimmt“
    Und dennoch denke ich genau so. Langsam bekomme ich Angst vor mir selber. Mir fehlen tatsächlich Gefühle.

    Falls sie noch irgendwo in mir schlummern, wie kann ich sie wieder aktivieren? Ich wollte immer nicht manipulierbar sein und erst jetzt wird mir das Ausmaß an Schaden bewusst, das ich damit angerichtet habe. Ich sehe mich gerade überhaupt nicht mehr als überlegen an, sondern als Versager, der seine Seele verkauft hat, weil er von Leuten dazu gedrängt wurde. Und ich habe mich nichtmal dagegen gewehrt. In Wirklichkeit bin ich genau das Gegenteil von dem, was gut ist. Weil meine Definition von dem, was gut ist vollkommen falsch war.

    Ich kann Euch nur nochmals danken. Danke für jede dieser Erkentnisse.
    Geändert von klocke (30.06.2011 um 08:15 Uhr)

  10. #8
    katha
    Gast

    Standard

    Eigentlich ist mein Kriterium vorallem Selbstlosigkeit.Ich versuche so selbstlos wie möglich zu sein,
    da kommt mir der verdrängungsmechanismus "sublimierung" in den sinn...d.h das das nicht zugelassene Wünsche und Bedürfnisse, in leistugen umgesetzt die sozial erwünscht oder sogar hoch angesehen sind.

    z.B du hast eigentlich den wunsch den leuten die dich schei** behandelt haben eine in die Fr**** zu hauen (ist nur ein bsp. kann auch ein ganz anderes bedürfnis o. wunsch sein)...aber anstatt das zu tun setzt du dich extrem für den tierschutz ein...oder wirst ein ganz selbstloser mensch...also dein eigentliches bedürfnis wird in soziale leistungen umgesetzt.

    Ich glaube dass es vielleicht der Fehler ist, dass ich versuche selbstlos zu sein, und andere dafür hasse.
    da fällt mir eine reaktionsform ein die "kontrast-fehler" heißt...d.h das wir eine bei uns positiv bewertete eigenschaft o. fähigkeit bei anderen kritisch beurteilen...

    d.h du bist z.B selbstlos..das ist dein kriterium/deine stärke/das was du zeigen willst und dann kommt jemand daher der das auch zeigt (und vielleicht nicht nur zeigt sondern auch spürt..also du sagst ja bei dir ist es nur äußerlich)..dann führt der kontrast-fehler dazu das wir den andern menschen für genau diese eigenschaft kritisieren..

    wenn ich ehrlich bin hab ich beim lesen deiner texte das gefühl, dass da eine sehr verletzte seele spricht..die alles tut um sich zu schützen...

    wie war das damals mit dem mobbing?
    hast du mit deinen eltern geredet? haben sie dir geholfen? wie lange und wie genau fand es statt usw....

    Sie können nichts dafür und deshalb sehe ich sie als gleichwertig an, wie andere Menschen auch. Doch wenn sie ihre Behinderung benutzen, um Vorteile zu erhaschen, hasse ich sie. Ich hasse Menschen, die aus ihrem Leid Kapital schlagen. Ja, ich hasse sie sogar noch mehr als die, die mich gemobbt haben, weil ich der Meinung bin, dass sie es richtig gemacht haben. Wenn man mir meine Fehler nicht aufgezeigt hätte, hätte ich mich nicht geändert.
    den satz find ich irgendwie interessant...
    du hasst leute die aus ihrem leid "kapital schlagen" wollen...die bemitleidet werden...hättest du dir damals als es dir schlecht ging vielleicht gewünscht,dass jemand da ist bei dem du dich ausweinen kannst? jemand der dich versteht, dich unterstützt ?

    du sagt die die dich gemobbt haben, haben es richtig gemacht...weil man sich nur ändern kann wenn man seine "fehler" aufgezeigt bekommt...

    was für "fehler" hattest du, die sie dir gezeigt haben? was war so "schlecht" an dir das man es dir auf diese weise (mobbing) zeigen musste das du dich änderst?

    bist du jetzt ein bisschen ähnlich wie die die dich gemobbt haben? also siehst du bei anderen menschen auch solche fehler? (nur das du es ihnen nicht zeigst oder sagst?)...
    da kommt mir nämlich noch ein abwehrmechanismus in den sinn "ablehnende identifikation"...d.h gleich machen mit dem aggressor...
    z.B ich werde gemobbt-irgendwann fange ich an auch zu mobben..aber nur z.B aus der angst heraus selbst wieder opfer zu sein.. (wie gesagt du machst es ja nciht nach ausen..aber du denkst über andre das sie dumm sind usw.)

    sorry das ich hier komische abwehrmechanismen aufzähle..aber ich hab wie gesagt das gefühl..das du einiges zur seite schiebst/abwehrst/verdrängst und das verletzungen in dir sind die noch nicht verarbeitet wurden, das wut in dir ist die nich rausgelassen wird...kann mich aber natürlich auch vollkommen auf dem holzweg befinden

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