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Thema: Ich gehöre nirgends so richtig dazu...

  1. #1
    EKS
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    Unglücklich Ich gehöre nirgends so richtig dazu...

    Hallo,

    ob man das wirklich so formulieren kann, lass ich mal dahin gestellt, aber es ist ein Eindruck, den ich immer wieder habe, v.a. seitdem ich in ein Studentenwohnheim gezogen bin, um bei meiner Familie mal rauszukommen. (bei uns sind die Mieten für WGs, eigene Wohnungen usw. fast gar nicht zu bezahlen irgendwie).

    Ich merke das halt schon, dass ich anders bin. Nun gut, viele aus meinem Wohnheim sind wirklich jünger. Es gibt viele zwischen 18-24. Ich bin 26. Ist jetzt in manchen Augen sicherlich nicht der Riesenaltersunterschied, aber nun ja. Ich war aber mit 20 auch schon ähnlich wie jetzt sozusagen.
    Eigentlich war ich nie der Party- und Discogänger, ich rauche nicht, trinke nicht, Joints habe ich auch noch nie gezogen, dann kann ich das mit den ONS und Affären nicht wirklich nachvollziehen usw. (das, was ich gerade mal aufgezählt habe, ist bei uns im Wohnheim so ziemlich an der Tagesordnung - ich bin eine der Wenigen, die es so nicht handhabt).
    Auf der anderen Seite bin ich aber jemand, der sich sein Studium selbst finanziert und als einzige im Wohnheim fast mit dem Studium durch ist.

    Ich mache durchaus abwechslungsreiche Sachen, aber es unterscheidet sich von den Aktivitäten der anderen. Lesen, Stories schreiben, Schach, Tischtennis, Fitnesstraining, Metal/Rock hören, laufe auch meistens metal-like herum, zeichnen, Politsendungen schauen, ins Theater oder Musical gehen, Rock-/Metalkonzerte besuchen, auf Flohmärkte gehen, Buchlesungen besuchen, Fachmagazine lesen usw.

    Das war schon immer so, dass ich mich nicht groß zugehörig gefühlt habe und in meinem Sozialleben spiegelt sich das auch ziemlich stark wieder. Ich habe immer irgendwelche Bekannten und Freunde sicherlich, aber viele meiner Kontakte sind gescheitert. Ich habe häufig wirklich das Gefühl, dass es so Interessensunterschiede sind oder eben so ganz essenzielle Sachen wie bspw.: wie oft man sich meldet, trifft, was man sich anvertraut usw.

    Vor kurzem war es nun wieder so, dass so einige Kontakte zu Bruch gegangen sind. Warum? Weil ich den Eindruck habe, dass die betreffenden Personen mich nur noch irgendwie bekämpfen bzw. fertig machen wollten. Es ist wirklich so, dass mich viele Leute nach einiger Zeit anfangen fertig machen zu wollen. Dass es nur noch zu negativen Gesprächen dann kommt ---

    Geht es jemandem von euch ähnlich?
    LG EKS

  2. #2
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    Hi EKS,

    also irgendwie kommt mir das aus meiner Vergangenheit durchaus bekannt vor.
    Der einzige Unterschied ist, dass ich mir aus Einsamkeit einen Hund zugelegt hab (natürlich auch weil ich schon immer einen wollte). Auf einmal hatte ich wenigstens zu Hause ein paar Menschen, mit denen ich Gesprächsthemen hatte.
    Ansonsten war ich neben ein paar losen Bekanntschaften auf der Uni auch immer allein. Bin auch selten weggegangen, denn wenn ich mich einmal überwunden hatte, hab ichs am nächsten Tag bereut - einfach nicht meine Welt.

    Das ist bis heute eigentlich nicht viel anders.
    Sch*** Beziehung, keine "wahren" Freunde, nur Bekanntschaften durch den Hund. (Nicht meiner) - Und da ich mich gerade trennen will - wird das auch wegfallen.
    Ich hab eigentlich nur meine Mutter, die etwas weiter weg lebt.

    Aber weißt du was?
    Wenn man anfängt sich mit sich selbst wohl zu fühlen, das tut was einem Spaß macht (Hobbys hast du ja auch genug^^), dann geht das schon ganz gut.

    Ich persönlich lege keinen Wert mehr auf Leute, die Dinge in ihrer Freizeit machen, die mir nicht liegen.

    Bleib wie du bist, andere Menschen sind es nicht wert dich zu verbiegen!
    Die Menschen, die es wert sind, werden dich so mögen wie du bist und dich nicht fertig machen!!!

    Ganz ehrlich, ich bin lieber allein, als in einer Lüge zu leben.

    Alles liebe Anna

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    EKS (04.11.2011),Reckoning (07.11.2011),Silent Voice (05.11.2011)

  4. #3
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    Du bist mit dieser Situation sicherlich nicht alleine, das wußtest Du aber auch schon vorher denke ich. Das Problem ist doch offensichtlich, Du hast ein breites Interessengebiet, nur kennst Du keine bis wenig Leute die dieses teilen.
    Ich kann dir versichern, es gibt Menschen die ansatzweise die selben Interessen haben, doch das essenzielle Problem ist wie immer diese Menschen zu finden. Das ganze wird natürlich auch nicht einfacher dadurch, das Du und sicherlich viele andere Menschen auf die Du bock hättest (ergo von der Norm abweichen) meist nicht die zugänglichsten sind .

    Ich einigen Dingen die Du schreibst finde ich mich selber wieder, besonders was das Verhalten betrifft. Ich habe da auch so die eine oder andere Meinung, die nur sehr wenige bis keine Menschen teilen. Und selbst wenn man dann mal jemanden trifft, von dem man glaubt man liegt überraschenderweise doch auf einer Wellenlänge und teilt dieser Person mit, wie man manche Dinge sieht und was für ein Verhalten man in gewissen Situationen als angebracht ansieht, sagen diese meist: "Ja, sehe ich auch so", halten sich aber doch nicht daran.


    Wie Du aus dieser Nummer raus kommst kann ich dir nicht sagen. Von selber wahrscheinlich gar nicht, außer Du paßt dich der Masse an, doch das wirst Du kaum wollen und so einfach funktioniert das ganze auch nicht hehe.
    Alleine das Du schon so genau über die Sache nachgedacht hast und das Problem im Prinzip ja auch selber kennst, ist meiner Meinung nach der Anfang vom Ende.

    Viel denken führt zu viel Wissen.
    Zu viel Wissen ist oft nicht gut ...
    Geändert von Kaio (04.11.2011 um 15:40 Uhr)

  5. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Kaio für den sinnvollen Beitrag:

    EKS (04.11.2011),honeymoon (09.11.2011)

  6. #4
    EKS
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    Huhu Ihr beiden,

    ich danke euch sehr herzlich für eure netten Beiträge.

    Ich glaube, ich muss da auch noch mal etwas weiter ausholen, worauf ich hinaus will. Im Prinzip sprichst du, Kaio, es ja bereits an. Das mit dem Wissen, Denken usw. Bei mir ist einfach das Problem folgendermaßen gelagert, dass ich eben bestimmte Erfahrungen - auch viele soziale - in der Teenagerphase nicht so gemacht habe. Wenn ich dann diese Erfahrungen jetzt quasi mache, dann dreht sich bei mir auch unaufhörlich das Gedankenkarrussell, wobei ich aber nicht weiß, ob ich das Problem nicht auch hätte, wenn ich z.B. früher romantisch-sexuelle Erfahrungen usw. gemacht hätte.
    Ich denke, grübele einfach eben sehr viel, v.a. weil ich z.T. auch unfassbar viel freie Zeit habe. Ich arbeite zwar einige Stunden in der Woche und mache auch was für die Uni, aber ich bin jetzt nicht extrem ausgefüllt damit. *lach*

    Viele Leute, u.a. auch die bei mir aus dem Wohnheim können es nicht nachvollziehen, wie ich mitunter so drauf bin. Dass ich eben nicht so der FunGenerationTyp bin und dass ich eher immer problematischere Themen besprechen möchte.
    Mir ist das von einer eigentlich guten Freundin, mit der ich bis vor kurzem Kontakt hatte, auch vorgeworfen worden, ich käme ja nur mit Problemthemen bei ihr an. Dabei hat sie das bei mir gleichermaßen gemacht. Ich finde das nicht in Ordnung, es einer Freundin so vor den Koffer zu hauen, dass man sich noch so ungefähr für seine Probleme oder für seinen Redebedarf rechtfertigen muss. Ich habe es noch keinem vorgeworfen und bei mir haben es die Leute aus der Sicht anderer bestimmt noch weitaus mehr übertrieben damit.

    Ferner habe ich, seitdem ich im Wohnheim bin, zwei Sachen erlebt, an denen ich auch knabbere. Ich hätte mit zwei Typen aus dem Heim beinahe jeweils einen ONS gehabt - habe das aber abgebrochen, weil es mir dann klar wurde, dass die eh keine Beziehung mit mir wollen. Zumindest bei Person 1 war es sehr klar und Person 2 hat sich nie richtig dazu geäußert, d.h. er geht mir sogar richtig aus dem Weg bzw. ignoriert mich. Die zweite Sache ist vor zwei Wochen nach der Party, die wir hier hatten, passiert. Wir sind zunächst zu dritt auf sein Zimmer und ich habe mir nicht viel dabei gedacht, bis dann eben der Dritte entschwunden ist. Danach legte er so richtig los; aber mir wurde das zu viel. Ich bin NORMALERWEISE ÜBERHAUPT NICHT DER TYP DAFÜR. Es ist erstaunlich, dass ich jetzt so oft hier dafür auserwählt werde. lol
    Jedenfalls habe ich ihm das währenddessen gesagt, dass ich vor kurzem erst so eine ähnliche Geschichte erlebt habe und er hat sich auch noch total über den Typen aufgeregt und alles. Na ja, Fakt ist, dass aber auch er mich während der Party unheimlich getäuscht hat. Er erzählte mir mehrfach, dass er dieses Casanova-Verhalten, das bei uns im Wohnheim viele Männer praktizieren, nicht nachvollziehen könne und er machte auch einen auf schüchtern-gehemmt usw. Jaja, das war wohl seine Masche.
    Mir ging es dann ja auch in besagter Nacht nicht so gut und ich bin deshalb gegangen. Danach war ich noch 2x dort, um ihm etwas zu der Angelegenheit zu sagen - was natürlich im Nachhinein betrachtet LÄCHERLICH ist.
    Außerdem schrieb ich ihm Di was über FB. Er addete mich zunächst, da ich dort einen anonymen Account habe und als er dann nach dem Adden erkannte, wer ich bin, löschte er mich sogleich. Wie Ihr Euch denken könnt, geht es mir seitdem wieder deutlich schlechter. Mir geht es quasi seit zwei Wochen richtig beschissen deswegen... Gestern bei der Vorbereitung für unsere große heutige Feier im Wohnheim habe ich ihn auch kurz gesehen und er grüßte mich nicht einmal.
    Ich kann irgendwie nicht gut damit abschließen, weil ich einfach zu naiv oder ich weiß nicht was bin, um zu fassen, dass jemand wirklich so gesponnen hat.
    Der fällt halt leider auch voll in mein Beuteschema rein. Punk- und Metaltyp, wirkte auch recht alternativ usw.
    Bis ich dann bei seinen Einträgen, die alle lesen können, auf FB feststellte, dass er wohl nur auf Party ist, ständig besoffen ist, kifft und ich weiß nicht, was...
    Aber sein Verhalten bei der Party und dann das auf dem Zimmer bzw. danach passen nicht zusammen. Mir kam es auf der Party nicht so vor, als ob es ihm nur um ein bisschen "rüberrutschen" ging. War aber wohl letztlich doch so.
    Er hat ja auch noch so einen dämlichen Kommentar gebracht von wegen "Dir merkt man es an, dass du es noch nicht oft getan hast!" Jaja...

    Bei mir ist das jetzt so eine Mischung aus Wut, Enttäuschung, Verletztheit, Verstrahltsein, was ich da empfinde... :/

    Wahrscheinlich habe ich wohl auch doch mehr Gefühle für ihn, als ich gedacht hätte... :/

    Ich frage mich einfach, warum ich nicht mal easygoing mit irgendwas abschließen kann. Meine Güte... mich nervt das ja schon selbst inzwischen.

    Vielleicht sollte ich mir wirklich mehr Menschen suchen, die in eine ähnliche Richtung tendieren...

    LG
    EKS

  7. #5
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    Zitat Zitat von EKS Beitrag anzeigen
    Eigentlich war ich nie der Party- und Discogänger, ich rauche nicht, trinke nicht, Joints habe ich auch noch nie gezogen, dann kann ich das mit den ONS und Affären nicht wirklich nachvollziehen usw. (...)

    Ich mache durchaus abwechslungsreiche Sachen, aber es unterscheidet sich von den Aktivitäten der anderen. Lesen, Stories schreiben, Schach, Tischtennis, Fitnesstraining, Metal/Rock hören, laufe auch meistens metal-like herum, zeichnen, Politsendungen schauen, ins Theater oder Musical gehen, Rock-/Metalkonzerte besuchen, auf Flohmärkte gehen, Buchlesungen besuchen, Fachmagazine lesen usw.
    Hallo EKS,

    hm, ich halte das, was Du aufgezählt hast, für völlig alltäglich.

    Wir waren damals an der Uni ganz, ganz viele, die keine Lust auf dieses klassische Party-Gedöns hatten. Wir haben alle nicht geraucht, im Wesentlichen keinen Alkohol getrunken und schon gar keine Drogen konsumiert. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass dies die meisten anders gemacht hätten. Im Gegenteil schienen mir die klassischen Partylöwen eher in der Minderheit zu sein. War aber vielleicht auch eine andere Zeit, bin schon Ende 30....

    Deine Interessen finde ich auch nicht so außergewöhnlich, bis vielleicht auf den Musikgeschmack .

    Du schreibst, dass Du zu viel Zeit zum Grübeln hast. Hast Du schon mal über ein soziales, ehrenamtliches Engagement nachgedacht? Ich habe da einiges ausprobiert und habe dort nie oberfllächliche Menschen der Fun-Generation kennen gelernt, sondern sehr viele tiefgehende, interessante Persönlichkeiten.

    Ansonsten stimme ich Anna zu. Bis man dahin gelangt, wo Anna ist, dauert es aber oft eine Weile. Auch ich habe eine längere Zeit gebraucht, um zu merken, dass man den besten Kameraden doch immer gleich mit dabei hat: sich selbst .

    In den letzten Jahren ist mir zunehmend bewusst geworden, wie viele Menschen sich permanent verbiegen, um nicht allein zu sein und zu gefallen. Ich rede nicht von Kompromissen - die erfordert ein Zusammenleben immer. Es ist völlig okay, wenn man mal die Freundin in einen Film begleitet, den man selbst nicht so brickelnd findet und sie dafür mal mit zum Italiener geht, obwohl sie lieber chinesisch essen würde. Ein gegenseitiges Aufeinander-Zugehen eben, weil man sich gegenseitig wichtig ist. Aber wenn es in Krämpfe und permantens Verleugnen der eigenen Persönlichkeit ausartet, ist dies für mich nicht mehr gut für den Menschen. Es zeigt die Schwäche dieser Menschen und die Angst vor dem Zusammensein mit sich selbst.

    Ganz, ganz oft höre ich: "Wenn ich dies oder jenes jetzt nicht mitmache, bin ich irgendwann doch ganz allein."

    Es ist so schade, dass Menschen die eigene Person so unwichtig nehmen und schlechte Gesellschaft (keine gemeinsamen Interessen, keine gemeinsame Wellenlänge) oft der eigenen Gesellschaft vorziehen.

    LG

    Physalis

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    (Einige quotes von dir gekürtzt weil mein Text sonst zu lang wäre)

    Zitat Zitat von EKS Beitrag anzeigen
    Ich glaube, ich muss da auch noch mal etwas weiter ausholen ...
    Dieses "Gedankenkarrussell" was du beschreibst ist sehr schön, das ist bei mir exakt genau so vorhanden. In jeder verdammten Situation und leider bin ich völlig machtlos, ich kann es nicht stoppen, auch wenn ich das ganze bewußt wahrnehme und teilweise probiere nicht über alles zu genau nachzudenken. Unterschwellig rattert es trotzdem und irgendwann kommt das ganze dann wieder hoch.

    Die fehlenden Erfahrungen die du ansprichst sind ganz bestimmt ein wichtiger Punkt, das erging mir früher dank gewisser ... Komplikationen genau so. Vieles was man heute erlebt, hätte man damals ganz anders wahrgenommen und nicht so stark reflektiert. Wie ich im Beitrag zuvor gesagt hatte, viel denken -> viel Wissen -> Evil .


    Zitat Zitat von EKS Beitrag anzeigen
    Viele Leute, u.a. auch die bei mir aus dem Wohnheim können es nicht nachvollziehen, wie ich mitunter so drauf bin. Dass ich eben nicht so der FunGenerationTyp bin und dass ich eher immer problematischere Themen besprechen möchte.
    Mir ist das von einer eigentlich guten Freundin, mit der ich bis vor kurzem Kontakt hatte, auch vorgeworfen worden, ich käme ja nur mit Problemthemen bei ihr an. Dabei hat sie das bei mir gleichermaßen gemacht. Ich finde das nicht in Ordnung, es einer Freundin so vor den Koffer zu hauen, dass man sich noch so ungefähr für seine Probleme oder für seinen Redebedarf rechtfertigen muss. Ich habe es noch keinem vorgeworfen und bei mir haben es die Leute aus der Sicht anderer bestimmt noch weitaus mehr übertrieben damit.
    Meiner Erfahrung nach haben fast alle Menschen, auch die "FunGeneration" das Bedürfnis zu reden. Vielleicht nicht immer über die tiefgründigsten Themen, wie du sie z.b vorziehst, aber in einem gewissen Maß dies sicherlich auch. Tiefgründige Themen sind (meiner Meinung nach) auch oft Negativ oder besser gesagt werden von vielen Menschen als Negativ angesehen. Diese Themen eignen sich halt nicht so toll für die laute disse, hackevoll und viel Gebrüll. Ergo mal so gar nicht funny, Negativ .

    Reden wollen alle, auch die von dir genannte Freundin. Dazu braucht sie allerdings jemanden der aktiv zuhören kann und feedback gibt. Hier stellt sich jetzt das Problem. AKTIV zuhoeren UND feedback geben, das können heute nur noch ganz ganz GANZ wenige Menschen.
    Deswegen, lass mich raten, bist du auch jemand, dem man gerne Dinge erzählt, kann das sein? An dem was du so geschrieben hast, erlaube ich mir mal kurzfristig diese Einschätzug.

    Ich denke mal, wie es bei einer Freundin/Freund sein sollte, hörst du dir geduldig alles an, denkst darüber nach und gibst dann deine Meinung wieder. Da du dies (sehr wahrscheinlich) tust, erwartest du jetzt natürlich im Gegenzug das selbe von ihr. Doch jetzt ergibt sich eine Komplikation. Die Leute wollen immer jemanden, der zuhört, nur selber zuhören wollen sie nicht. Heute wollen alle nur noch ihre eigene Sch .... loswerden und nicht mit anderer zugemüllt werden. Oft ist es dann auch so, das man gerade etwas erzählt, der anderen Person fällt während deiner Erzählung etwas ein und man sieht schon wie sie Nervös wird. Großer Bedarf dir sofort ins Wort zu fallen, nur damit man seinen ach so wichtigen Kommentar sofort los wird, anstatt sich das ganze zu merken und von sich zu geben wenn die Person gegenüber fertig erzählt hat.


    Zitat Zitat von EKS Beitrag anzeigen
    Ferner habe ich, seitdem ich im Wohnheim bin, zwei Sachen erlebt, an denen ich auch knabbere ...
    Wir sind zunächst zu dritt auf sein Zimmer und ich habe mir nicht viel dabei gedacht, bis dann eben der Dritte entschwunden ist. Danach legte er so richtig los; aber mir wurde das zu viel. Ich bin NORMALERWEISE ÜBERHAUPT NICHT DER TYP DAFÜR. Es ist erstaunlich, dass ich jetzt so oft hier dafür auserwählt werde. lol
    Jedenfalls habe ich ihm das währenddessen gesagt, dass ich vor kurzem erst so eine ähnliche Geschichte erlebt habe und er hat sich auch noch total über den Typen aufgeregt und alles. Na ja, Fakt ist, dass aber auch er mich während der Party unheimlich getäuscht hat. Er erzählte mir mehrfach, dass er dieses Casanova-Verhalten, das bei uns im Wohnheim viele Männer praktizieren, nicht nachvollziehen könne und er machte auch einen auf schüchtern-gehemmt usw. Jaja, das war wohl seine Masche.
    Mir ging es dann ja auch in besagter Nacht nicht so gut und ich bin deshalb gegangen. Danach war ich noch 2x dort, um ihm etwas zu der Angelegenheit zu sagen - was natürlich im Nachhinein betrachtet LÄCHERLICH ist.
    Außerdem schrieb ich ihm Di was über FB. Er addete mich zunächst, da ich dort einen anonymen Account habe und als er dann nach dem Adden erkannte, wer ich bin, löschte er mich sogleich. Wie Ihr Euch denken könnt, geht es mir seitdem wieder deutlich schlechter. Mir geht es quasi seit zwei Wochen richtig beschissen deswegen... Gestern bei der Vorbereitung für unsere große heutige Feier im Wohnheim habe ich ihn auch kurz gesehen und er grüßte mich nicht einmal.
    Hach köstlich, entschuldige bitte. Ich dachte schon ich bin der einzige dem es immer und immer wieder so ergeht. Was ich oben schon angeschnitten hatte, das typische "Ja, bin deiner Meinung" gelaber.

    Ich dachte sehr sehr lange, man fährt gut damit den Menschen direkt zu sagen: "Du, ich sehe das so und so, wenn du da anderer Ansicht bist, lassen wir es besser direkt". Ich habe dies auch wohlgemerkt nur bei Menschen gemacht, egal ob Mann oder Frau, bei denen ich geglaubt habe zu erahnen, das eine gemeinsame Wellenlänge vorliegt. Das Problem was sich jetzt hier allerdings stellt ist, das ich eigentlich Ansichten vertrete die "Richtig" sind. Oder sagen wir, wie es sich eigentlich "gehört".
    Bei deinem Beispiel ist es in etwa das selbe. Ich kann jetzt nich raus lesen, ob du ihm schon zuvor gesagt hast was du von dieser Checker Masche hälst.
    Davon unabhängig hat er genau die Rolle gespielt, die du gerne haben wolltest. Ergo keinen Aufreißer, sondern einen netten, verständnisvollen Typen. Ich kenne dich jetzt nicht, aber das du nicht die Frau bist die auf die üblichen Wellemacher reinfällt, konnte ich auch nach deinem ersten Text erahnen. Also sollte ihm dies bei direktem Kontakt erst recht möglich gewesen sein .

    Worauf ich jetzt hinaus wollte ist, die ganzen Leute wissen schon genau wie man sich "richtig" verhält, nur sie tun es einfach nicht. Das ist auch das Problem wenn man jemandem direkt sagt, wie man gewisse Dinge sieht. Wenn ich jetzt als Beispiel sage: "Ich finde man sollte sich an Versprechen halten, komme was wolle und wenn es doch nicht geht, vorher rechtzeitig Bescheid geben das etwas dazwischen kommt". Was soll die Person jetzt also dazu sagen außer "Ja"? "Ja" ist die einzige Antwort die man geben kann ohne sich in ein negatives Licht zu rücken. Also wird gelogen, schließlich möchte man glänzen.

    Der Glanz hält natürlich nicht lange, wie du auch gemerkt hast. Das mit dem Ignorieren ist übrigens völlig normal, habe ich schon zig mal erlebt. Der Typ weiß ganz genau das er vom feinsten verkackt hat, also geht er der Konfrontation aus dem weg. Das sollte dir eigentlich Bestätigung geben, ich finde es viel schlimmer wenn sie noch so tun, als wenn alles Sahnig wäre ;>.


    Zitat Zitat von EKS Beitrag anzeigen
    Ich kann irgendwie nicht gut damit abschließen, weil ich einfach zu naiv oder ich weiß nicht was bin, um zu fassen, dass jemand wirklich so gesponnen hat.
    Das wird nie vergehen, zumindest ist es bei mir so. Ich sage mir auch immer wieder: "Wurst, typisches spacken Verhalten, kennste doch. Gibt nichts zu sehen, weiter gehen". Klappt dann leider nur nicht so toll. Obwohl der Logisch Denkende Teil in mir schon vorher das Drama erahnen konnte, kommt es dann am Ende doch wieder zu dem Gedankenchaos. Einfach weil der gutgläubige Teil ab und an doch die Oberhand gewinnt und dumme Entscheidungen trifft .


    Zitat Zitat von EKS Beitrag anzeigen
    Der fällt halt leider auch voll in mein Beuteschema rein. Punk- und Metaltyp, wirkte auch recht alternativ usw.
    Bis ich dann bei seinen Einträgen, die alle lesen können, auf FB feststellte, dass er wohl nur auf Party ist, ständig besoffen ist, kifft und ich weiß nicht, was... Aber sein Verhalten bei der Party und dann das auf dem Zimmer bzw. danach passen nicht zusammen. Mir kam es auf der Party nicht so vor, als ob es ihm nur um ein bisschen "rüberrutschen" ging. War aber wohl letztlich doch so.
    Er hat ja auch noch so einen dämlichen Kommentar gebracht von wegen "Dir merkt man es an, dass du es noch nicht oft getan hast!" Jaja...
    Du kannst nicht nach der Optik, Musik oder 1-2 Ansichten gehen um festzulegen ob du dann doch mal eine kompatible Person vor dir hast. Das kann sicherlich ein Indikator sein, aber selbst das war bei mir nie ein Garant ... genau genommen noch nie. Zumindest nie in dem Ausmaß wie ich es gerne hätte.


    Zitat Zitat von EKS Beitrag anzeigen
    Bei mir ist das jetzt so eine Mischung aus Wut, Enttäuschung, Verletztheit, Verstrahltsein, was ich da empfinde... :/
    Wahrscheinlich habe ich wohl auch doch mehr Gefühle für ihn, als ich gedacht hätte... :/
    Ich frage mich einfach, warum ich nicht mal easygoing mit irgendwas abschließen kann. Meine Güte... mich nervt das ja schon selbst inzwischen.
    Das kannst du nicht weil ... siehe was du geschrieben hast. Weil du verzweifelt danach suchst und dich direkt an jeden Grashalm klammerst als wäre es der letzte. Das meine ich nicht Böse, das geht mir in gewissen Phasen auch so. Wenn du mal ein Mittel gegen dieses Verhalten gefunden hast, darfst du mir gerne eine Mitteilung schicken .


    Zitat Zitat von EKS Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte ich mir wirklich mehr Menschen suchen, die in eine ähnliche Richtung tendieren...
    Und so schließt sich der (Teufels-)Kreis und wir sind wieder beim Kernproblem, Menschen.

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    EKS (04.11.2011)

  11. #7
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    Hallo EKS!

    Du gehörst nirgens richtig dazu und empfindest das, was in Deinem näheren Umfeld passiert, als nicht passend für Dich... dazu kommt, dass Du Dir - obwohl Du es bereits klar erkennen kannst - immer wieder in Situationen findest (mit irgendwelchen Typen auf dem Zimmer), die letztendlich auch nicht so ausgehen, wie Du es Dir erhofft hast...

    Das ist normal und passiert ganz besonders den Menschen, die etwas abseits vom Hauptstrom schwimmen (wollen).

    Du möchtest trotz aller Unterschiede, die dir klar sind, doch dazugehören und versuchst nun, dich irgendwie anzupassen: Teilnahme an Party`s auf denen viel getrunken, geraucht, gekifft wird... eigentlich nicht so Deine Welt.

    Doch es ist klar, was Du dort für Typen abschleppst: Eigentlich passen sie so gar nicht zu Dir und bevor Du mit ihnen im Bett landest, ziehst Du lieber die Notbremse... und der Typ, der den "Anstich" schon in greifbarer Nähe sah, ist nun angepisst und teilt aus: "Man merkt, dass Du keine Erfahrung hast..."

    Das sitzt! Wie eine Ohrfeige. Danach meidet er Dich und Du bleibst mit schlechtem Gefühl zurück... doch es geht für Dich noch eine Stufe tiefer: Du Du suchst erneut den Kontakt um ihm noch etwas zu sagen, Dich möglicherweise zu rechtfertigen...

    Dabei willst Du den noch nicht einmal wirklich...

    Für mich kommen Die Schwierigkeiten daher, dass Du bereits versuchst, Dich zu verbiegen, Du möchtest nicht allein sein. Das ist absolut nachvollziehbar.

    Doch was Du wirklich macht, ist Deine wertvolle Zeit und Deine Energie - praktisch alles, was Dich einzigartig macht - an Leute zu verschwenden, die das gar nicht zu würdigen wissen.
    Damit fügst Du Dir selber Schaden zu: Du sitzt mit schlechtem Gefühl da und hast den Eindruck, etwas "vergeigt" zu haben...

    Doch allein bist Du nicht wirklich, Du musst nur Menschen finden, die zu Dir passen (wurde hier auch schon geschrieben). Setze Deine Zeit und Energie lieber dafür ein, solche Meschen zu suchen und zu finden aber mach keine faulen Kompromisse mehr.

    Im Moment bestätigst Du irgendwelche "Spacken" in ihrem Verhalten und bringst Dich im Gegenzug in eine negatives Licht...

    Das Gefühl, nicht wirklich dazu zu gehören, ist nicht nur Dir bekannt... kenne ich selber von mir auch. Nachdem ich auch in meinem Leben viel Zeit damit verbracht habe, in Welten einzutauchen, die gar nicht meine sind, versucht habe, irgendwie interesse für das zu entwickeln, was die meißten anderen machen...

    ... habe ich irgendwann auch mal die Frage gestellt: Will ich das denn wirklich? Nein! Auch wenn ich in meinem Leben in vielen Bereichen anders bin und mir gewisse Kontakte dadaurch verschlossen bleiben oder nur in Teilbereichen möglich sind - so weiß ich doch, dass dies ein Ergebnis einer bewußten Entscheidung (!) meinerseits ist.
    Das fühlt sich gut an und ich erspare mit "Schiffbruch" mit Leuten, die mich überhaupt nicht verstehen können und deren Leben ich auch nur sehr begrenzt nachvollziehen kann...

    Ich gebe meine Zeit, meine Energie und meine Liebe heute nur den Menschen, von denen ich auch geliebt werde oder die mir freundschaftlich verbunden sind...

    Mir rennen jetzt keine Horden die Bude ein... aber die, die tatsächlich zu mir kommen... über die freue ich mich jedes mal. Ich beschädige mich nicht mehr selbst, in dem ich Leuten, die das gar nicht Wert sind, mein Bestes gebe... Früher habe ich das auch mal gemacht. Getrieben von dem Wunsch, nicht allein zu sein, geliebt zu werden und Anerkennung zu bekommen...

    Vielleicht hilft Dir das. Zu wissen, Du bist nicht die einzige... und dass es einen guten Weg für Dich da raus gibt. Du musst nur zu Dir stehen, dann wirst Du passende Menschen finden. Du hast doch schließlich eine Menge zu bieten...

    LG
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  12. #8
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    Zitat Zitat von Physalis Beitrag anzeigen
    ...Ganz, ganz oft höre ich: "Wenn ich dies oder jenes jetzt nicht mitmache, bin ich irgendwann doch ganz allein."

    Es ist so schade, dass Menschen die eigene Person so unwichtig nehmen und schlechte Gesellschaft (keine gemeinsamen Interessen, keine gemeinsame Wellenlänge) oft der eigenen Gesellschaft vorziehen.

    LG

    Physalis
    Ganz toller Beitrag! Besoders der letzte Absatz "sich selbst wichtig nehmen" ist für mich der Kernpunkt. Nur wenn ich mich selbst als wertvollen Menschen begreife und meine Beüdrfnisse wichtig nehme... kann ich auch erwarten, dass andere da mich ernst nehmen... und mich mit Respekt behandeln.

    LG
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    EKS (05.11.2011)

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    Von Sarah89 im Forum Psychologie-Talk
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    Letzter Beitrag: 22.10.2007, 21:09

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