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Thema: Ich glaube ich brauche Hilfe

  1. #1
    sid
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    Standard Ich glaube ich brauche Hilfe

    Hallo,
    ich wende mich an euch weil ich mit meinem eigenen Gedanken nicht mehr zurecht komme. Vorweg: Ich bin männlich, 23 Jahre alt, bin Angestellter im Außendienst, habe einen ca 2 ½ Jahre alten Sohn und wohne mit ihm und meiner Freundin zusammen.
    Das geht jetzt seit ca 1 Jahr so, ist am Anfang immer nur mal so zwischendurch aufgetreten, wird aber immer schlimmer. Seit einer ½ Woche ca kann ich an absolut nichts anderes mehr denken.
    Es ist folgendermaßen: ich bin ganz normal drauf. Weder gut noch schlecht, ich bin einfach da. Irgendwie unlebendig. Auf einmal bekomme ich gute Laune, weil vielleicht ein gutes Lied im Radio läuft. Aber von der einen auf die andere Sekunde geht’s mir Mies. Also richtig Mies. Ich weiß nicht woher es kommt aber ich habe das Gefühl das ich jeden Moment anfangen könnte zu heulen. Ich hasse mein Leben, ich hasse was ich mache, ich hasse wie ich aussehe, ich hasse wie ich mich verhalte, ich hasse wie ich rede. Irgendwann wird das so schlimm das meine Hände anfangen zu zittern und ich ein flaues Gefühl im Magen bekomme. Ich fange an mich zu fragen was wäre wenn es mich nicht mehr geben würde, gäbe es Menschen die um mich trauern würden? Ich möchte diese ganzen Gedanken und Schwankungen nicht mehr haben. Ich fühl mich wie ein riesen ***** weil ich in den Momenten auch recht beschissen zu meiner Freundin bin. Ich sitze dann die ganze Zeit nur rum, kurz vorm zusammenbrechen und am Nachdenken, wenn meine Freundin mich fragt was ich habe sage ich das nix ist. Fragt sie mich noch mal werd ich sauer und mecker sie an. Ich hasse mich dafür, ich will sie nicht traurig machen, ich liebe sie.
    Manchmal habe ich diese Gedanken beim Autofahren, dann denke ich mir wie einfach es doch wäre einfach gegen einen Baum oder Brückenpfeiler zu fahren und alle Probleme wären nicht mehr da. Ich habs mich bisher noch nie getraut und in dem Moment hasse ich mich dafür das ich so ein Feigling bin. Später denke ich darüber nach was für ein Egoist ich bin das ich meine Freundin und mein Kind alleine lassen würde.
    Ich mache mir den ganzen Tag Gedanken übers Geld, wie wir den Monat überbrücken, ob meine Freundin mich liebt und treu ist (Ich liebe sie über alles und sie ist der Mensch dem ich am meisten auf der ganzen Welt vertraue) wie ich auf andere wirke und warum ich so ein Feigling bin. Ich hatte im November letzten Jahres eine große berufliche Chance mit einem großen finanziellen Vorteil. Und zwar wäre das eine Selbstständigkeit in meinem Bereich gewesen aber mit einer zusätzlichen Garantierten Jahreszahlung. Natürlich hat man auch da ein gewisses Risiko aber bei welcher Selbstständigkeit hat man das nich?
    Auf jeden Fall habe ich das Angebot ausgeschlagen. Ich hatte Angst etwas verkehrt zu machen und die finanzielle Zukunft meiner Familie zu gefährden. Immer öfter frage ich mich ob ich mich richtig entschieden habe, vielleicht habe ich mir damit auch einiges verbaut? Ich hasse mich dafür so ein Feigling zu sein.
    Das sind alles Gedanken die immer öfter und in letzter Zeit jeden Tag durch meinen Kopf schwirren, nicht nur für 5-10 Minuten sondern teilweise 3-4 Stunden lang. Ich lebe momentan fast wie in trance vor mich hin. Ich bin davon mitlerweile so kraftlos das ich nicht mehr weiß was ich machen soll? Kann mir von euch einer helfen? Was soll ich nur tun?

  2. #2
    sid
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    sorry das das alles etwas "wirr" geschrieben ist aber ich wusste nicht wie ich es vereinfachen sollte und so sieht es momentan in meinem Kopf aus...

  3. #3
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    Hallo Sid,

    du bist gerade dabei deine Existenz zu gründen. Da gibt es viel Arbeit, Streß durch das Kleinkind, wahrscheinlich kaum Erspartes und jede Menge Verantwortung. Gehe davon aus, dass es vielen Männern in deiner Lebensphase ähnlich geht. In deiner Situation nicht die vermeintliche Karrierechance ergriffen zu haben, ist mehr als verständlich und verantwortungsvoll. Da ergibt sich später bestimmt noch was - alles mit der Ruhe.

    Dieser Streß führt bei dir zu den genannten Symptomen. Bewerte die mal nicht über und steigere dich da nicht rein. Wann hast du dir mit deiner Frau das letzte mal ein paar schöne ruhige Tage (ohne Kind) gegönnt? Machst du zum Streßabbau Sport?

    Gibt es sonst noch objektiv Belastendes in deinem Leben?

    Liebe Grüße

    Dieter

  4. #4
    sid
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    Zitat Zitat von probdi Beitrag anzeigen
    Hallo Sid,

    du bist gerade dabei deine Existenz zu gründen. Da gibt es viel Arbeit, Streß durch das Kleinkind, wahrscheinlich kaum Erspartes und jede Menge Verantwortung. Gehe davon aus, dass es vielen Männern in deiner Lebensphase ähnlich geht. In deiner Situation nicht die vermeintliche Karrierechance ergriffen zu haben, ist mehr als verständlich und verantwortungsvoll. Da ergibt sich später bestimmt noch was - alles mit der Ruhe.

    Dieser Streß führt bei dir zu den genannten Symptomen. Bewerte die mal nicht über und steigere dich da nicht rein. Wann hast du dir mit deiner Frau das letzte mal ein paar schöne ruhige Tage (ohne Kind) gegönnt? Machst du zum Streßabbau Sport?

    Gibt es sonst noch objektiv Belastendes in deinem Leben?

    Liebe Grüße

    Dieter
    Hallo Dieter,
    danke erstmal für deine schnelle Antwort.
    Urlaub hatte ich seit ca 3/4 Jahr nicht mehr, und wenn ich mir mit meiner Freundinn dann mal am Wochenende einen schönen Tag machen wollte ist das meistens noch mehr in Stress ausgeartet als sonst (Babysitter, Sachen Packen, evtl Autofahrt etc.) Und weiter weg geht auch immer schlecht da es bei uns ja finanziell sehr knapp bemessen ist. Ich habe früher 13 Jahre lang Fußball gespielt, musste aus gesundheitlichen Gründen aber leider aufhören.
    Ich versuche mir ja auch immer einzureden das alles normal ist und versuche mich da nicht hineinzusteigern, aber es funktioniert nicht.Momentan ist es so als wäre die gesamte Freude aus meinem Leben gesaugt worden und ich bin in einem Zustand des nichts. Das ist ein sehr merkwürdingendes und beängstigendes Gefühl...

  5. #5
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    Hallo Sid,

    ich bin überzeugt dass in deiner Situation Viele Ähnliches durchmachen. Nur mal ein Versuch: Fahre heute Abend mal eine Stunde Fahhrad oder schwimme mal 1000 m. Berichte, wie es dir dann geht.

    Dieter

  6. #6
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    Standard Hey.

    Ich hab mir das jetzt durchgelesen und muss sagen;
    Nein, dein Text ist nicht wirr.

    Suizidgedanken und Existenzängste können bei einer Depression auftauchen.
    Es scheint zu sein, als würde diese Depression schon länger in dir Schlummern, was das leere Gefühl in dir erklären würde. (Depression ist eine schleichende Krankheit, die durch Arbeit und soziale Stabilität [Familie, oder Freunde] für lange Zeit unentdeckt bleiben kann)

    Das Problem ist nur, dass wenn die Suizidgedanken, die Ängste und das Gefühl Fehler zu machen stärker werden, du darüber nachdenken solltest, dir Hilfe zu suchen, in Form von Ärzten.

    Du wohnst ja schon seit ca einen Jahr mit deiner Freundin zusammen, und so, wie du sie kurz geschildert hast, würde ich sagen, dass sie sich Sorgen um dich macht, weswegen sie es akzeptieren würde, wenn du dir Hilfe suchen würdest.
    (D.h. wenn du nicht schon Hilfe hast)

    Eventuell sollte man darüber nachdenken, dass du dir mal ein paar Stunden für dich nimmst, einmal ausspannst und dir Gedanken machst, wie du das Thema mit deiner Freundin besprechen möchtest. Wenn du Angst vor diesem Gespräch hast, könntest du auch einen Brief schreiben.
    Ich weiß, das klingt erstmal kindisch, manchmal hilft es aber die Angst zu nehmen und den Kopf zu klären.

    Natürlich ist so ein Gespräch nicht zwingend notwendig, aber es würde etwas Druck von dir nehmen und die innere Spannung reduzieren, da sie wüsste, was mit dir los wär und sich darauf einstellen könnte.

    Bei der Hilfe, sollte man zuerst zu einem Hausarzt gehen, eine Überweisung zum Neurologen oder Psychater wäre gut, da diese in einem vorab Gespräch klären könnten welche Therapieform für dich am geeignetsten wäre.

    Der restliche Weg würde sich ab da an ergeben.

    Was aber am wichtigsten ist, ist, dass du dich erst einmal wieder stabilisierst, einmal ausspannst.
    Wenn du kannst, dann würde ich ein kleines verlängertes Wochenende vorschlagen, vielleicht einen gemütlichen Zoogang mit deinem Kind, und ein schönes langes Frühstück. Quasy mal ein ganzes Wochenende für dich und deine Familie.
    Ich weiß leider nicht, wie du dich am besten entspannst, da ich dich nicht gut kenne, aber meistens helfen die kleinen Dinge.

    es muss nie was großes sein um sich zu freuen.
    Wie du schon sagtest, ein gutes Lied im Radio reicht auch aus.

    das caperpri

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