Hallo liebes Forum,...
Um irgendwie einen Anfang zu schaffen, möchte ich ein paar Sachen aus meiner Kindheit erwähnen.
Eine schöne Kindheit hatte ich nicht,... Mein Vater war sehr stark Alkohol- und Drogenabhängig, gewalttätig und litt später auch an Geistiger Behinderung. Im Jahre 2001 starb mein Vater aufgrund der Sucht.
Meine ganze Kindheit über habe ich meinen Vater nicht verstanden. Ich frage mich jeden Abend Sachen wie.. "Wieso hat er mich geschlagen?",... "Warum sagt er mir, wie sehr er mich und die Famlie liebt und im nächsten Augenblick sehe ich meine Mutter weinen und völlig fertig wegen ihm?".
Diese Fragen stelle ich mir Heute noch und konnte mir nie beantworten, was in meinem Vater vorgeht. Wenn man es so sieht, bin ich ohne Vater aufgewachsen, da er nie für mich da war. Ich habe nie irgendetwas von Liebe gespührt. Meine Mutter konnte mir dieses Gefühl bis jetzt auch nicht geben.
Tage liefen meißt immer nach dem selben Schema ab...
Morgens ungewolltes aufstehen,... nicht zur Schule wollen,.. stress zu Hause durch meinen Vater. In der Schule und im Unterricht völlig unkonzentriert, störend sowie Probleme bei der Eingliederung in meine Klasse. Die Hausaufgaben wollte ich nie machen - Irgendwelche Ausflüge mit der Klasse (z.B Klassenfahrt) waren nicht meine Welt... Ich wollte alleine sein. Darüber hinaus war ich sehr hyperaktiv. In der Schule rief ich z.b in die Klasse und war deshalb oft vom Unterricht ausgeschlossen. An den Fingernägeln kaue ich seitdem ich ein Kind bin. Darüber hinaus war meine Mutter mit mir als Kind beim Arzt, da ich anfing "Ticks" zu entwickeln (z.B verziehen der Mundwinkel, Zupressen der Augen, hochziehen des Unterkiefers usw...).
Als mein Vater 2001 gestorben ist, entwickelte sich bei mir eine starke Depression die bis Heute Thema in meinem Leben ist. Bis Heute versuche ich ein eigenes Leben auf die Beine zu stellen, aber werde immer wieder entäuscht. Auch Sachen die ich mir für einen Tag vornehme, laufen anders ab und ich bin entäuscht... (Vielleicht bedeutet mir auch alles viel zu viel...)
Dieses "ich will alleine sein" hält bis Heute an. Mit Freunde weggehen, oder in die Disko .. das sind Sachen die ich nicht gerne mache. Für mich sind dort zu viele Menschen, es ist zu viel Unordnung und Chaos.. Darüber hinaus kann ich den Alkohol nicht sehen,... Menschen die mit Freunden Spaß haben, feiern um sich einen schönen Abend zu machen verstehe ich nicht.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich auch keine Freunde. Seit meiner Kindheit eigentlich nie wirklich gehabt... der Kontakt zu anderen Menschen fällt irgendwie auch schwer. Das Vertrauen ist nie da.. Liebe oder sonstigen schönen Gefühle wie Freude bleiben aus. Diese ganz normalen Gespräche (Smalltalk) kriege ich nicht hin.
Beim Lernen (Studium) fühle ich mich oft abgelenkt und denke, dass ich zu schnell überlernt bin. Die Hyperaktivität legte sich vor ein paar Jahren.
Was mir aufgefallen ist, dass ich mich nicht organisiert kriege.
Einen mir durchgeplanten Tagesablauf kriege ich nicht hin.
Dazu kommen seit etwa zwei Jahren immer häufiger Angststörungen. Unter Schlafproblemen leide ich seit meiner Kindheit. Was das Fingernägelkauen angeht, habe ich vor ein paar Jahren angefangen, die Haut über den Nagel und an den Fingerkuppen aufzubeißen. Darüber hinaus kaue ich mir die Haut auf den Mittelhandknochen auf... (es sieht schrecklich aus, aber ich kriege das nicht in den Griff und mache es unbemerkt und in Situationen des Stresses,.. der Angst)
Habe echt Angst vor allem, da es alles total gut .. so perfekt passt.
Ich weiß auch nicht wie ich meinem Hausarzt auf so etwas ansprechen soll. Gibt es Leute hier mit ADHS ???
Ich habe leider niemanden, mit dem ich mich mal persönlich austauschen kann.
Danke


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren


Lesezeichen