Hallo,
ich habe mich vorgestern mit meiner WG-Mitbewohnerin gestritten. Es ging wohl darum, dass ich ein paar Sachen in ihrem Zimmer (wo der Fernseher ist, den ich auch benutzen darf) liegen gelassen habe. Außerdem habe ich vergessen, die leere Klorolle wegzuräumen, worauf sie mich schon öfter hingewiesen hat.
Dann waren da noch 1 -2 weitere Sachen in etwa dem Umfang. Sie hat im Grunde auch nichts gesagt, nur relativ aggressiv die Sachen weggeworfen und danach ihre Türen geknallt und jetzt reden wir nicht mehr.
Sie arbeitet seit einigen Wochen und kommt meistens genervt nach Hause. Sie hat mich gebeten, ihr dann beim Heimkommen eine halbe Stunde für sich zu lassen, was ich auch tue. Ansonsten ist zu sagen, dass sie eine relativ launische Person ist, die ihre Launen auch viel auslebt.
Schuldig fühle ich mich in den genannten Dingen schon - ich habe den Kram ja wirklich vergessen und verstehe, dass es sie nervt. Allerdings nehme ich seitdem sie arbeitet auch viel Rücksicht auf sie, z.B. erwähne ich mit keinem Wort, dass sie die letzten beiden WG-Putztage komplett ignoriert hat und das Geschirr in der Spüle stapelt - wir haben abgesprochen, dass das nicht passieren soll - ich habe außerdem einen guten Teil irhes Geschirrs der letzten knappen Woche gespült, u.a. auch meine Lieblingstasse, die von einem seltsamen, stinkenden verkrusteten Zeugs voll war. Sie hat mich gebeten, ihre Waschmaschine anzuschmeißen, weil sie recht früh aus dem Haus geht und das Ding ziemlich rumpelt. Hab ich gemacht und den Kram (waren einige Laken) dann auch aufgehängt. Ich erwarte da auch nichts Besonderes für, aber ich verstehe nicht, wieso sie dann jetzt so ausrastet und nicht mehr mit mir redet.
Aber das ist ja nicht das Schlimmste: Seitdem wir uns streiten habe ich furchtbare Angst davor, was als nächstes passiert. Ich gebe mir zeitweise an allem die Schuld, habe Herzrasen bevor ich in die anderen Räume der WG gehe, weil ich ANgst vor eventuellen Zetteln mit Anschuldigungen habe, ich kriege fast Herzattacken, wenn sie nach Hause kommt und ich in meinem Zimmer hocke, weil ich Angst habe, dass sie wütend reinkommt. Ich traue mich nicht mehr in die Küche, ich habe Angst, aufs Klo zu gehen, weil ich ihr begegnen könnte. Bevor sie heute nach Hause kam habe ich peinlich genau alles kontrolliert, was sie verärgern könnte.
In meiner letzten WG war es so ähnlich, aber die Mitbewohenr hatten kaum Kontakt miteinander. Letzten Endes hatte ich auch da Panik, wenn ich jemanden gehört habe und bin die meiste Zeit in meinem Zimmer geblieben.
Jetzt bin ich mit drei Freunden zusammen gezogen. Die anderen beiden Mitbewohner sind erstens ihr Freund, der aber ganz nett ist, der vierte wohnt erst ab nächstes WE bei uns.
Ich weiß nicht, woher diese Angst kommt. Ich habe grundsätzlich immer Angst, dass andere mich ablehnen oder nicht mögen. Ich sage auch nie, wenn mich was stört, mache mich also zum perfekten Opfer. Ich kann mir hundertmal sagen, dass auch sie was falsch gemacht hat, in meinem Bauch bin doch immer der Schuldige.
Diese Angst raubt mir Konzentration, Schlaf und Selbstbeherrschung. Ich hab schon Angst vorm kommenden Wochenende, weil sie dann die ganze Zeit zuhause ist. Ich hab auch Angst, dass sie unseren gemeinsamen Freunden erzählt, wie shclimm ich bin.
Normalerweise sind wir gut befreundet, reden auch mal über intime Sachen. Ich weiß nur nicht, wie ich so mit ihr weiter zusammenwohnen kann. Über diese Schwäche möchte ich nicht gern mit ihr sprechen. Und zu ihr hingehen und reden kann ich erst recht nicht. Ich hoffe, das alles klrät sich in nächster Zeit, aber wie komme ich generell davon runter?
Kallisto (20,w)


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. Aber wenn das in deiner vorigen WG auch schon so war, scheint das ja auch ein Problem zu sein, was du hast. Also solltest du was tun. Dass da Hausregeln endgültig helfen kann ich mir nicht vorstellen. Diese Schuldgefühle und Angst bei dir verschwinden dann ja nicht automatisch.

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