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Thema: Ich habe panische Angst vor Streit mit meiner Freundin/Mitbewohnerin

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich Ich habe panische Angst vor Streit mit meiner Freundin/Mitbewohnerin

    Hallo,

    ich habe mich vorgestern mit meiner WG-Mitbewohnerin gestritten. Es ging wohl darum, dass ich ein paar Sachen in ihrem Zimmer (wo der Fernseher ist, den ich auch benutzen darf) liegen gelassen habe. Außerdem habe ich vergessen, die leere Klorolle wegzuräumen, worauf sie mich schon öfter hingewiesen hat.
    Dann waren da noch 1 -2 weitere Sachen in etwa dem Umfang. Sie hat im Grunde auch nichts gesagt, nur relativ aggressiv die Sachen weggeworfen und danach ihre Türen geknallt und jetzt reden wir nicht mehr.
    Sie arbeitet seit einigen Wochen und kommt meistens genervt nach Hause. Sie hat mich gebeten, ihr dann beim Heimkommen eine halbe Stunde für sich zu lassen, was ich auch tue. Ansonsten ist zu sagen, dass sie eine relativ launische Person ist, die ihre Launen auch viel auslebt.

    Schuldig fühle ich mich in den genannten Dingen schon - ich habe den Kram ja wirklich vergessen und verstehe, dass es sie nervt. Allerdings nehme ich seitdem sie arbeitet auch viel Rücksicht auf sie, z.B. erwähne ich mit keinem Wort, dass sie die letzten beiden WG-Putztage komplett ignoriert hat und das Geschirr in der Spüle stapelt - wir haben abgesprochen, dass das nicht passieren soll - ich habe außerdem einen guten Teil irhes Geschirrs der letzten knappen Woche gespült, u.a. auch meine Lieblingstasse, die von einem seltsamen, stinkenden verkrusteten Zeugs voll war. Sie hat mich gebeten, ihre Waschmaschine anzuschmeißen, weil sie recht früh aus dem Haus geht und das Ding ziemlich rumpelt. Hab ich gemacht und den Kram (waren einige Laken) dann auch aufgehängt. Ich erwarte da auch nichts Besonderes für, aber ich verstehe nicht, wieso sie dann jetzt so ausrastet und nicht mehr mit mir redet.

    Aber das ist ja nicht das Schlimmste: Seitdem wir uns streiten habe ich furchtbare Angst davor, was als nächstes passiert. Ich gebe mir zeitweise an allem die Schuld, habe Herzrasen bevor ich in die anderen Räume der WG gehe, weil ich ANgst vor eventuellen Zetteln mit Anschuldigungen habe, ich kriege fast Herzattacken, wenn sie nach Hause kommt und ich in meinem Zimmer hocke, weil ich Angst habe, dass sie wütend reinkommt. Ich traue mich nicht mehr in die Küche, ich habe Angst, aufs Klo zu gehen, weil ich ihr begegnen könnte. Bevor sie heute nach Hause kam habe ich peinlich genau alles kontrolliert, was sie verärgern könnte.

    In meiner letzten WG war es so ähnlich, aber die Mitbewohenr hatten kaum Kontakt miteinander. Letzten Endes hatte ich auch da Panik, wenn ich jemanden gehört habe und bin die meiste Zeit in meinem Zimmer geblieben.
    Jetzt bin ich mit drei Freunden zusammen gezogen. Die anderen beiden Mitbewohner sind erstens ihr Freund, der aber ganz nett ist, der vierte wohnt erst ab nächstes WE bei uns.

    Ich weiß nicht, woher diese Angst kommt. Ich habe grundsätzlich immer Angst, dass andere mich ablehnen oder nicht mögen. Ich sage auch nie, wenn mich was stört, mache mich also zum perfekten Opfer. Ich kann mir hundertmal sagen, dass auch sie was falsch gemacht hat, in meinem Bauch bin doch immer der Schuldige.

    Diese Angst raubt mir Konzentration, Schlaf und Selbstbeherrschung. Ich hab schon Angst vorm kommenden Wochenende, weil sie dann die ganze Zeit zuhause ist. Ich hab auch Angst, dass sie unseren gemeinsamen Freunden erzählt, wie shclimm ich bin.

    Normalerweise sind wir gut befreundet, reden auch mal über intime Sachen. Ich weiß nur nicht, wie ich so mit ihr weiter zusammenwohnen kann. Über diese Schwäche möchte ich nicht gern mit ihr sprechen. Und zu ihr hingehen und reden kann ich erst recht nicht. Ich hoffe, das alles klrät sich in nächster Zeit, aber wie komme ich generell davon runter?

    Kallisto (20,w)

  2. #2
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    Hallo,

    also generell kann man die Geschichte von 2 Seiten her anpacken.

    1. ganz prakmatisch: halte dich an die Regeln und führe ein klärendes Gespräch.
    2. Du ergründest woher dein schlechtes Selbstwertgefühl kommt und arbeitest daran. (z.B. in einer Therapie oder mit Selbsthilfeliteratur)

    Es spricht auch nichts dagegen beides zu tun.

    LG Dieter

  3. #3
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    Kallisto, da fehlt eine (Muster)Hausordnung, was hier jeder zu tun hat, insbesondere auch für Neuzugänge. Sonst nämlich schleicht sich ein Schlendrian ein, und das Zusammenleben steigert sich dann zu einer Machtfrage. Zudem bräuchtest Du Dich nicht über die üblichen Ärgerpunkte mit Deiner Mitbewohnerin auseinanderzusetzen.

    Wie das aber bei Nichtbeachtung, also wie es mit Sanktionen aussieht, wäre dann zu überlegen. Ich würde mich wegen einer Hausordnung von einer staatlich organisierten Rechtsberatung (kostet nur minimal etwas) beraten lassen und/oder Dich informieren, wie es in anderen WG.s läuft. Oder hänge ich das zu hoch?

    Hat jeder von euch den Mietvertrag mit unterschrieben? Wenn nun einer ausziehen will, muss der Auszuziehende für einen Nachfolger sorgen? Wie sieht es überhaupt mit Kündigungsfristen aus? Nicht dass der eine gesamtschuldnerisch für die Miete haften muss.

    Könntest Du noch sagen, warum Du in einer WG wohnen möchtest?
    Geändert von Bertrand (15.09.2011 um 17:53 Uhr)

  4. #4
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    Zitat Zitat von probdi Beitrag anzeigen

    also generell kann man die Geschichte von 2 Seiten her anpacken.

    1. ganz prakmatisch: halte dich an die Regeln und führe ein klärendes Gespräch.
    2. Du ergründest woher dein schlechtes Selbstwertgefühl kommt und arbeitest daran. (z.B. in einer Therapie oder mit Selbsthilfeliteratur)
    Hallo,

    im Prinzip stimme ich Probdi da zu. Allerdings glaube ich, dass eine WG nicht für jeden die richtige Wohnform ist. Für mich wäre das Horror. Ich brauche einen Rückzugsraum, so was wie meine private Höhle. Die ständige Anwesenheit fremder Leute würde bei mir dazu führen, dass ich mich nicht "zuhause" fühlen könnte. Könnte es sein, dass das bei dir ähnlich ist?
    Gäbe es für dich eine Möglichkeit, anders zu wohnen?

    LG
    Anna

  5. #5
    Gast784
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    schuldig fühle ich mich in den genannten Dingen schon - ich habe den Kram ja wirklich vergessen und verstehe, dass es sie nervt. Allerdings nehme ich seitdem sie arbeitet auch viel Rücksicht auf sie,
    hallo,

    tja, das ist das tolle an den Schuldsachen - sie führen immer irgendwann zur gegenseitigen Aufrechnerei und halten einen in der Emotion.

    Du läßt Deine Sachen bei ihr immer wieder liegen - warum kannst Du nicht einfach sagen: ja sie hat recht und ich kann verstehen, dass sie inzwischen deswegen pampig wird. Sie ist aber auch unkonsequent: ich hätte Dir als Mitbewohnerin schon längst die Fernsehmitbenutzung entzogen, oder ich hätte beschlossen, mich nicht mehr darüber aufzuregen.

    Wenn Du ihr ihre Position in der Sache zugestehen kannst, dann kannst Du auch deine Position besser klarmachen und durchsetzen, ohne Aufrechnerei und mehr oder weniger sachlich und konsequent. d.h. erstmal die Regeln z.B. für die Küchenbenutzung klarmachen, und wenn sie sich nicht dran hält, sie dran erinnern, wenn sie das auch verschusselt, das zeug nehmen und in ihr Zimmer stellen, wegwerfen oder sonst was. Aber so, dass es Dich nicht mehr behindert.

    Drama? Dann seid ihr vll beide einfach so gestrickt, dass ihr es braucht, weil ihr aus eurem Schulddenken heraus gegenseitig aufrechnet und daher weder Klarheit noch Konsequenz zustande kriegt.

    Dann lieber allein wohnen

  6. #6
    Neuling
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    Hallo Kallisto,

    vielleicht sehe ich das falsch, aber mich hat es sehr erschreckt, was du so schreibst. Also dass du mal was vergessen hast, ok. Aber dass sie jetzt auch öfter mal ncihts macht und du so ein schlechtes Gewissen hast, dass du ihr alles hinterherräumst (so hört es sich übertrieben gesagt an) und nicht mal ein Dankeschön von ihr erhältst, obwohl du jetzt panisch genau deine Pflichten erledigst und ihr zusätzlich noch bei ihren Sachen hilfst wie Wäsche machen oder so, DAS finde ich schlimm. Dass sie quasi diese Macht über dich hat und du der Diener bist der alles erledigt und trotzdem Angst vor der Herrscherin hat. Jetzt mal übertrieben . Aber wenn das in deiner vorigen WG auch schon so war, scheint das ja auch ein Problem zu sein, was du hast. Also solltest du was tun. Dass da Hausregeln endgültig helfen kann ich mir nicht vorstellen. Diese Schuldgefühle und Angst bei dir verschwinden dann ja nicht automatisch.

    Ist es so, dass du Konflikten immer aus dem Weg gehst und nicht nein sagen kannst/dir Streitsituationen generell Angst machen? Oder kommt das immer auf dein Gegenüber an? Weißt du, woher deine Zurückhaltung/Angst/und Schuldgefühle kommen könnten? Wie war das Verhältnis früher (und jetzt) zu deinen Eltern? Du musst natürlich nichts beantworten, falls es dir zu persönlich ist .

    Viele Grüße
    mino

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