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Thema: Ich höre immer nur auf das was andere sagen

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ich höre immer nur auf das was andere sagen

    Hallo!

    Seit ich denken kann war es bei mir schon immer so, dass ich gemacht habe was andere sagen. Es ist einfach so in mir drin, also ich mache das nicht bewusst so.
    Z.B. auf der Arbeit. Ich teile mir oft das Mittagessen mit einer Kollegin. Wenn Sie mich fragt was ich gerne essen möchte versuche ich das immer so hinzukriegen, dass ich auf jeden Fall ein Gericht nenne, was sie auch gerne hätte und lasse dann meist zwei zur Auswahl, so dass Sie im endeffekt entscheidet. Oder wenn ich nach meiner Meinung zu irgendeinem Thema gefragt werde, denke ich zunächst daran, was möchte der andere wohl hören oder wie würde er reagieren wenn ich einfach so meine Meinung losposaunen würde. Und antworte dann meistens so, wo ich denke das möchte der jenige hören oder zumindest würde ich ihn nicht kränken (z.b. wenn ich eine ganz andere Meinung habe als die Person mit der ich mich unterhalte). Ich kann einfach niemandem weh tun.
    Das geht so weit, dass ich mich sogar auch selbst schlecht fühle, wenn es jemandem schlecht geht. Manchmal brauch ich nur was im Fernsehen sehen, wo mal wieder so eine grässliche Krankenhaussendung o.ä. gebracht wird und man Menschen sieht, die irgendeine Krankheit oder so haben. Dann gehts mir selbst einfach plötzlich auch nicht gut.
    Ich kann auch kein Krankenhaus betreten, ohne dass ich gleich in Panik gerate. Kriege dann schnell Herzrasen, mein Hals schnürt sich zu, ich denke ich kipp jeden Moment um, mir wird schlecht und ich möchte einfach nur flüchten.

    Wenn es mal so ist, dass ich was sage wo jemand dann so reagiert, wie wenn er jetzt nicht so ganz damit zufrieden war was ich ihm gesagt habe, dann denke ich noch lange Zeit darüber nach. Denke dann, was denkt derjenige jetzt von mir, warum hab ich das so gesagt usw. Das war z.b. mal bei meinem Arbeitskollegen. Es ging dabei um Unterlagen, die verlegt worden sind. Irgendwann erwähnte er mal, dass er die vllt. mit nach hause genommen haben könnte. Nach einiger Zeit als er nochmal darauf angesprochen hatte, dass die Unterlagen noch immer "verschwunden" sind, hatte ich mal den Satz gebracht "Vielleicht hast du sie ja doch zu hause". Dann reagierte er so (also bei mir kam es so rüber) als ich hätte ich ihm jetzt unterstellen wollen, dass der die Sachen verschludert hat. Ich konnte ihm darauf den restlichen Tag nicht mehr in die Augen sehen, weil ich mir schlecht vorkam dass er böse auf mich ist.
    Warscheinlich hatte er das schon nach einer Stunde wieder vergessen und für ihn war das gar nicht so schlimm. Trotzdem hängt mir das noch so ewig nach. Teilweise gibt es auch Situationen in den ich mal was gesagt hatte, die mir im nachhinein total peinlich sind. Ab und zu kommen diese Gedanken daran wieder hoch (aber keine Ahnung warum) und dann geht mir so ein flaues Gefühl durch den Magen ( so wie wenn man noch was dringend zu erledigen hat und es einem plötzlich einfällt).
    Ich würde es ja so gerne abstellen, aber es geht einfach nicht. Ich bin ja nun mal so, das war ja wie gesagt schon immer so. Dabei will ich es doch allen nur recht machen...

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo Knöpfchen,

    warum glaubst Du, dass Du jemandem weh tust, wenn Du das Essen nimmst, auf was DU lust hast?

    Bei Dir kommen vll verschiedene Faktoren unglücklich zusammen: geringes Selbstwertgefühl/Selbstbewusstsein - kannst hier mal in die Suchmaschine werfen, zu dem Thema gibts einiges
    Und Du bist vll ein sehr emotionaler Mensch, der deshalb schnell mitleidet. So wie bei Krankenhausgeschichten. Warum guckst Du Dir denn Sachen an, die Du gräßlich findest und mit denen es Dir nicht gut geht?
    Und Du scheinst alles auf Dich zu beziehen und Dich für die Urheberin allen Leids zu sehen. Es ist kein ganz leichter Weg, aber man kann es lernen zu unterscheiden - was bin jetzt wirklich ich und was gehört zum anderen. Und sich dann vom anderen abgrenzen. So wie das bei Deinem Kollegen angebracht gewesen wäre.

    Das ist Persönlichkeitsentwicklung und da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Du findest hier aber zumindest eine Fülle von Anregungen.
    Wie alt bist du denn jetzt?

    Das schwierigste an einer solchen Veränderung ist vll das, dass man auf Widerstand im Umfeld stoßen kann, weil man natürlich Leute angezogen hat, die Menschen um sich rum brauchen, die kuschen und sich minderwertig fühlen. Hast Du denn Freunde, die dich eher bestärken und einfach so nehmen, wie Du bist?

    lg Gaby
    Geändert von Gast784 (14.12.2008 um 21:09 Uhr)

  3. #3
    Neuling
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    Ja, ich weis das hört sich total blöd an, wegen der Sache mit dem Essen. Aber ich wollte nur damit verdeutlichen, dass es mir sogar bei so banalen Sachen passiert und mir jetzt auch das erste war was mir dazu eingefallen ist.

    Warum ich diese Sendungen sehe? Naja eigentlich sehe ich diese nicht bewusst. Ich zappe so durch das Programm und dann sehe ich da z.B. eine Sendung, wo mehrere Themen angerissen werden. Und dann kommt ein Beitrag der ganz interessant ist und dann auf einmal sowas mit Krankheiten usw. dann werden Bilder von einem kranken Menschen gezeigt usw und dann muss ich umschalten, weil ich merke mir gehts schon wieder schlecht.

    Ich bin jetzt 23. Wirkliche Freunde habe ich nicht mehr. Seit ich mit meinem Freund vor 5 Jahren zusammen gekommen bin, habe ich mich mehr und mehr von meinen Freunden zurückgezogen (hatte einige Gründe, die ich jetzt aber so nicht erläutern mag, weil es etwas zu lang werden würde..) und seit ich vor 2 Jahren auch noch umgezogen bin, ist der Kontakt so gut wie abgebrochen. Da ich sehr schüchtern bin und mein Freund auch nicht grad der aufgeschlossenste Mensch ist ist es sehr schwer hier Anschluss zu finden. Die einzigen Menschen die ich hier kenne sind meine Arbeitskollegen, wobei ich die eine Arbeitskollegin (im übrigen auch die einzigste weibliche Person in der firma außer mir) schon eher als eine Freundin bezeichnen würde, da ich mich mit ihr sehr gut verstehe und wir über viele Sachen sprechen können.
    Das merkwürdige ist, dass ich tatsächlich oft auf Leute stoße, die mit mir machen können was sie wollen. Mal ganz krass gesagt...

  4. #4
    Neuling
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    Hallo Knöpfchen,
    der Satz, dass du alles recht machen wilst, ist mir aus deinem Text am meisten aufgefallen. Das ist an sich einge gute Tugend, bringt aber auch Nachteile mit sich.
    - du bist ständig damit beschäftigt, es anderen recht zu machen
    - deine eigenen bedürfnisse kommen m. E. dabei zu kurz. Überlege dir: Wer macht es dir recht? Machen es dir wirklich alle recht?
    - Lass dich nicht von anderen herumschubsen.
    - Wenn du wieder mit deiner Freundin essen gehst, frage sie doch einfach: Hast du Lust, mit mir XY zu essen? Wenn Sie nein sagt, was hast du verloren? Dann sag einfach: Ich habe so ne tierische Lust darauf das zu essen, morgen darfst du wieder entscheiden ok? Sauer ist sie deswegen sicher nicht, sonst wäre sie keine Freundin. Schaue was passiert. Ich glaube, dass du positiv überrascht sein wirst
    Gruß Thomas

  5. #5
    Neuling
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    Hallo Thomas!

    Das klingt immer alles so einfach ;-) Aber danke für deine Antwort. Jetzt ist ja auch schon einige Zeit vergangen, seit dem ich das geschrieben habe und so langsam hat sich auch schon was getan. Ich denke das habe ich meiner Therapie zu verdanken, denn ich mache mir ja so intensiv um mich gedanken, dass mir jetzt sachen auffallen und ich merke "nein so will ich nicht behandelt werden". Das klingt vielleicht blöd, weil ein mensch sich doch am besten kennen sollte, was er mag, nicht mag, welche meinung zu irgendwelchen themen usw. Da ich aber nie wirklich mal bei mir geblieben bin, sondern wirklich immer nur gekuscht habe sobald jemand was von mir wollte, habe ich keine gedanken mehr für mich gehabt oder gelassen. Und jetzt merke ich das immer mehr und kann einige dinge jetzt auch ändern.

    ein beispiel: ich hatte letztens urlaub und dachte ich könnte ja mal meine eltern besuchen. ich hatte mir einen Tag ausgesucht (es war ein Montag) und hatte sonntags angerufen und wollte fragen, ob die dann auch da sind. mein vater meinte gleich so "warum denn nicht am samstag wo jeder kann?!" und ich meinte daraufhin, dass ich mir halt vor genommen hatte montag zu kommen, weil es für mich am besten passt.
    ihr denkt jetzt vielleicht, tolles beispiel! was ist daran so besonders...aber für mich ist es tatsächlich ein erfolgserlebnis, mal auch hinter meiner meinung zu bleiben und nicht gleich nachzugeben und zu sagen (was ich wahrscheinlich sonst gesagt hätte) "naja gut ich schau mal ob ich das samstag hinkriege"

    das sind alles nur kleinigkeiten, aber ich merke dass da was in gang kommt und das motiviert mich. ich habe auch das gefühl irgendwie "erwachsener" geworden zu sein (als ich vorhin meinen anfangsbeitrag gelesen hatte, habe ich z.b gedacht "oh man das klingt wie eine 15-jährige").

    Es gibt auch mal so momente wo ich denke nicht ernst genommen zu werden, weil ich plötzlich nicht mehr dieses liebe, brave mädchen bin die alles macht was man ihr sagt, sondern auch mal den mund auf macht. ist halt schon komisch wenn z.b. die arbeitskollegen einen nunmal als so jemanden kennen gelernt haben, die immer gleich kuscht wenn man was will (z.b. wenn jemand sagt: haben wir irgendwo einen eimer? und ich laufe gleich los um danach zu suchen anstatt zu sagen "kann sein" und den jenigen suchen lasse)
    und da ich das jetzt so langsam immer mehr durchsetze gibt es dann ein paar leute die dann so blöd reagieren (wenn ich jetzt das beispiel mit dem eimer von oben aufgreife) und dann sagen "ach ja, miss xxx kommt ja nicht mehr von ihrem thron" und grinst schnippisch. da komm ich mir dann schon nicht ernst genommen vor...aber es ist nun mal eine veränderung und ich denke das lässt auch irgendwann nach (also die sprüche)

    LG

  6. #6
    Neuling Avatar von CocoHazy
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    Beitrag Ich höre immer nur auf das was andere sagen

    Hey ...

    gut das du an dir arbeitest ... wie wäre es den z.b mit mentaltraining? ...

    gruß Coco
    Die Anderen

    von Johann Wolfgang von Goethe

    Woran dein Herz im Stillen hängt,
    lass es nur niemand hören:
    Du sprichst es aus und alles drängt,
    dein Glück dir zu zerstören.

  7. #7
    Neuling
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    Danke dir! Aber was ist Mentaltraining?

  8. #8
    Neuling Avatar von CocoHazy
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    Lächeln ...

    Hey ...

    lies dir den bericht mal durch und wenn es dich intressiert google es um weitere infos zu bekommen ...


    Mentales Training

    "Zusammenfassung:
    Das Mentale Training nimmt sich zum Ziel, die Realität in Abhängigkeit von den eigenen Wünschen "mental" neu zu erschaffen. Durch entsprechendes Training sollen bestehende Gedankenabläufe und Vorstellungen bewusst beeinflusst und verändert werden. Das Ziel des Mentalen Training ist letztlich das positive Denken.

    Anwendung

    Das mentale Training kann in allen Lebensbereichen angewandt werden, und wenn kein aktuelles Ziel erreicht werden muss, kann es dazu hilfreich sein, alte Probleme zu lösen oder Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
    Das mentale Training kann in seinen einfachsten Formen etwa ab dem 12. Lebensjahr erfahren und miterlebt werden. Wer damit arbeiten will, kann es bewusst und zielgerichtet für sein Leben einsetzen und es zum Beispiel in Alltags- oder Trainingssituationen umsetzen. Das mentale Training wird meist in mehrtägigen Seminarveranstaltungen vermittelt, wobei zuerst das Basiswissen erarbeitet wird, welches dann in weiteren Seminaren nach Wunsch des Einzelnen optimiert und intensiviert werden kann.

    Geschichtlicher Überblick

    Das mentale Training hat sich erst in den letzten Jahrzehnten verbreitet. Ursprünglich wurde die Technik des mentalen Trainings im Sport eingesetzt. Sportler stellten sich bereits vor dem Wettkampf mental auf das Ereignis ein. Die Erfolge des Mentalen Trainings im Sport erklären sich vor allem aus der Tatsache, dass auch bei nur vorgestellten Bewegungsabläufen, die an der Bewegung beteiligten Gehirnareale und Muskelpartien aktiviert (und somit trainiert werden). Nach seiner Verbreitung wird das Mentale Training beim Stressabbau, aber auch bei der Umsetzung von Zielen jeglicher Art im beruflichen und privaten Bereich angewandt.

    Theorie und Technik

    Die grundsätzliche Theorie des mentalen Trainings besteht darin, dass der Mensch sich seine eigene Realität, mit Hilfe seiner Gedanken und Vorstellungen, selbst konstruiert und diese Gedanken ausschlaggebend für die Gestaltung des Lebens und die Umsetzung der Ziele und Wünsche sind. Wenn Gedanken aber lediglich in negativer Form eingesetzt werden, sind sie letztendlich mitverantwortlich für körperliche Beschwerden und Krankheiten. Gesundheit basiert auch auf geistiger Kraft und Energie, welche uns im Idealfall positiv beeinflussen sollte. Durch die mentale Arbeit sollen "Negativfallen" vermieden werden. Gedanken und Gefühle wirken als biochemische Auslöser auf das menschliche "Heilungssystem". Sie können fördern oder belasten, heilen oder eine Heilung verhindern (Heilungskraft der Psyche). Außerdem kann die Kraft der Gedanken bei der Erreichung von Zielen sehr förderlich sein, wenn bewusst und zielgerichtet auf das Ergebnis hingearbeitet wird. Durch die Erzeugung von inneren Bildern oder das bewusste Einlassen auf positive Gedanken soll man innerlich gestärkt werden. Das mentale Training soll den Menschen auch gegenüber negativen Gedanken seitens der Umwelt, zum Beispiel bei Kollektivängsten, bestärken. Negativen Gedanken, die mit Erlebnissen der Vergangenheit zusammenhängen, werden oft von alten "Programmen" in unserem Gehirn geleitet. Deswegen ist es entscheidend, sich durch Suggestion und inspirierende Worte zu positiven Gedanken und Ideen hinzuleiten bzw. sich selbst "umzuprogrammieren". Es ist wichtig, sich in seinem Denken auf das zu konzentrieren, was man wirklich will, um nicht durch negative Gedanken das Unerwünschte unbewusst "heraufzubeschwören".

    Autor:
    Dr. Walter Hoffmann
    Experten für die Seite:
    Dr. Walter Hoffmann (Psychologie, Psychotherapie)
    Dr. Bettina Reiter (Psychiatrie, Psychotherapie)"

    gruß Coco
    Die Anderen

    von Johann Wolfgang von Goethe

    Woran dein Herz im Stillen hängt,
    lass es nur niemand hören:
    Du sprichst es aus und alles drängt,
    dein Glück dir zu zerstören.

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