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Thema: ich kann nicht mehr...

  1. #1
    Neuling
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    Standard ich kann nicht mehr...

    Guten Tag,
    ich versuche euch im Folgenden mein Problem, so gut es mir gerade möglich ist, zu schildern. Falls es ein wirrer Text wird, liegt das an meinem momentanen Zustand und ich bitte euch einfach zu fragen, falls etwas unklar ist.
    Also mein "Zustand" hält nun bereits 1 1/2 Jahre an.
    Ich habe im Februar letzten Jahres mein Studium abgebrochen mit dem Willen etwas neues, passenderes zu studieren. Zu diesem Zeitpunkt war ich so selbstsicher, wie noch nie in meinem bisherigen Leben. Ich schien das erste mal wirklich zu wissen wer ich war und wo ich hin wollte, vorher hatte ich immer nur bestimmte Bilder von mir "inszeniert". Ich war immer gerade das, was mein Gegenüber erwartete, selbst sein wollte oder gut fand(So wählte ich wohl auch meinen ersten Studiengang).
    Ich habe mir mal ein Vergleich überlegt, der es eigentlich ziemlich gut auf den Punkt bringt. Ich hoffe es klingt nicht zu abgehoben.
    "Ich fühle mich wie das x in einer Gleichung. Eine Variable, die im Zusammenhang mit anderen Zahlen ihren Wert definieren kann, ohne sie jedoch nur undefinierbares Nichts ist."

    Naja, ... vll. noch ein bisschen zu meiner Person.
    Ich bin 23 Jahre alt, meine Eltern haben sich getrennt, als ich 9 Jahre alt war.
    Bin bei meiner Mutter und ihrem Freund aufgewachsen. Mit 15 Jahren bin ich für ein halbes Jahr zu meinem Vater gezogen, aufgrund von täglichen massiven, teils handgreiflichen, Auseinandersetzungen mit Mutter und Stiefvater. Nachdem ich wieder zurück bin zu meiner Mutter habe ich den Kontakt zu meinem Vater komplett abgebrochen. Weiß bis heute nicht genau warum... .
    Ich hatte noch nie eine richtige Freundin, zwar gab es ein paar Versuche, diese jedoch hielten im Schnitt nicht länger als einen Monat.
    Mit 17 begann ich täglich zu kiffen. Ich kiffte bis ich 20 war so gut wie jeden Tag.

    So, nun zu meinem Zustand heute.
    Ich liege nun seit dem Abbruch meines Studiums vor 1 1/2 Jahren den größten Teil der Zeit einfach nur im Bett und mache nichts. Ich schlafe teilweise 14-15 Stunden am Tag. Ich stehe nicht mal auf um mich zu duschen oder mir die Zähne zu putzen.
    Es ist wirklich erbärmlich. Ich verwahrlose regelrecht. Alles um mich herum ist mir egal. Die Wohnung sieht aus wie die von einem Messie, überall liegt Geschirr und Müll. Ich habe seit einem halben Jahr kein Bankkonto und keine Krankenversicherung mehr. Die Mahnungen stapeln sich und einen Schufa-Eintrag habe ich auch schon.
    Ich hasse mich selbst dafür, dass mir alles so egal ist. Ich bin der totale Versager.
    Alle meine Freunde um mich herum meistern ihr leben und ich liege hier und bin quasi am verwesen und innerlich schon lange tot.

    Ich hab einfach keine lust mehr auf das leben und ich kann auch einfach nicht mehr. Diese Gedanken gehen mir täglich durch den Kopf teilweise erzeugen sie so einen Druck in mir, dass ich es nicht mehr aushalte und am liebsten schreien würde bis ich alles auskotze und es vorbei ist. In solchen Momenten hilft meist nur eins, Gegenschmerz erzeugen. Ich haue dann meistens solange, mit den Fäusten, gegen die Wand bis ich nur noch den Schmerz meiner Hände spüre und nicht mehr diesen entsetzlichen Druck. Ich weiß es ist krank, aber es ist der letzte Ausweg in diesen Momenten, sonst würde ich es nicht ertragen können.

    Niemand weiß wie es wirklich in mir aussieht. All das habe ich noch niemandem erzählt. Meine Freunde sehen wahrscheinlich nur, dass ich mich ein bisschen zurückgezogen habe und momentan nicht genau weiß was ich Studieren will, denn meine Maske funktioniert noch.
    Wenn ich mich mit ihnen treffe, dann versuch ich einfach wie immer zu sein.
    Es gibt dann sogar Momente, in denen ich einfach alles vergesse und auf ein Mal wieder lache und einfach im Moment bin, dafür ist der Sturz wenn ich nach hause komme und mich ins Bett lege um so tiefer.
    Dazu muss ich sagen, dass ich eigentlich immer wenn ich mich aufraffe zu meinen Freunden zu gehen Drogen (Alkohol/Gras) im spiel sind. Ich denke wenn sie sagen würden komm doch mal vorbei, heute bleiben wir aber nüchtern, dann würde ich nicht kommen, weil ich es nicht aushalten würde. Da ich mich manchmal sogar 2 mal in der Woche mit ihnen treffe und es mir dabei wie gesagt auch annähernd gut geht frage ich mich natürlich, ob ich mir das alles vll. einfach nur einbilde und einfach nur abartig faul bin. So faul, dass mir sogar das bloße existieren zu anstrengend ist.

    So, ich glaube ich mache mal Schluss. Das wird schon anstrengend genug gewesen sein den Text zu lesen, so völlig ohne roten Faden und ich bedanke mich bei jedem, der es bis hier geschafft hat!

    Ich weiß auch nicht was ich mir jetzt erwarte, ich wollte denke ich einfach einen kleinen Teil meiner Gedanken niederschreiben und hoffe einfach auf Anregungen jeglicher Art.

    Danke !!

  2. #2
    Neuling
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    Oh mein Gott, ich würde den Text am liebsten wieder löschen. Wenn ich ihn lese fühle ich mich einfach nur dumm. Ich kann nicht mal mehr einen klar strukturierten, verständlich formulierten Text schreiben.
    Ich fühle mich als hätte ich mich in den letzten 1 1/2 Jahren mental zum Kleinstkind zurückentwickelt. Texte schreiben, lesen und Sprache im Allgemeinen war immer mein Gebiet...

    Jetzt bitte keine Antworten wie :,, Ach der Text ist doch gut verständlich." etc. nur um mich aufzuheitern.
    Ist nett gemeint, aber würde momentan eher das Gegenteil bewirken.
    Geändert von whatswrong (24.10.2011 um 07:34 Uhr)

  3. #3
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    Hallo,

    momentan scheint es dir ja überhaupt nicht gut zu gehen.

    Ich lese aus deinem Text , dass du mit deinem Leben gerade nicht fertig wirst und du denke ich unterstützung brauchst.
    Es kotzt dich selber an das du so lebst wie du momentan lebst und ich glaube das du etwas ändern mäöchtest, die frage ist jetzt was brauchst du um wieder ein geortes leben zu führen?
    Ich kann mir sehr gut vorstellen das dir eine therapie helfen würde, was denkst du?

    liebe grüße licht

  4. #4
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    Ja, vll. wäre ein Therapie sinnvoll. Da ich jedoch keine Krankenversicherung mehr habe und somit nicht mal eben so zum Arzt gehen kann, kann ich das momentan vergessen.
    Ich habe, wie gesagt, nicht mal die Energie mich täglich aus dem Bett zu hieven und da erscheint mir die Bewältigung dieses "Behördenmarathons" mehr als unmöglich.
    Das zweite Problem ist, dass wenn ich mit jemandem über meine Probleme sprechen soll, dann kommt mir alles total unwirklich vor. Ich hab dann wieder, wie immer im direkten Kontakt mit Menschen, meine Maske auf.
    Es fühlt sich dann an, als würde all das was ich jetzt mehr als deutlich, mit jeder Faser meines Körpers spüre, nicht existent sein und niemals existiert haben.
    Fast als ob ich meinem Gegenüber ins Gesicht lügen würde und mir alles nur einbilde.
    Ich kann mich vom Verstand, dann zwar noch an die Stimmungen und Gedanken erinnern, jedoch mehr so, als ob mir jemand fremdes, zu dem ich gar keinen emotionalen Bezug habe, von ihnen erzählt hätte.
    Es ist dann, als hätte ich in diesem Moment, alles komplett abgetrennt von meinem Momentanen erleben.
    Eben genau jenes Gefühl bzw. jener Prozess, der abläuft während ich mit meinen Freunden zusammen bin.

    Danke für deine schnelle Antwort!
    Geändert von whatswrong (24.10.2011 um 09:42 Uhr)

  5. #5
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    HI,

    ich weiß nicht so recht, wie ich anfangen soll, aber ich versuch es einfach mal. Du siehst, wie andere alles mögliche schaffen und du bleibst auf der Strecke, hast so richtig keinen, dem du dich anvertrauen kannst.
    In dir ist dieses Chaos, das du nicht ordnen kannst, weil du denkst, dass du gar nichts mehr auf die Reihe bekommst. Das stimmt aber so nicht. Immerhin hast du ja schon was geschafft (Abitur), denn du studiertest. Was hast du denn eigentlich studiert?
    Es ist kein Weltuntergang, wenn du etwas abbrichst, dass vielleicht in deinen Träumen so toll hätte werden können. Klar ist es traurig, wenn Träume zerplatzen, aber tief in dir drin schlummern bestimmt noch Interessen. Mag sein, dass du das gerade nicht so siehst. Doch ich bin überzeugt davon, dass es etwas gibt, dass dich so puschen könnte, dass du wieder auf die Beine kommst (eine geheime Sehnsucht in dir).

    Einerseits willst du unbedingt was an deiner geschilderten Situation ändern, andererseits bist du aber, entschuldige bitte, "zu faul" dafür.
    Wahrscheinlich musst du erstmal wieder zu dir zurückfinden. Das geht aber nicht, wenn du dich von deiner Umwelt isolierst (im Sinne von ständig zu Hause sein). Erste Schritte in die richtige Richtung könnten z.B sein, dass du in deiner Wohnung aufräumst oder von den Drogen weg kommst (Wusstest du, dass man vom Kiffen depressiv werden kann?). Ich würde dir empfehlen zu einer Drogenberatung zu gehen. Es muss nicht alles auf einmal, von jetzt auf gleich geändert werden. Jeden Tag ein kleines bisschen und du wirst sehen, dass das Leben wieder lebenswert ist. Such dir ein Hobby (Sport, Tiere,...) irgendwas. (Hobbys müssen nichts kosten, z.B. der Tierschutz sucht immer ehrenamtliche Helfer oder aber dein Interesse gilt Büchern, dann ab in die Bibo) Raff dich auf und geh hinaus in die Welt. Nicht alles ist schön, aber vieles.

    Ich hoffe, dass dir das wenigstens ein wenig hilft. Ich weiß, es isst schwer, aber manchmal ist es eben so. Sich aus jenem Loch wieder aufzuraffen, in das man hineingefallen ist. Aber vielleicht wirst du es verstehen.
    So, nun hab ich genug geschrieben. Wenn du Fragen hast, frag einfach.

  6. #6
    Neuling Avatar von DrMondi
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    Hey,

    hast du IRGENDJEMANDEN, dem du dich anvertrauen kannst und wenn es der Hausarzt ist ??
    Der erste Schritt wäre gemacht, wenn du jemanden hast, der dir etwas hilft, z.b dir zuhört oder eine Termin beim Arzt macht.

    Alles Gute
    Gruß DrMondi
    ..............................................
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  7. #7
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    Hi doodle,
    erstmal danke ich dir für die Antwort, aber ich denke du hast eher über dich als über mich geschrieben, tut mir leid wenn ich das einfach mal so frech behaupte, ich hoffe ich trete dir damit nicht zu nahe.
    Ich will auch gar nicht gleich alles in den Boden stampfen, was du gesagt hast, aber ich sehe einfach nicht wo du auf meinen, ich gebe wirren, Text richtig eingegangen bist.
    Ich weiß, dass es kein Weltuntergang ist das ich mein Studium abgebrochen habe. Ich habe ja gesagt, aus welchem Muster heraus ich diesen Studiengang gewählt habe. Es gab in meinem Leben eigentlich noch nie wirklich Interessen, für die ich wirklich brennen konnte und die ich nur für mich gemacht habe. Ich fühle mich einfach substanzlos und leer, nichts interessiert mich wirklich...
    Bsp.: Habe ich zu jmd. kontakt der für Musik lebt, dann pass ich mich dem an und lerne vll. akribisch Gitarre und denke ich gehe jobmässig in die Musikrichtung.
    Bin ich dann alleine merke ich, dass es mich eigentlich genauso wenig berührt wie alles andere auf dieser Welt auch.

    Außerdem habe ich in den letzten 20 Monaten nicht versucht nichts an meiner Situation zu ändern. Ich habe mir Tagespläne mit kleinen Aufgaben angefertigt, habe versucht wenigstens einmal wöchentlich aufzuraffen und Sport zu machen, aber nichts davon hilft.
    Im Gegenteil, wenn ich merke das alles einfach beim alten bleibt und ich wenn ich nach hause komme einfach nur wieder ins Bett falle oder ich morgens aufwache und bis Nachmittags einen Heulkrampf der allerfeinsten Sorte habe, weil ich geträumt habe alles ist schön und in wache in meinem Bett auf, die Rollos sind runter gezogen und alles ist wie immer, dann falle ich in ein umso tieferes Loch und bin dadurch nur immer wieder mit der Sinnlosigkeit meiner Existenz konfrontiert. Diese Sinnlosigkeit und dieser Druck, die mich innerlich zu zerreissen scheinen haben mich schon oft an den Rand "der letzten Lösung" getrieben. Wie ich diesen Druck abbau, hatte ich ja bereits erwähnt.

    Das mit dem gelegentlichen Drogenkonsum ist sicher nicht gut und weil ich, wie du, anfangs dachte, dass es vll. der Auslöser ist, habe ich es ein halbes Jahr gelassen und auch das hat nichts an meiner Situation geändert. Im Endeffekt sag ich einfach mal kiffe oder trinke lieber den Druck weg, als dass er mich vor den Zug springen lässt.
    Auch wenn der Zug wesentlich effektiver wäre, da er nicht nur momentan meine Stimmung in der waage hält, sondern mich auf einen Schlag von allem befreien und endlich schlafen lassen würde.
    (ich weiß die Gedanken sind krank und entbehren wahrscheinlich jeglicher Logik).

    Ich hoffe du empfindest mich jetzt nicht einfach nur als stur und beratungsresistent, sondern verstehst, dass zum Beispiel ein Satz wie "Raff dich auf und geh hinaus in die Welt" wie blanker Hohn in meinen Ohren klingt.

    Ich danke dir trotzdem nochmals für deine Antwort und hoffe einfach, dass du mich vll. nun ein bisschen besser verstehst.

  8. #8
    Neuling
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    Hi DrMondi,
    ich habe schon Leute, den ich es theoretisch erzählen könnte, aber ich kann einfach nicht wirklich über meinen Schatten springen. Wenn ich alles erzählen würde, was ich denke z.B von den tägl. Selbstmordphantasien, über meine Verwahllosung, dann würden die mich wahrscheinlich sofort einweisen. Ich weiß nicht ob sie damit umgehen könnten und mir ist das alles auch wirklich EXTREM peinlich. Hier im Netz kann ich allein durch die gewährleistete Anonymität relativ frei sprechen. Außerdem fällt es mir wesentlich leichter darüber zu schreiben, als darüber zu sprechen.
    Das Problem mit dem Arzt ist, dass mich kein Arzt ohne Krankenversicherung behandeln wird.

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