psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 19

Thema: Ich kann nicht mehr! Wer bin ich nur?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    20.02.2010
    Beiträge
    17
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Ich kann nicht mehr! Wer bin ich nur?

    Hallo!
    Ich bin 22 und weiblich.
    Ich habe es echt satt. Ich weiß nicht mehr weiter. Mein Leben hat scheinbar perfekt begonnen und es droht in eine Sackgasse zu laufen.
    Bisher habe ich immer gekämpft. Trotz Dauerproblemen wie Liebeskummer, Streit in der Familie, Problemen im Umgang mit Menschen, etc. versucht mein Leben durchzuziehen. Ich habe mittlerweile mein Abi geschafft, studiere Soziale Arbeit und habe ein Kind, bin aber alleinerziehend. Bisher klappte alles, weil ich einfach "funktioniere", aber ich lebe nicht wirklich. Nun kommt aber alles auf einmal. Mir wird gerade durch verschiedene Menschen immer mehr bewusst gemacht, wie "unnormal" ich sei. Sie sagen, ich sei komisch, anders, hätte eine seltsame Einstellung, sei "krank", dumm, usw... Dass das Studium mir nicht liegt, ich dafür nicht geeignet bin wird mir auch ständig vorgehalten. Das Schlimme: Ich kann es nicht verstehen. Ich sehe mich so anders. Wenn ich nicht ständig die Rückmeldung von anderen bekommen würde, würde ich denken, dass das Studium perfekt für mich ist, ich sehr intelligent bin, eine super gute Einstellung zum Leben habe, usw. Bisher habe ich dafür auch gekämpft und auf meine Meinung beharrt. Aber egal wo und mit wem ich spreche und in Kontakt komme: ALLE (es gibt wirklich keine Ausnahme) sagen, dass sie mit mir nicht klarkommen, ich Quatsch rede, dumm sei, unselbständig usw. Für mich sind diese Worte immer völlig befremdlich - mir macht das Angst. ich habe das Gefühl, dass ich mich überhaupt nicht kenne und mir komplett fremd bin.
    Ich habe derzeit auch Angst, dass ich alles hinschmeiße, weil es doch eh nichts bringt. habe Angst, dass ich das Studium hinschmeiße, finanziell in der Ecke lande, mich irgendwann nicht mehr um meinen Sohn kümmern kann. Zum Selbstmord zu feige - irgendwann an einer körperl. Erkrankung, die aus meiner PSyche resultiert, sterbe.

    Wie komme ich da raus? Und selbst wenn es mir wieder "normal" schlecht geht - ich würde mir wünschen, mal EINEN Menschen zu finden, der mich versteht und mich nicht als "unnormal" und "krank" abstempelt bzw. einen Menschen, der mir erklären kann, was genau unnormal ist und warum das so ist und ob ich eine spezielle Krankheit besitze oder was mit mir los ist :.-(

    Ich bin derzeit (schon länger) in psychotherapeutischer Behandlung, aber meine bisherigen Therapeuten konnten bei mir nichts ungewöhnliches feststellen. Zumindest keine eindeutige Diagnostik. Ich habe schon überlegt, in eine Klinik zu gehen in der Hoffnung, dass mir dort intensiver und langfristig geholfen werden kann, aber ich will das meinem Sohn nicht zumuten (er ist 3 Jahre) und jmd., der aufpasst, habe ich nicht mehr. Habe den Kontakt zu sämtlichen Leuten in der Familie abbrechen müssen, weil es mich fertig gemacht hat (auch sie sagen mir ständig, wie anders ich sei und ich wiederum finde sie "anders" im negativen Sinne - ich finde leider immer meine Einstellung genau richtig)
    Ich kann mich aber von meinem Sohn auch nicht trennen. Er ist der einzige Halt in meinem Leben. Ohne ihn, würde ich nicht mehr leben.

    Habt ihr eine Ahnung, was mit mir los ist? Was kann ich tun? Ich vermute mal, nicht viel :-(

    Hinzu kommen noch viele "nebenerscheinungen" wie Zwänge, Ängste, Essstörungen. Das letzte belastet mich derzeit auch extrem. Ich fresse regelrecht. Es gibt außer nachts NIE eine längere Pause als 15 Minuten, wo ich nichts esse. Ich esse, und esse, bis mir schlecht wird. Gern würde ich mich dann auch übergeben, einfach um diese Übelkeit loszuwerden und als positiven Nebeneffekt, um nicht dick zu werden (noch bin ich es nicht, nehme aber deutlich zu), aber ich kann es gar nicht und will es auch nicht. Aber wie kann ich damit aufhören? Ich habe es echt satt. Ich esse ständig, obwohl ich satt bin und mir ist dann ständig übel. Heute Abend habe ic nach dem "normalen" Abendbrot gleich noch 1,5 Pizzas gegessen und dann gehts gleich mit Schokolade weiter :.-(

    Hilfe... Ich habe viel zu viele Problemchen, um sie hier alle zu schreiben, aber das war erstmal das, was mich aktuell am Meisten belastet :.-(

  2. #2
    Neuling
    Registriert seit
    06.04.2010
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    10
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Hoffnungslos87,

    Zitat Zitat von Hoffnungslos87 Beitrag anzeigen
    ich würde mir wünschen, mal EINEN Menschen zu finden, der mich versteht und mich nicht als "unnormal" und "krank" abstempelt bzw. einen Menschen, der mir erklären kann, was genau unnormal ist und warum das so ist und ob ich eine spezielle Krankheit besitze oder was mit mir los ist :.-
    also ich denke, dass man sich von niemand anderem einreden lassen sollte "unnormal" zu sein oder in irgendeiner Weise sich als krank abstempeln lassen sollte. Das geht den Menschen doch viel zu leicht über die Lippen, ohne zu wissen, was wirklich mit dir los ist und woran du eigentlich denkst.
    Sie sehen schließlich immer nur das, was du Ihnen zeigst. Ob das unnormal oder krank ist, möchte ich nicht und sollte auch niemand andres beurteilen.
    Du musst schließlich deinen inneren Frieden finden und so wie ich das sehe, bzw. was ich von dir lese, scheinst du schon zu wissen was dir beruflich Spaß macht oder wo du mal hin willst. Das halte ich für sehr wichtig und lass dir da bloß nicht von anderen Leuten reinreden, wenn du wirklich mit dem Herzen an der Sache hängst. Es kann ja nichts kaputt gehen...

    Ich würde dir desweiteren empfehlen, nicht herausfinden zu wollen, was hinter dem Wort "unnormal" steckt. Das ist dir wahrscheinlich auch schon durch den Kopf gegangen, aber das "normale" definiert nun mal niemand, auch die Gesellschaft nicht. Jeder Mensch ist einzigartig und in seinem Handeln und Denken immer irgendwo unnormal.

    Ich bin allerdings in dem Thema auch etwas zwiegespalten, da ich mich in Anwesenheit meiner Freunde auch ganz anders gebe und versuche deren "Normalität" anzunehmen. Vor kurzem habe ich dann mal gelesen, dass diese Synchronisation ganz normal sei und man sich nicht dafür schämen braucht, kein klar definiertes Image zu besitzen und es zu "verteidigen".
    Wenn dir die Personen, die dir sowas versuchen einzureden, so am Herzen liegen, frag sie doch mal wie du ihrer Meinung nach sein solltest. Dann kannst du immer noch überlegen ob du so sein willst, oder ob du dir nicht doch andere Menschen suchst, die dich verstehen und mit denen du eher auf einer Wellenlänge bist.


    Ich möchte dir nur raten, nicht alle zu pauschalisieren und mit deinem gesamten sozialen Umfeld den Kontakt abzubrechen. Ich gestehe dem Großteil der Menschen so viel Verstand zu, dass sie zumindest in einem offenen Gespräch mit dir ein wenig Verständnis für deine Situation aufbringen.

    Du hast noch so viel Zeit im Leben, so viel Möglichkeiten Menschen kennen zulernen, die zu DIR passen und nicht zu dem, was fremde Menschen dir aufdrängen wollen.

    Bleib stark und halte an dem fest, was dir kraft gibt: dein Kind, dein Studium und das schöne Wetter in den nächsten Monaten

    Liebe Grüße,
    Chris88
    Geändert von Chris88 (09.04.2010 um 19:25 Uhr) Grund: Korrektur

  3. #3
    Gast4409
    Gast

    Standard

    hallo,

    also ich kann gerade gar nicht begreifen, wie all die Menschen in deinem Umfeld so üble Dinge zu dir sagen können. Gerade wenn du dich schon alleinerziehend um deinen Sohn kümmerst UND dann noch nebenbei mit so viel Überzeugung an dein Studium rangehst... das zeugt meiner Meinung nach von Intelligenz, Selbstständigkeit und einer echt guten Einstellung. Dass du schlüssig formulieren kannst, und keinen Quatsch redest, hast du ja auch gerade gezeigt.
    Gerade in einem Studium der Sozialen Arbeit kann man doch davon ausgehen, dass die Leute mehr Hirn haben und nicht so schreckliche Dinge zu dir sagen.

    Bei mir kommt da zwangsläufig die Frage auf, warum dein Umfeld so auf dich reagiert.
    Deine Zwänge, Ängste und Essstörungen... sind die aufgetreten als diese schlechten Rückmeldungen angefangen haben, oder bestanden sie schon vorher?

  4. #4
    Neuling
    Registriert seit
    20.02.2010
    Beiträge
    17
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich verstehe es halt auch nicht. Im Grunde genommen denke ich halt auch positiv über mich und habe bisher immer gedacht, dass die, die solchen "Quatsch" reden, einfach "dumm" sind... Aber da es ja ALLE sagen und ich mit KEINEM klarkomme, muss ja irgendwas dran sein! Und selbst wenn es tatsächlich so wäre, dass ich eben genau an die falschen Menschen gerade - dann stellt sich wieder die Frage, warum das so sein sollte.

    Also ich denke langsam wirklich, dass meine Selbstwahrnehmung falsch ist, aber ich weiß nicht so richtig, wie ich zu mir finden soll und mich "richtig" wahrnehmen kann.

    Die Zwänge, Esstörungen, usw. sind in meiner Jugend (13/14) aufgetreten - das war der Zeitpunkt, wo mich Liebeskummer, etc. am weitesten runtergezogen haben. Meine Theorie ist aber, dass z.B. der Liebeskummer erst so arg war, da ich vorher schon mehr oder weniger "Ablehnung" im Elternhaus erfahren habe und mich dann zu sehr an jmd. "geklammert" habe. Es wurde mir meiner Meinung nach (meine Eltern sehen das natürlich anders) von Klein auf gesagt, dass ich "anders" sei. ("Kein Kind ist wie du! Schau dir mal die ... und den ... an. Die sind alle anders.")

    Und das jeder einzigartig ist, ist klar. Und jeder hat seine Macken. Aber die Menschen, die ich kenne, lassen mich spüren, dass es ein GANZ "anders" und eben im negativen Sinne ist - eine Art "soziale Unfähigkeit"...
    Ich hoffe nur, dass ich es irgendwann rausbekomme. Man kommt sich sonst so fremd und "verarscht" vor in dieser Welt :-(

  5. #5
    Neuling Avatar von smile
    Registriert seit
    15.02.2008
    Ort
    Niedersachsen
    Beiträge
    77
    Danke
    7
    8 mal in 8 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hey,

    hat dir denn jemals jemand gesagt, was GENAU er mit dem "anders" meint? Das ist alles sehr vage...

    Liebe Grüße, smile
    Betrachte immer die helle Seite der Dinge! Und wenn sie keine haben, dann reibe die dunkle, bis sie glänzt.

  6. #6
    Neuling
    Registriert seit
    20.02.2010
    Beiträge
    17
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Mh, schwer zu sagen... Es ist wohl immer verschieden und auch nicht eindeutig, oder so viel, dass ich es nicht mehr weiß?
    was mir jetzt nur einfällt ist eben, dass ich immer andere Ansichten habe als die anderen, sehr viel nachfrage (alles genau wissen will), sehr direkt bin, was ich als ehrlich bezeichnen würde und sehr genau(perfektionistisch?)... Aber für mich wären all diese Dinge kein Grund, mich mit so einer Person nicht mehr abgeben zu wollen... Also irgendwie weiß ich auch nicht, was genau es ist :-(

  7. #7
    Neuling Avatar von smile
    Registriert seit
    15.02.2008
    Ort
    Niedersachsen
    Beiträge
    77
    Danke
    7
    8 mal in 8 Beiträgen bedankt

    Standard

    Aber für mich wären all diese Dinge kein Grund, mich mit so einer Person nicht mehr abgeben zu wollen...
    Denke ich auch! Ist irgendwie ein wenig seltsam...

    Hm, vielleicht ist das ja eine blöde Idee, aber wenn dir das wieder jemand sagt, dann frag doch vielleicht gezielt nach, WAS denn jetzt gemeint ist... ich könnte mir allerdings vorstellen, dass die Betreffenden das dann entweder nicht so richtig ausdrücken wollen oder dass ihnen selbst nicht so richtig klar ist, was gemeint ist.

    Schwierige Situation... Tut mir Leid, dass ich dir keinen richtigen Rat geben kann...
    Betrachte immer die helle Seite der Dinge! Und wenn sie keine haben, dann reibe die dunkle, bis sie glänzt.

  8. #8
    Verleger Avatar von Waris
    Registriert seit
    12.01.2007
    Ort
    Köln
    Beiträge
    2.315
    Danke
    174
    277 mal in 164 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo,

    ich finde auch, man müsste wissen, in welchen Situationen und woraufhin bezogen sowas gesagt wird.
    Ich habe trotzdem einen kleinen Ansatz. Was du über deine Kindheit und Jugend erzählst, klingt so, als sei die Überzeugung nicht normal zu sein, dir schon sehr früh eingeprägt worden. Und dass deine Seele unter etwas leidet, zeigt sich in deinen Essstörungen, Zwängen, Ängsten etc. Warum denkst du, dass du diese entwickelt hast, wenn dein Leben so toll begonnen hat und du so eine gute Lebenseinstelleung hast?
    Was unsere eltern uns eintrichtern, prägt uns ein Leben lang. Kann es sein, dass du schon mit dem Gefühl aufgewachsen bist, nicht normal zu sein und es bis heute mit dir rumschleppst? Das muss dir nicht bewusst sein. Durch die Menschen die dir begegnen wirst du mit einer Art Spiegel konfrontiert. Sie spiegeln dir das, was im innern schon da ist.


    LG Waris
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

    Ich bin frei und ich l(i)ebe es!!!

Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!