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Thema: Ich klaue...

  1. #9
    Roman Verfasser
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    Zitat Zitat von kleineEine Beitrag anzeigen
    Danke für euere Antworten.

    Ich weiß, dass ich irgendwie hilfe brauche um davon loszukommen. Das Problem ist, ich will nicht das alle es wissen. Ich schäme mich so sehr und ich habe angst das es weitere erfahren.

    Wenn ich es DER Freundin sage, dann ist es bestimmt eine Frage der Zeit bis es andere wissen. Ihr Mann wird es bestimmt erzählen. Der hält derzeit nur wegen ihr den Mund.

    Ich warte erstmal ob und wie es mit ihr weitergeht. Sie sagte sie braucht Zeit.
    Jeden Tag schau ich nun millionenmal aufs Handy ob eine Nachricht da ist. Ich bin ein nervenbündel und echt fertig.

    Vielleicht glaub sie mir meine Story etwas und belässt es dabei.
    Ich hoffe es. Ich bete dafür.

    Auch habe ich mir einige Dinge die ich gestohlen habe in Erinnerung gerufen und bin dabei sie zu ersetzen. Ich weiß das es nichts bringt weil diese Personen es noch nicht wissen, vielleicht auch nicht bemerkt haben. Aber das ist für mein Gewissen. Es muss sein.

    Eine Therapie werde ich wohl erstmal nicht schaffen. Ich habe 3 Kinder, davon 2 unter 3 die noch nicht im Kindergarten sind. Ich müsste sie mitnehmen zum Termin und das geht nicht. Mein Mann ist durch seine Arbeit immer wechselhaft da und weg. Also gleichbleibende Uhrzeiten für Termine gibt es nicht. Eine terminierung könnte immer erst 2 Wochen vorher passieren und das ist bei den Therapeuten nicht möglich. Leider.

    Aber ich werde per Mail mit einigen Kontakt aufnehmen, schildern und vielleicht komme ich dann weiter. Vielleicht gibt es dann eine Möglichkeit.

    Ich weiß das ich zurecht in Angst lebe. Das ist meine Schuld. Ich hoffe eines Tages wird es besser.

    Am Meisten tun mir meine Kinder leid, wenn sie erstmal kapieren WAS ich gemacht habe (sollte es rauskommen) und andere ihnen das sagen und sie deswegen meiden...
    Damit würde ich nicht klarkommen...
    Die Schuld liegt nur bedingt bei Dir. Letztlich liegt die Ursache in Deiner Erziehung. Dem gälte es therapeutisch nachzugehen, um für Dich Verständnis zu erlangen, um letztlich so eine innere Entschuldung zu ermöglichen. Bei der Therapie geb ich Dir aber recht, bei so kleinen Kindern ist jede Stunde Trennung eine zuviel. Vor dem Hintergrund Kindeserziehung würde ich Dir auch raten Dir nicht zuviel Schuldgefühle zu machen. Klar ist es dumm, und die Schuld besteht, aber Du bist doch an sich trotzdem ein liebenswerter Mensch. Du kannst Dich mit den Fehlern die Du eben hast doch nur akzeptieren.

    Die Idee ein paar Dinge zu ersetzen, für Dein inneres Gewissen ist ok. Man muß es nichtmal allen erzählen. Dabei würde ich aber bewußt nichts irgendwie heimlich in Privatbereichen zurückmanipulieren, aber das weißt Du ja eh schon selbst. Die Ausgleiche muß man nichtmal mit Dir in Verbindung bringen, es ist ja für Dich letztlich. Und indem Du Dein Klauen unterläßt hättest Du auch schon ein Stück weit Buße getan.

    Und wenn sich die Wahrheit verbreitet, kannst Du eh nichts mehr tun. Dann bleibt Dir sowieso nur noch, voll dazu zu stehen, die Schuld voll aushalten. Das ist für eine Zeit unangenehm, aber es wächst über alles Gras. Und die, die nur davon reden und gar nicht mehr davon loskommen, von denen willst Du eh nichts, die sind doch selbst auf ihre Weise nicht besser.

    Ein Gedanke noch, letztlich ist es durch Dich selbst aufgeflogen. Man könnte an solchen Stellen sagen, das innere Selbst wollte nicht mehr weitermachen und hat sich deswegen so eine Situation organisiert.

    Ob es für Deine Kinder interessant wird ist noch eine andere Sache die später entschieden wird. Wenn Du absehen kannst daß Deine Kinder es einmal erfahren, müsstest Du es ihnen vorher selbst erzählen, also vorgreifen. Das wäre der einzige Weg. Die Grundlage dafür wäre daß Du über Deine Beweggründe gut Bescheid weißt und Dich schuldfrei betrachten kannst. Eine moralische Selbstverurteilung vor Deinen Kindern bringt niemanden weiter.

  2. #10
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    Hallo KleineEine,

    bekamst du als Kind genügend Taschengeld?
    Kinder sollen Taschengeld bekommen, damit sie lernen können wie man damit umgeht und wie man sich Geld einteilt. Sie dürfen sich von ihrem Taschengeld kaufen, was sie wollen. (Ausnahmen Tiere, Drogen, etc. )

    Weiter im Text

    Du sagst, dass es dir damals darum ging diese bestimmten Sticker zu bekommen?
    Was fällt dir da ganz spontan ein, wenn an Sticker denkst? Was für ein Gefühl verbindest du mit ihnen? Und was haben dir dir Sticker eingebracht, was ging mit ihnen einher?


    Und im Vergleich:

    Wenn du heute etwas klaust, an was denkst du während des Klau-Vorgangs? Was für ein Gefühl gibt es dir?
    Haben dir die "besonderen" Sticker damals vielleicht Anerkennung gebracht?
    Vielleicht hast du immer noch diese Geschichte von damals vor den Augen?

    Stell dir das mal als eine Art "Schablone" vor, die du vor deinen Augen hast:

    Deine Freundin - das ist die Verkäuferin oder deine böse Mutter, die du beklaut hast oder dir was nicht geben möchte.
    Der Gegenstand, den du geklaut hast, das sind die Sticker.
    Oder sah es anders aus?

    Ich will jetzt natürlich keine Analyse hier betreiben, darum kann ich, um hier weiter zu schreiben natürlich nur annehmen, dass.. (!)

    die "Schablone" - das ist deine Innenwelt, die nichts mit der Außenwelt von damals zu tun hat.
    Sie verschleiert jedoch den Blick auf die Außenwelt.

    Es gilt also, angenommen ich liege richtig, dass das einschneidende Erlebnis in deiner Kindheit für dein heutiges Verhalten, damit zu tun hat und eine entscheidene Rolle spielt, das wäre möglich - muss aber nicht) dann gilt es diese Schablone immer wieder erneut in Frage zu stellen. (Wie gesagt - Ich nehme nur mal an (!))

    Ist meine Freundin die Verkäuferin - Ist sie meine Mutter?
    Ist der Gegenstand, den ich gerade begehre wirklich so wichtig wie damals die Sticker?
    Welche Wege bieten sich in meiner heutigen Situation an so einen Gegenstand heranzukommen?
    Was sind die die Rahmenbedingungen und Wird es mir Anerkennung bringen?

    Man muss versuchen aus der Innenwelt wieder in die Außenwelt zu gelangen.
    Geändert von honeymoon (14.01.2012 um 15:11 Uhr)

    Das Glück - Kein Reiter wird's erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier.
    Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.

    Theodor Fontane

  3. #11
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    Also zumindest dem eigenen Ehemann sollte man doch zumindest so sehr vertrauen, dass man nicht Angst haben muss, dass er psychische Probleme seiner Frau überall rumtratscht.

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