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Thema: Ich liebe meinen besten Freund - wie sage ich es ihm?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ich liebe meinen besten Freund - wie sage ich es ihm?

    Hey,
    Mir geht es seit einigen Monaten schon recht schlecht, allerdings hat sich der Zustand in den letzten Wochen noch mal deutlich verschlechtert.
    Wie der Titel schon sagt, bin ich in meinen besten Freund verliebt. Das Problem dabei ist, dass er hetero zu sein scheint, obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob er sich nicht doch vorstellen kann, mit mir eine Beziehung einzugehen, aber dazu später mehr.

    Zunächst mal ein paar Hintergrundinformationen:
    Ich bin extrem schüchtern. Dadurch bedingt hatte ich zur Schulzeit nur wenige Freunde, die im Nachhinein größtenteils auch kaum als richtige Freunde bezeichnet werden konnten. Zu dieser Zeit hatte ich kein sexuelles Interesse an Männern, bei Frauen konnte ich wegen meiner Schüchternheit abgesehen von einigen One night stands nicht landen bzw. hatte auch einfach wenig Interesse an deren Hobbys usw, so daas eine Beziehunh gar nicht entstehen konnte.
    Als ich mit dem Studium begann, lernete ich dann meinen heute besten Freund kennen. Dadurch, dass er im Umgang mit Menschen extrem geschickt ist, konnten wir relativ schnell eine sehr enge Verbindung zueinander aufbauen (was bei mir in der Regel eher längr dauert). Schon nach wenigen Wochen haben wir praktisch jeden freien Abend zusammen gefeiert, was ja alles noch normal ist.
    Nach etwa einem Jahr wurde mir dann bewusst, dass ich noch nie mit jemandem eine so enge Verbindung hatte. Ich dachte mir nichts dabei und es lief alles weiter wie zuvor, wobei wir immer häufiger telefonierten und miteinander schrieben.
    Eines Abends beim Feiern ging es darum, wer alles zu seinem Geburtstag kommen würde. Er antwortete, dass alle seine Freunde und ich kommen würden. Als ich ihn später fragte, ob wir keine Freunde seien, sagte er, dass das zwischen uns etwas ganz besonderes sei. In der gleichen Nacht schliefen wir beieinander. Nachdem ich das Gefühl hatte, dass er mich von hinten anfasst, drehte ich mich zu ihm, allerdings sah es so aus, als hätte er geschlafen. Das Ganze wiederholte sich ein paar Mal, bis ich selbst begann ihn anzufassen. Irgendwann wurde er wach, nahm meine Hand und legte sie weg von sich. Danach ist er wortlos wieder eingeschlafen. Geredet haben wir über die Sache nie. Es lief einfach alles wie zuvor zwischen uns.
    Wenige Wochen später fand er dann eine Freundin, womit für mich in Verbindung mit dem Vorfall zuvor klar war, dass er wohl doch 100% hetero war. Daher hielt ich es auch nicht für notwendig, mit ihm darüber zu reden. Ich dachte, dass ich einfach wie zuvor eine normale Freundschaft mit ihm führen kann. Wenige Monate später war er dann für ein Semester im Ausland, so dass wir uns lange Zeit nicht sahen. Allerdings hatten wir in dieser Zeit - besonders gegen Ende seines Aufenthalts - täglich telefonierten (teilweise über zwei Stunden, wobei wir teilweise bestimmt 10 Minuten gar nichts geredet haben, was normalerweise ja ein Zeitpunkt zum Auflegen wäre). Als wir uns vor seiner Abreise veraschiedeten, rief er mir hinterher, dass er mich liebt. Leider war ich da schon so traurig über seine Abreise, dass ich nicht mehr reden konnte. Als er dann zurückkam, sahen wir uns wieder zu jeder Möglichkeit.
    Irgendwann machte er mit seiner Freundin Schluss. Kurz darauf war ich bei ihm. Als er am PC spielte, kniete ich mich auf den Boden neben ihn. Ich sah, dass er eine Errektion bekam, er drehte sich auch immer wieder zu mir, aber es wagte niemand den nächsten Schritt. Als wir später wieder nebeneinander lagen, hatte er wieder eine Errektion, aber wieder machte keiner von uns etwas. Kurze Zeit später hatte er wieder eine Freundin. Ich ärgere mich bis heute, dass ich an dem Abend nicht eine meiner Chancen genutzt habe, mit ihm einen Schritt weiter zu gehen.
    Jedenfalls haben wir bis heute fast täglich Kontakt. Mittlerweile bezeichnet er mich auch "nur noch" als besten Freund. Allerdings habe ich immer noch das Gefühl, dass ich ihm wichtiger bin als seine Freundin. Wenn er etwas mit ihr unternimmt und das verhindert, dass wir uns sehen können, sagt er mir immer, er müsse etwas mit seiner Freundin machen. Wenn er das nicht nur macht, um mich nicht zu verletzen, würde das ja heißen, dass er lieber etwas mit mir machen würde. Die beiden haben auch relativ häufig kleine Streitigkeiten und mein Kumpel scheint oft genervt von seiner Freundin.
    Ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass er eigentlich mit mir zusammen sein will und seine Freundin nur für den Sex hat. Aber es wäre natürlich auch möglich, dass das nur Wunschdenken ist.
    Nun stelle ich mir die Frage, wie ich mit ihm darüber reden soll. Ich wollte jetzt schon mehrmals ansprechen, dass ich ihn liebe, aber irgendwie traue ich mich dann doch nie wenn wir uns gegenüber stehen.
    Bei unserem letzten Abschied war ich extrem traurig und konnte mir die Tränen kaum unterdrücken. Ich vermute, dass mein Kumpel das gesehen hat. Ich überlege, das beim nächsten Mal anzusprechen. Mittlerweile kann ich kaum noch ohne ihn leben. Sobald ich von ihm weg bin, denke ich nur noch daran, wann wir uns das nächste Mal sehen. Wenn ich bei ihm bin, bin ich immer glücklich, wenn nicht bin ich depressiv und denke ständig nur an ihn.
    Es geht mir weniger darum, Sex mit ihm zu haben. Ich will einfach so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen, was bedeuten würde, dass ich zu ihm ziehen muss. Seine Wohnung ist zwar groß genug für zwei Leute, aber wegen der Raumaufteilung nicht als WG geeignet.

    Dass ich mit ihm spätestens jetzt über alles reden sollte, ist mir bewusst. Sogar eine klare Abfuhr wäre mir lieber als der aktuelle Zustand, solange wir Freunde bleiben. Nun stellt sich noch die Frage, wie ich das mache. An sich ist es offensichtlich zunächst mal am besten, im direkten Gespräch darüber zu reden. Hier habe ich das Problem, dass ich es irgendwie nie hinbekomme, das Thema anzusprechen. Also ich finde einfach nicht den Mut, darüber zu reden. Als ich es mal versucht hatte, bekam ich nach seinem Namen kein Wort mehr raus. Ich war extrem nervös und konnte wirklich gar nichts mehr sagen.
    Habt ihr Ideen, wie ich meine Nervosität in der Situation unterdrücken oder kontrollieren kann?


    Zuletzt frage ich mich, was ich ihm alles sagen sollte. Wenn ich ihm sage, wie extrem meine Gefühlslage derzeit ist, fühlt er sich vielleicht unter Druck gesetzt und unsere Freundschaft leidet darunter. Immerhin hat er noch eine Freundin und vielleicht sind sie glücklicher als ich denke (leider reden wir kaum darüber bzw. allgemein über Gefühle). Sollte ich eher etwas dezenter an die Sache rangehen, oder kann ich ihm alles sagen, was ich im vorletzten Abschnitt geschrieben habe?


    Ich hoffe, ihr könnt mir trotz des langen Textes einige Tipps und Ratschläge geben.
    Wie bewertet ihr insgesamt das Verhalten meines Kumpels? Denkt ihr, ich kann mir noch Resthoffnungen machen oder sollte ich mir schon mal überlegen, wie ich psychisch wieder zum Freundschafts-Status kommen kann?

    Danke und gute Nacht!

    Barney


    Noch ein kleiner Nachtrag: Ich kann mir auch vorstellen, dass er einfach darauf wartet, dass ich den ersten Schritt gehe. Er weiß, dass ich extrem schüchtern bin und bringt mich bewusst in mir unangenehme Situationen, um mich etwas zu therpieren. Vielleicht will er einfach warten, dass ich ihm meine Gefühle offenbare.

  2. #2
    R4tg3ber
    Gast

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    Zitat Zitat von Barney91 Beitrag anzeigen
    Nun stelle ich mir die Frage, wie ich mit ihm darüber reden soll. Ich wollte jetzt schon mehrmals ansprechen, dass ich ihn liebe, aber irgendwie traue ich mich dann doch nie wenn wir uns gegenüber stehen.

    [...]

    Dass ich mit ihm spätestens jetzt über alles reden sollte, ist mir bewusst. Sogar eine klare Abfuhr wäre mir lieber als der aktuelle Zustand, solange wir Freunde bleiben. Nun stellt sich noch die Frage, wie ich das mache. An sich ist es offensichtlich zunächst mal am besten, im direkten Gespräch darüber zu reden. Hier habe ich das Problem, dass ich es irgendwie nie hinbekomme, das Thema anzusprechen. Also ich finde einfach nicht den Mut, darüber zu reden. Als ich es mal versucht hatte, bekam ich nach seinem Namen kein Wort mehr raus. Ich war extrem nervös und konnte wirklich gar nichts mehr sagen.
    Schon mal darüber nachgedacht, das so oder so ähnlich in einem Brief zu schreiben?

    Ich würde gerne über ein wichtiges Thema mit Dir reden, nur weiß ich nicht, wie ich das anstellen soll. Ich wollte es jetzt schon mehrmals ansprechen, aber irgendwie traue ich mich dann doch nie wenn wir uns gegenüber stehen. Du bist mir als Freudn so wichtig und ich habe Angst, dass ich Dich als Freund verliere. Gleichzeitig belastet mich der aktuelle Zustand sehr. Sobald ich von Dir weg bin, denke ich nur noch daran, wann wir uns das nächste Mal sehen. Wenn ich bei Dir bin, bin ich immer glücklich, wenn nicht denke ich ständig nur an Dich.
    Ich glaube, ich bin in Dich verliebt. Ich weiß, Du hast eine Freundin, aber manchmal habe ich immer noch das Gefühl, dass ich Dir wichtiger bin als sie. Einmal hast Du beim Abschied mir sogar hinter her gerufen, dass Du mich liebst. Und dann gab es da so eine Situation, als ich beim PC-Spielen neben Dir gekniet habe ... weiß Du, was ich meine?
    Ich weiß nicht, was Du sagen wirst, aber sogar eine klare Abfuhr wäre mir lieber als der aktuelle Zustand, der mich verwirrt - solange wir Freunde bleiben.
    Ich brauche da endlich Klarheit für mich.
    Es geht mir weniger darum, Sex mit Dir zu haben. Ich will einfach so viel Zeit wie möglich mit Dir verbringen.


    Oder so ähnlich?

    Grüße
    Michael

  3. #3
    Neuling
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    Danke für die Antwort. Ich würde es ihm schon gerne irgendwie persönlich sagen. Ich finde, ein Brief oder so ist zu unpersönlich und man sieht eben auch nicht, wie er reagiert. Ihm den Brief zu geben, wenn ich bei ihm bin, wirkt auch etwas seltsam in dem Alter.
    Ein paar Ratschläge, um die Nervosität zu verlieren, wären sehr hilfreich.
    Danke!

  4. #4
    R4tg3ber
    Gast

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    Zitat Zitat von Barney91 Beitrag anzeigen
    Ein paar Ratschläge, um die Nervosität zu verlieren, wären sehr hilfreich.
    Wie Du die Nervosität verlieren kannst, ohne solche oder ähnliche Situationen zu üben? Kenne keine Methode dafür. Habe höchstens ein paar Tricks, wie man mit der Nervosität umgehen kann, so dass diese aushaltbar wird.


    Zum Beispiel, indem Du Dich auf Deine Atmung konzentrierst, bewusst in den Bauch atmest, vor dem Ausatmen eine kurze Pause machst und dann die Austmung länger werden lässt, wie die Einatmung.

    Oder indem Du Dir vorher in ruhigen Momenten eine Vorstellung eines sicheren, ruhigen Ortes kreierst, an den Du immer wieder in gedanken reisen kannst (vielleicht auch nur für kurze Augenblicke), um Dich zu beruhigen.

    Hilfreich wäre vielleicht auch, sich anzuschauen und bewusst zu werden, woher die Nervosität kommt, welche Mechanismen und Ängste aus früheren Erfahrungen da eine Rolle spielen und die dann zu bearbeiten - das geht allerdings erfahrungsgemäß nicht so einfach ohne Hilfe einer anderen Person, z.B. eines Therapeuten.

  5. #5
    R4tg3ber
    Gast

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    P.S. Ich kenne keinen Künstler, der vor einem wichtigen Auftritt nicht ein Stück weit nervös ist. Die Kunst dabei ist: Den Schritt zu tun und trotzdem auf die Bühne zu gehen.
    Und was ist dabei, sich einfach zu zu gestehen, nervös zu sein?

  6. #6
    Neuling
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    Werde das mit der Atmung usw. mal testen. Das Problem ist ja nicht, dass ich ein wenig nervös bin, sondern dass ich in einer vergleichbaren Situation kein Wort mehr rausbekam. Daduech ist das Gefühl jetzt natürlich noch schlechter. Vielleicht versuche ich es auch mit etwas Alkohol, das hilft ja oft auch, um sich zu überwinden ;-)

  7. #7
    R4tg3ber
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Barney91 Beitrag anzeigen
    Alkohol, das hilft ja oft auch, um sich zu überwinden ;-)
    Halte ich zwar für keine gute Idee, denn dadurch kann eine Konditionierung entstehen, in solchen oder ähnlichen Situationen Alkohol zu brauchen.

    Du kannst lernen, Dich auch ohne Alkohol zu überwinden - nur Mut!

  8. #8
    R4tg3ber
    Gast

    Standard

    [QUOTE=Barney91;296859sondern dass ich in einer vergleichbaren Situation kein Wort mehr rausbekam[/QUOTE]

    Jede Situation ist auf ihre Weise neu und einzigartig - wenn Du aufmerksam bist und Dir erlaubst, die Unterschiede wahrzunehmen.

    Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.

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