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Thema: Ich plane die Zeit mit ihm ins kleinste Detail

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich Ich plane die Zeit mit ihm ins kleinste Detail

    Hey Leute,

    ich hoffe dass ich hier Lösungen finde, wie ich diese Eigenart von mir ändern kann.
    Also erstmal mein Problem:
    Ich bin seit 3,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Seit einem Jahr führen wir eine Fernbeziehung, sehen uns also nur am Wochenende.
    Ich weiß gar nicht, wann es begonnen hat, aber ich merke immer mehr, dass ich am Freitag, wenn er kommt unbewusst das ganze Wochenende bis ins kleinste Detail plane - alles ! Sogar, wann ich mit ihm Sex haben möchte und wann ich mit ihm kuscheln möchte etc. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt ja noch nicht einmal wissen kann, wann ich spontan Lust darauf habe !

    Dieser Plan ist dann die ganze Zeit in meinem Kopf - ohne dass ich das überhaupt möchte ! Ich sag ihm aber nichts von den Sachen, die ich plane - außer eben Termine, wie Kino oder Essen gehen.
    Und wenn dann er nicht meinen inneren Plan befolgt, dann werde ich richtig launisch und schlecht gelaunt. Mich wirft das dann total aus der Bahn. Auch wenn ich sogar in der Situation weiß, dass das eigentlich überhaupt nicht seine Schuld ist, da er ja nicht wissen kann, was ich mal wieder für einen Plan habe ...

    Manchmal werde ich dann sogar richtig sauer auf ihn sodass wir uns dann streiten.

    Mich macht das Ganze total fertig. Planen und Organisieren im Allgemeinen macht mir ja Spaß, aber das geht einfach zu weit ! Denn die Sachen, die dann statt derer, die mein Plan wären passieren, sind ja nichtmal zwangsläufig schlechter als die geplanten. Aber ich kann die Situation dann einfach nicht mehr genießen..
    Ich kann es nicht ertragen, wenn ich die Situation nicht mehr unter Kontrolle habe und nicht mehr weiß, wieso dieses oder jenes passiert. Ich möchte, dass die Zeit die wir gemeinsam haben, perfekt genutzt wird...

    Das Komische dabei ist, dass ich zB was Ordnung oder sowas angeht, gar nicht der Planmensch bin. Es ist nur in meiner Beziehung der Fall und was meine Termine angeht, darüber führe ich auch peinlich genau Kalender.

    Als ich klein war und mit Freundinnen übernachten durfte, habe ich auch am Anfang des Abends immer eine Liste mit genauen Uhrzeiten machen wollen, was wir wann spielen.

    Weiß jemand vielleicht, was ich tun könnte, um nicht immer so unter Druck zu stehen, dass alles nach meinem inneren, unbewusst erstelleten Plan laufen muss? Oder geht es vielleicht jemandem ähnlich und kann mir Tipps geben, wie er die Situation meistert?
    Wäre über Antworten sehr glücklich !!
    Liebe Grüße,
    LokiLisa

  2. #2
    Gast784
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    hallo,

    ist es möglich, dass Du den "Fehler" machst, den viele Menschen in Fernbeziehungen machen: zu glauben, weil man sich nur so wenig sieht, alles perfekt machen zu wollen, um die gemeinsame Zeit möglichst effektiv zu nutzen?

    Das gibt aber eher Streß und Frust, als zusätzliche Freude. Denn es kann noch so gut durchorganisiert sein, es ändert nichts daran, dass man sich nicht so oft sieht. Und das ist doch der eigentliche Knackpunkt. Vll kommen bei Dir dann auch noch Verlustängste hinzu, dass Du fürchtest, wenn ihr nicht die perfekte Beziehung habt, dann könntet ihr euch entfremden, oder so was?

    Es hilft nix anderes, als miteinander zu reden, sich zu vertrauen und es zu akzeptieren, dass ein WE eben nur 48 Stunden hat. Gut ist es, wenn man weiss, warum man in einer Fernbeziehung ist. Bei euch hats vll berufliche Gründe und eine zeitliche Befristung. Dann kann man sich auf bessere Zeiten danach wieder freuen.
    Sich jedes Wochenende sehen zu können, ist ja noch nicht soo selten. Und das birgt die Chance in sich, wieder mal mehr zu sich selbst zu kommen und auf das eigene Leben zu gucken. Etwas, das einer Beziehung auch nur gut tun kann.

    Konzentrier Dich unter der Woche auf Deine Angelegenheiten, lass es Dir gut gehen, pflege Deine Interessen usw. Um so mehr wirst Du auch am WE die Augenblicke auf Dich zukommen und genießen können.

  3. #3
    Neuling
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    hallo,

    Ja, es ist aus beruflichen Gründen.

    Dass es falsch ist alles zu planen ist mir ja selbst bewusst. Das ist ja das Problem. Ich rede mir immer wieder ein "Er ist ein eigener Mensch, er hat seine eigenen Entscheidungen, dein Plan ist der völlige Schwachsinn, du brauchst ihn gar nicht!"

    Und auch wenn ich dann in der Situation weiß, dass es völlig falsch ist jetzt sauer zu sein, weil es eben nicht so gelaufen ist, .. passierts einfach und ich kanns nicht abschalten.
    Das ist ja mein Hauptproblem.. Dass ich es nicht schaffe, einfach mal die Kontrolle abzugeben...
    Wenn zum Beispiel für einen Tag diese oder jene Unternehmung geplant war, und kurzfristig das nicht klappt sondern was anderes gemacht wird ... dann steh ich da, und starr erstmal ein paar Minuten einfach grade aus weil ich erstmal wieder die Kontrolle kriegen muss .. Also gar nichtmal wegen Enttäuschung dass es nicht klappt, auch bei Sachen die mir gar nicht so wichtig sind, sondern einfach weil ich das Gefühl habe, dass ich das was passiert nicht mehr unter Kontrolle habe ..
    Was mich stört, ist dass ich immer einen Plan im Kopf habe und dass ich immer das Gefühl habe, ich verliere die Kontrolle über das was passiert wenn die Realität nicht wenigstens ungefähr so abläuft ...
    Dabei ist es ja eigentlich nicht schlimm, wenn man nicht alles was passiert unter Kontrolle hat. Vor allem wenn es nur so banale Dinge sind.


    Unter der Woche bin ich eigtl schon mit mir selbst beschäftigt.

  4. #4
    Gast784
    Gast

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    Ich rede mir immer wieder ein "Er ist ein eigener Mensch, er hat seine eigenen Entscheidungen, dein Plan ist der völlige Schwachsinn, du brauchst ihn gar nicht!"
    Vll solltest Du Deine Formulierungen mal genauer beobachten. Denn daraus erschließt sich er Fokus, den du hast.

    Nicht "ER", sondern DU, z.b. ICH lass es auf mich zukommen und schau im Moment, was ich gern machen würde oder brauche. ICH werde das dann mit ihm besprechen. ICH werde jetzt loslassen und die Dinge nehmen, wie sie kommen.

    Das kannst Du im Alltag üben, indem Du immer wieder mal kleine Dinge spontan umentscheidest oder etwas anders machst, als üblich, oder Dich spontan auch einfach mal von anderen Menschen mitreißen lässt.

    Wenn Du so nicht weiterkommst, dann müsstest Du vll wirklich mal tiefer gucken, evtl. mit Hilfe eines Fachmenschen, ob da irgendwelche Selbstwertprobleme, Verlustängste etc dahinter stecken.

    Wie war das, als ihr noch in der selben Stadt gewohnt habt? Warst Du da auch tonangebend? Bist Du generell sehr kontrolliert?

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    LokiLisa (16.08.2011)

  6. #5
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    Hallo LokiLisa,

    das was ich über dich und dein Problem lese kommt mir ein wenig bekannt vor.
    Vor einiger Zeit ist mir durch Zufall ein Buch in die Hände gefallen, in dem über mono- und polychron veranlagte Menschen geschrieben wurde.

    Mein Freund neigt auch dazu, viele Dinge in seinem Leben ganz genau zu planen, er ist "eins" mit der Zeit.Laut dem von mir gelesenen Buch wäre er eher überwiegend monochron.
    Ich selbst plane zwar auch, aber weniger starr, will sagen, ich hab ein Grundgerüst im Kopf über Zukünftiges, wobei ich die Details aber eher dem überlasse, wie sich alles fügt. Was bedeutet, dass ich eher polychron veranlagt bin.

    Beide Veranlagungen können, so denke ich, wenn sie zu stark ausgelebt oder vertreten sind, zu Problemen führen. Besser ist, man stebt an, sich auf die Mitte zuzubewegen.

    Unserer Beziehung hat das auf jeden Fall sehr gut getan. Wir können beide von den Eigenschaften des anderen lernen. Ich hoffe es bleibt so.

    Um dir einen Rat zu geben will ich dir folgende Begebenheit schildern.
    Wir befinden uns ebenfalls in einer Ferbeziehung und das Wochenende hatte begonnen.
    Unsere Planung basierte auf schönem Wetter, was aber leider nicht eintraf.
    Und wir waren beide vom Stress der Woche ziemlich ko.
    Was also nun? Und ich hatte die Idee, uns einfach mal ein ganz ruhiges Wochenende zu gönnen. Den Plan über den Haufen zu werfen, statt dessen unsere Zeit zu zweit zu genießen, gemeinsam zu kochen, spazieren zu gehen wenn uns danach ist oder vielleicht einen kleinen Einkaufsbummel - und ansonsten mal von sämtlichen Plänen loszulassen, zu relaxen.

    Es war ein wunderschönes Wochenende, wir haben es beide sehr genossen und vor allem für meinen Freund war es etwas neues, aber es ist seit dem schon ab und zu wieder vorgekommen, dass wir ein "Relax-Wochenende" (hihi) "planen".
    Dazu würde ich dir raten. Lass einfach mal los, versuch eure Zweisamkeit zu genießen und aus der Situation heraus gemeinsam zu entscheiden, wozu ihr Lust habt. Meiner Meinung nach müssen das nicht immer große Unternehmungen sein, man hat sich ja die ganze Woche über nicht wenn du weißt was ich meine. Gespräche können so wunderschön sein, wenn man nebeneinander sitzt, und den anderen nicht nur am Telefon hört....

    Alles Liebe
    Mari

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Mariposa für den sinnvollen Beitrag:

    LokiLisa (16.08.2011)

  8. #6
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    Vielen Dank für deine Hilfe erstmal !!

    Ja du hast Recht, ich bin wirklich in unserer Beziehung mehr auf ihn als auf mich fokusiert..

    Das mit dem im Alltag üben werde ich mal versuchen, das ist wahrscheinlich eine gute Idee. Nur dass ich, wenn ich alleine bin sowieso irgendwie keinen Plan habe ! Da mache ich wirklich spontan, worauf ich Lust habe!

    Als er noch hier gewohnt hat .. puuh ich kann mich schon fast nicht mehr daran erinnern. Also da war es nicht ganz so schlimm, aber trotzdem hatte ich immer diesen Zwang alles unter Kontrolle zu haben.
    Generell..also wenn es zum Beispiel wichtige Unterlagen gibt, die mich UND jemanden anderes betreffen ( zB Reiseunterlagen ), dann muss ich immer darauf aufpassen. Auch wenn die andere Person zuverlässig ist und genauso gut drauf aufpassen könnte, ich kann es absolut nicht haben, wenn dann jmd anders darauf aufpasst. Weiß nicht ob das jetzt so ein passendes Beispiel ist ...
    Was aber zum Beispiel Ordnung oder Essen angeht, da bin ich gar nicht kontrollierend. Bin eher ein unordentlicher Mensch (außer wichtige Unterlagen oder auch mein Leben sozusagen. Das versuche ich immer mittels Kalender und Listen unter totaler Kontrolle zu halten ) ..

  9. #7
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    @ Mariposa:

    Das mit den polychromen und monochromen Menschen muss ich gleich mal googeln ;-) Danke für den Tipp! Mein Freund ist auch jemand, der GAR NICHT in die Zukunft plant. Also wirklich NULL ... wenn er den Tag den er vor sich hat plant ist das schon ein riesiges Wunder ;-)

    Wir unternehmen ja nicht jedes Wochenende irgendwas großes. Wir relaxen eigentlich oft, gerade weil er so einen anstrengenden Job hat.
    Aber selbst wenns dann nur darum geht, wann wir zu ihm oder wann wir zu mir gehen ( wir wohnen nicht zusammen ), wann wir Essen gehen oder ins Kino gehen ... Hauptsächlich drehen sich meine Pläne dann darum, wie ich es schaffe mehr Zweisamkeit für uns rauszuholen. Zum beispiel dass ich dann am Freitag das Wochenende so durchlaufen lasse, und mir dann überlege, wann Zeit wäre mit ihm zu schlafen. Und auch wenn ich das gar nicht will, wenn es dann zu dem Zeitpunkt nicht passiert ( Klar sowas ist ja auch nicht planbar!! ), dann werde ich launisch..

  10. #8
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    Hi LokiLisa,

    wir sind ja ein bisschen so "Leidensgenossinnen" mit unseren Fernbeziehungen.

    Aber auch wenn wir vielleicht mit Zeitplanungen etwas unterschiedlich umgehen, so haben wir doch das gleiche Grundproblem: Wir möchten die Zeit, die uns gemeinsam für unsere Partnerschaft zur Verfügung steht, möglichst intensiv nutzen und verbringen.
    Egal, ob ich dabei spontaner bin und du genauer planst, die Traurigkeit, die am Ende des Wochenendes entsteht ist bei uns beiden sicher gleich.

    Ich reagiere vielleicht auf Umänderungen nicht verärgert, aber ich kann deutlich verärgert sein wenn mir etwas an der Qualität von unserem Zusammensein "gestohlen" wird.
    (Wir waren vor einiger Zeit bei befreundeten Paaren von ihm eingeladen und nach dem Abendessen wurde ein Gesellschaftsspiel angefangen. Bei dem Spiel werden Paare gebildet, die nicht die eigentlichen Paare sind um den Wettbewerbscharakter zu erhöhen. Also mein Freund musste ein Paar mit einer anderen weibl. Person bilden und ich umgekehrt genauso. Was bedeutete, dass wir einige Stunden nicht nebeneinander saßen und auch nur wenig miteinander reden konnten. Das hat mich total genervt und ich hab ihm nachher gesagt, wie doof ich das Ganze fand - würden wir uns die ganze Woche über sehen wäre mir das völlig egal, aber so? Vielleicht hab ich überreagiert, aber schließlich können die anderen Paare Mo-, Di-, Mi- usw. abend mit ihren Partnern verbringen, wo wir dann nur am Telefon Kontakt halten. Und an diesem Wochenende fand ich den Samstagabend irgendwie zwar lustig, aber die "räumliche Distanz" hat mich verärgert.)

    Vielleicht bist du auch bisher eher verärgert gewesen, wenn irgendetwas nicht wie von dir geplant ablief, wie das zusammen schlafen, weil du mehr Nähe geplant hattest?
    Ich könnte mir vorstellen dass das "Zeit-intensiv-nutzen wollen" unser eigentliches Problem ist.
    Übrigens kann ich über solche Fehlabläufe auch traurig sein, wenn z.B. eine Party länger dauert als geplant, mehr getrunken wird als ich erwartet hatte....naja....du weißt wie ich das meine? Aber das sage ich dann eigentlich auch am nächsten Tag.
    Ich motze nicht rum, das ist ohnehin nicht meine Art, aber ich sage eben dass ich es nicht gut fand, oder äußere ganz sanft meine Bedenken vor nächsten Party

    LG von Mari

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