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Thema: Ich rede mir alles negativ...

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ich rede mir alles negativ...

    Hallo zusammen,

    ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, aber in manchen Beitragen habe ich mich irgendwie auch wiedererkannt...

    Ich weiß nicht wann das ganze angefangen hat... Ich weiß aber zur Zeit das es auf jeden Fall aufhören muss, weil ich mir gerade mein ganzes Leben damit zerstöre...

    Ich bin bald 23 Jahre alt und habe eigentlich schon ne Menge geschafft auf das ich stolz sein könnte... aber ich habe keine Freunde und kein Hobby weil ich mir alles was passiert in meinen Gedanken schlecht rede... Ich mache das eigentlich schon ziemlich lange, nur in den letzten 4 Jahren ist das irgendwie ausgeufert...

    Jedesmal wenn ich Freundschaften schließe, gehen diese kaputt weil ich in das Verhalten der anderen Person Dinge rein interpretiere die schlecht für mich sind. Egal was diese Person sagt oder tut, ich denke es geht gegen mich. Ich habe zu der Zeit studiert und dachte in einer Komilitonin eine sehr gute Freundin gefunden zu haben... Da ich aber selten eine "beste" Freundin hatte habe ich versucht alles richtig zu machen, und habe dann alles was gut oder auch schief gelaufen ist in meinen Gedanken solange schlecht geredet und es auf mich geschoben... und schon stand ich wieder alleine da... .Ich war während des Studiums auch beim Arzt und dieser Diagnostizierte mir eine Depression mit Medikamenten und verhaltenstherapie...

    Mein erstes Gespräch bei einer Psychotherapeutin verlief aber leider genauso. Als ich nach der Stunde da raus bin hab ich gedacht, sie versteht mich nicht, schiebt mir die schuld zu, nimmt es nicht ernst was ich sage und alle sind gegen mich und bin nie wieder hingegangen. Ich habe leider null Selbstvertrauen und auch überhaupt kein Selbstwertgefühl. hab die MEdikamente einfach nicht mehr genommen und bin auch nicht mehr zum arzt gegangen... ich muss dazu sagen ich gehe eigentlich nie zum arzt auch nicht wenn ich krank bin, weil ich mir dann immer einrede das er eh denkt ich simuliere oder so...

    Dann habe ich mein Studium beendet und spontan einen Job angeboten bekommen und hab gedacht das dann alles besser wird.

    Nur leider fing das selbe an der Arbeit wieder an. Egal was irgendwer gesagt oder getan hat, ich hab alles so interpretiert das alle gegen mich sind, und es geht mir wieder genauso schlecht. Ich habe ständig diese Gedanken das das was ich tue nichts wert ist und wenn mir jemand sagt das ich gut bin dann glaube ich es nicht und denke derjenige lügt mich an. Ich weiß auch das diese Gedanken bescheuert sind und das ich sie eigentlich gar nicht denken darf, weil es ja nicht stimmt, aber leider tue ich es trotzdem und bekomme es auch nicht in den Griff. Alles in meinen Gedanken richtet sich gegen mich... Ich kann mich über nichts mehr freuen, weil ich dann gleich wieder denke, das andere denken das ich egoistisch bin, oder das die denken das ich mich nicht richtig für die freue oder so... Alles was ich denke ist nur noch negativ...

    Ich hab einen lieben netten Freund der mich stundenlang im Arm hält wenn ich wieder heulkrämpfe bekomme und mittlerweile sehr viel Eigenverantwortung an der Arbeit... Ich mag meine Arbeit, aber ich brauche sehr lange um morgens aufzustehen weil ich stundenlang drüber nachdenke ob ich hingehen soll oder nicht weil ich genau weiß was mich erwartet bzw. weil ich mir genau einredet was mich erwarten wird...

    Ich könnte leider noch sehr viel mehr solcher Situationen beschreiben... Mittlerweile hab ich 6x begonnen eine Therapie zu machen... immer wo anders weil ich mir eingeredet hat das der Arzt sonst was über mich denkt...

    Ich weiß nicht ob ich jetzt nicht zu viel erzählt habe, oder ob ihr das nicht auch gerade total lächerlich findet, weil es hier gar nicht hingehört (und schon denke ich wieder so)....

    Vielleicht kennt jemand diese Situation..

    Würde mich über Reaktionen freuen...

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo moole,

    Du sabotierst Dich also praktisch selbst am laufenden Band und mit steigender Intensität?

    Du gehst in die Therapien natürlich mit dem selben Muster und den selben Gedankengängen. Wie wäre es aber, wenn Du Dir in dem Moment sagst, dass Du zwar Dein Muster jetzt zwangsläufig mitnimmst, das aber jeweils in der Stunde mitteilst und entgegen diesen Gedanken "einfach" weitermachst?

    denn das zu denken:

    Ich weiß auch das diese Gedanken bescheuert sind und das ich sie eigentlich gar nicht denken darf, weil es ja nicht stimmt

    ist wie, wenn ich zu Dir sage: denke NICHT an einen rosa Elefanten.

    Es geht nicht darum, zu lernen, etwas nicht zu denken, sondern darum, wie man dieses Denken in etwas anderes umwandeln kann. Und da kann die Therapie sehr wohl helfen.

    Ich nehme mal an, Du willst nicht so lange warten, bis Du Dir Deinen Job auch noch kaputt sabotierst hast, oder? Wenn Du immer mehr Verantwortung bekommst, dann brauchst Du auch immer mehr geistige Flexibilität dafür. Du verlierst diese Flexibiltät aber auf die Weise immer mehr.

    Mal ganz nüchtern betrachtet: was kann Dir passieren, wenn Du eine Therapie mal durchziehst, auch wenn Deine Gedanken damit erstmal nicht konform gehen? Was ist Deine eigentliche Angst, das mal anzugehen? Du kannst es ja, so wie Du uns geschrieben hast, gleich auf den Tisch legen. Denn das gehört als erstes angesprochen, was man machen kann, damit Du die Therapie regelmäßig wahrnehmen kannst. Ausser Du willst eigentlich keine machen. Warum nicht? Weil es ja auch so irgendwie geht? Oder hast Du irgend einen Gewinn daraus, dass es so ist, wie es jetzt ist?

    Ein Gewinn wäre z.B. ein Freund, der einen stundenlang tröstet. Ist da vll Angst da, dass der dann weg ist, weil Du nicht weisst, wie Du sonst so viel Aufmerksamkeit von ihm bekommen könntest?
    Geändert von Gast784 (05.12.2010 um 07:28 Uhr)

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