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Thema: Ich schäme mich, dass ich gemobbt werde

  1. #1
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    Standard Ich schäme mich, dass ich gemobbt werde

    Hallo zusammen

    Ich arbeite seid 14 Jahren am selben Ort. Ich bin eine sehr fleissige, absolut zuverlässige und pflichtebewusste Mitarbeiterin. Ich bin absolut nett und höflich zu allen, bin nie schlecht gelaunt und habe immer Zeit. So bin ich im Geschäftsleben. Privat bin ich zwar auch nett aber da würde ich mich niemals von irgend jemandem schlecht behandeln lassen und viele Freunde staunen, was ich mir alles gefallen lasse am Arbeitsplatz. Ach ja, ich bin kaufmännische Angestellte und bin im Sekretariat zuständig. Ich arbeite für 14 Personen die mich teilweise wie eine Sklavin behandeln. Von Natur aus "diene" ich gerne und es erfüllt mich mit Freude, wenn ich meine Hilfe anbieten kann und so finde ich immer für alle irgend die Lösung oder trage dazu bei. Von mir hört man nie "ich habe leider keine Zeit" oder "sorry, da kann ich Dir nicht helfen"....nein, sowas hört man nie, denn helfen tue ich immer.

    Nun ja, seid einigen Jahren werde ich von der selben Person gemobbt. Sie arbeitet ungefähr 10 Jahre bei uns und sie macht mich auch bei anderen Leuten schlecht. Diese Person ist von Natur aus "launisch" und sogar meine ehemalige "Vorgesetzte" musste mir bestätigen, dass es in unserer Firma "gemeine" Leute hat und sie bezeichnete sie sogar so, als würden sie "Giftpfeile" gegen uns werfen.

    Da ich von Natur aus eine grosse Klappe habe privat, war ich am Anfang total erschrocken, wie dieser Typ manchmal mit mir redet und so liess ich mich von ihm immer in die Ecke drängen. Ich habe mir dann ein Alamsystem im Kopf eingebaut, so dass wenn er in mein Büro kommt, ich mich auf keinen Fall in die Ecke drängen lasse und ich lernte das wirklich zu meiner vollen Befriedigung. Ich liess ihn nicht mehr in meine "Schutzzone" aber ich hörte auch vom Personaldienst, dass er unsere kleine Gruppe schlecht macht bei der neuen Chefin und dass die neue Chefin diese Art und Weise von ihm nicht duldet! Es hat sich dann gebessert und er war plötzlich nett.

    Es ist nicht so, dass er schreit, dass tut er nie aber er behandelt einem von oben herab. Ein Beispiel. Ich führte führer einen Ferienkalender und es war in einem Protokoll festgehalten, dass alle logischerweise mir die Ferien melden, damit ich sie eintragen kann. Er tat es nicht und als ich ihn darauf ansprach meinte er, dass er sicher nicht Zeit hätte mir diese zu melden und ich solle gefälligst in seinem Outlookkalender nachschauen, schliesslich sei das mein Job und ich hätte Zeit dafür (wortwörtlich). Ich war schockiert und konnte überhaupt kein Wort aus meinem Munde bringen! So redet er manchmal mit mir und ich kann echt nicht verstehen weshalb.

    Seine Mitarbeiterinnne (3) fingen dann auch an mich und unsere Gruppe so von oben herab zu behandeln. Sie sind alle Studierte und leider neigen studierte Menschen dazu, nicht Studierte wie ein Stück *******e zu behandeln.

    Ich bin jetzt 35 und ich habe jetzt die Schnauze voll! Ich habe mich sozusagen nie wirklich beschwert bei der Geschäftgsleitung sondern habe immer geschluckt und könnte wahrhaftig ein Buch über ihn schreiben, über all seine Gemeinheiten. Das Paradoxe ist, er kann "danke" sagen für seine Aufräge die ich erfüllle und ich hatte eine Zeit lang wirklich Ruhe vor ihm aber jetzt fängt er wieder an! Echt, ich könnte weinen, weil ich nun nach 14 Jahre einfach erkenne, dass ich gemobbt werde und ich all die Jahre die Schuld immer bei mir suchte. Von anderen werde ich absolut geschätzt und die wissen auch nicht, wie *******e ich mich fühle wegen diesem Menschen und nun setze ich mich zu wehr und diese Art die ich nun an mir habe, gefällt mir nicht aber ich bin am Ende. Mit ihm reden will ich nicht weil ich jetzt schon weiss was er sagen würde. Er würde mich fertig machen und mir sagen wie schlecht ich arbeit usw. usw. obwohl ich tolle Zwischenzeugnisse habe und tolle Zeugnisse von ehemaligen Chefs.

    Ich frage nun hier, was soll ich tun? Jetzt wo ich erkannt habe, dass dieser Mensch wirklich Mobbing macht frage ich mich wirklich, warum ich all die Jahre einafch geschwiegen habe und warum ich all die Jahre immer die Schuld bei mir suchte. Ich war sogar der Meinung, dass er doch einen Grund hätte mich zu mobben, weil ich vielleicht ein unausstehlicher Mensch bin.

    Wer kann mir helfen?

    Vielen Dank fürs Durchlesen

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo Niranda,

    dieser Typ ist zweifellos ein großer *****, aber mobbing ist eigentlich was anderes. Auch diese Grüppchenbilderei verstehe ich auch noch nicht als mobbing, sondern eine leider sehr häufige Struktur in Bürojobs. Bei allem, was Du sonst schreibst - die Anerkennung der Chefs und Kollegen, gute Zeugnisse, Kommunikationsflüsse zwischen Dir, Kollegen und Chefs, finde ich jetzt nicht, dass man das Mobbing nennen kann. Es ist eher so, dass heute wohl alles als Mobbing bezeichnet wird, was früher noch als "normale" Konflikte durchging.

    Wie gesagt, der Typ ist ein ***** und ausser Abgrenzen, ihn immer wieder in seine Schranken weisen (kann man durchaus sehr höflich, aber nicht weniger bestimmt) und ihm nur so weit zuarbeiten, wie es wirklich zu Deinem Job gehört, wirste da nix machen können. Wie gehen andere damit um? Der ist ja bestimmt nicht nur so zu Dir. Zumindest wird er es bei anderen schon versucht haben, sich so zu benehmen.

    Seine Studierten werden sich wahrscheinlich mit ihm auch nur "solidarisieren" und gegen euch meckern, um selbst nicht in die Schusslinie zu geraten, was schon für Mobbingstrukturen spricht. Aber die werden anscheinend ja noch erfolgreich von der Chefin geblockt. Es kommt halt auch immer darauf an, wie eng man zusammen arbeiten muss und wer wo in der Hierarchie steht.

    Wenn Du Dich schämst, dann ist das eine Fremdbeschämung, die von ihm aus geht. Daran kannst Du ja dann immer denken. Es ist die Scham, der er nicht haben will. Er ist schamlos - ein ***** eben.

    und warum ich all die Jahre immer die Schuld bei mir suchte.
    Die Frage für Dich unabhängig von ihm weiter zu verfolgen, könnte sich lohnen, denn ich nehme mal an, dass Du das dann aus anderen Beziehungen zu Menschen auch kennst. Das ist natürlich so ein Muster, das anderen Menschen sehr leicht ermöglicht bei Dir Knöpfchen zu drücken, und Dich zu manipulieren.
    Geändert von Gast784 (30.08.2010 um 20:48 Uhr)

  3. #3
    Neuling
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    Also, zunächst mal: Gemobbt zu werden, spricht vielleicht für eine etwas schüchterne oder zarte, aber höchstwahrscheinlich nicht für eine unausstehliche Persönllichkeit. Gerade weil du nett und höflich bist, hat man dich vermutlich als Opfer auserkoren- oder ist dir noch die aufgefallen, dass die dreistesten Menschen teilweise unglaublichen Erfolg haben und mit allem durchkommen? Gerade deine "Mobber" sollten sich schämen - wofür sie allerdings vermutlich zu wenig Feingefühl besitzen - aber auf keinen Fall du selbst.

    Ich wurde selbst jahrelang gemobbt und weiß, wie einem das den Blick auf die eigene Persönlichkeit verdrehen und verzerren kann. Eigentlich war ich als Mensch mit mir früher zufrieden, aber 10 Jahre Ausgrenzung und Nichtbeachtung haben mich dazu gebracht, mir für alles die Schuld zu geben und mich selbst als wertlos zu betrachten. Dabei ist das Blödsinn: Irgendwer wird immer gemobbt, und das ist meistens die intelligenteste Person der ganzen Gruppe. Mach bitte nicht den gleichen Fehler wie ich, sondern wehre dich rechtzeitig!

    Ein kleiner Tipp von mir: Meistens ist es ja so, dass die Mobbenden einem ihre Verachtung und Ablehnung auf eher indirekte Weise rüberbringen, dir also eher nicht "ins Gesicht" sagen, was ihnen eigentlich an dir nicht passt. Deswegen habe ich festgestellt, dass solche Leute meistens total überrumpelt sind, wenn man selbst als "Opfer" mal ganz deutlich wird. Wenn du also das nächste Mal irgendwie angefeindet wirst, sag laut und deutlich, aber ruhig so etwas wie "was ist eigentlich dein Problem" oder "warum bist du eigentlich nur zu mir so?" Fordere sie auf, dir genau zu erklären, was ihnen an dir nicht passt und wirk dabei so selbstbewusst wie möglich. Die meisten so angesprochenen sind in der Situation dann ganz verblüfft, weil sie gewohnt sind, dass die Opfer alles still über sich ergehen lassen, und nuscheln sich nur noch kleinlaut irgendeine Antwort zusammen. Das ist natürlich nicht so leicht auszuführen, wenn man gewöhnt ist "nett" zu sein, aber es ist wichtig, dass man so schnell wie möglich aus der Opferrolle ausbricht, sonst spitzt sich alles nur immer weiter zu.

  4. #4
    Gast5147
    Gast

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    Hallo Niranada,

    mir kam eine Sache in den Kopf: Meist mobben doch nur Leute, die selbst Defizite haben.
    Mal ein Beispiel: Ich hatte vor einiger Zeit einen Vorgesetzten, der die Mädels in dem Betrieb anmachte (nicht nur verbal ...). Ich habe den dann irgendwann, als ich dort nicht mehr arbeitete, mit seiner Frau gesehen. Sehr amüsant war es, zu sehen, wie er beruflich dominant erscheinen wollte, aber in Gegenwart seiner Frau wie ein Dackel an der Leine erschien ... freaky

    Zu der Grüppchenbildung: Meist bilden sich im Job "Mobbing-Gruppen", weil die Mitglieder selbst Angst haben, degradiert zu werden. Ein interessantes Herdenverhalten.
    Wie Du da rauskommen kannst? Was ist, wenn Du dieses Thema direkt ansprichst, wenn es mal eine Besprechung mitsamt Chef/oder Chefin gibt?
    Oder, wenn Du den Chef nicht involvieren willst: Warum nicht einmal eine Mitarbeiter-Versammlung organisieren und ganz klar machen, dass es so nicht weiter geht.
    Oder: Du setzt Dich mal mit ihm alleine zusammen und sagst ihm deutlich, dass sein Verhalten von Dir nicht akzeptiert wird!?

    LG

    P.S.: "Sie sind alle Studierte und leider neigen studierte Menschen dazu, nicht Studierte wie ein Stück *******e zu behandeln" - aua ...
    Geändert von Gast5147 (31.08.2010 um 09:43 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler

  5. #5
    Neuling
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    Standard

    Hallo.

    brauchst Dich gar nicht zu schämen. warum denn auch?

    Du bist einfach zu gut in Deinem Beruf und Deine Schwäche (sagst Du selbst): Du "dienst" gerne. Letzteres hat mit Unterwürfigkeit und mangelndem Selbstbewußtsein zu tun.

    Sei doch einfach mal zuckerfreundlich. so nach dem Motto: "Du bist so ein netter, selbstbewußter Kerl, Du wirst mir sicherlich helfen" oder was ähnliches.
    Pack ihn mit den gleichen Waffen!

    Biete dem Typ mal gehörig die Stirn und sage mal "Nein".

    Gruß Dida

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