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Thema: ich schreib jetzt einfach mal drauf los

  1. #1
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    Standard ich schreib jetzt einfach mal drauf los

    Hallo, ich bin Adrian, komme aus der Nähe von Köln und ich will mir hier eigentlich nur mal den Frust von der Seele schreiben...
    Also, ich gehe im Moment in die 10. Klasse auf ein Gymnasium, und ja, da fangen die Probleme eigentlich schon an.
    Früher, in der Grundschule, und teilweise auch noch in auf dem Gymnasium hat mir die Schule richtig Spass gemacht, und ich hab auch gute Noten bekommen.
    Aber mit der Zeit wurden meine Noten immer schlechter, was größtenteils an meiner mündlichen Beteiligung liegt... dazu muss gesagt werden, dass ich extrem schüchtern bin. Sogar das Anmelden, und auch das Schreiben hier fällt mir extrem schwer, obwohl das hier mehr oder weniger anonym ist...
    Das grösste Problem ist für mich diese Schüchternheit, und ich kann mich auch einfach nicht überwinden. Wenn ich mit irgendwelchen Leuten rede, die ich nicht kenne, oder wenn ich mich sonst schlecht fühle, weiss ich einfach nicht was ich sagen soll.
    Das Paradoxe ist aber, das sich das genau in's Gegenteil kehrt, wenn ich mit Leuten rede, die ich gut kenne. Dann hab' ich auch kein Problem mit Gesprächspausen oder so, die mich, wenn ich die andere Person kaum kenne, fast in den Wahnsinn treiben.
    Meine größte Angst in der Schule sind Referate und Vorträge. Wenn ich nur glaube, das Wort "Referat", oder "Vortrag" zu hören, krieg ich schon fast Magenkrämpfe. Früher hatte ich nicht so heftige Probleme damit, hab mich nur relativ unwohl gefühlt, aber mittlerweile krieg ich allein bei dem Gedanken Panik.
    Mein letztes Referat, auch noch ein Einzelreferat, hab' ich so am Anfang der 9. gehalten. Und das vor einem Kurs den ich kaum kenne. Ich habe so heftig gezittert, dass ich meine Notizen auf den Tisch vor mir legen musste, und mich auf dem eigentlich viel zu kleinen Tisch abstützen musste, was, da ich sehr gross und sehr dünn bin, ziemlich affig ausgesehen haben muss. Aber ich habe so stark gezittert, dass ich kaum meine Notizen halten konnte. Ich kann mich immer noch an eine Rückmeldung erinnern:"...und dann hast du dich da noch so desinteressiert drübergebeugt...", und an das Lachen und das Kichern.
    Ich habe jetzt schon Bauchschmerzen, wenn ich daran denke, das die Ferien nicht unendlich lange dauern. Ich schreibe schon in der ersten Woche nach den Ferien eine Klausur in Mathe, meinem Momentan schlimmsten Fach. In der 1. Klausur hab' ich eine 5- geschrieben, und ich bin allgemein sehr schwach in Mathe.
    Ich stehe in fast jedem Fach mündlich fünf, sogar in Musik & Pädagogik. Obwohl ich in Gesellschaftswissenschaften eigentlich sehr gut bin. Ich habe Angst vor meinem Halbjahreszeugnis, ich kriege wahrscheinlich eine 5 in Mathe, Musik und Physik. Mein bestes Fach ist mündlich Erdkunde, da steh ich 3 bis 3 minus.
    Ich fühl mich in der Öffentlichkeit, gerade in grossen Menschenmassen, auch besonders im Bus sehr unwohl. Ich habe Angst ausgelacht zu werden, wegen meinem Aussehen, oder wegen meiner Mimik & Körperhaltung. Im Laufe der Jahre hab ich mir eine extrem neutrale Mimik angewöhnt, wegen der ich auch schon hin und wieder verarscht wurde.
    Ich krieg' jetzt schon wieder Bauchschmerzen, wenn ich an mein Betriebspraktikum Ende Januar denke. Ich hab immer noch keinen Praktikumsplatz, ich hab' auch erst vor kurzem angefangen, mich darum zu bemühen. Aber nicht nur aus Faulheit, sondern auch aus Angst. Aus Angst, Bewerbungsfotos machen zu lassen (die ich aber jetzt schon habe, auch wenn ich sie extrem grauenhaft finde), aus Angst, zu einem Vorstellungsgespräch zu müssen, und aus Angst, irgendwo anrufen zu müssen, und persönlich vorbei gehen zu müssen.
    Aber auch, und egal wie komisch das klingen mag, auch aus Angst, keinen Praktikumsplatz zu bekommen, es also quasi nicht zu versuchen, um nicht zu scheitern. Ich habe jetzt, was mich extrem viel Überwindung gekostet hat, fast jeden Steuerberater, Versicherer etc angerufen, und meistens wurde ich abgewimmelt. Ich will möglichst was für mich alleine, ich habe kein Problem 10 Stunden am Tag Akten zusammentackern zu müssen, solange mich keiner dabei beobachtet....
    Ich habe jetzt eine Bewerbung für einen Platz als Bürokaufmann an eine Arbeitsvermittlung abgeschickt, und 2 Steuerberater wollen mich nochmal zurückrufen, von denen sich aber auch noch keiner gemeldet hat.
    Mein letzter Ausweg wäre bei meinem Optiker, aber es wäre mir sehr unanagenehm, da nach zu fragen, obwohl die Leute mich da kennen. Es ist nur ien kleines Geschäft, mit sehr netten Leuten, auch mein Vater geht schon seit Jahren dahin, aber ich hab einfach Angst, auch Angst davor, das ich irgendwas falsch mache, und ich mich dann quasi nie mehr blicken lassen kann....
    Privat sieht es nicht besser aus. Ich habe eigentlich nur einen richtigen Freund, mit dem ich mich auch privat treffe, allerdings lange nicht mehr so häufig wie früher. Was aber am gemeinsten ist, er hat mir das in einem kleinen "Steit" in der Schule auch noch an den Kopf geworfen, vor fast allen, die mir wichtig sind, bzw mit denen ich noh halbwegs ein Gespräch führen kann, und das belastet mich, das er mich anruft und sich sowas denkt wie "ach, der hat eh nie was besseres zu tun, der hat eh zeit, der hat ja keine anderen freunde.", auch wenn das eigentlich totaler Schwachsinn ist.
    Ich habe mich auch erst ein paar Mal mit anderen Leuten getroffen, insgesamt glaub ich sogar 3 Mal mit den unbeliebteren Leuten aus der damaligen Klasse. Auch deswegen durfte ich mir dann blöde Sprüche anhören.
    In meiner Familie läuft es auch nicht so gut, mein Vater ist Alkoholiker, meine Mutter meistens ziemlich gestresst, mein Bruder hält sich für viel cooler, schlauer, stärker und besser als ich, und mit meiner Schwester habe ich kaum was zu tun.
    Der schlimmste "Zwischenfall" mit meinem Vater war an einem Urlaubstag, 1 Tag vor meinem Geburtstag. Mein Vater hatte sich den ganzen Tag zulaufen lassen, und meine Mutter hat ihm die Tür vor der Nase zugehauen, und er ist umgefallen, und hat rumrandaliert. Ich bin dann weggerannt, und hab mich irgendwo versteckt und angefangen zu weinen, ich war 12 oder 13.
    Das erste, woran ich mich in die Richtung erinnern kann, war, als mein Opa gestorben ist, da war ich 8 oder 9. Mein Vater hat sich betrunken, und wollte dann irgendwann draussen spazieren gehen, und ihc sollte mitkommen. Ich musste ihn dann irgendwann stützen, weil er kaum noch laufen konnte.
    Nach dem zwischenfall kurz vor mienem Geburtstag hat er sich dann bei mir entschuldigt, mir gesagt er sowas nie wieder machen würde, und ich hätte im zu gerne geglaubt.
    Vor 3 Wochen ist meine Mutter für 1 Wochenende weggefahren, und ich war mit meinem Vater alleine. An fast jedem Wochenende, an dem meine Mutter nicht da ist, lässt er sich vollaufen, und diesmal hat er sich dabei sogar die Hand gebrochen.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich finde alles einfach nur noch zum kotzen, ich würde am liebsten weglaufen, ganz weit weg, aber dazu hab ich nicht den Mut, ich trau mich ja kaum mit einer fremdem Person zu reden.
    Falls sich überhaupt jemand die Zeit genommen hat, sich all das durchzulesen, bedanke ich mich schon mal im vorraus, ich geh jetzt gleich schlafen.

  2. #2
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    Hallo Adrian =),

    ich glaub aber das mit deinen Vater belastet dich noch mehr als deine "schüchternheit" und das du auch dort zuest andpacken solltest! So wie es sich anhört weiß deine Mutter auch nicht was sie machen soll und rennt genauso wie du ein Stück von diesen Alkoholproblem davon, aber das solltet ihr besser nicht, stell dich diesen Problem! Es gibt so viele Möglichkeiten gegen Alkohlsucht, villeicht hast du dich ja schon mal informiert, dann weißt du das ja!
    Ich weiß ich kann gut reden, aber ich kenn einen der ist schon mehr als 20Jahren trocken und war leider ca. 10 Jahre Alkoholiger, aber wie du siehst ist es nicht zu spät damit aufzuhören! Seine Familie hat ihn damals sozusagen gezwunden in Behandlung zu gehen, erst zu einen Beratunggespräch und darauf wurde er eingeliefter. Zwei Monat später war er keine Alkoholiger mehr und hat jetzt ein gute Hamonie in seiner Familie (, Arbeit) und ein glückliches Leben!!
    Auch wenn dein Vater es vielleicht nicht in zwei Monaten schafft, kann er es doch schaffen und euch allen damit helfen! Darum solltes du wirklich überlegen einzugreifen!

    Aber nicht nur dein Vater sondern auch du solltest in behandlung gehen! Villeicht nicht umbedingt gleich in Kurr oder ec. sonder anfangen mit einen Psychologen regelmäßig zureden. Ich weiß du könntest durchaus hier im Forum immer schreiben, doch ist das villeicht nicht genug, weil du hast bei einer reellen Person mehr bezug und ihr könnt besser auf so manches eingehen, noch dazu kann die Person dein Verhalten, Bewegungen ec. genauer diagnostizieren...
    Doch den ersten Schrit hast du ja schon hinter dir (hier zuschreiben!)

    Wegen deinen "Freund", was ist das für ein Typ? Welche Hoppys hast du bzw was machst du so den ganzen tag? Was meintest du mit: "den unbeliebteren Leuten aus der damaligen Klasse. Auch deswegen durfte ich mir dann blöde Sprüche anhören."? Und warumist es dir so wichtig was andere von dir denken?

    liebe Grüße und viel Glück
    Busteblume R.G.

  3. #3
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    Standard

    Hi Adrian.

    Ich hab mir deinen ganzen Beitrag durchgelesen und weiß an einigen Stellen genau, was du meinst.. Ich bin selbst 17, also ungefähr in deinem Alter..

    Ich bekomme zwar keine Magenkrämpfe, wenn es um Referate geht.. aber ich kenne diese Art von Situation. Du weißt schon was ansteht, und du kannst es einfach nicht ertragen..

    Und das mit den Ferien kann ich durchaus verstehen. Ich fürchte das Ende der Ferien immer unglaublich und werde meistens auch deswegen sehr oft krank.. wahrscheinlich, weil der Körper uns damit sagen will.. dass es nicht geht.

    Und als ich einmal ein wahnsinniges unangenehmes Praktikum gemacht habe, habe ich es lieber einen Monat lang durchgestanden, als mir ein neues zu suchen. Einfach weil ich es hasse, auf Menschen so zuzugehen.

    Auch noch diese unschönen Erlebnisse für dich, kurz vor deinem Geburtstag..

    Grade auch dieses rücksichtlose ( untertrieben) Verhalten deines Vaters und co. ist einfach unbegreiflich, wenn mir auch nicht ganz unbekannt.. es ist schade, dass sie nicht darüber nachdenken, was sie dir in Wirklichkeit damit antun.

    Wenn ich auch etwas dazu sagen darf, was Busteblume gesagt hat..
    Adrian, ich glaube, dass du denkst, dass du dich in einer aussichtslosen Situation befindest.. und mit diesem verzweifelten Gefühl ist es sicherlich nicht so einfach ist, sich auch noch um deinen Dad zu kümmern.. ich denke, dass das sehr viel verlangt ist. Wenn ich mir vorstelle, mein Dad wäre alkoholkrank.. dann würde ich sicher einige Sätze dazu sagen.. aber er ist derjenige, der anfangen sollte zu verstehen und zu handeln, nicht du.

    Auch wenn dich der Satz "Ich kann dich verstehen" vielleicht auch ankotzt, kann ich nur sagen: Ich tu's. Ich würd am liebsten mit nichts hinaus in die Welt, in eine ruhige Umgebung, ohne Menschen, ohne alles.. und diese vielen Probleme, die damit kommen. Wie z.B was ist mit Schule? Was ist mit all den Leuten? Wie soll man selbst weiterkommen? Wir als Jugendliche und Schüler haben kaum einen Weg, da rauszukommen.. ich würde mich freuen, wenn du schreibst.
    Geändert von Epaea (04.01.2012 um 18:06 Uhr)

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