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Thema: Ich weiß nicht, ob ich wieder eine Therapie machen sollte...

  1. #1
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    Standard Ich weiß nicht, ob ich wieder eine Therapie machen sollte...

    Hallo,

    habe mich hier angemeldet, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß...

    Erstmal zu mir was: Ich werde nächsten Monat 18, wohne seit September mit meinem Freund zusammen, mit dem ich über 6 Jahre zusammen bin, meine Familie und Freunde wohnen alle ca. 3 Stunden von mir entfernt. Mehr gibt es dann auch schon nicht mehr zu sagen...

    Meine Vorgeschichte: Als ich 11 war, haben meine Depressionen angefangen, genau wie das SVV. Ich musste damals schon Citalopram nehmen, 4 Monate nach meinem 12. Geburtstag wurde ich das erste mal eingewiesen - gegen meinen Willen. Man meinte, ich sei selbstmordgefährdet. Ich war dann 10 Wochen dort. Geritzt habe ich trotzdem noch, Tabletten musste ich weiterhin nehmen. Nach ca. 3 Monate "in Freiheit" (habe in der Zeit trotzdem noch eine Therapie gemacht, 2x in der Woche) wurde ich ein weiteres mal eingewiesen. Diesmal war es aber eine geschlossene Station. Die Medikamente wurden abgesetzt.. "helfen ja sowieso nicht" wurde gesagt. Ich war wieder 10 Wochen dort und wieder ging es mir kein bisschen besser. Ich habe dann ambulant wieder die Therapie weitergeführt. Dann bin ich aber 3 Monate später zu meinem Freund gezogen. Gründe: ich bin nicht mehr zur Schule gegangen, meine Lehrer hatten jedem erzählt, wo ich war... Hab es in der Schule nicht ausgehalten. Zuhause war nur Stress... Meine Therapeutin hielt es für eine gute Idee, wenn ich zu meinem Freund ziehe. Dort war ich dann ein Jahr - ganz ohne Therapie. So März/April 2005 bin ich dann wieder zu meinen Eltern. Habe dann auch wieder eine Therapie gemacht. Kam mit der Therapeutin nicht mehr klar und habe von dieser Praxis einen anderen genommen. Das ging auch nicht... Der kannte mich ja kein bisschen... wäre ich mal lieber bei der Therapeutin geblieben, wo ich immer war... Die habe ich zwischen meinem ersten und zweiten Klinikaufenthalt kennengelernt.
    Dann habe ich die Therapie ganz abgebrochen, wollte keinen neuen mehr kennenlernen, da habe ich einfach kein Vertrauen gehabt.
    Ich hatte jetzt ca. 1,5 keine Therapie mehr. Zuletzt wurde mir dort eine Psychotherapie empfohlen, doch darum hätte ich mich allein kümmern sollen, bzw meine Mutter. Haben wir auch erstmal gelassen, ich wollte einfach keine Therapie mehr.


    So... nun habe ich mit meinem Freund seit September eine Wohnung... Seit Mitte Juni kann man aber sagen, dass wir zusammen wohnen. Nur Von Juni bis September haben wir gemeinsam bei seinen Eltern gewohnt. Und diese Leute machen mich einfach nur fertig... Die sind so Anfang Juli aus einem 3-monatigen Urlaub wiedergekommen. Davor stand schon fest, dass ich meine Ausbildung bei denen machen werde... Seitdem sie wieder aus dem Urlaub da sind, gibts da nur Stress... Egal was wir machen - alles ist falsch. Man hört nur Rumgemecker... Bevor ich mich definitiv zu diesem Ausbildungsplatz entschieden habe, hatten wir einige Sachen ganz klar geklärt: Die erste Sache ist, dass ich nicht ausschließlich Büroarbeiten machen muss, eigentlich garnicht, außer eben so viel, wie ich für doie Prüfung später brauche. Gesagt wurde uns "ach, Du brauchst hier nichts machen, wo Du absolut keinen Spaß dran hast". Außerdem wurde abgemacht, dass ich das erste Jahr mit meinem Freund zusammenarbeite. Ich bin sehr schüchtern bei fremden Leuten... Deswegen erstmal ein Jahr mit ihm, damit ich dann mit den fremden Mitarbeiten, die dann hoffentlich nicht mehr fremd sind, arbeiten kann. "Ja Schätzken, Dir soll's ja gut gehen bei uns".. jaja, natürlich...
    Dann fing die Ausbildung an... und was ist? Ich muss ALLEINE zu FREMDEN Leuten ins BÜRO! Ich weiß, das wäre überall so. Aber ehrlich: Ich habe nicht mal nach anderen Ausbildungsplätzen gesucht, weil ich damit einfach nicht klarkomme... Ich habe Panik davor... Und so saß ich da einige Tage... Habe meinen Freund oft heulend angerufen, dass er kommen und mich abholen soll... Ich hatte einfach Angst dort alleine!
    Vor ca. 2 Wochen wollte der Vater von meinem Freund, also unser Chef, mit uns reden. Ich soll doch mein komplettes erstes Ausbildungsjahr zu diesen fremden Leuten alleine ins Büro gehen. Mein Freund soll halt die anderen Arbeiten machen, Außendienst halt...
    Dann noch seine Mutter... die kann einen nur fertigmachen... NUR gemeine und blöde Sprüche höre ich von dieser Frau... ich habe ihr NICHTS getan... sie kam aus dem Urlaub und seitdem ist sie so...

    Das macht mich alles einfach nur fertig... Mein Freund wird auch dauernd von seiner Mutter blöd angemacht... die Alte ist nie vor halb 12 im Büro... die schläft immer bis 11, manchmal auch bis 12. Dann sitzt die ab 13:30/14Uhr zuhause an ihrem Laptop - und das bis ca. 2Uhr nachts! Das ist ein Tagesablauf von ihr und so ist das JEDEN Tag... Wie kann man da miese Laune haben? Diese Frau habe ich in diesem Jahr noch nie mit guter Laune gesehen... Naja, mein Freund ist deswegen auch immer ziemlich blöde drauf.. klar... er hat gute Laune, will seiner Mutter irgendwas Tolles erzählen und von ihr kommt immer irgendwas Blödes zurück =( Dann ist er auch traurig und enttäuscht. Aber anstatt das zu sagen, gibts dann bei uns Streit. Ich hasse diese Frau... Die macht uns alles kaputt... Nein.. sie WILL uns alles kaputtmachen, aber das schafft sie nicht! Dennoch gehts mir so dreckig... Immer dieser Streit... Wegen ihr =( Der Streit mit meinem Freund macht mich wirklich fertig...


    So und nun der Grund, wieso ich wieder an eine Therapie denke:

    Im Moment weine ich sehr schnell... Gestern habe ich öfter als 6 mal geheult... habe irgendwann aufgehört zu zählen. Aus ganz dummen Gründen... alles hat mich zum Heulen gebracht. Ich hätte den ganzen Tag durchheulen können... Und auch die letzten Wochen... ich habe sehr oft geweint. Mir geht's schlecht... wirklich schlecht. Ich bin lustlos, ich will nichts mehr machen, nur den ganzen Tag auf der Couch sitzen. Ich esse eigentlich seehhhr viel. Im Moment habe ich kaum noch Hunger... Will nur alleine sein, also mit Freund, aber sonst niemanden sehen... Ich weine auch manchmal so zwischendurch ohne Grund... Dann denke ich nur nach und weine.

    Ich denke schon länger über eine Therapie nach... Aber die Wartezeiten sind so lang... Und WIE finde ich den richtigen? Ich will zu meiner alten Therapeutin... Aber die ist ja sooo weit weg...

    Gestern kam das Schlimmste... Ich dachte, es wäre endlich vorbei! Ich habe seit 2 Jahren nicht mehr geritzt oder mir sonst wie wehgetan. Ich war so stolz, so glücklich, dass ich es endlich geschafft habe! Doch gestern konnte ich einfach nicht mehr... Ich habe es wieder getan =( Das Schlimme daran ist: in dem Moment, wo ich es getan habe, hat es mir auch wieder gefallen. Was soll ich denn jetzt machen? Ich will das nicht mehr!!! Ich hasse mich so sehr dafür und ich habe auch gedacht "wenn ich mich umbringe, dann macht sich keiner mehr Sorgen um mich" denn das war früher so schlimm... Meine Mama und mein Freund, die haben sich immer solche Sorgen gemacht... Das will ich nicht... Ich habe nicht vor mich umzubringen, aber wie weit ist es jetzt schon, dass ich wieder so denke? Ich habe gedacht, dass es mir nicht ganz so schlecht geht. Aber so schnell kann sich das ändern...
    Ich möchte Hilfe... Ich würde auch wieder in eine Klinik gehen. Bevor alles wieder so schlimm wird wie früher =(
    Aber WIE finde ich denn den richtigen Therapeut oder die richtige Klinik? Bin ich überhaupt krank genug, dass ich eine Therapie machen kann/darf?
    Ich BRAUCHE Hilfe.. ich schaffe das alleine nicht mehr... Oder könnte ich es schaffen?


    Ich wollte garnicht so viel schreiben... ich hoffe, dass das trotzdem noch jmd liest... ich weiß einfach nicht mehr weiter =(

  2. #2
    Verleger Avatar von Waris
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    Hallo,

    keine Panik, dass es dir jetzt so schlecht geht, muss nicht heißen, dass das jetzt wieder zum Dauerzustand wird. Die Frage, ob du "krank genug" bist, für eine Therapie, kannst du dir selbst ebanwtorten, wenn du in dich hineinhörst. Du spürst doch, dass es dir schlecht geht. Ob du eine Therapie brauchst oder nicht, entscheidest du! Ich würde aber bei dem was du hier schilderst ganz klar sagen: JA!
    Wenn du einen Therapeuten suchst, hast du die Möglichkeit mit bis zu fünf Stück ein oder zwei Vorgespräche zu machen, bevor sie den Antrag für die Therapie bei der Krankenkasse machen. Danach kannst du dich entscheiden, welcher für dich der richtige ist. Ich würde dir wirklich dringend dazu raten!
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

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  3. #3
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    Danke für Deine schnelle Antwort.

    Das mit den 5 Therapeuten weiß ich... Aber wie fange ich da an? Einfach im Telefonbuch gucken und einfach irgendwo anrufen? Ich kenne hier niemanden, der schonmal eine Therapie gemacht hat, somit kann ich auch niemanden fragen...
    Mein Hausarzt ist etwas komisch... MUSS ich vorher zu ihm hin wg Überweisung oder sowas? Eig möchte ich mit dem nicht drüber reden... Kenne ihn zwar von "früher", wo ich mal hier gewohnt habe und war jetzt auch schon paar mal da und zwischendurch.. Aber ist ein Bekannter von meinen Chefs, das macht mir auch ein komisches Gefühl...

    Ja, ich will Hilfe, mir geht's auch wirklich schlecht... Ich habe da auch noch ein anderes Problem, deswegen fühle ich mich auch richtig "gestört"... Kann man eine Therapie machen und dann beides "behandeln"? Oder würde nur eine Sache gehen? Das eine ist eben Depressionen und das Andere Angst/Panikattacken vor vielen, vielen Dingen (viele Menschen, fremde Menschen [wie es im ersten Beitrag steht wg. Arbeit], bei Spinnen, Spritzen und Tunnel stehe ich kurz vor einem Zusammenbruch... sowas eben), am meisten aber Dunkelheit. Das beeinflusst auch mein Leben. Jeden Tag habe ich damit zu kämpfen, nur deswegen habe ich mich sehr oft verletzt, weil ich so eine Angst hatte, irgendwelche Dinge sogar sehe, spüre... das habe ich auch jetzt ca. seit 6-7 Jahren schon. Ca. seit dem ersten Klinikaufenthalt.
    Kann man das mit einer Therapie machen? Also beides?! Weil ich weiß nicht, was wichtiger für mich ist, ich finde beides schlimm und kann und will mit beidem nicht leben =( Wegen der Angst habe ich auch noch nie mit jmd gesprochen, nur mein Freund weiß das.. kein Therapeut, auch in der Klinik habe ich es für mich behalten, wollte ja so schnell wie möglich raus da =(


    Wie soll ich denn nun vorgehen? Einfach iwo anrufen und einen Termin machen oder zum Hausarzt wegen Überweisung oder so?! Ich habe wirklich keine Ahnung... Früher habe ich beim ersten mal von meinem Hausarzt die Überweisungen bekommen. Aber ob die ein MUSS waren, das weiß ich nicht...

  4. #4
    Verleger Avatar von Waris
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    Die Überweisung entgegengesetzt vieler Meinungen kein Muss. Du kannst einfach bei einem Therapeuten anrufen und einen Termin machen. Es gibt wirklich gute Seiten im Netz, wo du gezielt nach einem passenden für dich suchen kannst. Da kannst du angeben wo du wohnst, ob du zu einem Mann oder einer Frau willst usw. Oft sind sogar Fotos dabei. So kannst du intuitiv aussuchen, wer dir symphatisch sein könnte.
    Natürlich kannst du beides in einer Therapie machen, ich denke, dass du das sogar musst, denn psychische Probleme kann man gar nicht voneinander trennen. Oft verschwindet die Depression wenn andere dinge gelöst sind ganz von allein. Glaubst du nicht, es war vielleicht falsch, dass du der Therapeutin das mit den Ängsten verschwiegen hast? Wenn du nicht ehrlich bist in der Therapie, kann sie dir auch nicht wirklich helfen. Du bist ja jetzt älter und reifer und vielleicht eher bereit für eine Therapie. Ich finde es gut, dass du es von dir aus willst und dir hilfe holen möchtest. Das ist wirklich ein großer Schritt!
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

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  5. #5
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Hallo DeKleene,

    wenn ich so lese, wie du an die Ausbildung gekommen bist und das trotz mangelnder Schulbildung, verstehe ich garnicht, warum du keine Purzelbäume schlägst.
    Du bist ein Glückspilz. Es ist eigentlich wie ins gemachte Nest setzen. Ihr habt eure (Freund und Du) erfüllt und jetzt braucht ihr neue Perspektiven, um Flügge zu werden und endlich selbstständig. Das geht nicht ohne das man von der Realität eingeholt wird. Träumen kann man ja von Traumjobs, die einem nur Spass machen und keine Arbeit, aber dafür müsste man auch in dem Bereich arbeiten der einem wirklich Spass macht. Nur ein paar Stunden Büroarbeit um durch die Prüfung zu kommen, sagt mir ganz viel. Du bist in einem Job, den du nur zur Hälfte magst.
    Ausbildungen finden doch immer bei fremden statt. Da lernst doch doppelt, einmal aus dem Fremdbüro und dann zum Vergleich zuhause beim Freund. So hast doch mehr Erfahrungen später, die dich dann weiter bringen werden.

    Das mit der Therapie find ich eine gute Idee. Um Zukunftsplanung und sowas zu entwickeln, finde ich als Therapieziel super. Vielleicht eröffnen sich dir neue Perspektiven und nicht dieses in der Familien steckenbleiben und abhängig sein. Vergangenheitsbewältigung in der Therapie würde ich nicht anstreben, weil es zuweit von den jetzigen Problemen ablenken würde.

    Die SVV von dir ist ein Hilferuf von innen, das du dich unwohl fühlst in der Lebenssituation im Moment. Aber da kannst nur du in dich hineinhören und selbstreflektieren, was dich so gewaltig stört. Mir hat geholfen aufzuschreiben, was mir gerade so stinkt. Einfach 15 Minuten schreiben ohne den Stift wegzulegen, einfach aus dem Bauch, Kopf heraus ohne nachdenken.
    Dann hab ich einen Spaziergang gemacht und nochmal 15 Minuten geschrieben, was jetzt noch so drückt. Da war dann alles ausgespuckt und ich konnte sehen, was gerade in mir brennt und welche Baustellen sich da auftun und diese Zettel hab ich der Therapeutin gezeigt und wir haben dran gearbeitet die Missstände zu erkennen und sie hat mir geholfen meine Entscheidungen zu treffen und auch durchzuführen. Rückhalt hatte ich in der Therapiezeit, für mich was zu tun, was mir guttut und was ich möchte und wie ich es den Mitmenschen vermitteln kann, ohne ihnen vor den Latz zu ballern.

    Ich hoffe du kriegst die Kurve mit einer Therapie. Vergiss nicht dir ein Ziel für die Therapie zu setzen, etwas, was du erreichen möchtest mit der Therapie, damit du auch wirklich weisst was du geändert haben möchtest. Das macht die Therapiesuche auch einfacher und du brauchst nicht den alten Sch.... nochmal durchkauen, der dich früher belastet hat, sondern der jetzige Sch... der so läuft und was so schief liegt.

    Wie sieht dein Freund denn die Situation? Was für eine Ausbildung macht ihr denn?

    Geändert von :knuddel: (21.10.2008 um 17:28 Uhr)
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  6. #6
    Neuling
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    Was sind das denn für Seiten? Kannst Du mir mal eine sagen oder erklären, wie man danach suchen muss? Hab davon noch nie etwas gehört...

    Ich denke halt immer daran, wie schlecht es mir früher ging... Bevor es nochmal soweit kommt, muss ich früh genug was dagegen unternehmen. Wo es mir so wieder etwas besser ging, also wieder fröhlicher war, da war ich immernoch süchtig nach dem Selbstverletzen. Ich habe mich JEDEN Tag 2-3x verletzt, meistens ganz ohne Grund, einfach so, weil ich das braucht. So wie ich vor dem Schlafengehen noch eine rauchen musste, so konnte ich ohne Ritzen nicht einschlafen... Mein ganzer Körper ist voll mit Narben. Das müssen nicht noch mehr werden, zumal andere Menschen nicht oft mit sowas klarkommen =(

    Zitat Zitat von :knuddel: Beitrag anzeigen
    Hallo DeKleene,

    wenn ich so lese, wie du an die Ausbildung gekommen bist und das trotz mangelnder Schulbildung, verstehe ich garnicht, warum du keine Purzelbäume schlägst.
    Wo hast Du das denn her? Ich habe einen guten Realschulabschluss, eine halbe Note an meiner Quali vorbei (die Lehrerin hat's mir halt nicht gegönnt, hat die Note eben ABgerundet -.-)
    Das war Ende 6./Anfang 7. Klasse, wo ich öfter gefehlt habe. Bin super durchgekommen und die Noten waren auch gut. Nur die 9. Klasse lief recht schlecht, einfach wegen keine Lust und da war's mit dem Ritzen wieder schlimmer, wurde da auch nur fertig gemacht, auch von der Lehrerin. Hätte mit Nachprüfung aber die 9. schaffen können, bin dort aber nicht erschienen, weil ich in eine neue Klasse wollte. Also ich würde sagen, dass ich eine gute Schulbildung habe!


    Mein Ausbildungsberuf macht mir Spaß, aber in JEDEM Beruf gehört Berüarbeit dazu. Und so gegen diese Arbeit habe ich eigentlich nichts, es geht mir einfach um die Leute. Bei meinen Eltern in der Firma hat mir die Büroarbeit ein wenig Spaß gemacht (2. Praktikum, weil ja 2x 9. Klasse). Da waren nur meine Eltern und noch jemand.
    Auch wenn ich mit den Eltern von meinem Freund im Büro wäre... Auch bei denen hätte ich ein schlechtes Gefühl. Ich will nichts falsch machen, ich bin schüchtern!, ich habe einfach Angst alleine... Ich gehe nie ans Telefon.. Aber auch das muss ich irgendwann... Achja.. ich gehe ans Telefon.. aber NUR, wenn ich alleine bin und niemand neben mir sitzt... Beim Arzt anrufen und sowas muss aber immernoch mein Freund für mich machen... Ich kann mit fremden Leuten einfach nicht. Würde ich zB mit meinem Freund alleine im Büro sitzen: Es würde mir sicherlich gefallen und das war auch 2-3x so und ich fand es nicht schlecht. Ich kanns einfach nur nicht mit anderen Leuten. Ich KANN es einfach nicht!

    Also wir machen beide eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft. Da muss ich auch irgendwann Gespräche führen mit anderen Leuten. Das finde ich aber garnicht so schlimm. DAS, was daran so schlimm ist: Wenn mein Chef/andere MITARBEITER danben sitzen. Genau wie mit dem Telefonieren.
    Wir zwei haben öfter zusammen Beerdigungen gemacht. Da haben mich auch mal die Leute angeredet, wo sie hingehen sollen, wo sie irgendwas hinlegen sollen usw. Da hatte ich absolut keine Probleme mit. Hätte mein Chef, mein Freund oder andere Mitarbeiter daneben gestanden: ich hätte kein Ton aus mir rausbekommen.

    Dann waren wir letztens bei einem Gespräch etwas weiter weg. Ich saß natürlich nur daneben und habe halt "gelernt", wie das so geht. Das waren sehr nette Leute. Dann war mein Freund kurz telefonieren und die Frau hat mich etwas gefragt. Ohne Probleme konnte ich ihr ganz normal antworten. Anfangs war ich ganz schön nervös, aber danach habe ich mich wirklich gut gefühlt. Hätte mein Freund daneben gesessen (oder wer anders), hätte ich nichts gesagt oder nur gestottert.

    Ich hoffe, ich konnte das jetzt ein bisschen besser erklären, wie mein Problem ist...


    Mein Freund... Wie soll er die Situation schon sehen? Er nimmt mich, wie ich bin und versucht mir zu helfen. Wenn ich von fremden angequatscht werde, antwortet er einfach für mich... er ruft für mich überall an... Und was die Arbeit angeht: Da versteht er mich, weil er mein Problem kennt, ich heule deswegen oft genug.


    Hätte ich diesen Ausbildungsplatz nicht, dann würde ich keine Ausbildung machen. So habe ich die Chance, es irgendwie zu versuchen, mit der Hilfe von meinem Freund... Ganz alleine bei vielen fremden Menschen... Würde ich nicht machen... Ich würde da einfach nicht klarkommen. Ohne Ausbildung bin ich ein Nichts in dieser sch... Welt, deswegen versuche ich es dort und gebe nicht sofort auf. Aber ich bin fast soweit, alles aufzugeben... Ich kann das einfach nicht mehr. Ich will nichts mit fremden Leuten zu tun haben... Ich habe jedesmal ANGST. Ich stehe morgen mit Bauchkrämpfen oder Kopfschmerzen... Hatte ich heute auch wieder (Kopfschmerzen), konnte nicht mal aufstehen...

  7. #7
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Mein Freund... Wie soll er die Situation schon sehen? Er nimmt mich, wie ich bin und versucht mir zu helfen. Wenn ich von fremden angequatscht werde, antwortet er einfach für mich... er ruft für mich überall an... Und was die Arbeit angeht: Da versteht er mich, weil er mein Problem kennt, ich heule deswegen oft genug.


    Hätte ich diesen Ausbildungsplatz nicht, dann würde ich keine Ausbildung machen. So habe ich die Chance, es irgendwie zu versuchen, mit der Hilfe von meinem Freund... Ganz alleine bei vielen fremden Menschen... Würde ich nicht machen... Ich würde da einfach nicht klarkommen. Ohne Ausbildung bin ich ein Nichts in dieser sch... Welt, deswegen versuche ich es dort und gebe nicht sofort auf. Aber ich bin fast soweit, alles aufzugeben... Ich kann das einfach nicht mehr. Ich will nichts mit fremden Leuten zu tun haben... Ich habe jedesmal ANGST. Ich stehe morgen mit Bauchkrämpfen oder Kopfschmerzen... Hatte ich heute auch wieder (Kopfschmerzen), konnte nicht mal aufstehen...
    Auch wenn es dir jetzt nicht gefällt, aber ich denke du bist eine verwöhnte Prinzessin, der alles präsentiert wird und jegliche Arbeit abgenommen wird unangenehme Dinge zu klären, die eigentlich von jedem selbst verantwortlich übernommen werden sollte. Wann lebst du und stehst auf deinen eigenen Füssen. Was hindert dich daran, an dich zu glauben und trotz widriger Umstände mal was durchzuziehen und für dich zu kämpfen um deine Rechte auch Fehler machen zu dürfen und nichts so schlimm ist, das man sich dafür schämen müsste.

    Dein Umfeld macht und tut für dich, als wärst du unfähig auch mal was alleine hinzubekommen. Wer macht dir Mut....anstatt dir unangenehmes abzunehmen?
    Lobt dich eigentlich jemand, wenn du was geschafft hast? Mir kommt es so vor, als hättest du dein Schneckenhaus und möchtest raus, aber weisst nicht wie. Vor dir selbst kannst nicht weglaufen. SVV ist keine Droge, sondern eine Möglichkeit sich zu spüren und wenn es nur über Schmerz ist. Du lebst nicht wirklich sondern bist gefangen in deinem direkten Umfeld.
    Meiner Meinung nach solltest du in eine Klinik gehen und auf der Suche nach dir gehen und deinen Zielen und Vorstellungen und nach einem Couching, wie du Dein Leben in deinen Händen hälst und nicht abgibst wie ein Rentner im Pflegeheim. Du bist jung und voller Energie und die sollte wirklich nicht in Wut und Trauer und Selbstzerstörung fliessen.

    Ich meine es nicht bös, sondern so wie ich auch mit meinem Patenkind(20) rede seit sie in der Pubertät ist. Sie hat ihre Unsicherheiten überwunden und macht jetzt eine Ausbildung in ihrem Wunschberuf und nicht mehr in die Fussstapfen der Eltern und weg vom Rockzipfel bedeutete für sie endlich Freiheit und trotzdem viel Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen, auch auf Abstand mit den Eltern. Alles aus der Hand nehmen, bringt einen n icht sonderlich weiter, sondern macht abhängig. Und für mich bist du abhängig von deinem Umfeld und gefangen. Wo kriegst du ein Feedback, das du deine eigenen Entscheidungen und Konsequenzen trägst? Das wäre ein gutes Therapieziel, weil nicht in der Vergangenheit lebst du gerade, sondern im Hier und Jetzt und du bist verdammt stark und mutig. Nur wer sieht es und sagt es dir? Lass dich nicht unterkriegen.

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  8. #8
    Verleger Avatar von Waris
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    Sowas ähnliches wie Knuddel schreibt, war auch mein Gedanke. Die Eltern deines Freundes geben dir zwar eine Chance, indem du die Ausbildung bei Ihnen machen kannst, dadurch bist du aber auch gefangen. Dadurch hast du einen sehr eingeschränkten sozialen Kreis. Du bist komplett abhängig von deinem Freund. Wenn deine Beziehung schief geht, hast du nichts mehr. Auch deine Schwiegereltern haben dich in der Hand. Dein Freund nimmt dir alles ab-er hilft dir dadurch aber nicht! Im Gegenteil, er schadet dir, du wirst dadurch immer unfähiger. Glaubst du nicht, es wäre vielleicht jetzt an der Zeit, dich deinen Problemen zu stellen, statt immer davon zu laufen. Hast du es mal von der Seite gesehen, dass deine Schwiegereltern schon unheimlich viel für dich getan haben? Vielleicht sehen sie es klar, nämlich, dass es so nicht weitergehen kann. Möchtest du nicht auch mal ein halbwegs normales Leben führen?
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

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