Hallo,
ich bin gerade an einem Punkt angelangt, wo ich weder aus noch ein weiß.
Zur Situation:
Ich bin verheiratet, habe ein 2-jähriges Kind und gehe Vollzeit arbeiten. Im Dezember haben wir uns ein Haus gekauft, war ein langer Traum und wir wohnen auch schon drin und renovieren noch nebenher.
Mein Mann ist krankheitsbedingt EU-Rentner, übernimmt in der Regel die Kinderbetreuung während ich arbeiten bin und erledigt den Haushalt. Seit Mitte Februar musste mein Mann ins Krankenhaus und es lief natürloch plötzlich alles drunter und drüber. Ich habe mit unzähligen Telefonaten alles versucht zu managen. Mein Sohn konnte bis nachmittag in den KiGa gehen, ich habe mit meiner Chefin abgestimmt, meine Arbeitszeit zu verschieben, damit ich mein Kind aus dem KiGa abholen kann. Es war unheimlich schwer und anstrengend, aber irgendwie ging es. Dann wurde mein Kind krank und ich musste mit ihm zu Hause bleiben, da gab es die ersten bösen Worte von meiner Chefin. Bis dato hatte ich noch nie "Kind krank" genommen und war entsetzt, wie man so reagieren konnte. Nachdem mein Kind wieder halbwegs gesund war, bin ich also wieder arbeiten gegangen. Dann gab es den nächsten Ärger. Meine Chefin beschwerte sich über meine veränderten Arbeitszeiten, obwohl ja eigentlich alles abgesprochen war. Im nachhinein habe ich erfahren, dass sogar gesagt wurde, dass ich eben kündigen müsste, wenn ich das alles nicht schaffe.
Ich hatte wirklich alles in Gang gesetzt, um es irgendwie zu schaffen. Ich war sehr sehr verärgert und an einem Punkt angelangt, wo ich einfach nur resignieren wollte. Habe mich trotzdem weitergekämpft, obwohl mir natürlich die ganze Zeit auch die Sorgen um meinen Mann im Kopf herumschwirrten. Dann wurde mein Sohn wieder krank und ich musste wieder zu hause bleiben und bin es noch bis morgen.
nun bin ich aber an einem Punkt angelangt, wo ich mich kaum noch traue auf Arbeit zu gehen. Dadurch, dass ich nun eben öfter gefehlt habe, ist unheimlich viel Arbeit liegen geblieben. Und es gibt Kollegen, die nach jedem Fehler Ausschau halten. Ich weiß im moment nicht, wie ich das alles aufholen soll. Ich leite ein Projekt im sozialen bereich und bin in diesem Projekt allein. ich habe also auch keinen, der mich da mal eben vollständig ersetzen kann, so dass die Arbeit wirklich liegen bleibt. Ich habe Angst davor, diesen riesigen Berg nicht aufholen zu können und dann wieder dem Ärger meiner Chefin und Kollegen ausgesetzt zu sein. Dazu muss ich aber sagen, dass meine Firma mehrere regionale Stellen hat und die Kollegen in meiner Stelle alle sehr gut sind und ich mit ihnen klar komme. Der Druck kommt eben von oben.
Ich bin inzwischen soweit, mich zu fragen, ob ich den richtigen Beruf habe. Ich zweifle, ob ich das weiter machen möchte. Vielleicht liegt an dem ganzen Stress zur Zeit. Aber ich weiß wirklich nicht weiter.
Ich habe solche Angst vor Donnerstag und dem Gefühl, alles nicht mehr zu schaffen, dass ich seit Tagen nur sehr schlecht schlafen kann. Der Gedanke, wieder vollgeschnauzt zu werden für etwas, wofür ich nichts kann, ist für mich sehr beängstigend und deprimierend. In einer Woche kommt mein Mann nach Hause und ich bin froh, wenigstens ihn wieder als Halt an meiner Seite zu haben.
Sorry für das gejammer, aber vielleicht hat jemand einen Rat oder eine paar aufbauende Worte für mich.
LG,
Gänseblümchen


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