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Thema: Ich will entdeckt werden

  1. #1
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    Standard Ich will entdeckt werden

    Hallo,
    mein zentrales Problem derzeit ist das ich nicht weiß was ich will. Wollte ich noch gestern mir ein Xylophon kaufen, möchte ich heute einen töpfern und morgen Boxen lernen. Das schlimme ist: Egal was ich anfange, ich will mit dem was ich neu erlerne entdeckt werden und male mir in Gedanken schon den Jubel für mein Projekt aus. Dann breche ich jedoch mein Vorhaben viel zu schnell ab, oft aus Faulheit und Demotivation.

    Wie kann ich mein Denken ändern? Wie finde ich eine Leidenschaft die ich nicht mit dem Gedanken beginne entdeckt zu werden? Mich zeichnet nichts aus, außer meiner Arbeit (Callcenter). Ich liebe es im Mittelpunkt zu stehen und ich liebe den kleinen Nervenkitzel wenn meine Leistungen beurteilt und belohnt werden (so etwas gibt es bei mir auf Arbeit nicht, es wird lediglich die Quantität bewertet, jedoch nicht die Qualität). Das schönste Gefühl ist, wenn jemand sagt dass er mich brauch. Am liebsten wäre ich eine Superheldin
    Ich fühle mich als ob mein Potential für die Fließbandtelefonie verschleudert wird. Die Art der Tätigkeit ist auch garnicht das, was ich mir wünsche. Ich bin eher ein kreativer Mensch.

    Was mir auch noch aufgefallen ist, ist das ich nicht nur auf ein riesen Glück sondern auch ein riesen Unglück warte. Mir passiert sehr selten etwas schlechtes doch immer wenn ich z.B. aufs tiefste verletzt bin und weine, fühle ich mich richtig gut.

    Was soll ich tun? Was will ich? Wo bin ich?

    Liebe Grüße
    Wunder
    Geändert von Wunder (16.02.2012 um 17:01 Uhr) Grund: Ergänzung 1

  2. #2
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    Hi,

    wer denkt nicht so wie du öfter mal daran mit seinem Können ganz groß raus zukommen?

    Du sprühst vor Energie, ziehst die Dinge aber nicht durch? - Dann ist es nicht das Richtige für dich oder doch nur ein Wunschgedanke etwas derartiges zu können. Ich finde es gut, dass du dich ausprobierst und neugierig auf Neues bist. Bedenke aber auch, dass man für ein gorßartiges Können auch eine Menge Zeit investieren muss. Zeit, die du (dein innerer Schweinehund) evtl. nicht aufbringen willst.

    Tipp: Wenn du eine Sache angefangen hast, verliere nie das Ziel aus den Augen, welches du dir selbst mit dieser Aufgabe gesteckt hast.
    Wenn es nicht das Richtige war, lässt du es sein und beginnst mit was anderem. Probier dich aus, bis du das gefunden hast, was dich glücklich macht.

    Du stehst gerne im Mittelpunkt? Willst Action?
    Hast du mal daran gedacht irgendwas Ehrenamtliches zu tun oder sowas wie Rettungsassistenz? Sport etc.?
    Oder da du schreibst, dass du ein kreativer Mensch bist, mit Kindern zu arbeiten?
    Es gibt viele Möglichkeiten seine "Mittelpunktsenergien" zu zentralisieren und sie geschickt einzusetzen.

    Und wenn es nicht klappt, hast du mal daran gedacht, wie es wohl wäre nicht im Mittelpunkt zu stehen?
    Manchmal ist es auch ganz schön, wenn man seine Energien dazu einsetzt, andere in den Mittelpunkt zu stellen und zu sehen, dass auch sie glücklich sind.

    Ja klar, manche können das gar nicht haben, wenn sie nicht im Mittelpunkt stehen.
    Doch so schätze ich dich nicht ein, auch wenn ich dich nicht kenne, aber sonst hättest du dich wohl nicht hier angemeldet und dieses Thema eröffnet. Ich denke, du willst lernen, dich zu akzeptieren wie du bist und dass auch du Fähigkeiten besitzt, die anerkannt werden wollen/sollen.
    Wie gesagt, probier dich weiter aus.

    VLG

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Todai94
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    Kann es sein, dass du einfach nach Etwas suchst, in dem du ein außerordentliches Talent hast? Wenn ja darf ich dich gleich mal ernüchtern und sagen, dass egal wie talentiert du in irgendwas bist, du immer auch Arbeit da reinstecken musst. Ich für meinen Teil kenne keinen Menschen (Inselsyndrom ausgenommen), der nur mit Talent groß rausgekommen wäre.
    Mein Gelaber ist meist sinnfreie,
    das Zuhören eine Schererei,
    aber manchmal ist auch was nützliches dabei.

    Also verdammt noch mal halt's Maul und hör gefälligst zu!

  4. #4
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    Standard orientierungslosigkeit: geht vielen so

    [QUOTE=Wunder;126867]Hallo,
    mein zentrales Problem derzeit ist das ich nicht weiß was ich will. Wollte ich noch gestern mir ein Xylophon kaufen, möchte ich heute einen töpfern und morgen Boxen lernen. Das schlimme ist: Egal was ich anfange, ich will mit dem was ich neu erlerne entdeckt werden und male mir in Gedanken schon den Jubel für mein Projekt aus. Dann breche ich jedoch mein Vorhaben viel zu schnell ab, oft aus Faulheit und Demotivation.

    mit deinem problem bist du nicht alleine. vor allem viele junge menschen haben heute das bedürfnis berühmt zu werden. das wird uns in unserer kapitalistische gesellschaft auch vermittelt. (geh zur millionenshow, deutschland sucht den superstar, oder heirate wenigstens einen reichen bauer, wenn es sonst schon nichts wird) - hauptsache im scheinwerferlicht stehen.
    jeder will einzigartig (berühmt, bewundert) sein; durchschnittlich zu sein ist einfach out.
    wenn man genauer hinsieht, wird deutlich, dass diese bestrebungen meist nirgendwo hinlaufen. sie beruhen auf oberflächlichen wertvorstellungen;

    gleichzeitig ist orientierungslosigkeit oftmals auch vorprogrammiert, weil man heute einfach sehr viele (viel zu viele) möglichkeiten hat. man "könnte" 50 verschiede instrumente lernen,20 studiengänge inskribieren... weil die instrumente und das kapital vorhanden sind usw....

    sieh doch mal im grunde bringt dich deine wechselhaftigkeit nirgendwo hin. ich kenne sowas aus eigener erfahrung.
    du hast verschiedene instrumente gekauft, jetzt kannst du keines. wenn du in der gleichen zeit nur eines gehabt hättest, könntest du heute ein instrument spielen....
    versuch dir einfache ziele zu setzen, die du auch wirklich einhalten kannst. es ist ein großes erfolgsgefühl, wenn man zum beispiel einfach mal auf nen kleinen test eine gute note bekommt, weil man dafür brav gelernt hat... an solchen dingen kann man sich orieniteren und in wirklichkeit wird man durch sie erfolgreich. die anerkennung von lehrern und der familie sind mehr wert, als die eines imaginären publikums!
    wichtig ist die eigenen grenzen kennenzulernen; es ist natürlich voll ok, eine gitarre zu kaufen, mit der man am we im keller spielt und träumt man sei jimmy hendrix im alltag muss man aber seine "durchschnittlichkeit" annehmen.... :-) verhältnismäßig ist es natütlich genauso wichtig seine stärken zu kennen, wie seine schwächen. das heißt, wenn man gerne klavier lernen möchte, kann man dies durch viel übung. mozart oder beethoven wird man deshalb nicht. maximal wird man wie irgendwelche peinlichen leute, die wie paris hilton schlechte pop songs aufnehmen und sich damit auch noch in die öffentlichkeit trauen, wenn einem wirklich nur noch der ruhm wichtig ist
    durch fleiß kommt man verhältnismäßig, auf ehrliche art und weise weiter, als durch die hoffnung einmal beim glücksrad zu gewinnen ... fleiß, ausdauer und motivation kann man auch sehr gut trainieren- deshalb solltest du auch hier ansetzen.
    wenn du ein instrument spielen willst, überlege genau welches, besuche einen kurs für ein jahr und übe dafür. dann kann es dir passieren, dass du in einer gemeinde mal ein konzert spielen kannst vor 20 leuten... solche ziele sind realistisch und lassen sich möglicherweise kontinuierlich steigern...


    alles gute

  5. #5
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    Tipp: Wenn du eine Sache angefangen hast, verliere nie das Ziel aus den Augen, welches du dir selbst mit dieser Aufgabe gesteckt hast.
    Wenn es nicht das Richtige war, lässt du es sein und beginnst mit was anderem. Probier dich aus, bis du das gefunden hast, was dich glücklich macht.
    Das mache ich schon die ganzen letzten Jahre…

    Du stehst gerne im Mittelpunkt? Willst Action?
    Hast du mal daran gedacht irgendwas Ehrenamtliches zu tun oder sowas wie Rettungsassistenz? Sport etc.?
    Oder da du schreibst, dass du ein kreativer Mensch bist, mit Kindern zu arbeiten?
    Ich hab mir schonmal überlegt soetwas zu machen (hab mich auch letzte Woche bei Vereinen beworben), befürchte aber, dass mich 1. niemand gebrauchen kann und 2. ich das sehr schnell aufgeben werde, wie immer.
    Sport habe ich zu oft aufgegeben und bei Kindern werde ich stocksteif.

    Kann es sein, dass du einfach nach Etwas suchst, in dem du ein außerordentliches Talent hast?
    Nein, ich kenne meine Talente, mit kochen, putzen und nerven komme ich auch nicht weiter. Was ich suche ist eine Leidenschaft. Etwas was meinem Leben einen Sinn gibt. Ein eigenes „Ding“ halt was ich nicht mache weil ich glaube damit mein Talent zu entdecken sondern weil ich es einfach gerne mache.


    Viel zu lange habe ich schon meine Zeit verschwendet. Ich wünschte ich würde im Lotto gewinnen, dann könnte ich mich selbstständig machen oder studieren oder andere Experimente machen.
    Je mehr Zeit ungenutzt vergeht, umso mehr Angst habe ich vorm Alt werden. Wenn doch bloß einfach irgendwas passieren würde, meinetwegen soll mich ein Auto überollen oder es stellt sich heraus dass ich Adoptiert wurde oder ich komme in die Klapse. Aus langeweile bin ich meine derzeitige Beziehung eingegangen, aus langeweile mit ihn zusammengezogen. Aus langeweile schreibe ich hier im Forum. Jetzt kommen wieder die emotionalen Schwankungen: Nichts kommt auf mich zu weil ich nichts besonderes bin. Nur besonderen Menschen passieren besondere Dinge. Mein Lebenslauf besteht darin arbeiten zu gehen und zu sterben. Würde ich heute sterben würde ich froh sein endlich nicht mehr leben zu müssen. Oder noch besser ein Koma: Nur träumen, nicht mehr aufwachen. Nicht mehr richtig zu leben ohne ein schlechtes Gewissen, denn nur das hält mich am Leben: Mein Partner und meine Eltern. Ich wäre sehr egoistisch wenn ich sie aus solch komischen Gründen verlassen würde.

    So ist es halt wenn man nicht weiß was man will, denn ich weiß nicht was meinen Leben einen Sinn gibt. Ich lebe nur um zu arbeiten. Eigentlich könnte man sich das ganze Leben sparen, endet immer gleich und bringt ja eh nichts.

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